Christmas Chronicles: Kritik zum erfolgreichsten Netflix-Film

Christmas Chronicles: Kritik zum erfolgreichsten Netflix-Film

Unter dem Begriff Qualitätsoffensive von Netflix erwarten nun einige Kunden auch richtige Meisterwerke. Doch darum geht es nicht. Netflix geht es ausschließlich darum, dass die Filme nicht mehr so billig und schnell verwirklicht werden und dabei nicht einmal eine durchschnittliche Qualität erreichen. Denn herausgekommen sind Filme, die wohl eher zu den schlechteren Filmen im Portfolio von Netflix zählen dürften. Der Weihnachtsfilm Christmas Chronicles fällt ebenfalls unter diese Qualitätsoffensive und, dies schon einmal vorweg, ist zum Beispiel auch kein Meisterwerk. Dennoch hat dieser Film seine Daseinsberechtigung und nicht nur wegen des Erfolges. Das ist aber gleich das nächste Thema. Denn Christmas Chronicles ist der erfolgreichste Film, den Netflix je produzierte und ebenso auch der erfolgreichste Film für den Schauspieler Kurt Russell (Die Klapperschlange, Big Trouble in Little China). Gleichzeitig behauptet Netflix, dass dieser an den Kinokassen so erfolgreich wäre, wie die meisten anderen Blockbuster. Relevant genug, um von uns besprochen zu werden.

 

Die zwei Geschwister Teddy und Kate waren früher unzertrennlich und besonders Weihnachten war dank des Vaters Doug immer etwas ganz Besonderes. Doch der Feuerwehrmann starb bei einer Rettungsaktion und die Geschwisterliebe entzweite sich. Besonders Teddy kommt vom richtigen Weg ab und hängt lieber mit diversen Gangbanden ab. So ist es kein Wunder, dass die Mutter Claire völlig überfordert ist. Auch Weihnachten ist nicht mehr so schön wie früher und eher eine Nebensache. Doch als Kate ihren Bruder überredet auf den Weihnachtsmann zu warten, landen beide, da auch viel zu neugierig, in seinem Schlitten. Doch geschockt von den zwei Kindern verliert der Weihnachtsmann die Kontrolle über den Schlitten. Schlitten, Rentiere, Zaubermütze und Geschenksack sind nun irgendwo in Chicago verstreut. Alle drei müssen sich nun zusammentun, um Weihnachten zu retten…

Sind wir ehrlich. Die Geschichte ist jetzt weder besonders innovativ oder besonders spannend. Auch muss man sich am Anfang fragen, wie leicht können die Kinder den Weihnachtsmann austricksen? Geschenkt! Dieser Film ist eine ganz klassische Actionkomödie und wenn ihr nur eine Minute über den Film nachdenkt, werdet ihr noch mehr Fragen haben. Doch der Film ist eben auch klassisches Popcorn-Kino. Moment? Wie genau nennen wir jetzt solche Filme, die als Stream laufen? Auch egal jetzt. Trotzdem stelle ich fest, dass der Film schon irgendwie tragisch beginnt und für einen Weihnachtsfilm eher schwer anfängt. Allgemein ist der Humor und auch so manche Szene für Kinder ungeeignet. Gerade am Ende wusste ich nicht so wirklich, welche Zielgruppe dieser Film eigentlich hat. Tatsächlich könnte der ganze Weihnachtszirkus mit einem anderen Fantasie-Gebilde ersetzt werden und wir hätten noch immer eine gelungene Actionkomödie.

So harmonisch ist es nur bei dem sehr schönen Intro.

Wäre da nicht der Humor. Der bezieht nämlich seine größten Momente aus dem Weihnachts-Setting. Immer wieder gibt es Anspielungen auf die Vereinnahmung der Werbeindustrie oder allgemein der einen oder anderen Legende über den Weihnachtsmann. Wenn sich unser gar nicht so dicker Weihnachtsmann nämlich ständig über sein viel zu dickes Abbild beschwert, die eine Cola-Werbung verwendet, dann sind schon einige Lacher vorprogrammiert. Auch die fleißigen Elfen sind teils lustig und entsprechen dem typischen Klischee der Elfen. Auf der anderen Seite sind diese gar bösartig und der Zuschauer wird sich wundern, was so in deren Köpfen vorgeht. Chris Columbus, der Regisseur von Kevin – Allein zu Haus, leitete die Produktion und an vielen Stellen ist das zu spüren. Wie kaum ein anderer Filmemacher hat er das richtige Gespür für kleinere emotionale Momente und für das Timing in Sachen Humor. Dass der Film allerdings kaum Kinder erreichen wird und später eben dieses Gespür vermissen lässt, liegt wohl daran, dass die Regie von Clay Kaytis übernommen wurde, der noch nicht so viel Erfahrung besitzt und mit Angry Birds bewies, dass er für das Familienkino kein glückliches Händchen besitzt.

Kurt Russell als Weihnachtsmann ist dafür ein klarer Glücksgriff und rettet den Film über den Durchschnitt. Natürlich war der frühere Action-Held noch nie der beste Schauspieler aller Zeiten und wird es auch nicht mehr. Aber sein Talent für Comedy-Rollen hat er schon sehr oft bewiesen und auch hier stiehlt er allen die Show. Wir sehen keinen warmherzigen und freundlichen Weihnachtsmann, sondern eher einen frechen und teils verärgerten Weihnachtsmann, der sich zudem Sorgen darum macht, dass seine Frau von einem Diebstahl etwas mitbekommt. Glücklicherweise sehen wir aber keinen Trinker oder groben Santa Claus, wie es heute in Hollywood wohl üblich ist. Zudem ist es auch bis zum Schluss lustig, wenn er die Menschen entwaffnet, indem er die Wünsche der vergangenen Jahre entgegen hält. Wer wäre da nicht geschockt? Christmas Chronicles zeigt uns einen frischen und unverbrauchten Weihnachtsmann. Leider hat dies auch zur Folge, dass die Szenen ohne ihn dann auch stark abfallen. Später, wenn die zwei Kinder alleine unterwegs sind und auch die emotionale Komponente eintritt, fühlen sich die Szenen irgendwie wie ein Fremdkörper an. Das liegt auch an den beiden Kinderdarstellern, die nicht wirklich überzeugen können. So hart es klingt, die tragische Geschichte der beiden ließ mich zumindest völlig kalt. Erst bei dem großen Finale schafft es der Film, doch noch große Gefühle zu erzeugen und das, ohne auf die Tränendrüse zu drücken.

Das Highlight in diesem Film ist ganz klar Kurt Russell als Weihnachtsmann.

Die Action selbst ist oft schön inszeniert und spielt natürlich ebenfalls mit einigen Gimmicks von Santa Claus. Besonders die Kulissen und das Design so mancher Gegenstände sehen toll aus. Nichts davon wird ewig im Kopf bleiben, unterhaltsam ist das Ganze dennoch. Allein die CGI-Effekte fallen hier stark ab. Die Elfen sehen nicht wirklich gut aus und gerade wenn sie mit den echten Schauspielern interagieren, ist deutlich zu erkennen, dass der Film noch etwas Feinschliff vertragen könnte. Auch die Rentiere sehen nicht mehr zeitgemäß aus. Die CGI-Effekte werden aber im weiteren Verlauf des Films weniger und so stören sie nicht allzu sehr.

Insgesamt ist Christmas Chronicles ein kurzweiliger und lustiger Film für einen tollen Filmabend kurz vor Weihnachten. Er unterhält und macht wirklich Spaß. Nichts davon ist etwas, was es noch nie so vorher gab und dennoch wirkt er relativ frisch. Das liegt wohl daran, dass der Film in einer Zeit erscheint, wo solche Filme eher eine Ausnahme bleiben. Warum dieser Film ein so gigantischer Erfolg wurde, ist mir aber ein Rätsel. Das liegt nicht an der Qualität, sondern schlichtweg daran, dass der Film die eigentliche Zielgruppe verfehlen könnte. Doch das spielt am Ende auch keine Rolle. Am Ende bekommen wir eine unterhaltsame Actionkomödie mit Kurt Russell, den auch alle Fans von Kurt Russell sehen sollten. Gibt schlimmere Filme, um seine Zeit zu verschwenden.

Der Weihnachtsfilm von Netflix bricht sämtliche Rekorde

Der Weihnachtsfilm von Netflix bricht sämtliche Rekorde

Weihnachten zieht immer, auch in der Film-Branche! Nur diesmal scheint der gigantische Erfolg nicht im Kino stattzufinden, sondern in den heimischen Wohnzimmern. Denn Netflix bricht mit seinem Weihnachtsfilm, The Christmas Chronicles, sämtliche Rekorde. So legte der Content-Chef Ted Sarandos beeindruckende Zahlen vor. Der Film könnte es, wenn dieser so gewertet wird wie ein Kinofilm, mit Jurassic World, Avengers oder Star Wars aufnehmen. Zeitgleich ist es damit auch der erfolgreichste Film mit Kurt Russell, der auch in Blockbustern wie Gurdians of the Galaxy mitspielte.

Aber nun einmal langsam. So ganz geht die Rechnung natürlich nicht auf und wir betrachten die nackten Zahlen etwas genauer. Wichtig dabei ist, dass die Firma Netflix eigentlich sehr selten Zahlen herausrückt und ob diese so wirklich stimmen, steht ebenfalls auf einem anderen Blatt. Wir halten uns aber an die Zahlen die Ted Sarandos nun bekanntgab. So soll der Film 20 Millionen Zuschauer haben. Wie viele den Film mehrmals guckten ist nicht bekannt aber nicht unwichtig zu wissen. Laut Ted würde der Film bei der Zuschauerzahl an den Kinokassen 200 Millionen Dollar einbringen. Dabei geht Ted von normalen Ticketpreisen aus, allerdings haben die großen Marken wie eben Star Wars diverse Aufschläge für Überlänge, 3D und weil es eben ein bekanntes Franchise ist. Rechnet man diesen Aufschlag noch dazu, würde man den Umsatz von 1 Milliarde Dollar einspielen, was aber eher die Ausnahme ist. Laut der Rechnung wäre damit The Christmas Chronicles vor Guardians of the Galaxy Vol II und allein die Zuschauerzahlen wären ohne die genannten Aufschläge vergleichbar mit Star Wars oder den Marvel-Produktionen.

Allerdings vergisst Ted, natürlich bewusst, dass er zwei komplett unterschiedliche Vertriebswege miteinander vergleicht. Wer ein Abo schon hat, hat weniger Hürden für einen Film. Wenn der Film im Kino läuft ist der Preis höher und auch muss der Zuschauer erst raus aus dem Haus. Die Wahrscheinlichkeit sich den Film auch mehrmals anzusehen ist ebenfalls deutlich geringer, als wenn der Film ständig abrufbar ist. Die Möglichkeit sich nach der Arbeit zum Beispiel einen Film anzusehen, ist bei Netflix wesentlich spontaner. Das soll den Erfolg nicht kleiner reden als er ist. Denn die Zahlen sind schon erstaunlich und beweisen wieder einmal, dass die Film-Branche im Wandel ist.

Quelle: Business Insider

 

 

Netflix schlägt zurück: Paramount produziert nun für Netflix

Netflix schlägt zurück: Paramount produziert nun für Netflix

Die nächsten Jahre werden extrem spannend für Hollywood und auch etwas kompliziert. Die einzige Sache die wir wissen ist, dass das Kino sich verändern wird und vielleicht sogar muss. Wie wir berichteten, hat sich Apple die Rechte für das Studio A24 gesichert. Dieses Studio gehört aber nicht zu den sogenannten Big Six. Die Big Six sind die großen Filmgiganten Universal, Sony Pictures, Disney, Fox, Warner und Paramount. Sie bestimmen die Kinolandschaft und haben die größten Marktanteile. Für Netflix sah es lange Zeit nicht gut aus, da die beliebtesten und erfolgreichsten Filme irgendwann nicht mehr auf ihrer Plattform laufen. Da Disney einen eigenen Dienst plant, fallen Disney und Fox für Netflix weg. Universal, auch weil Sky übernommen wurde, wird bald für Sky produzieren. Warner plant ebenfalls einen eigenen Dienst und Amazon hat sich die Rechte von Sony Pictures und eigentlich Paramount gesichert. Netflix kann also nur durch die eigenen Studios das Angebot erweitern. Für ein so hochverschuldetes Unternehmen sind das keine guten Voraussetzungen für die Zukunft.

Doch nun kommt der große Knall und Netflix schlägt zurück. Paramount Pictures, die bisher für Amazon produzierten, werden nun für Netflix Filme präsentieren. Paramount selbst meinten, dass sie lieber als Lieferant dienen wollen und Filme für den Streaming-Dienst produzieren wollen, die heute im Kino keine Chance mehr haben. Die Zeiten haben sich nun einmal geändert und das klassische Kino stirbt aus. Die erste Produktion wird das Sequel von To All the Boys I’ve Loved Before werden. Zudem wird The Irishman von Martin Scorsese nun auch von Paramount finanziert und auf Netflix starten. Wenn Netflix noch als einziger Streaming-Dienst Drachenzähmen leicht gemacht oder zum Beispiel auch Transformers anbieten kann, dann wird man sehr erfolgreiche Marken anbieten können und hätte noch mehr starke Argumente gegen die Konkurrenz. Für Amazon ist dies dagegen ein richtiger Verlust und sollte die Zusammenarbeit zwischen Netflix und Paramount wachsen, dann kommen wirklich viele Filme nicht mehr auf ihren Dienst. In Deutschland hat Sky schon schmerzhafte Erfahrungen machen müssen, was es bedeutet, Paramount zu verlieren. Die Zahl der Filmabonnenten sind nämlich seit 2016 gesunken. Spannende Zeiten stehen an!

Quelle: The Hollywood Reporter

Netflix ändert sein Preismodell

Netflix ändert sein Preismodell

Konkurrenz belebt das Geschäft und kommt meistens dem Kunden zugute. Bei den Streaming-Diensten allerdings besteht die Sorge, dass der Kunde am Ende mehrere Abos besitzen muss, um eine umfangreiche Bibliothek zu erhalten. Zudem stellte Disney in Aussicht, dass ihr Preismodell relativ günstig sein soll. Hier bekommt Netflix natürlich ein wenig Bauchschmerzen. Wie soll Netflix die Kunden halten und gleichzeitig keine neuen abschrecken?

Mit Preiserhöhungen jedenfalls nicht! Das hat Netflix bereits im Sommer bei einigen Kunden getestet. Also plant der Streaming-Dienst nun ein neues Modell, was auch Neukunden erobern kann. Eine Art Light-Variante von Netflix soll bald getestet werden. Diese Light-Variante soll weniger Inhalte bieten und auch eine Art Demo-Version darstellen. Mehr wollte der CEO von Netflix, Reed Hastings, nicht verraten. Spannend wäre zum Beispiel, welche Inhalte genau dann fehlen würden.

Quelle: Bloomberg

Cast von Knives Out bekommt prominenten Zuwachs mit einem Star aus Tote Mädchen lügen nicht

Cast von Knives Out bekommt prominenten Zuwachs mit einem Star aus Tote Mädchen lügen nicht

Rian Johnson, der Regisseur von Star Wars Episode 8: Die letzten Jedi und Looper, dreht gerade den Krimi Knives Out, bevor er an seiner Star Wars-Trilogie arbeiten darf. Noch ist nicht viel über den Film bekannt, aber Rian Johnson dürfte schon mit dem Cast ein wenig Aufmerksamkeit erhaschen.

Neben den Stars wie Daniel Craig (James Bond), Michael Shannon (Shelter), Chris Evans (Avengers), Don Johnson (Django), Jamie Lee Curtis (Halloween) und Toni Collette (Herzen schlagen laut) stößt nun ein Star aus der Serie Tote Mädchen Lügen nicht hinzu. Die Rede ist von Katherine Langford, die in der Serie damals die weibliche Hauptrolle Hannah spielte. Scheinbar startet ihre Hollywood-Karriere allgemein richtig durch. Denn auch im vierten Teil der Avengers wird sie eine Rolle spielen und auch in einer weiteren Netflix-Serie werden wir sie sehen. Die Serie nennt sich Cursed und hat leider noch keinen Starttermin.

Quelle: The Hollywood Reporter