Hilda – Unsere Rezension zur Netflix-Serie

Hilda – Unsere Rezension zur Netflix-Serie

Diese Besprechung ist bereits letztes Jahr erschienen und wurde nun ein wenig überarbeitet.

Mit Hilda ist im letzten Jahr auch eine Animationsserie im Programm von Netflix gelandet. Basierend auf den Comics von Luke Pearson ist unter seiner Mitarbeit eine erste Staffel mit 13 Kapiteln entstanden. Die Comics selbst haben wir im Rahmen der aktuellen Themenwoche bereits vorgestellt, wer meine Meinung zu diesen nochmal nachlesen möchte, schaut am besten in diese Übersicht rein. Die Serie unterscheidet sich in der Ausarbeitung der Charaktere, insbesondere der neugewonnenen Freunde von Hilda enorm und bildet im Grunde die ersten vier Alben ab. Die Geschichten richten sich an ältere Kinder im Alter von 8-10 Jahren, können aber durch ihre fantasievolle Gestaltung und Themen auch Erwachsene vor dem Bildschirm unterhalten. In diesem Artikel möchte ich euch diese Serie kurz näherbringen, einige Charaktere vorstellen und Themen erläutern, die in der Serie bearbeitet werden.

Hilda lebt mit ihrer Mutter in einer Hütte in der Wildnis. Schon ihr ganzes Leben lang ist sie fasziniert von den Lebewesen in ihrer Umgebung, den tierischen aber auch den phantastischen. Sie genießt dort nicht nur die Natur, sondern auch die Freundschaft mit Trollen, Fuchshörnchen und Holzmännern. Eines Tages stößt sie auf ein Volk von Winzlingen, die sich direkt um die Hütte, die Hilda bewohnt, angesiedelt haben. Wobei die Winzlinge schon länger dort wohnhaft sind, aber nicht von Menschen gesehen werden konnten. Tatsächlich steht Hildas Wohnhaus mitten in dieser Elfling-Siedlung und stört dadurch den Frieden der Winzlinge. Hilda nimmt sich der Sorgen und Nöte der Elflinge an und versucht einen Kompromiss zu finden. Als kurz darauf die Hütte durch einen Riesen zerstört wird, bleibt Hilda und ihrer Mutter nichts anderes übrig, als in die Stadt zu ziehen.

 

Hilda ist mit ihrer Mutter in der Stadt angekommen. © Netflix.com

 

Hildas Mutter kommt dieser Schritt ganz recht, machte sie sich doch bereits Sorgen um Hilda, da sie sich lieber mit Tieren und phantastischen Wesen beschäftigt, als sich Freunde in ihrem Alter zu suchen und eine normale Schule zu besuchen. Aber auch in der Stadt Trolberg macht Hilda jede Menge geheimnisvolle Entdeckungen und findet sogar neue Freunde in Frida und David. Doch genau diese Neugier von Hilda nach den mystischen Lebewesen in ihrer Umgebung stellt die neugewonnene Freundschaft auf eine harte Probe…

Hilda hat mir durchgehend Freude bereitet. Schon allein die Prämisse hat mich beim ersten Anblick Neugierig gemacht, ich bin aber auch ein großer Freund von Geschichten mit mystischen Elementen. Die Animationen mögen nicht mit den großen in der Branche mithalten können, aber das brauchen sie auch nicht, haben sie doch ihren ganz eigenen Charme. Die Farbgebung und Atmosphäre dieser Serie sind die Aspekte, die sie in meinen Augen von anderen Produktionen abheben. Dabei bedienen sich die Macher auch der Comic-Vorlagen von Erschaffer Luke Pearson, zumindest in den ersten paar Folgen und zum Abschluss der Staffel wieder. Zwischendrin werden die Charaktere weiter verfeinert und ausgebaut, wenn Hilda beispielsweise Lernen muss in der Stadt zurechtzukommen und neue Freunde zu finden. Hier greift die Serie auch Themen aus der Kinderwelt auf, sei es, wenn man in eine neue Umgebung umzieht, oder wenn man die Schule wechselt. In jungen Jahren sucht das Individuum öfter nach Halt und Identität, was die Serie wie ich finde gut aufgreift. Insbesondere die Episoden, die sich um die Freundschaft von Hilda, Frida und David drehen, spielen mit diesem Thema, da sich eine Person aus diesem Freundeskreis ihrer Rolle nicht immer bewusst ist.

 

Hilda und ihre neuen Freunde. © Netflix.com

 

Die Serie greift aber auch in ihrer mystischen Komponente einige klassische Angstfelder von Kindern auf, die neben der Suche nach Identität angesprochen werden. Da geht es sowohl um winzige Elflinge als auch um Riesen, Geister werden beschworen, Unwetter im wahrsten Sinne besprochen, Alpträume gegenseitig erkundet und Trolle sind in diese Serie sowieso fast schon allgegenwärtig. Hilda greift dabei auch Figuren aus Sagen und Legenden auf, die mir vorher nicht bekannt waren, was es umso spannender macht. Dabei sind diese mystischen Elemente nicht nur in Hildas Fantasie gegenwärtig, sondern zeigen sich auch gegenüber den anderen Figuren in der Serie. Dadurch werden sie zu einem Kernelement der Geschichten und der Prämisse, was mir, wie eingangs bereits erwähnt, besonders gut gefallen hat.

Hilda präsentiert auch ein vermeintlich „dysfunktionales“ Familienkonstrukt. Hilda lebt zusammen mit ihrer Mutter, zunächst in der Hütte in der Wildnis, später dann in Trolberg in der Stadt. Dabei wird zu keiner Sekunde ein Wörtchen darüber verloren, ob und was mit ihrem Vater bzw. dem Ehemann der Mutter ist. Vielleicht ist Hildas Mutter auch gar nicht verheiratet, zumindest in der Serie wird das nicht weiter thematisiert. In den bisherigen Geschichten wurde eine solche Vaterfigur auch nicht vermisst, es bleibt einfach offen. Hilda und ihre Mutter haben sich einander, weswegen ich hier nicht von einer kaputten Familie sprechen würde. Sie ergänzen sich gegenseitig und die Mutter nimmt zunächst auch die Rolle der ungläubigen Person ein, bildet also einen Gegenpart zu Hilda, nur um im Verlauf der Kapitel wieder zu ihr zu finden.

 

 

Die Episoden von Hilda haben eine Laufzeit von je 24 Minuten, lassen sich also gut nebenbei einschieben, wenn nicht so viel Zeit für Medienkonsum ist. Allerdings werdet ihr nach jeder Folge wissen wollen, wie es weitergeht, weswegen es in der Regel sowieso nicht bei einer Folge bleibt. Hilda wurde sowohl in der englischen als auch in der deutschen Sprachfassung passend vertont und kann auch auf musikalischer Ebene überzeugen. Innerhalb der 13 Kapitel könnt ihr lachen, weinen, euch wundern und vor allem auch gruseln. Hilda ist auf Netflix mit einer Kennzeichnung ab 6 Jahren versehen, dem ich als Vater eines 10-jährigen Jungen ganz klar widersprechen muss. Hier werden durchaus angsteinflößende Geschichten und Themen bearbeitet, die für ein 6-jähriges Kind nicht geeignet sind. Meine Empfehlung nach Ansicht der Serie lautet: frühestens ab 8, besser ab 10 Jahren, damit die Freude und spannende Erzählung nicht in Angst und Furcht umschlagen und Hilda euren Kindern in ihren Träumen wiederbegegnet. Die Serie findet mit den ersten 13 Kapiteln einen guten Abschluss, dennoch freue ich mich auf eine 2. Staffel, die bereits von Netflix bestellt wurde.

Quellen: Netflix Deutschland, Netflix.com
Newsbild: © Netflix

The Umbrella Academy: Weltuntergangs-Suite – Unsere Comic-Rezension

The Umbrella Academy: Weltuntergangs-Suite – Unsere Comic-Rezension

And now, the end is near, and so I face the final curtain…

Nachdem ich persönlich vor ca. 10 Jahren die Weltuntergangs-Suite verpasst habe, bekomme ich im Jahr 2019 eine weitere Möglichkeit. Schließlich sollen ja alle immer eine zweite Chance erhalten dem Ereignis beizuwohnen. Ihr wollt den Untergang nicht für euch entdecken? Das wäre aber sehr schade, habt ihr denn nichts für klassische Musik übrig? Ach, es geht um eine Comic-Rezension? Weltuntergang und klassische Musik haben darin nichts verloren, sondern sind höhere Künste? Dann schaut doch weiter Netflix auf eurem Smartphone und hört Strawinsky über Spotify auf dem Küchenradio. Wobei … dann könnt ihr auch gleich The Umbrella Academy lesen, das ist eine ebenso wilde Mischung aus Genres, die euch Cross Cult ab sofort in einer neuen Edition präsentiert.

Falls ihr die Serie auf Netflix angeschaut habt und nun neugierig seid, herzlich willkommen! Falls das alles ein alter Hut für euch ist, wäre die Neuauflage dennoch auch für euch eine Überlegung wert. Neben einer Einleitung von Grant Morrison kommen im Anhang noch Scott Allie von Dark Horse (Originalverlag) sowie Zeichner Gabriel Bá zu Wort und erzählen ein wenig von den Anfängen hinter den Kulissen. Dort im Anhang findet ihr auch erste Konzeptzeichnungen sowie 2 weitere Kurzgeschichten zu der dysfunktionalen Familie vor. Doch was genau verbirgt sich hinter der Academy?

 

Warum Hargreeves die Kinder adoptiert und ihre Identitäten auslöscht, bleibt zu Beginn noch ein Geheimnis.

 

Überall auf der Welt wurden ohne Vorwarnung und vorherige Schwangerschaft 43 außergewöhnliche Kinder geboren. 7 davon adoptierte der außerirdische Wissenschaftler und vermögende Unternehmer Sir Reginald Hargreeves alias „Das Monokel“, um mit ihnen die Welt zu retten. Dafür ließ er die Kinder vor der Öffentlichkeit verstecken und bildete sie zu Superhelden aus. Jedes Kind mit einer entsprechenden Kraft ausgestattet, bildeten sie ein unschlagbares Team an Charakteren, welches die Bösewichte dieser Welt fürchten sollten. Wahrscheinlich, um ihnen emotional nicht zu nahe zu kommen, stattete Hargreeves die Kinder jedoch nur mit Nummern von 00.01 bis 00.07 aus, im Buch sprechen sie sich untereinander aber hin und wieder auch mit richtigen Namen an.

Nach einem Zeitsprung von 20 Jahren in die Zukunft setzt die Kerngeschichte der Suite ein, die Kinder sind nun allesamt Erwachsen und agieren schon lange nicht mehr als Team. Erst der Tod ihres „Vaters“ lässt sie erneut zusammenkommen, ganz so wie es eine Prophezeiung vorhergesagt hatte. Eine neue Gefahr zieht ebenso auf, sodass die Adoptivkinder gezwungen sind zusammenzuarbeiten, um die Welt vor dem Untergang zu retten. Doch dieses Mal kommt die Gefahr auch aus den eigenen Reihen…

 

Vanya alias 00.07 hat keine der besonderen Fähigkeiten erhalten, oder etwa doch?

 

Autor Gerard Way schmeißt den Leser in das Geschehen hinein. Nach einem kurzen Prolog finden wir uns schon in der Gegenwart der Geschichte vor, ohne allerdings das nötige Hintergrundwissen zu haben. Nach und nach fügt sich die Geschichte zwar im Lauf des Bandes zwar zusammen, jedoch bleibt der Leser lange Zeit im Dunkeln, worum es überhaupt geht. Das ist nicht zwangsläufig etwas Schlechtes, denn Setting und auch Zeichnungen hielten mich beispielsweise die ganze Zeit bei der Stange, ich hätte mir allerdings gewünscht, mehr von den Mitgliedern der Umbrella Academy zu wissen. Ich hatte jedoch keine rechte Ahnung, welche Kräfte den einzelnen Protagonisten zur Verfügung stehen, was den Eindruck ein wenig verstärkte, dass die Geschichte sich selbst in ihrem Verlauf einfach so ergab. So windet sich Way innerhalb des ersten Bandes geschickt damit aus der Schlinge, dass der Leser ohne Vorwissen nicht einschätzen kann, wo die Superkräfte bei den einzelnen Charakteren angelegt sind. Erst nach und nach erfahren wir von den einzelnen besonderen Fähigkeiten und wie sie einzusetzen sind. Eben dann, wenn sie zum Einsatz kommen und es die Geschichte erforderlich macht.

Das alles wird allerdings fantasiereich untermauert mit vielen witzigen, aber auch kruden Ideen, sei es bei den Charakteren oder aber in der Welt selbst. Dadurch, dass der Leser nicht alle Charaktere und ihre Fähigkeiten einschätzen kann, bleibt die Erzählung frisch und spannend, weil man nie weiß, was als nächstes passieren wird. Ein sprechender Schimpanse namens Pogo, ein außerirdischer Wissenschaftler, fliegende und zeitreisende Kinder sowie auch jede Menge frei agierender Roboter, die natürlich nichts Gutes im Schilde führen, reichern die Welt der Umbrella Academy an. Letztendlich ist der Vater der Kinder zwar tot, sein Monokel allerdings spielt noch eine entscheidende Rolle, vielleicht sogar in den weiteren Bänden.

 

Nur eine mögliche Zukunft?

 

Fazit

Inhaltlich kann ich aufgrund der zahlreichen Anspielungen und fantasiereichen Ausschmückung der Welt über die Geschichte an sich noch hinwegsehen. Dafür, dass es sich hierbei um das Comic-Debut von Gerard Way handelt, den einige vielleicht auch als Sänger der Band „My Chemical Romance“ kennen, ist das schon ein toller Einstieg, allerdings mit Luft nach oben. Zeichnerisch und gestalterisch habe ich mit Gabriel Bá überhaupt keine Probleme, er bringt die Ideen von Way scheinbar mühelos zu Papier. Dabei bewegt er sich bei den Figuren zwischen Cartoon-artiger Umsetzung wie bei Vanya Hargreeves alias 00.07 und einem aus vielen Elementen zusammengewürfelten Charakter wie Spaceboy alias 00.01 innerhalb eines weiten Spektrums. Mit Sicherheit eine tolle Erfahrung für den damals noch relativ unbekannten Bá. Unterstützt werden beide mit einer Kolorierung von Dave Stewart, der unter anderem an Hellboy, B.U.A.P. und The Goon bei Dark Horse gearbeitet hat – allesamt auf Deutsch bei Cross Cult erschienen. Falls es der geneigte Leser noch nicht wissen sollte: Dave Stewart ist ein Kolorierungs-Gott.

 

The Umbrella Academy – Neue Edition 1: Weltuntergangs-Suite ist erschienen bei Cross Cult
ISBN: 978-3-959811-73-6

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Gerücht: Apple scheint einen Abodienst für Spiele zu planen

Gerücht: Apple scheint einen Abodienst für Spiele zu planen

Mit Diensten wie dem Xbox Game Pass, Spotify oder Netflix existieren bereits Abodienste für Videospiele,  Musik und Videounterhaltung, doch einen Abodienst für Smart Devices gibt es derzeit noch nicht. Offensichtlich plant Apple hinter verschlossenen Türen einen Abodienst für Spiele aus dem hauseigenen App Store. Offensichtlich liegt der Fokus dabei auf kostenpflichtigen Spielen, weniger auf Free-to-Play-Spielen mit In-App-Käufen. So sollen bereits Entwickler-Quellen verraten haben, dass Apple mit diesen bereits über diesen Dienst verhandelt haben soll. Weiteren Gerüchten zufolge plant Apple ebenfalls einen iPod Touch der 7ten Generation, welcher ein besonders günstiges Gerät zum Spielen mit diesem Abodienst wäre.

Quelle: MacRumors

Short Treks von Star Trek Discovery nun auch in Deutschland verfügbar

Short Treks von Star Trek Discovery nun auch in Deutschland verfügbar

Zwischen der 1. Staffel von Star Trek Discovery und der heute startenden 2. Staffel veröffentlichte man auf dem Streaming-Portal CBS All Access in den USA vier Kurzepisoden zur Serie, die bisher nicht in Deutschland verfügbar waren. Da Star Trek Discovery in Deutschland auf Netflix vertrieben wird, war die Lage bezüglich der kurzen Episoden nicht immer ganz eindeutig.

Nun haben wir aber Gewissheit: Ab sofort findet ihr alle vier Episoden auch deutsch synchronisiert bei Netflix Deutschland. Jedoch sind diese keiner Staffel zugeordnet, sondern verstecken sich unter der Kategorie “Trailer und mehr” beim Profil von Star Trek Discovery. Die Episoden heißen wie folgt:

  • Runaway
  • Calypso
  • The Brightest Star
  • Escape Artist

Weiterhin findet ihr die erste Folge der 2. Staffel namens “Brother” ebenfalls ab sofort auf Netflix und könnt euch mit einem “Recap-Video” noch einmal die Geschehnisse von Staffel 1 auf den Schirm holen.

Quelle: Netflix

Netflix bezeichnet Fortnite als größte Konkurrenz

Netflix bezeichnet Fortnite als größte Konkurrenz

Zeit ist kostbar. Egal ob vor dem TV, am PC oder im Kino. Jedes Medium hat ein Ziel: Die Zeit der Konsumenten zu erobern. Das sieht auch der große Streaming-Dienst Netflix so und hat Fortnite (und nicht HBO im amerikanischen Markt) als größte Konkurrenz im weltweiten Markt bezeichnet. Dies gab Netflix gegenüber Investoren bekannt.

Auch Nintendo und andere Unternehmen hatten schon über die Zeit der Konsumenten philosophiert. So gewann laut Netflix Epic Games den Kampf um die Zeit der Menschen. In den USA hat Netflix 10 Prozent der Fernsehbildschirmzeit und weniger als die der mobilen Bildschirmzeit. Aus diesem Grund konkurriert Netflix mehr mit Fortnite als mit HBO.

Quelle: Game Informer