Ein Herz für den deutschen Film: Lampenfieber

Ein Herz für den deutschen Film: Lampenfieber

Der Friedrichstadt-Palast ist die größte Theaterbühne der Welt und eine feste Größe in Berlin. Neben dem berühmten Varité des Hauses gibt es dort auch jedes Jahr ein sehr aufwendiges und gut besuchtes Theaterstück, das nur mit Kindern besetzt ist. Genau diese Kinder, das Casting und die vielen Hürden, nimmt diese Dokumentation genauer unter die Lupe und begleitet dabei fünf Kinder auf ihrem Weg zur großen Bühne. Alice Agneskirchner, die Regisseurin, schafft es gut hinter die Kulissen zu blicken und dem Zuschauer einen Einblick in eine andere Welt zu geben.

Es geht dabei um das Theaterstück “Von Zeit zu Zeit”, wo insgesamt bis zu 2.000 Zuschauer erwartet werden. Nach einem, besonders für Kinder, sehr harten und anstrengenden Casting müssen die ausgewählten Kinder mit dem neuen Druck klarkommen und neben ihrem Schulalltag auch noch Texte, Tänze und Songs auswendig lernen. Das Theater stellt dabei hohe Anforderungen in Sachen Schauspiel, Gesang und Tanz. Dabei haben die Kinder auch schon privat mit Ängsten und Sorgen zu kämpfen: Ein Kind hat eine krebskranke Mutter. Ein anderes Kind ist noch nicht über den Tod der eigenen Mutter hinweggekommen. Selbst ein schon frühreifer YouTube-Star, der bis spät abends seine Videos dreht und schneidet, ist dabei und übernimmt sogar die Hauptrolle. Es ist nicht einfach, alles unter einem Hut zu bekommen und am Ende eine gigantische Show abzuliefern.

Ausgefallene Kostüme gehören ebenfalls zur Show. © gebrueder beetz filmproduktion

Die Doku beschränkt sich dabei auf fünf Kinder und gibt einen groben Einblick in die Theaterwelt. Hier und da taucht auch die Regie auf oder die Maskenbildnerin, da die Tante von einem Schauspielkind eben in diesem Theater arbeitet, aber ansonsten fokussiert sich die Doku auf die Dramen und Geschichten der Kinder. Natürlich wissen die Kinder auch nicht so richtig, was auf sie wirklich zukommt, oder sie können das Arbeitspensum nicht richtig einschätzen. Umso größer ist der Respekt aber, wenn die Show gelingt und mit einem enormen Aufwand auch auf die Bühne gebracht wird. Alice Agneskirchner schafft es auch gekonnt die Schwierigkeiten, die man mit Kinderdarstellern hat, aufzuzeigen, aber uns auch den Stress und den Druck der Kinder nahezubringen.

Oft hält die Kamera auch in den intimen Momenten drauf. Wenn zum Beispiel eine Darstellerin über ihre verstorbene Mutter erzählt, die selbst in diesem Theater war, und mit dem Vater über den Druck spricht, bekommt der Zuschauer einen ungefähren Eindruck, wie hart dieses Geschäft sein kann und dass niemand geschont wird. In manchen Situationen darf sich allerdings schon die Frage gestellt werden, ob an dieser Stelle wirklich draufgehalten werden muss und ob das anderen Menschen etwas angeht. Selbstverständlich: Es dient auch dazu den Kindern ein Gesicht zu geben, aber die Balance wird nicht immer gehalten. Besonders interessant ist der YouTube-Star. Dieser ist schon sehr weit für sein Alter und tatsächlich eine kleine Berühmtheit in gewissen Kreisen. Ich bin ehrlich: Mir war diese Person unbekannt, aber im Film wird deutlich, dass seine Videos sehr viele Klicks generieren und Tanzlehrerinnen beschweren sich zum Teil auch über die Fangruppen, die sich um ihn bilden. Dass er ein bekanntes Gesicht ist und sehr gut weiß, wie er sich zu präsentieren hat, wird dem Zuschauer auch schnell bewusst. Da beschwert er sich zum Beispiel, dass eine Szene ziemlich lächerlich aussieht und will sich bei der Regie beschweren. Schade, dass wir das nicht zu Gesicht bekommen.

Die Direktorin des jungen Ensembles: Christina Tarelkin. © gebrueder beetz filmproduktion

Ebenfalls interessant wird es, wenn wir hinter die Kulissen blicken können. Immerhin reden wir hier von der größten Theaterbühne der Welt. Wie Tanzchoreografien oder Songs eingeprobt werden, ist auch so schon spannend und wenn dies auch noch Kinder am Ende auf die Reihe bekommen müssen, bekommen wir einen komplett neuen Einblick. Die Lehrer sind dabei nicht zimperlich und knallhart. Natürlich gibt es auch nicht selten Gespräche mit den Eltern. Dort suchen die Lehrer das Gespräch mit dem Kind, nennen ehrlich die Defizite und geben Empfehlungen. Auch ein Ausschluss oder eine Degradierung ist dann möglich. Wer jetzt denkt, nun sähen wir Eltern, die denken ihre Kinder seien absolute Naturtalente und die die Lehrer anfauchen, der könnte enttäuscht werden. Denn glücklicherweise zeigt die Regisseurin solche Gespräche nicht und die gezeigten Eltern bleiben ruhig, haben sogar Verständnis und geben der Einschätzung ihr volles Vertrauen.

Wenn die Kinder auf der Bühne schon proben oder Gesangseinlagen geübt werden, wird immer wieder etwas vom fertigen Stück gezeigt. So bekommen wir einen kleinen Vorgeschmack und Lust auf das fertige Werk. Allerdings, das ist klar, bekommen wir nur zum Finale viel zu sehen, aber nicht alles. Allerdings ist es gar nicht mehr möglich sich noch diese Show anzusehen, da sie bereits im letzten Jahr auslief und eine neue Kindershow in Planung ist. Das ist ärgerlich, auch wenn man der Doku nun nicht mehr vorwerfen kann, dass sie ein Werbefilm sei.

Nick in seiner Rolle als Nöli. © gebrueder beetz filmproduktion

Fazit

Insgesamt handelt es sich um eine interessante Doku über das Theaterleben von Kindern und die Schwierigkeiten, die so ein Ensemble nun einmal mit sich bringt. Hier und da wäre etwas mehr Feingefühl erfreulich gewesen und sicherlich wirkt es doch stark konstruiert, dass man eben auch nur die Kinder zeigt, bei denen man spannende oder schicksalhafte Geschichten zu Gesicht bekommt. Doch der Einblick lohnt sich dennoch, da einem oft gar nicht bewusst wird, dass die Darsteller, die wir auf der Bühne sehen, jede Menge Arbeit reinstecken und auch mit enormem Druck leben müssen. Ein Einblick, den wir nicht so oft zu sehen bekommen.

Chaos im Netz – der Nachfolger von Ralph Reichts in der Kritik

Chaos im Netz – der Nachfolger von Ralph Reichts in der Kritik

Ich höre sehr oft, dass es das Jahr der Fortsetzungen wird. Manche würden nun sagen, dass das doch für jedes Jahr gilt und dennoch macht es sich auf der Blockbuster-Releaseliste bemerkbar, dass es dieses Jahr wirklich extrem viele Fortsetzungen gibt. Den Anfang macht Disney mit Ralph Reichts 2: Chaos im Netz oder kurz: Chaos im Netz. Der erste Teil beschäftigte sich noch mit der Videospielwelt und hatte auch einige Gastauftritte von Sonic oder Figuren aus dem Street Fighter-Universum. Für manche Fans war das aber insgesamt zu wenig und enttäuschend. Ich dagegen war damals von dem Film begeistert und freute mich auf die Fortsetzung. Diesmal entdecken die Protagonisten das Internet und stiften, wie es der Titel vermuten lässt, einiges an Chaos an. Auch der zweite Teil zeigt mir ein weiteres Mal, warum ich die meisten Disney-Filme so liebe und auch wenn Disney oder Pixar immer ein Abo auf die Oscars haben und ich das nicht so wirklich begrüße, so wäre es dieses Jahr zumindest nicht unverdient.

 

Ralph und Vanellope sind nun seit sechs Jahren befreundet und unzertrennlich. Das ist nicht nur dahergeredet, sie sind es wirklich. Während Ralph sich sehr wohl fühlt in seiner Videospielwelt und einfach nur das Leben genießt, ohne was daran zu verändern, wird es Vanellope richtig langweilig und wünscht sich etwas mehr Action und Abwechslung, da sie in ihrem Rennspiel alle drei Strecken auswendig kennt. Ein guter Freund, der Ralph nun einmal ist, baut er in ihrer Videospielwelt eine neue Rennstrecke, die aber so schwer zu fahren ist, dass eine Spielerin das Lenkrad des Arcade-Automaten abbricht. Der Betreiber des Ladens kann sich ein neues Lenkrad nicht leisten. Gleichzeitig hat er sich einen Router gekauft und so Zugang zum Internet. Eines Tages entdecken Ralph und Vanellope den Zugang zum Internet und machen sich auf dem Weg, das Lenkrad zu besorgen. Die neue Welt schmeckt Ralph gar nicht, während Vanellope sich richtig wohlfühlt und in einem Internet-Rennspiel auch eine neue Freundin findet…

Nun entdecken unsere Helden also das große Internet und damit eine neue Welt © 2018 – Walt Disney Animation Studios

Sechs Jahre sind auch vergangen, als der Überraschungserfolg Ralph Reichts ins Kino kam. Wer sich damals über zu wenige Referenzen aus der Videospielwelt beschwerte, wird erstaunt sein, wie viele Referenzen es nun aus der Internetwelt gibt. Videospielcharaktere wie Sonic oder Pac-Man kommen am Anfang auch wieder vor, spielen aber kaum eine Rolle. Das Internet wird dabei sehr kreativ und sinnvoll in Szene gesetzt. Die User werden in Form von kleineren Avataren dargestellt und wenn sie eine Seite besuchen, werden sie mit einer Art Kapsel dorthin befördert. Neben erfundenen Webseiten gibt es dabei auch Amazon, Google oder ebay. Schnell wird der Vorwurf der Produktplatzierung laut und gerade bei Google ist fragwürdig, warum diese so präsent im Film sind. Denn inhaltlich spielt diese Firma keine Rolle, da eine erfundene Suchmaschine benutzt wird. Dagegen ist die Einbindung von ebay sinnvoll, da hier das Lenkrad erworben wird. In einer wirklich witzigen Szene bieten Ralph und Vanellope für das Lenkrad und kommen so auf einen extrem hohen Betrag, den sie innerhalb von ein paar Stunden erwirtschaften müssen. Nur gut, dass sie einen Spammer kennenlernten. Denn die Pop-up Fenster, die auch im echten Leben nerven, werden ebenfalls sehr gut in Szene gesetzt durch nervige und aufdringliche Spammer. Wenn ein User einen Blocker hat, dann werden die auch handgreiflich und schubsen ihn ohne Rücksicht um.

Teils schon mutig setzt Disney auf einige Referenzen aus dem Netz, wie die Anspielung auf diverse Pornoseiten oder die Darstellung des sogenannten Darknets. Das kann sogar für kleine Kinder sehr gruselig wirken, besonders wenn unsere Helden auf eine sehr schleimige Kreatur treffen, die mit einem zweiten Kopf selbst in der bunten und versüßten Darstellung einfach nur eklig aussieht. Hier kommt sogar der eine oder andere Gag, den man aus dem Hause Disney gar nicht gewohnt ist. Sogar Selbstkritik zum eigenen Frauenbild aus den früheren Tagen werden ein wenig aufs Korn genommen. Denn Vanellope gerät irgendwann auf die Disney-Homepage und landet irgendwann bei den Disney-Prinzessinnen, die von C-3PO bedient werden. Als Vanellope dann auch noch ein Prinzessinen-Lied für sich sucht und in einer postapokalyptischen Welt, die nicht unabsichtlich an Mad Max erinnert, einen sehr komischen Song anbietet, der jedes Klischee von den typischen Disney-Songs bricht, wünscht man sich einfach mehr davon. Ich gehe noch weiter und sage, dass es mich ärgerte, dass der Film das Disney-Universum nicht weiter parodierte. Die besten Gags kamen genau an dieser Stelle und die Möglichkeiten mit Star Wars, Pixar, Disney oder Marvel sind fast schon grenzenlos dafür. Das Setting für den dritten Teil sollte also gesetzt sein.

Am Ende geht es eben, für Disney eben typisch, auch um diverse Botschaften und hier setzt das Studio auf das Thema Freundschaft. Allerdings so unkonventionell und frisch, wie wir es spätestens seit Rapunzel – Neu verföhnt gewohnt sein sollten von Disney, wo aber die Wandlung des Mäusekonzerns kaum Beachtung fand. Die kreativen Macher von Zoomania beweisen auch hier wieder ihr Talent für die moderne Erzählung. So endet dieser Film ganz klar nicht mit einem tyischen Happy End, sondern schon eher mit einem Kompromiss. Dabei ist allgemein die Erzählung besser gelungen als noch bei dem Vorgänger, wo gegen Ende so ziemlich die Luft raus war und es nur noch ein Action-Abenteuer wurde. Hier haut man schon zu Beginn einiges raus und natürlich darf am Ende ebenfalls ein bombastisches Finale nicht fehlen. Doch tatsächlich entsteht hier eine gewisse Spannung, diese ist emotional in die Story gut eingebunden. Denn durch einen Virus werden mehrere Ralph-Klone erschaffen, die am Ende einen riesigen und großen Ralph errichten, was im Übrigen einfach nur umwerfend und faszinierend aussieht und ich nicht weiß, wie Disney es bei einem möglichen dritten Teil noch überbieten will. Diese Klone sind deswegen erschaffen worden, weil Ralph selbst sehr unsicher ist und wie eine Klette an Vanellope hängt. Ralph sieht also seine eigene Unsicherheit in Form einer großen Gestalt und fängt an sein eigenes Verhalten zu reflektieren. Auch richtig schön sind so manche Kommentare im Film, die sogenannte Influencer wunderbar symbolisieren oder die wichtigste Regel des Internets, niemals Kommentare zu lesen, wird durch eine weitere tolle Szene für Kinder erklärt. Nicht nur die guten Seiten des Internets werden also thematisiert und im Zuge dessen, dass die Kids von heute auch immer früher ins Web gehen, eine nicht unwichtige Message.

Technisch ist der Film wieder brillant. Nicht nur der gigantische Ralph sieht beeindruckend aus, sondern auch die vielen Massenszenen im Film und die verschiedenen Settings. Die bereits angesprochene apokalyptische Welt ist so detailliert und gut designt, dass der Zuschauer denken könnte, das stammt aus einem komplett anderen Film. Überhaupt ist die Detailverliebtheit aus dem Vorgänger auch hier wieder vorhanden. So bewegen sich die Avatare der User sehr hakelig, durch die unstabile Internet-Verbindung oder bei so manchen Szenen gibt es wieder versteckte Referenzen auf die eigenen Filme oder das Internet allgemein. Auch die Animationen der Hauptcharaktere sind sehr schön. Besonders beeindruckend für mich war es, dass jede Figur dabei auch erkennbar aus einer anderen Welt kommt und sich auch bei den Gesichtszügen unterscheidet. Die Synchronisation ist auf Deutsch ebenfalls nicht zu verachten. Schade ist es allerdings, dass die Originalsprecher der jüngsten Disney-Figuren hier nicht zum Einsatz kamen. Der Soundtrack ist stimmig und bietet dazu einige Popsongs. Richtig überrascht hat mich hier, dass die Band Imagine Dragons sogar den Titelsong beisteuerten, der so ganz nebenbei ein richtiger Ohrwurm ist.

Wie wird man zum Internetstar? Diese Dame kann es euch sagen! © 2018 – Walt Disney Animation Studios

Fazit

Chaos im Netz ist also eine würdige und gute Fortsetzung des Überraschungshits. Ich sage sogar, dass der Film in meinen Augen etwas besser ist, da er sämtliche Kritikpunkte des Vorgängers einfach besser macht oder konsequenter umsetzt. Das liegt auch am Drehbuch und die sinnvolle Einbindung der Referenzen in die Geschichte. Ich hätte noch gern mehr aus der Disney-Welt gesehen, noch mehr Mut zur Selbstkritik. Doch vielleicht hält man dies für den dritten Teil zurück, der hoffentlich nicht so lange auf sich warten lässt.

 

Belleville Cop in der Kritik

Belleville Cop in der Kritik

Die Ähnlichkeiten im Namen zum Klassiker “Beverly Hills Cop” sind nicht zufällig und auch das Poster von Belleville Cop erinnert an die frühere Action-Komödie mit Eddie Murphy. Nur geht die Reise hier etwas weiter. Nämlich von dem Pariser Stadtteil Belleville nach Miami. Mit dabei der Star aus Ziemlich beste Freunde Omar Sy und Luis Guzmán, der aus der Serie Narcos bekannt sein dürfte. Inszeniert wurde diese französische Produktion von Rachid Bouchareb, der mit Days of Glory einige Erfolge feiern durfte. Am Ende kann das inoffizielle Remake nicht so wirklich mit seinem Vorbild mithalten und die dazugewonnenen Ideen gehen nicht ganz auf. Der Film erscheint am 31. Januar 2019.

 

In Belleville hat “Baaba”, wie er von seinen Freunden genannt wird und eigentlich den Namen Sebastian hat, einen ganz gewöhnlichen Polizeijob. Dabei hat er sich auf Taschendiebe spezialisiert. Nebenbei hat er natürlich noch eine Freundin. Doch Sebastian ist noch immer sehr eng mit seiner Mutter unterwegs und diese hilft ihm tatsächlich auch bei einigen Fällen. Irgendwann taucht ein alter Schulfreund von Sebastian auf und berichtet davon, dass der Drogenhandel wieder stark zugelegt hat. Bevor dieser aber entscheidende Hinweise liefern kann, wird er vor den Augen von Sebastian kaltblütig erschossen. Die Spuren führen nach Miami und Sebastian reist zusammen mit seiner Mutter (nicht mit seiner Freundin!) in ein schickes Haus, um den Fall zu lösen. Dabei muss er sich mit dem Polizisten Ricardo anfreunden, der durch einen Zufall auch noch in diesen Fall verwickelt wurde…

Gleich zu Beginn werden die Qualitätsunterschiede zum Vorbild deutlich. Der Film startet direkt mit einer Verfolgungsjagd und demonstriert uns die Kampfkünste von Sebastian. Im Gegensatz zu Eddie Murphy ist Omar Sy nicht so eine Quasselstrippe und schafft es nicht, die Leute damit zu verunsichern. Omar hat eine sympathische Ausstrahlung und allgemein viel Charme, gar keine Frage. Dies kommt dem Film auch hier zugute. Es fehlt aber oft das Timing für gute Gags und dadurch wirken manche Sprüche von ihm einfach zu viel und gar nervig. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass der Regisseur auch nicht wusste, wann gut ist oder wann eine Szene beendet werden sollte. Dadurch wirkte der Film deutlich länger, als er wirklich ist und zieht sich die meiste Zeit wie ein Flug von Europa nach Amerika.

Ein guter Cop hat immer seine Marke dabei! 2018 © Constantin Film Verlei GmbH

Besonders ärgerlich dabei ist, dass viele andere Themen dabei völlig auf der Strecke bleiben. So ist die Beziehung zwischen seinem neuen Partner in Miami eigentlich typisch für eine Buddy-Cop-Komödie. Doch wenn von einer Szene zur nächsten, ohne wirklichen Grund, das gegenseitige Misstrauen und die Missgunst kippt und beide plötzlich wie langjährige Freunde wirken, verliert der Film den Zuschauer. Auch der Mutter-Komplex dient nur für einige Gags und bringt den Film nicht wirklich voran. Die leicht kaputte Beziehung zu seiner Freundin hätte man sich schon fast komplett sparen können. Hier wurde einfach zu viel in einen Film gestopft, ohne dass es dabei komplett auserzählt oder näher darauf eingegangen wird. Die eigentliche Haupthandlung ist dann am Ende auch nicht spannend genug, um den kompletten Film zu tragen.

Dafür gibt es dann aber tatsächlich ein paar, wenn auch allgemein sehr wenige, nette Actionszenen, wo der Regisseur es nicht übertreibt und ziemlich bodenständig bleibt. Besonders beeindruckend ist ein Faustkampf unter Wasser, den ich so auch noch nicht im Kino gesehen habe und die eine oder andere Kampfchoreografie, die an die 80er erinnert. Auch ist es interessant, dass der Film ganz schön auf “Multikulti” setzt. Da ist ein schwarzer Cop in Frankreich, der eine asiatische Freundin hat, nach Miami reist und dort eben auf einen spanischen Kollegen trifft, um dann die Drogendealer bis nach Afrika zu verfolgen. Was hätten hier die Autoren alles herausholen können und auch der Regisseur hätte auf tolle Bilder und Kontraste setzen können. Doch bis auf eine nette Idee bleibt davon nichts weiter übrig. Der Film sieht einfach zu glatt aus und selbst dreckige Viertel erwecken eher den Eindruck, als wäre alles sauber.

Neben Omar Sy kann Luis Guzmán ein wenig Abwechslung und etwas mehr Humor in die Sache bringen, auch wenn sein Charakter natürlich ebenfalls eher blass bleibt. Die restlichen Schauspieler machen eher einen soliden Job, fallen aber kaum auf. Dafür spielen sie auch einfach zu wenig eine Rolle. Das gilt leider auch für den Soundtrack, der gegen den kultigen Sound von Beverly Hills Cop gar keine Chance hat. Kein Musikstück bleibt hängen und keine Szene hat eine mitreißende oder coole Untermalung vorzuweisen. Selbst als die zwei Polizisten in einer Disco sind und ein “richtig krasser” DJ auflegen soll, bleibt von der Musik nichts haften.

Das neue Traumduo in Miami? 2018 © Constantin Film Verlei GmbH

Fazit

Insgesamt gibt es hier und da einen Lacher und der gute Vorsatz ist zu erkennen. Die Ansätze für einen unterhaltsamen Kinoabend wären da gewesen. Doch leider will irgendwie kein Puzzle-Teil so richtig zünden und die Rechnung geht am Ende nicht ganz auf. Da hat das französische Kino auch in diesem Genre wirklich mehr zu bieten. Dann doch lieber Beverly Hills Cop oder andere Buddy-Cop-Komödien der früheren Tage ansehen. Dann verpasst man ebenfalls nichts, aber wird eben gut unterhalten.

Film des Jahres 2018: Roma

Film des Jahres 2018: Roma

Der Film beginnt mit einem Boden aus Fliesen, die gerade mit Wasser sauber gemacht werden. Im Wasser spiegelt sich nur ein Flugzeug, eh diese Spiegelung weggewischt wird. Die erste symbolische Szene. Danach kommt der Vater, selbst Arzt, mit seinem Ford Galaxy angefahren, dessen Motorhaube so groß ist, dass einiges an Geschick benötigt wird, um dieses Auto in die enge Garage zu parken. Schon fast ulkig ist diese scheinbar unbedeutende Szene, doch es gelingt ihm. Wenig später, als das Familienbild erste Risse bekommt, wird das Auto von der Frau eingeparkt allerdings nicht mehr so vorsichtig. Schon fast wütend hämmert sie regelrecht das Auto in die Garage und nimmt dabei Schäden an der Häuserwand und am Auto in Kauf. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie dieser Film arbeitet, nämlich immer symbolisch und bildlich. Alfonso nutzt das Medium in seinen vollen Zügen aus und gibt uns einen Einblick in eine andere Welt, die gerade wir in Europa kaum kennen.

 

Das Ganze spielt in Mexico City, genauer gesagt im Stadteil Colonia Roma in den früheren 70ern und ist ein ganz persönliches Filmepos von Alfonso Cuarón. Es geht um eine Familie mit vier Kindern und der Haushälterin Cleo. Dabei verarbeitet Alfonso seine Kindheit aus der Sicht von eben dieser Haushälterin. Gerade in dieser Zeit ist in Mexiko viel los und zum Beispiel sehen wir ein Plakat der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko oder wir bekommen durch Durchsagen einige politische Veränderungen mit, die in dieser Zeit eben aktuell waren. Auch die Unruhen, die sich in dieser Zeit abspielten, kommen im Film vor. Aber all diese Themen spielen in diesem Film keine zentrale Rolle oder werden nur grob thematisiert. Im Mittelpunkt steht das Leben der Familie und Cleo – ein typisches mittelständisches Leben in Mexiko, das jetzt schon leicht chaotisch ist, aber durch weitere Einflüsse nur noch chaotischer wird.

Interessant dabei ist, dass der Regisseur darauf verzichtet, seine eigene Kindheit in den Mittelpunkt zu stellen. Im Gegenteil, er ist nur eine Randfigur. Die meiste Zeit verbringen wir mit Cleo oder seiner Mutter, den zwei wichtigsten und einprägsamsten Frauen in seinem Leben. Dabei ist Cleo fest in die Familie integriert. Immer wieder gibt es Szenen, wo sie zusammen mit den Kindern TV guckt oder gemeinsam am Tisch isst. Doch sie ist weiterhin eine Angestellte und bekommt dies natürlich auch immer wieder zu spüren, gleichzeitig lebt sie in eher ärmlicheren Verhältnissen. Der Film zeigt die Zweiklassengesellschaft, thematisiert aber auch diese nicht. Im Laufe des Films lernt Cleo einen Mann kennen und wird von ihm schwanger. Als sie es ihm erklärt, haut er ab. Sie wird von ihm allein gelassen, doch die Frau der Familie, Sofiá, hält zu ihr. Kein Wunder, denn im Laufe des Films stellt sich heraus, dass der Vater kaum da ist und später ebenfalls Sofiá allein lässt. Dies kristallisiert sich schnell heraus und selbst als er noch zur Familie gehörte, war er selbst kaum im Haus. Das Familienidyll wird nur vorgetäuscht und sobald dieses Bild ein paar Risse bekommt, wird auch der Zuschauer immer skeptischer. Wieder einmal symbolisch dargestellt, entsteht bei dem Fenster in der Haustür ebenfalls ein kleines Loch und Scherben liegen auf dem Boden. Schnell wird klar: Die Frauen sind auf sich alleine gestellt, doch die Frauen halten zusammen. Sie müssen zusammenhalten.

Hier werden die Erinnerungen von Alfonso Cuarón inszeniert.

 

Der Film ist eine Netflix-Produktion und dennoch kam er ins Kino. Das liegt daran, dass die Filmfestivals und Preisverleihungen oft keine Filme zulassen, die keinen Kino-Release haben. Es wäre auch tatsächlich eine Schande, wenn Alfonso Cuarón, der ein Abo für solche Veranstaltungen hat, es nicht mit seinem besten Film schaffen würde, vertreten zu sein. Also kapitulierte Netflix, die eigentlich dem Kino den Kampf ansagten. Roma gibt es auch für die große Leinwand. Für viele ist daher klar: Diesen Film muss der Fan im Kino sehen. Auch die ersten Kommentare und Meinungen der Zuschauer meinten, dieser Film entfalte erst auf großer Leinwand sein wahres Potenzial und es sei eine Schande, diesen freiwillig nicht im Kino anzusehen. Nun, ich habe diesen Film im Kino und auch Zuhause angesehen. Klar glänzt der Film mit umfassenden Bildern und ist gerade zum Ende hin sehr intensiv. Etwas, was im Kino bei den meisten Zuschauern besser rüberkommt. Doch dabei vergessen viele, dass der Film nur in wenigen Kinos laufen würde und für viele es gar nicht möglich wäre, diesen Film zu sehen. Dazu kommt, dass der Film komplett in Schwarz-Weiß gedreht wurde und ohne größere Stars auskommt. Für viele sind das keine Argumente, um 10 Euro oder mehr für eine Kinokarte auszugeben. Der Film wird so viel mehr Menschen erreichen und ich bin mir sicher, dass dadurch der Film auch von deutlich mehr Menschen gesehen wurde und wird. Eigentlich ist das etwas, worüber wir Filmfans uns freuen sollten.

Ansonsten würden viele Menschen keinen Zugang zu den zweifelsohne tollen Kamerafahrten und Szenen haben. Jede Sekunde des Bildes könntet ihr festhalten und ausdrucken, um diese an die Wand zu hängen. Selbst Hundekot war noch nie schöner zu bestaunen. Alfonso wollte seine Kindheitserinnerungen, die sich bei ihm einbrannten, für alle öffentlich machen, und das ist ihm gelungen. Dabei setzt er auf große Panoramabilder, wobei immer eine Figur oder eine Szene im Vordergrund steht, während im Hintergrund aber auch sehr viel passiert. So zum Beispiel die Szene, als Cleo ihrem Freund sagt, dass sie Schwanger ist. Dieser Dialog findet im Kino statt. Während die zwei im Vordergrund zu sehen sind und wir ihnen gespannt zuhören, sieht das Auge den laufenden Film im Kino und beobachtet diesen Moment. Der Film ist dabei sehr ruhig erzählt. Er spielt nicht nur in den 70ern, er könnte auch aus dieser Zeit sein. Je mehr wir von diesem Leben sehen, desto mehr werden wir in das Leben auch hineingezogen. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und der Film trifft mit einer unglaublichen Intensität den Magen. Dabei entstand auch die wohl die beste Szene des Jahres 2018, die gleichzeitig schrecklich mit anzusehen ist. Das alles geht nur auf, weil Alfonso den Charakteren viel Zeit gibt. Dies wird viele auch abschrecken und Unterhaltung ist dieser Film ganz sicher nicht. Eher ist er teils ungemütlich und Zuschauer müssen ständig die Konzentration oben halten, um wirklich viele Details einzufangen.

Zusammen mit Cleo hält die Familie zusammen, auch in den schwierigsten Zeiten.

 

Was bleibt? Zwei starke Frauen, die zusammenhalten. Getrennt in der Klasse, vereint durch das allein gelassen werden. Dabei wird Cleo von Yalitza Aparicio gespielt und es ist kaum zu glauben, dass das ihr erster Film ist. Ängstlich, unterwürfig und leicht naiv, aber mit viel Wärme und einem großen Herz – so wird sie glaubhaft gespielt und der Zuschauer schließt die Haushälterin schnell in sein Herz. Im Übrigen gibt es weder eine englische, noch eine deutsche Synchronisation. Den Film könnt ihr nur in der Originalsprache, Spanisch, bewundern. Dieser Film ist allen Frauen gewidmet, die es nicht leicht haben und von der Männerwelt im Stich gelassen wurden. Noch mehr ist es ein Dank von Alfonso Cuarón an seine Mutter und seine Haushälterin. Am Ende blickt die Kamera in den Himmel und wieder fliegt ein Flugzeug weg. Diesmal wird es nicht weggespült. Diesmal darf es weiterfliegen, wie die Träume von Cleo.

Christmas Chronicles: Kritik zum erfolgreichsten Netflix-Film

Christmas Chronicles: Kritik zum erfolgreichsten Netflix-Film

Unter dem Begriff Qualitätsoffensive von Netflix erwarten nun einige Kunden auch richtige Meisterwerke. Doch darum geht es nicht. Netflix geht es ausschließlich darum, dass die Filme nicht mehr so billig und schnell verwirklicht werden und dabei nicht einmal eine durchschnittliche Qualität erreichen. Denn herausgekommen sind Filme, die wohl eher zu den schlechteren Filmen im Portfolio von Netflix zählen dürften. Der Weihnachtsfilm Christmas Chronicles fällt ebenfalls unter diese Qualitätsoffensive und, dies schon einmal vorweg, ist zum Beispiel auch kein Meisterwerk. Dennoch hat dieser Film seine Daseinsberechtigung und nicht nur wegen des Erfolges. Das ist aber gleich das nächste Thema. Denn Christmas Chronicles ist der erfolgreichste Film, den Netflix je produzierte und ebenso auch der erfolgreichste Film für den Schauspieler Kurt Russell (Die Klapperschlange, Big Trouble in Little China). Gleichzeitig behauptet Netflix, dass dieser an den Kinokassen so erfolgreich wäre, wie die meisten anderen Blockbuster. Relevant genug, um von uns besprochen zu werden.

 

Die zwei Geschwister Teddy und Kate waren früher unzertrennlich und besonders Weihnachten war dank des Vaters Doug immer etwas ganz Besonderes. Doch der Feuerwehrmann starb bei einer Rettungsaktion und die Geschwisterliebe entzweite sich. Besonders Teddy kommt vom richtigen Weg ab und hängt lieber mit diversen Gangbanden ab. So ist es kein Wunder, dass die Mutter Claire völlig überfordert ist. Auch Weihnachten ist nicht mehr so schön wie früher und eher eine Nebensache. Doch als Kate ihren Bruder überredet auf den Weihnachtsmann zu warten, landen beide, da auch viel zu neugierig, in seinem Schlitten. Doch geschockt von den zwei Kindern verliert der Weihnachtsmann die Kontrolle über den Schlitten. Schlitten, Rentiere, Zaubermütze und Geschenksack sind nun irgendwo in Chicago verstreut. Alle drei müssen sich nun zusammentun, um Weihnachten zu retten…

Sind wir ehrlich. Die Geschichte ist jetzt weder besonders innovativ oder besonders spannend. Auch muss man sich am Anfang fragen, wie leicht können die Kinder den Weihnachtsmann austricksen? Geschenkt! Dieser Film ist eine ganz klassische Actionkomödie und wenn ihr nur eine Minute über den Film nachdenkt, werdet ihr noch mehr Fragen haben. Doch der Film ist eben auch klassisches Popcorn-Kino. Moment? Wie genau nennen wir jetzt solche Filme, die als Stream laufen? Auch egal jetzt. Trotzdem stelle ich fest, dass der Film schon irgendwie tragisch beginnt und für einen Weihnachtsfilm eher schwer anfängt. Allgemein ist der Humor und auch so manche Szene für Kinder ungeeignet. Gerade am Ende wusste ich nicht so wirklich, welche Zielgruppe dieser Film eigentlich hat. Tatsächlich könnte der ganze Weihnachtszirkus mit einem anderen Fantasie-Gebilde ersetzt werden und wir hätten noch immer eine gelungene Actionkomödie.

So harmonisch ist es nur bei dem sehr schönen Intro.

Wäre da nicht der Humor. Der bezieht nämlich seine größten Momente aus dem Weihnachts-Setting. Immer wieder gibt es Anspielungen auf die Vereinnahmung der Werbeindustrie oder allgemein der einen oder anderen Legende über den Weihnachtsmann. Wenn sich unser gar nicht so dicker Weihnachtsmann nämlich ständig über sein viel zu dickes Abbild beschwert, die eine Cola-Werbung verwendet, dann sind schon einige Lacher vorprogrammiert. Auch die fleißigen Elfen sind teils lustig und entsprechen dem typischen Klischee der Elfen. Auf der anderen Seite sind diese gar bösartig und der Zuschauer wird sich wundern, was so in deren Köpfen vorgeht. Chris Columbus, der Regisseur von Kevin – Allein zu Haus, leitete die Produktion und an vielen Stellen ist das zu spüren. Wie kaum ein anderer Filmemacher hat er das richtige Gespür für kleinere emotionale Momente und für das Timing in Sachen Humor. Dass der Film allerdings kaum Kinder erreichen wird und später eben dieses Gespür vermissen lässt, liegt wohl daran, dass die Regie von Clay Kaytis übernommen wurde, der noch nicht so viel Erfahrung besitzt und mit Angry Birds bewies, dass er für das Familienkino kein glückliches Händchen besitzt.

Kurt Russell als Weihnachtsmann ist dafür ein klarer Glücksgriff und rettet den Film über den Durchschnitt. Natürlich war der frühere Action-Held noch nie der beste Schauspieler aller Zeiten und wird es auch nicht mehr. Aber sein Talent für Comedy-Rollen hat er schon sehr oft bewiesen und auch hier stiehlt er allen die Show. Wir sehen keinen warmherzigen und freundlichen Weihnachtsmann, sondern eher einen frechen und teils verärgerten Weihnachtsmann, der sich zudem Sorgen darum macht, dass seine Frau von einem Diebstahl etwas mitbekommt. Glücklicherweise sehen wir aber keinen Trinker oder groben Santa Claus, wie es heute in Hollywood wohl üblich ist. Zudem ist es auch bis zum Schluss lustig, wenn er die Menschen entwaffnet, indem er die Wünsche der vergangenen Jahre entgegen hält. Wer wäre da nicht geschockt? Christmas Chronicles zeigt uns einen frischen und unverbrauchten Weihnachtsmann. Leider hat dies auch zur Folge, dass die Szenen ohne ihn dann auch stark abfallen. Später, wenn die zwei Kinder alleine unterwegs sind und auch die emotionale Komponente eintritt, fühlen sich die Szenen irgendwie wie ein Fremdkörper an. Das liegt auch an den beiden Kinderdarstellern, die nicht wirklich überzeugen können. So hart es klingt, die tragische Geschichte der beiden ließ mich zumindest völlig kalt. Erst bei dem großen Finale schafft es der Film, doch noch große Gefühle zu erzeugen und das, ohne auf die Tränendrüse zu drücken.

Das Highlight in diesem Film ist ganz klar Kurt Russell als Weihnachtsmann.

Die Action selbst ist oft schön inszeniert und spielt natürlich ebenfalls mit einigen Gimmicks von Santa Claus. Besonders die Kulissen und das Design so mancher Gegenstände sehen toll aus. Nichts davon wird ewig im Kopf bleiben, unterhaltsam ist das Ganze dennoch. Allein die CGI-Effekte fallen hier stark ab. Die Elfen sehen nicht wirklich gut aus und gerade wenn sie mit den echten Schauspielern interagieren, ist deutlich zu erkennen, dass der Film noch etwas Feinschliff vertragen könnte. Auch die Rentiere sehen nicht mehr zeitgemäß aus. Die CGI-Effekte werden aber im weiteren Verlauf des Films weniger und so stören sie nicht allzu sehr.

Insgesamt ist Christmas Chronicles ein kurzweiliger und lustiger Film für einen tollen Filmabend kurz vor Weihnachten. Er unterhält und macht wirklich Spaß. Nichts davon ist etwas, was es noch nie so vorher gab und dennoch wirkt er relativ frisch. Das liegt wohl daran, dass der Film in einer Zeit erscheint, wo solche Filme eher eine Ausnahme bleiben. Warum dieser Film ein so gigantischer Erfolg wurde, ist mir aber ein Rätsel. Das liegt nicht an der Qualität, sondern schlichtweg daran, dass der Film die eigentliche Zielgruppe verfehlen könnte. Doch das spielt am Ende auch keine Rolle. Am Ende bekommen wir eine unterhaltsame Actionkomödie mit Kurt Russell, den auch alle Fans von Kurt Russell sehen sollten. Gibt schlimmere Filme, um seine Zeit zu verschwenden.