Drifter Band 2: Die Wache – Unsere Comic-Rezension

Drifter Band 2: Die Wache – Unsere Comic-Rezension

Die Menschheit scheint sich in Drifter von Autor Ivan Brandon und Zeichner Nic Klein im gesamten Universum ausgebreitet zu haben, zumindest findet sich auch auf dem Planeten Ouro menschliches Leben. Ouro ist durch eine karge Wüstenlandschaft gekennzeichnet und eher eine Bleibe für gestrandete Existenzen und Überbleibsel der Zivilisation. Auf diesen Planeten stürzt der Pilot Abram Pollux mit einer Bruchlandung ab. Kurz nach der Bruchlandung verliert er das Bewusstsein. Nach drei Tagen wacht er wieder auf, versorgt wurde er von der Ärztin Lee Carter, die ihm auch ein wenig mehr über den Planeten und dessen Bewohner verrät. Doch sind wirklich nur 3 Tage vergangen? Warum sieht das Raumschiff von Pollux dann aus, als läge es schon seit Jahren an der Absturzstelle? Was hat es mit den anderen Bewohnern auf Ouro, den Wheelern, auf sich?

Im Verlauf des ersten Bandes lernen wir noch weitere gestrandete menschliche Persönlichkeiten kennen, aber auch eine ominöse Schattengestalt im Dunkeln, die immer mal wieder zu den menschlichen Wesen auf Ouro Kontakt aufnimmt und mit den Wheelern in Zusammenhang zu stehen scheint. Vielleicht einer ihrer Anführer? Fakt ist, dass sich tief unter der Planetenoberfläche eine Energiequelle befindet, die für die Bewohner und die hier gestrandeten Seelen eine enorme Anziehungskraft besitzt. Für die menschliche Seite bedeutet diese Energiequelle auch das Überleben, speist diese auch das kleine Dorf, in dem sich die menschlichen Bewohner irgendwie am Leben halten. Dabei sind Konflikte natürlich vorprogrammiert, scheinen doch nicht alle Bewohner nur Gutes im Schilde zu führen.

Welche Absichten verfolgt die Gestalt im Dunkeln? © Cross Cult

 

In Band 1 kommt es auch zu einem solchen Zwischenfall zwischen Wheelern und Menschen, der nicht ohne Verluste bleibt. Weiterhin treibt ein zwielichtiger Prediger sein Unwesen in der Siedlung, der anscheinend auch über Leichen geht. Was dahinter steckt, erfahren wir zunächst ebenfalls nicht. Dann wäre da noch der Mann, der unseren Protagonisten Abram Pollux direkt nach seiner Ankunft in den Rücken geschossen hat. Es wird nicht ganz klar, was dieser Emmerich genannte Mann für eine Rolle spielt, hält er sich doch meist außerhalb der Siedlung auf und führt ein Einsiedlerdasein.

Der zweite Band von Drifter erzählt die Geschichte nahtlos weiter, der Priester ist tot und wird von den Wheelern abgeholt und weggebracht. Zuvor hatte der „Vater“ den Hilfssheriff der Siedlung getötet und erfuhr nun dafür Vergeltung. Doch ein neuer Hilfssheriff wurde bereits von dem „Mann im Dunkeln“ eingesetzt, was nicht bei allen auf Zustimmung trifft. Doch die Ressourcen werden knapp und es werden Ersatzteile benötigt, um die Siedlung am Laufen zu halten. Diese Ersatzteile glauben die Menschen an einem weit entfernten Ort zu finden, jenseits dessen, was sie als sichere Umgebung kennengelernt haben. Also macht sich eine Expedition auf, diese „andere Seite“ zu erkunden und dort nach Ersatzteilen zu suchen. Dabei spielen die unterschiedlichen Charaktere innerhalb der Expeditionsgruppe natürlich auch eine Rolle, schließlich sind nicht alle Absichten immer offensichtlich und jeder ist auf sich allein gestellt.

 

Eine Reise ins Ungewisse? © Cross Cult

 

Drifter nimmt sich auch im zweiten Band gesellschaftliche Entwicklungen und Gruppendynamiken vor. Es ist nicht leicht die Geschehnisse in Drifter zu beschreiben, weswegen ich die Ereignisse zum einen nur angerissen habe und zum anderen sehr oberflächlich dabei geblieben bin. Das ist nicht unbedingt als negativ zu werten, jedoch wirft Drifter in den ersten beiden Büchern oftmals mehr Fragen auf, als beantwortet werden. Dies zieht sich auch im 3. Band größtenteils weiter durch, den ich privat schon gelesen habe, und wird anscheinend erst im Abschlussband aufgelöst. Das macht es für den Rezensenten schwierig zu beurteilen, wohin die Geschichte sich entwickelt, oder worauf bereits jetzt ein Augenmerk der Macher gelegt wurde, wenn man die Auflösung nicht kennt (Band 4 habe ich bisher nicht gelesen). Das eröffnet dabei allerdings auch die Frage nach Sinn und Zweck der Rezension eines Einzelbandes auf, schließlich kenne ich den Gesamtkontext noch nicht. Ich kann also nicht wirklich beurteilen, ob sich die Lektüre des Drifter-Gesamtwerkes insgesamt lohnt, Band 4 kann das Kartenhaus zum Einfallen bringen, oder auch die bisherigen Geschehnisse in ein völlig neues Licht stellen.

Dennoch kann ich versuchen zu beschreiben, was den geneigten Leser dieser Rezension erwartet und klarmachen, dass die Geschichte in der vorliegenden Form keinesfalls abgeschlossen ist, aber dennoch die beiden kommenden Bände schmackhaft macht. Ich bin generell ein optimistischer Mensch und glaube einfach mal dem Hörensagen, dass Drifter im Abschlussband erst in Gänze zur Geltung kommt. Aus diesem Grund möchte ich hier noch eine These meinerseits in den Raum stellen, die Leser des vollständigen Werkes vielleicht amüsieren wird (weil sie die Antwort kennen) und für Leser, die auf dem aktuellen Stand wie ich sind, eine Denkanregung darstellt, denn: Ich weiß es auch nicht besser.

Meine Vermutung ist, dass Emmerich und Pollux ein und dieselbe Person sind, lediglich in einer anderen Zeitebene oder Dimension.

 

Zwei Seiten einer Medaille? © Cross Cult

Fazit

Auch nach Abschluss des zweiten Bandes fühle ich mich als Leser weiter in die Welt von Drifter hineingezogen, kann aber nicht behaupten, den Kern der Geschichte bereits erfassen zu können. Von daher gilt mein Fazit zu Band 1 nahezu unverändert auch für Band 2. Der Leser wird zu einem großen Teil im Dunkeln gelassen, was es mit der Vergangenheit von Abram Pollux auf sich hat. Aber auch die Gegenwart auf Ouro lässt sich nicht immer präzise definieren, was wiederum an der gewählten Erzählweise von Drifter liegt. Autor Ivan Brandon erzählt die Ereignisse nicht chronologisch, sondern springt mittendrin immer mal in verschiedenen Zeitebenen umher. Hinzu kommen die gesellschaftlichen Abbildungen innerhalb der unterschiedlichen Gruppierungen, die eine gewisse Eigendynamik erhalten, aber ohne großen Kontext wiederum schwer zu fassen sind. Auf gut Deutsch, Band 2 von Drifter lässt mich weiter zappeln, gibt mir aber zu wenig an die Hand, als dass ich auf jeden Fall dranbleiben müsste. Vielleicht wurde hier auch schon etwas angedeutet, was sich dann im Abschlussband als großer Aha-Moment herauskristallisiert, dann hab ich das bisher nicht mitbekommen. Das gilt es dann aber auch zu kritisieren, denn ein Leser bleibt nicht immer so lange bei der Stange und besitzt nicht unbedingt den Willen wie ich, der sich mit dem Medium intensiver auseinandersetzen möchte. Gelegenheitslesern, die von der tollen visuellen Präsentation von Nic Klein angezogen wurden, kann ich beim besten Willen bis zum Ende des zweiten Bandes keine Empfehlung aussprechen. Leser, die der neunten Kunst so oder so verfallen sind, sollten sich Drifter dennoch ansehen und reinlesen, sie wissen ja nun was sie erwartet, wobei ich vom tatsächlichen Geschehen so gut wie gar nichts verraten habe.

Newsbild: © Cross Cult

 

Drifter Band 2: Die Wache ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3-864256-88-2

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Drifter Band 1: Crash – Unsere Comic-Rezension

Drifter Band 1: Crash – Unsere Comic-Rezension

Ja, ich weiß, ich bin spät dran. Aber es gab immer etwas anderes zu spielen, zu schauen oder zu lesen. Das soll auch keine Ausrede sein, aber ihr kennt das Gefühl sicher, oder? Man bewegt sich seit Jahren immer mal wieder in einem bestimmten Unterhaltungsmedium, sei es Film, Serie, Videospiel oder eben Comic, und man schippert immer wieder um ein bestimmtes Highlight herum. Das muss gar nicht mal mit Absicht sein, es passiert einfach ohne weiteres Zutun. Mal ist man knapp bei Kasse, mal ist der Lesestapel schon so hoch, dass ein weiterer Comic eher eine Ehekrise auslöst, als dass man es riskieren möchte noch mehr zu kaufen. Nun darf ich Drifter Band 1 – Crash für playto rezensieren und möchte euch bereits hier eine Empfehlung aussprechen.

Doch dazu muss ich weiter vorne ausholen. Drifter huschte im Lauf der Jahre immer mal wieder über meinen Bildschirm, vor Ewigkeiten noch als englische Hefte im amerikanischen Raum als Veröffentlichung bei Image Comics. Dann bekam ich Nebenbei mit, dass Drifter bei einem meiner Lieblingsverlage in Deutschland eine hiesige Veröffentlichung im Hardcover spendiert bekam. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mit Comics und Graphic Novels aber nicht viel am Hut, weswegen ich da auch nicht zugriff. Nun stellt sich heraus, dass Drifter von Nic Klein gezeichnet wurde. Auch wenn Nic Klein in Kassel lebt und arbeitet, merkt man das selbstverständlich seinem Wirken nicht an. Entschuldigung an Kassel, aber ich darf das, ich wohne auch dort. (Klischeebemerkung: Check)

Der Zeitpunkt der Bruchlandung, optisch wird dem Absturz eine komplette Seite zur Verfügung gestellt.

 

Im Gegenteil, Klein hat als einer der wenigen (der einzige?) deutschen Zeichner bereits mit großen Namen in der Branche wie Rick Remender oder Jason Aaron zusammengearbeitet und sowohl für Marvel als auch DC gezeichnet. Bei Image Comics konnte er eine seiner ersten eigenen Serien in Form von „Viking“ umsetzen (auf Deutsch ebenfalls bei Cross Cult verfügbar). Genau diese Zusammenarbeit mit Autor Ivan Brandon führte dann zum vorliegenden Drifter, der mit 4 Hardcover-Bänden bei Cross Cult vollständig vorliegt. Brandon machte sich vor Viking ebenfalls einen Namen, als er unter anderem für DC mit am Aftermath zur Final Crisis mitschrieb oder für Marvel an Deadpool oder den X-Men beteiligt war.

Doch worum geht es in Drifter denn eigentlich? Die Menschheit scheint sich im gesamten Universum ausgebreitet zu haben, zumindest findet sich auch auf dem Planeten Ouro menschliches Leben. Ouro ist durch eine karge Wüstenlandschaft gekennzeichnet und eher eine Bleibe für gestrandete Existenzen und Überbleibsel der Zivilisation. Auf diesen Planeten stürzt der Pilot Abram Pollux mit einer Bruchlandung ab. Kurz nach der Bruchlandung, die er knapp überlebt, wird er von einem maskierten Wanderer in den Rücken geschossen und verliert wiederum das Bewusstsein. Zuvor hatte Pollux noch eine Begegnung mit einer der ansässigen außerirdischen Spezies, es wird nicht seine letzte bleiben. Nach drei Tagen wacht er wieder auf, versorgt wurde er von der Ärztin Lee Carter, die ihm auch ein wenig mehr über den Planeten und dessen Bewohner verrät. Doch sind wirklich nur 3 Tage vergangen? Warum sieht das Raumschiff von Pollux dann aus, als läge es schon seit Jahren an der Absturzstelle? Drifter wirft im hier vorliegenden Band selbstverständlich zunächst ein paar Fragen auf und liefert weniger Antworten, was dann wohl den weiteren Bänden vorbehalten bleibt.

Im Verlauf des ersten Bandes lernen wir noch weitere gestrandete Persönlichkeiten kennen, wie Della und Chuck, die die einzige Energiequelle des Planeten abbauen. Diese Energiequelle befindet sich tief unter der Oberfläche des Planeten und muss unter Lebensgefahr abgebaut werden, zieht sie doch auch andere Lebensformen an, die für die Menschen eine Gefahr darstellen. Im Verlauf des ersten Bandes kommt es auch zu einem solchen Zwischenfall, der nicht ohne Verluste bleibt. Weiterhin treibt ein zwielichtiger Prediger sein Unwesen in der Siedlung, der anscheinend auch über Leichen geht. Was dahinter steckt, erfahren wir zunächst ebenfalls nicht. Gepaart mit dem mysteriösen Mann vom Beginn, der Pollux niedergeschossen hat, entwickelt sich ein Geflecht aus Beziehungen, die für den Leser nicht vollends zu deuten sind. Zum Abschluss von „Crash“, wie der erste Band genannt wurde, findet Pollux sein eigenes Grab an einem improvisierten Friedhof in der Nähe der Siedlung vor.

 

Eine Szenerie von der Siedlung, in der sich allerlei gestrandete Existenzen aufhalten.

Fazit

Drifter startet stark in die erste Runde. Der Leser wird zu einem großen Teil im Dunkeln gelassen, was es mit der Vergangenheit von Abram Pollux auf sich hat. Aber auch die Gegenwart auf Ouro lässt sich nicht immer präzise definieren, was wiederum an der gewählten Erzählweise von Drifter liegt. Autor Ivan Brandon erzählt die Ereignisse nicht chronologisch, sondern springt mittendrin immer mal in verschiedenen Zeitebenen umher. Das macht das Lesen nicht einfacher, zumal wir als Leser ebenso wie Abram Pollux neu auf Ouro sind und die Welt mit seinen Augen kennenlernen. Auf diese Weise bleibt es aber auch spannend und ich habe nicht das Gefühl sagen zu können, wie Drifter in den weiteren 3 Bänden weitergeht, geschweige denn in Band 2. Optisch brennt Klein hier wie bereits oben geschrieben ein Feuerwerk an Farben und Figuren ab. Er und Brandon können hier aus dem Vollen schöpfen, schließlich befinden wir uns auf einem fremden Planeten – keine Vorgaben und keine Regeln, außer den selbst auferlegten. Das macht die Lektüre von Drifter so spannend und unvorhersehbar, ich bin gespannt wie es weitergeht.

 

Drifter Band 1: Crash ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3-86425-678-3

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Spawn Heft #296: History of Spawn Part 1 – Unsere Comic-Rezension

Spawn Heft #296: History of Spawn Part 1 – Unsere Comic-Rezension

Setzt euch, Kinder, der Märchenonkel Redeemer erzählt euch mal die Geschichte vom anderen Onkel mit Namen Al Simmons, Spitzname Spawn. Onkel Al ist mittlerweile ein alter Sack, zählen wir doch gemeinsam die Tage bis zu seinem 300. Heftabenteuer. Das mit dem alten Sack stimmt so eigentlich auch nicht wirklich, ist Spawn doch zwar immer noch aktiv, seine Ursprungsseele Al Simmons ist aber tot. Doch bevor wir das aktuelle Geschehen unter die Lupe nehmen, lassen wir das bisherige Geschehen noch einmal Revue passieren.

In diesem Jahr steht die 300. Ausgabe in der fortlaufenden Spawn-Comicreihe an, damit sind wir bei Spawn nun ungefähr dort angelangt, wo Todd McFarlane bei Spider-Man Ende der 80er- / Anfang der 90er-Jahre das Ruder mit seinem phänomenalen Run übernommen hatte. Der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt. Erst quittierte Todd McFarlane bei Marvel den Dienst, um mit anderen großartigen Mitstreitern wie Jim Lee den eigenen Verlag Image Comics zu gründen. Dort kreierte er schließlich auch Spawn, welche als eine der wenigen (die einzige?) Serien bis heute überlebt hat, nur um Jahre später auch im Actionfiguren-Business eine große Nummer zu werden. Wie kein anderer verstand es McFarlane, dass es sich lohnt, nicht nur auf „ein Pferd zu setzen“, sondern sich etwas breiter aufzustellen. Mit den Figuren erschuf er ein ebenso großes Unternehmen, was weltweit für seine Produkte bekannt sein dürfte. Image Comics machte im Lauf der Zeit auch immer wieder schwierige Zeiten durch, wenn der Verlag auch seit ein paar Jahren wieder in ruhigeren Fahrwassern unterwegs ist, auch dank einer kleinen unscheinbaren Reihe namens The Walking Dead (nie gehört).

Zurück zum Thema: Im Sommer steht die Veröffentlichung der Nummer 300 auf Englisch an und mit der nun vorliegenden Ausgabe 296 beginnt die „Road to #300“. In den kommenden Ausgaben wird nun zum einen die Historie von Spawn nochmal aufgearbeitet, dies betrifft Hefte 296 und 297, und anschließend geht es mit dem „War of 300“ weiter bis zur Jubiläumsausgabe und darüber hinaus. Vor kurzem kündigte McFarlane an, dass auch sein alter Kollege Jim Lee in irgendeiner Form mit am Jubiläum beteiligt sein wird (meine Vermutung: Er wird ein Variant-Cover beisteuern), weiterhin wird McFarlane selbst an den Heften entweder inhaltlich oder auch optisch mitarbeiten.

In Heft Nummer 296 werden uns die aktuellen Antagonisten Spawns präsentiert und wie ihre Pläne aussehen, sich in der Auseinandersetzung mit Spawn zu behaupten. Dazu rekapituliert der Redeemer (die personifizierte Antwort des Himmels auf die Ausgeburt der Hölle namens Spawn) die komplette Geschichte und Hintergründe sowohl von Al Simmons als auch von Spawn. Mit einem Kniff aus der Sicht des Bösewichts präsentieren uns McFarlane (hier für Skript und Plot verantwortlich) und Jason Shawn Alexander mit seinen Zeichnungen einen kurzen Abriss der bisherigen Geschichte von Spawn. Dies dient auch dazu alte Leser wieder mit ins Boot zu holen, die die Serie eventuell aus den Augen verloren haben oder, so wie bei mir, neue Leser zu gewinnen, die mit dem ungefähren Ursprung der Figur vertraut sind, aber den jahrzehntelangen Verlauf nicht kennen. Mit seinen Zeichnungen, die keiner gewöhnlichen Panel-Struktur folgen, sondern sich meist über Doppelseiten erstrecken, füllt Alexander die Seiten auf und lässt einzelne Szenen aus dem „Leben“ von Spawn ineinander überfließen. Dabei geleitet wird der Leser von den längeren Text-Monologen aus dem Mund des Redeemers, die den optischen Overkill aus knapp 3 Jahrzehnten einordnen und dem Leser klarmachen, dass weder die Hölle noch der Himmel sich jemals bewusst waren, was sie mit Spawn für ein Unheil über sich brachten. Erst auf der letzten Seite wird klar, dass sie nur gemeinsam einen Schlachtplan gegen Spawn entwickeln können, um überhaupt eine Chance zu haben.

Ich lese parallel zu diesem Heft auch die Origin-Story zu Spawn, die in den sehr empfehlenswerten Hardcover-Büchern aus dem Hause Panini Comics auf Deutsch erschienen sind. Diese möchte ich euch hiermit auch sehr ans Herz legen, bekommt ihr mit der Spawn Origins Collection Band 1 doch mit den ersten 12 Heften überhaupt einen guten Einblick in den damaligen Start. Passenderweise greift auch Heft 296 auf ein paar Figuren aus diesem Buch auf, weswegen ich das Experiment gewagt habe, zum einen mir in den nächsten Wochen und Monaten nach und nach weitere Bücher aus der Origins Collection zu kaufen, aber auch parallel mir die aktuellen Hefte rund um Nummer 300 besorgen werde. Aber auch für Nichtkenner ist am Ende des Heftes ein kleines Glossar mit beigefügt, in denen alle Figuren und deren erstes Erscheinen nochmal aufgelistet sind, wie praktisch!

Vielleicht begleitet ihr mich in den nächsten Monaten hier auf playto dabei, wenn ich alle kommenden Ausgaben zumindest bis Heft 303 oder auch darüber hinaus besprechen werde. Solltet ihr nun Feuer und Flamme sein (oder auch Himmel und Hölle in Bewegung setzen), um an weiteres Spawn-Material zu kommen, möchte ich euch wie bereits oben angesprochen unbedingt die tolle Origins Collection ans Herz legen, oder ihr lest die Ereignisse kurz vor Heft 296 in der deutschen Variante durch, indem ihr Ende Mai mit Spawn 121 ebenfalls aus dem Panini Comics-Verlag in die Hölle absteigt. So oder so, wir sehen uns hoffentlich bald wieder!

Heft 296 erscheint in 3 Cover-Varianten, von der eine hier zu sehen ist.

Fazit

Dies ist ein guter Einstieg für Neuleser und auch für alteingesessene Spawn-Fans, um wieder auf den aktuellen Stand zu kommen. Optisch sehr schön illustriert, lassen die Künstler uns die Geschichte Revue passieren, aus diesem Grund passiert in dieser und wahrscheinlich auch der nächsten Ausgabe nicht viel Neues. Aber das war auch abzusehen, da muss jeder für sich entscheiden, ob das für sie oder ihn infrage kommt. Spannend wurde es für mich dieses Mal nicht, bereut habe ich den Kauf aber auch nicht. Da ich in der Regel immer nur gesammelte Paperbacks oder Hardcover kaufe, stellt dies ein Experiment für mich dar und ich freue mich auf die kommenden Ausgaben, wenn denn der Krieg mal richtig losgeht und welche Überraschung McFarlane und seine Mitstreiter noch so für uns parat haben. Um Spawn zu verstehen, sollten schon gute Englischkenntnisse vorhanden sein, sonst könnt ihr die Ausführungen des Redeemers nicht komplett nachvollziehen – der Gute neigt dazu ein wenig ausschweifend zu fabulieren. Aber das wird sich in den kommenden Ausgaben ja noch ändern…

 

Die Spawn Origins Collection Band 1 ist erschienen bei Panini Comics – ISBN: 978-3862015559.

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