Geschichten aus dem Hellboy-Universum VIII – Unsere Comic-Rezension

Geschichten aus dem Hellboy-Universum VIII – Unsere Comic-Rezension

Mit den dicken Bänden aus der Reihe „Geschichten aus dem Hellboy-Universum“ sammelt der deutsche Cross Cult-Verlag immer einige der amerikanischen Veröffentlichungen im Hardcover-Format. Dabei geht man generell chronologisch vor, umfasst aber nicht nur eine der vielen Hellboy-Ableger-Reihen, sondern veröffentlicht gleich mehrere dieser Spin-off-Serien in diesen Bänden. So fanden sich in den letzten „Ziegelsteinen“ (wie die Bücher liebevoll genannt werden) die Fortführungen der Reihen B.U.A.P. – Hölle auf Erden, Abe Sapien, Witchfinder, sowie Sledgehammer 44 oder auch Lobster Johnson. Speziell in diesem aktuellen Band liegen nun Abe Sapien: Heilige Orte, B.U.A.P. – Hölle auf Erden: Die Teufelsflügel, Witchfinder: Die Rätsel von Unland sowie Abe Sapien: Eine große Finsternis erstmals in deutscher Übersetzung vor. Wie gehabt sind die Bände auf 1.111 Exemplare limitiert, es heißt also schnell zuschlagen, bevor die Chance vertan ist.

Für Neueinsteiger sind die Geschichten in diesem Band nur schwer zu verstehen, bilden sie doch allesamt Fortführungen von den Ereignissen aus vorherigen Veröffentlichungen der entsprechenden Reihen. Zum Abschluss gebracht wird ebenfalls keine der vorliegenden Reihen, da werden in Zukunft (hoffentlich) noch mindestens 3 Veröffentlichungen von Cross Cult folgen, wobei bei der Behörde zur Untersuchung und Abwehr Paranormaler Erscheinungen bereits ein weiterer Zyklus auf Englisch veröffentlicht wurde. Genug Geplänkel, steigen wir mal ein:

 

Sowohl unter als auch über Wasser sind die Kräfte von Abe Sapien gefragt. © Cross Cult

 

Die ersten knapp 140 Seiten des Omnibus-gleichen Werkes widmen sich zunächst der weiteren Reise von Abe Sapien, der von den Erinnerungen an all die Tode, die er gesehen und verursacht hat, heimgesucht wird. Dies veranlasst ihn an den Ort zurückzukehren, an dem seine letzte Verwandlung begann. Auf dieser Suche dringt er unabsichtlich in einen „Garten Eden“ ein und befreit eine gefesselte Frau namens Grace aus einer einsamen Hütte. Auf den ersten Seiten dieser Episode namens „Der Garten“ wird die Geschichte aus Sicht eines jungen Mannes erzählt, der Grace in seiner Hütte gefangen hält. In seinem Wahn sieht er Abe als die Schlange an, die seinen Garten Eden erobern und ihn verführen will. Es kommt zu einer Auseinandersetzung aus der Abe Sapien erfolgreich, jedoch verletzt, hervorgeht. Dies alles geschieht komplett ohne Dialoge und durchgängig mit 3 gleichgroßen Panels pro Seite, wir lernen die Vorgeschichte dieses namenlosen Mannes kennen und wir sehen in Rückblenden auch wie Grace zu diesem Mann kam, mit dem sie vorher keine Verbindung hatte.

Diese ersten knapp 25 Seiten sind mit das Beste, was in diesem Hardcover-Band zu finden ist. Lediglich die Kurzepisode namens „Plage“ aus dem B.U.A.P.-Band sticht für mich ebenso aus der ersten Hälfte des Buches hervor. Im weiteren Verlauf von Abes „Odyssee“ nimmt er Grace mit und sie stoßen auf weitere Überlebende in der Hütte eines „Heilers“, später schließen sie sich dann einer Gruppe an, die einem Totenkult huldigt. Es werden neue Charaktere eingeführt, Grace und Abe schreien sich an, machen sich gegenseitig Vorwürfe und nebenbei schlachtet Abe ein paar Monster ab, die derzeit nun aufgrund seines Verhaltens in der Vergangenheit auf der Erde wandeln. Abe kehrt auch an den Ort zurück, an dem er von Fenix erschossen wurde, und trifft dort auf zwei Kulte, von denen einer zu Abe betet. Durch die Transformation von Abe sehen sie ihn als Teil der großen Monsterinvasion an, da er sich optisch diesen Kreaturen angenähert hat.

Zum Teil kommt im zweiten Abe Sapien-Band „Eine große Finsternis“, der im hinteren Teil des Buches zu finden ist, ein wenig „Hellboy-Feeling“ auf, ohne jedoch den roten Teufel in der Geschichte vorzufinden. Generell muss ich aber sagen, dass mir Abes Geschichte so gar nicht gefällt, mir sind auch die Charaktere, denen er im Lauf seines Road Trips begegnet, herzlich egal. Zwischendurch kommt ein wenig Walking Dead-Gefühl auf, weil die Gruppe sich immer wieder Angriffen ausgesetzt sieht und sich auch kleinere Gruppierungen und Interessensgemeinschaften bilden. Alles in allem sehe ich bei Abe keine große Weiterentwicklung in seiner Geschichte. Im Gegenteil: Es kommt mir eher so vor, als dass diese ganzen Nebenepisoden nur eingesponnen wurden, um die Reihe in die Länge zu ziehen oder sie irgendwann mit der B.U.A.P.-Reihe wieder zusammenzuführen?

 

Kaiju-ähnliche Kreaturen wandeln durch die Gegend und verwüsten alles. Wahrlich die Hölle auf Erden. © Cross Cult

 

Die Mitglieder der B.U.A.P. sehen sich ähnlichen Gefahren gegenüber, betrifft die Hölle auf Erden doch auch sie, schließlich fallen an allen Ecken und Enden neue Monster auf die Erdoberfläche ein. Doch auch in der Behörde ist man nicht sicher vor Gefahren und so wird Kate von einer bösen Macht übernommen, die sie wirre Dinge tun lässt. Parallel dazu stößt Professor O´Donnell im Archiv auf eine Akte und wir durchleben gemeinsam mit ihm eine Episode aus der Vergangenheit. Dies betrifft natürlich auch die aktuellen Begebenheiten mit Kate und alles kommt wieder zu einem guten Ende. Parallel dazu muss sich Johann Kraus in Japan mit gigantischen Monstern aus einer anderen Dimension herumschlagen, die sich in Kaiju (Monsterfilm)-Manier gegenseitig das Fressbrett polieren. Diese Episode ist recht unterhaltsam, weil es dort ein wenig Monsteraction gibt. Dort vor Ort befindet sich auch ein Portal zu einer Paralleldimension, welches von einem Professor, dessen Verstand sich auf der anderen Seite dieses Portales befindet, gesteuert wird. Dieser Professor scheint ein Bindeglied zwischen den Dimensionen zu sein, zeichnete er doch seit Jahren immer und immer wieder eines der Monster, was schlussendlich dann auch aus der anderen Dimension auf die Erde gelangt. Wieder einmal sind die Protagonisten, in diesem Fall Johann und einige andere Agenten, nur Statisten und können nicht wirklich etwas ausrichten. Diese Prämisse zieht sich leider durch das gesamte Buch, doch dazu später mehr.

Ein Lichtblick ist dann die kurze Episode namens „Plage“, in der sich Johann, Liz und einige andere B.U.A.P.-Agenten sich vor Ort in Santa Fe befinden und den dortigen Höllenbewuchs auf der Erdoberfläche begutachten. Protagonist dieser kurzen Episode ist ein Mann namens Aaron, der in einem Café arbeitet und sich schon seit Wochen mit einem toten Monster in der Nähe seiner Stadt klarkommen muss. Gemeinsam mit den verbliebenen Anwohnern versuchen sie das Beste aus der Situation zu machen und versuchen die Pilz-ähnlichen Gebilde zu vermeiden, die einigen anderen Menschen schon das Leben gekostet haben. Auch wenn die Episode nicht gut ausgeht, hatte ich hier endlich mal wieder das Gefühl eine Kurzgeschichte im Stile von Mike Mignola zu lesen.

 

Hellboy hat in diesem Band wirklich nur einen kleinen Auftritt. © Cross Cult

 

Abgeschlossen wird der Geschichtsband mit dem „Rätsel von Unland“ und dem Hexenjäger Sir Edward Grey in einem neuen Buch der Reihe Witchfinder. Sir Edward wird in einen Ort beordert, an dem ein Mord stattgefunden haben soll. Es geht um eine Fabrik, in der ein neues Wundermittel hergestellt wird, das für viele Krankheiten gleichzeitig eingesetzt werden kann. Ein Saft, der den Besitzern der Fabrik Wohlstand und segensreiche Zeiten entgegenblicken lässt, doch irgendetwas stimmt nicht. Vor Ort macht Sir Edward Grey schnell Bekanntschaft mit den redlichen Bürgern und dem Polizeichef, der vermeintlich alles im Griff zu haben scheint. Doch was haben die Sümpfe aus dem Unland mit den Morden zu tun, es werden nämlich immer mehr Leichen gefunden und Grey begegnet nicht nur einmal auch schauerlichen Kreaturen.

Das Rätsel von Unland konnte mich ein wenig für die anderen Geschichten entschädigen, ich mag den Hexenjäger irgendwie. Gekonnt inszenieren Kim Newman und Maura McHugh eine Kriminalgeschichte im besten Sinne von Mike Mignola. Die Zeichnungen von Tyler Crook unterstützen das Szenario und so sinkt man direkt auf den ersten Seiten in das Geschehen ein und fragt sich, wer hinter den Morden stecken könnte. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass es hier natürlich nicht im klassischen Krimi-Genre zugeht, schließlich handelt es sich immer noch um eine Geschichte im Mignola-Verse. Abgerundet wird der Abstecher zum Witchfinder Sir Edward Grey mit einer kleinen Bonus-Geschichte im Anschluss, bei der sich ein Affe ein Relikt schnappt und damit vor dem Hexenjäger fliehen kann.

Zum Abschluss möchte ich noch einmal einen Gedanken von weiter oben im Text aufgreifen. Sämtliche hier gesammelten Geschichten führen bestehende Reihen aus dem Universum von Mike Mignola fort. Stets finden wir mehr oder weniger bekannte Protagonisten in den Erzählungen vor, seien es die Agenten rund um die Behörde, Abe Sapien oder Sir Edward Grey. Der Leser sollte also auf jeden Fall die vorherigen Bücher der Geschichten aus dem Hellboy-Universum gelesen haben oder zumindest den Inhalt kennen.

 

Ein Cover von Mike Mignola zur Witchfinder-Geschichte. © Cross Cult

Fazit

Durch die fortlaufenden Geschichten stehen die meisten der hier gesammelten Geschichten nicht allein, sie beginnen nicht hier und sie enden nicht hier. Aus diesem Grund ist es schwer, Neulesern dieses Buch zu empfehlen, weil ihnen der Hintergrund zum entwickelten Universum und den Figuren fehlt. Erschwerend kommt meines Erachtens noch hinzu, dass auch Kenner der Materie in diesen hier gesammelten Geschichten ständig mit dem Versagen der Protagonisten konfrontiert werden. Was sollen die Agenten der Behörde auch gegen die Hölle auf Erden ausrichten? Abe Sapien kann auch nicht alle Monster in seiner unmittelbaren Umgebung töten. Einzig Sir Edward Grey kann sich in seiner Erzählung ein wenig behaupten. Es ist ermüdend und gleichzeitig auch erschreckend, dass es den Autoren nicht gelungen ist, innerhalb der knapp 600 Seiten aus unterschiedlichen Serien auch nur einen Hoffnungsschimmer den Protagonisten zuzugestehen. Alle Bedrohungen innerhalb der Geschichten werden entweder nicht beseitigt (weil sie im weiteren Verlauf noch gebraucht werden?) und stellen auch so große Herausforderungen für die Protagonisten dar, dass sie nur scheitern können. Wenn denn dann mal ein Monster erledigt wird, dann durch eine andere aufkommende Kreatur. Das stellt zwar zum einen eine große Hoffnungslosigkeit für die betroffenen Charaktere dar, aber zum anderen liest sich das nicht schön, wenn man am Ende eigentlich dort steht, wo man zu Beginn der Erzählung auch stand, lediglich mit einigen Leichen mehr. Da stellt sich mir die Frage nach dem Umfang der Geschichtszyklen der einzelnen Reihen, weniger ist manchmal mehr.

Zu alldem kann der Cross Cult-Verlag natürlich nichts, schließlich ist es nun mal das vorliegende Material aus den Staaten. Der aktuelle Geschichtsband steht in Sachen Umfang, sorgfältiger Übersetzung und imposanter Hardcover-Buch-Optik den anderen Bänden in nichts nach. Wenn ihr Hellboy-Fan seid, dann ist es sowieso ein Pflichtkauf, wenn ihr in die Welt von Hellboy einsteigen wollt, dann ist der vorliegende Band ein denkbar schlechter Zeitpunkt. Schnappt euch dann entweder den ersten Band des Hellboy Kompendiums (ISBN: 978-3864259852, unten im Text verlinkt) oder ihr steigt bei den Geschichten aus dem Hellboy-Universum: B.U.A.P.: Froschplage 1 ein (ISBN: 978-3959818995, unten ebenfalls verlinkt). Dies sind zwei gute Startpunkte, um in die Welt von Hellboy und Co. einzutauchen, doch muss ich euch warnen. Solltet ihr dann an den Geschichten Gefallen finden, landet ihr schnell, ca. 12 Hardcover-Bände später ;-), auch wieder beim aktuell vorliegenden Band, der auf 1.111 Exemplare limitiert ist. Also kauft euch am besten einen Einsteigerband und dieses Buch, dann legt ihr das aktuelle beiseite und macht es euch mit einem Getränk eurer Wahl mit dem Einsteigerbuch gemütlich.

Newsbild: © Cross Cult

Geschichten aus dem Hellboy-Universum VIII ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3-95981-999-2

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Wenn ihr bei Hellboy zu Beginn einsteigen wollt, empfehle ich euch das Hellboy Kompendium 1 erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3864259852

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B.U.A.P. Die Froschplage Band 1 ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3959818995

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B.U.A.P. Die Froschplage Band 1 – Unsere Comic-Rezension

B.U.A.P. Die Froschplage Band 1 – Unsere Comic-Rezension

Morgen startet der neue Hellboy-Film „Hellboy – Call of Darkness“ in den deutschen Kinos. Dieser Tage feierte Hellboy auch sein 25-jähriges Jubiläum, seit er das erste Mal in einem Comic auftauchte. Grund genug uns ein wenig mit der Materie auseinanderzusetzen und zu schauen, welche Lektüre man den neugierigen Kinogängern eventuell empfehlen kann, um weiter in das Hellboy-Universum vorzudringen.

Zunächst einmal besteht das Hellboy-Universum mittlerweile aus verschiedenen Comic-Reihen, die zu einem großen Teil miteinander verwoben sind, aber auch teilweise alleinstehend gelesen werden können. Grundlage für den Film waren die über Jahre erschienenen Geschichten “Der Ruf der Finsternis” und “Der Sturm”, in denen Schöpfer Mike Mignola keltische Mythen und Teile der Artussage in die “Hellboy”-Legende einfließen ließ. Die Geschichten liegen im Hellboy-Kompendium 3 gesammelt vor, erschienen im Cross Cult Verlag. Wollt ihr jedoch von Beginn an in die Hellboy-Welt einsteigen, empfiehlt sich dazu natürlich das Hellboy-Kompendium 1, wo die ersten 3 Bände von Hellboy versammelt sind. Ebenfalls einen guten Einstieg in die erweiterte Welt von Hellboy liefert euch der hier nun zu besprechende Band aus der Spin-off-Reihe B.U.A.P., der die Abenteuer der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen nachzeichnet. Im Verlauf der Abenteuer von Hellboy und seinen Kollegen von der Behörde kommt es nämlich zu einem Bruch, bei dem Hellboy die Behörde verlässt und fortan allein auf Entdeckungstour geht.

Der vorliegende Band zur Froschplage setzt unmittelbar nach diesem Verlust von Hellboy ein und macht die anderen Charaktere aus dem Hellboy-Universum zu den Protagonisten, allen voran Abe Sapien, Liz Sherman, Roger der Homunkulus, das Medium Johann Kraus und als Einsatzleitung Dr. Kate Corrigan. Die Geschichten rund um das Team wurden in der Folge auch nicht mehr allein von Mike Mignola gezeichnet und erdacht, sondern man experimentierte ein wenig herum, bis sich nach und nach ein kreatives Kernteam herauskristallisieren sollte. Aus diesem Grund sind die hier enthaltenen Geschichten auch eine Mischung aus unterschiedlichen Talenten, was sowohl die Erzählungen als auch die Zeichnungen und Kolorierungen angehen. Das mindert nur bedingt die Qualität, denn die Nebenreihe rund um das B.U.A.P.-Team hält sich bis heute, auch wenn der Story-Bogen rund um die Froschplage vor langer Zeit bereits abgeschlossen wurde und die Agenten es mittlerweile mit der Hölle auf Erden zu tun haben.

In der Geschichte “Hohle Erde” befreien Abe und seine Kameraden Liz Sherman aus den Fängen eines unterirdischen Ungeheuers.

 

Zu Beginn des Buches begeben sich Abe, Roger, Johann und Kate in „Hohle Erde“ auf die Suche nach Liz Sherman, die sich vor 2 Jahren in ein entferntes Kloster zurückgezogen hatte, um die Behörde und ihre Freunde nicht mit ihrer Feuerkraft als Brandstifterin zu gefährden, die sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht unter Kontrolle hat. Weitere Kurzgeschichten folgen, die unsere neuen Protagonisten ein wenig näher beleuchten und sie bei Einsätzen zeigen. Dabei greift Cross Cult zu einem großen Teil auf die bereits veröffentlichten (und vergriffenen) Geschichten aus den ersten beiden B.U.A.P.-Bänden zurück, die bereits 2005 und 2006 in Deutschland erschienen sind. Bevor wir aber zur Hauptgeschichte, oder sollten wir sagen, zur Hauptplage kommen, können die Leser noch in folgende Geschichten eintauchen:

  • Hohle Erde
  • Der Killer in meinem Kopf
  • Abe Sapien versus Wissenschaft
  • Die Trommeln der Toten
  • Der Geist von Venedig (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Dunkle Wasser
  • Nachtzug (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Da ist etwas unter meinem Bett (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Ein normaler Tag bei der B.U.A.P. (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Die Froschplage

Die ersten 4 oben aufgeführten Geschichten sind diesmal auch koloriert und nicht in schwarz-weiß abgedruckt. Neben den bisher unveröffentlichten Erzählungen lohnt sich für den geneigten Sammler, der die originalen Veröffentlichungen bereits besitzt (so wie ich), aus diesem Grund die Neuveröffentlichung dennoch. Das Buch ist, wie man es nun bereits seit Jahren von Cross Cult gewohnt ist, in Hardcover gebunden und was die Papier- und Druckqualität angeht hochwertig ausgestattet. Auf knapp 400 Seiten erwarten euch damit eine Menge Abenteuer rund um die Einsatztruppe, auch ohne Hellboy wird es da nicht langweilig – erst recht nicht, wenn mit der Froschplage Guy Davis als Zeichner und Dave Stewart als Kolorist übernehmen.

Die Froschplage beginnt zunächst ganz unscheinbar, wird die Agenten der B.U.A.P. aber noch an ihre Grenzen bringen.

 

Die Froschplage ist daher natürlich mit knapp 130 Seiten auch die längste Geschichte des Bandes. Dort finden sich ebenso wie in den vorhergehenden Geschichten noch viele Verweise auf frühere Einsätze der Agenten oder auf Abenteuer von Hellboy. Im Mittelpunkt steht der Ausbruch einer Plage, die Menschen in froschähnliche Kreaturen verwandelt, ausgelöst von einem mysteriösen Pilz, der seine Sporen dadurch immer weiter verbreitet. Das Team rund um Abe Sapien macht sich auf den Weg, die Hintergründe der Plage zu ergründen, nichtsahnend, dass diese Geschichte nur den Anfang dessen darstellt, was noch auf sie zukommen soll. Begleitend dazu ergründen Mignola und die anderen dabei noch die Vorgeschichte und den Hintergrund der Figur Abe Sapien, über den bis zu diesem Zeitpunkt noch recht wenig bekannt war. Im Lauf der Jahre sollte dieser Charakter aber auch eine eigene Reihe bekommen (hierzulande zu einem großen Teil in den Hellboy-Universum-Büchern gesammelt), um den Charakter feiner auszuarbeiten.

 

Fazit

Auch wenn ich den Anfang der Froschplage nun zum wiederholten Male gelesen habe, er macht mir immer wieder Spaß. Band 1 aus der Froschplage-Saga stellt noch dazu einen tollen Einstieg in das erweiterte Hellboy-Universum dar. Dabei lassen sich sowohl die Kurzgeschichten als auch die Haupt-Story in diesem Buch hervorragend ohne weitere Vorkenntnisse lesen und genießen. Hier bekommt ihr einiges geboten, was auch durchgehend die Atmosphäre des Hellboy-Universums einfängt, wobei die Geschichten rund um die Behörde eher nicht im Bereich der Märchen und Sagen angesiedelt sind, wie ein Großteil der ersten Hellboy-Geschichten. Bei den B.U.A.P. stehen vielmehr Mystery- und Pulp-Elemente im Vordergrund, die nicht umsonst viele Leser auch an die Geschichten und Kreaturen von Lovecraft erinnern. Sammler und Stammleser der B.U.A.P.-Comics bekommen mit den neu hinzugefügten Geschichten (siehe Auflistung oben) ebenfalls einen guten Grund, sich das Buch erneut zu kaufen, falls sie die zwei Original-Bände bereits besitzen. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt in die Welt einzusteigen, auch ohne den neuen Hellboy-Film gesehen zu haben. Hellboy und die Abenteuer rund um die Behörde bieten euch phantastische Geschichten in einer Welt voll von Pulp, Mythen, Märchen und Sagen. Ich lasse mich immer wieder gerne in dieses Universum hineinziehen und kann euch den Einstieg mit dem ersten Band der Froschplage nur wärmstens empfehlen.

 

B.U.A.P. Die Froschplage Band 1 ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3959818995

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Wenn ihr bei Hellboy zu Beginn einsteigen wollt, empfehle ich euch das Hellboy Kompendium 1 erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3864259852

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Wenn ihr die Geschichte des neuen Hellboy-Filmes nachlesen wollt, steigt ihr beim Hellboy Kompendium 3 ein, ebenfalls erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3959817875

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Hellboy und die B.U.A.P. 1954 – Unsere Comic-Rezension

Hellboy ist wieder da! Im Jahr 2019 kehrt der große Rote auf die Kinoleinwand zurück. „Doch Moment“, denkt sich da der geneigte Comic-Leser und Hellboy-Fan, „Hellboy war doch nie wirklich weg.“ Stimmt: Jedes Jahr erscheinen neue Hellboy-Comics in englischer Sprache und auch in Deutschland bringt Cross Cult in gewohnt hoher Qualität neue Geschichten raus. Um Hellboy ist längst ein umfangreiches Universum entstanden, welches sich in mehrere fortlaufende Serien unterteilt. Heute schauen wir uns einmal mehr ein paar Geschichten aus Hellboys Jugend an, aus einer Zeit, in der Hellboy noch ein wichtiges Team-Mitglied der Behörde zur Untersuchung und Abwehr Paranormaler Erscheinungen war.

Mit Hellboy und die B.U.A.P. 1954 liegt nun der dritte Band dieser Reihe mit Abenteuern von Hellboy und seinen Kollegen auch auf Deutsch vor. Enthalten sind 4 Kurzgeschichten, wobei „Schwarze Sonne“ und „Geistermond“ mit je über 40 Seiten wohl die Hauptattraktionen sind. Doch erst einmal der Reihe nach, wir starten mit der Schwarzen Sonne:

Kundige Hellboy-Leser können sich bei dem Ausdruck „Schwarze Sonne“ vielleicht schon denken, um was es sich handeln könnte. Eine Geheimorganisation oder eine geheime Mission? Vielleicht sogar beides? Auch wenn Mike Mignola und Chris Roberson mit ihrer Geschichte nicht das größte Überraschungsmoment auf ihrer Seite haben, kann der Plot doch gut unterhalten. Dachte ich zunächst noch die Geschichte entwickelt sich aufgrund des Settings in einer Eisstation in Richtung von „The Thing“, stößt Hellboy anstatt auf den Yeti doch auf einen ganz anderen Widersacher. So kurz nach dem 2. Weltkrieg ist es nicht verwunderlich, dass auch in den entlegensten Winkeln der Erde immer noch Nazis im Geheimen agieren können. Was genau sie geplant haben, soll hier natürlich nicht verraten werden, unterhaltsam ist es aber allemal. Großes Lob gebührt hier auch Zeichner Stephen Green (Lobster Johnson), der einen jungen Hellboy mit abwechslungsreicher Mimik aber auch die actionreichen Szenen gekonnt einfängt. Ein toller Einstieg in das Buch.

Ein paar Monate später ist „Das vernunftlose Tier“ angesiedelt, Schauplatz ist hier ein Haus in Baltimore, in dem es scheinbar nicht mit rechten Dingen zugeht. Hellboy und seine Partnerin Susan Xiang nehmen sich den Fall vor und versuchen dem Spuk auf dem Grund zu gehen. Ein Familienvater wird von einem geisterhaften Affen verfolgt, drangsaliert und weiß keinen Ausweg mehr aus der Situation. Doch genau dazu ist die Behörde ja da, also versuchen Susan und Hellboy in Gesprächen mit den Familienmitgliedern herauszubekommen, wann sich der Affe zeigt und wie sich diese Erscheinung äußert. Schnell wird dabei klar, dass in der Familie nicht alles so ist, wie es zunächst den Anschein hat. Während hier ebenfalls Mike Mignola und Chris Roberson für die Geschichte verantwortlich waren, fängt diesmal Patric Reynolds (Aliens, Joe Golem) die Verzweiflung der Familie und die beklemmende Situation ein. So spielt die gesamte Geschichte ausschließlich im Haus der Familie Koestler, was Reynolds mit gedeckten Farben im Hintergrund gut zur Geltung bringt. Hellboy sticht mit seiner roten Hautfarbe hervor, in diesem Setting, was sich ausschließlich bei künstlichem Licht im Inneren des Hauses abspielt. Dennoch gelingt es Reynolds auch in den Gesichtern genug Ausdruck zu inszenieren, damit die Geschichte nicht ins Lächerliche abgleitet. Sie endet mit einem kleinen Twist, der an dieser Stelle nicht verraten wird.

Hellboy muss sich in seiner Jugend bereits mit Nazis und Dämonen auseinandersetzen.

Die zweite längere Geschichte mit dem Namen „Geistermond“ versetzt die Behörde in einen Einsatz nach China. Lady Cynthia bittet Professor Bruttenholm um Hilfe bei einem Fall, wo einer Ihrer Agenten in einem Einsatz auf Abwegen gelangt ist. Es geht um die Suche nach einem Artefakt, genauere Angaben bekommt das Team rund um Archie Muraro, Susan Xiang und Hellboy nicht, weswegen sie nicht wissen was sie erwartet. Vor Ort stellen sie schnell fest, dass der verschwundene Agent scheinbar etwas mit dem Artefakt zu tun hat, aber auch die Bewohner vor Ort sind von einer nicht näher definierten Energie befallen. So trifft das Team auf die Dorfbewohner, die in einer Art Trance in einem Kreis aufgereiht liegen und nicht ansprechbar sind. Weiterhin spürt Susan als Medium eine starke Präsenz eines Lebewesens, das die Energie der Umgebung aufsaugt und in einer Art Urne sammelt. Doch das Team ist nicht allein vor Ort, auch zwei Monster, eines mit einem Stierkopf, eines mit einem Pferdekopf ausgestattet, sind auf der Suche nach dem Artefakt beziehungsweise nach dem, was in dem Artefakt gesammelt wurde. Hier scheint sich die gesammelte Energie der Bewohner an einem konkreten Ort zu bündeln, weswegen beide Parteien nicht umhin kommen gegeneinander zu kämpfen. Letztendlich stellt sich heraus, dass sowohl die beiden Monster als auch der Trupp um Hellboy auf der Suche nach dem Artefakt sind. Dies endet alles in einem gelungenen Finale, bei dem Susan noch auf einen einheimischen Menschen trifft, der scheinbar ein weiteres Geheimnis in sich trägt, was innerhalb dieser Geschichte nicht mehr aufgegriffen wird. Man darf gespannt sein, ob dieses Geheimnis in einem der weiteren Geschichten aus dem Jahr 1955 noch aufgegriffen wird. Zum Schluss beenden Hellboy und seine Mitstreiter das Elend der Dorfbewohner und finden den verschollenen Agenten sowie das Artefakt.

In Geistermond schöpfen Mike Mignola und Chris Roberson aus dem Vollen und erzählen eine typische aber auch spannende Geschichte rund um die Agenten der B.U.A.P. und Hellboy. Ich hoffe, dass der kleine Cliffhanger im kommenden Buch mit den Geschichten aus dem Jahr 1955 noch aufgegriffen wird, aber auch so findet die Geschichte um den Geistermond vorerst zu einem befriedigenden Ende. Zeichner Brian Churilla (Hellbreak, Godzilla) „untermalt“ die Geschichte gekonnt mit tollen Zeichnungen, passenden Farbgebungen im Hintergrund  und löst sich von einer starren Panel-Struktur, sodass der Leser nie weiß, was ihn auf der nächsten Seite erwartet.

Abgeschlossen wird der Band von einer 8-seitigen Kurzgeschichte vom legendären Zeichner Richard Corben, der in „Der Spiegel“ nur kurz zeigen kann, warum er nach wie vor zu einem der fleißigsten und besten Künstler seiner Zunft gehört. Wirklich beeindrucken konnte mich diese Geschichte nicht, aber ich will mich natürlich auch nicht beschweren, dass sie hier enthalten ist.

Wie bei Cross Cult üblich, schließt mit der Kategorie „Sketchbook“, in der Skizzen, Storyboards und Cover aus den vorliegenden Geschichten enthalten sind und die wie gewohnt vom Herausgeber der englischen Ausgabe, Scott Allie, kommentiert wurden.

Fazit

Abschließend bleibt mir als Fazit nur zu sagen, dass mit Hellboy und die B.U.A.P. 1954 ein paar schöne Geschichten gesammelt wurden, die sich für den neuen Leser durchaus als typische Hellboy-Geschichten präsentieren. Wer Hellboy neu für sich entdeckt hat, findet hier ein paar tolle Geschichten vor, die nicht allzu sehr im Kontext der Gesamtdramaturgie rund um Hellboy und dem Universum stehen, weswegen ich hier ruhigen Gewissens diesen Band auch für Neueinsteiger empfehlen möchte. Alternativ könnt ihr auch zu den beiden Büchern für die Jahre davor greifen (1952 und 1953), genießen könnt ihr die vorliegenden Geschichten aber auch ohne große Vorkenntnisse. Alteingesessene Fans haben mit Sicherheit schon bessere Geschichten rund um die Behörde und Hellboy gelesen, finden hier aber auch noch ein paar schöne Geschichten rund um Hellboys Jugend vor, losgelöst vom großen Ganzen in der Mignola-Welt.

 

Hellboy 17: Hellboy und die B.U.A.P. 1954 ist erschienen bei Cross Cult – ISBN: 978-3-959818-87-2

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