B.U.A.P. Die Froschplage Band 1 – Unsere Comic-Rezension

B.U.A.P. Die Froschplage Band 1 – Unsere Comic-Rezension

Morgen startet der neue Hellboy-Film „Hellboy – Call of Darkness“ in den deutschen Kinos. Dieser Tage feierte Hellboy auch sein 25-jähriges Jubiläum, seit er das erste Mal in einem Comic auftauchte. Grund genug uns ein wenig mit der Materie auseinanderzusetzen und zu schauen, welche Lektüre man den neugierigen Kinogängern eventuell empfehlen kann, um weiter in das Hellboy-Universum vorzudringen.

Zunächst einmal besteht das Hellboy-Universum mittlerweile aus verschiedenen Comic-Reihen, die zu einem großen Teil miteinander verwoben sind, aber auch teilweise alleinstehend gelesen werden können. Grundlage für den Film waren die über Jahre erschienenen Geschichten “Der Ruf der Finsternis” und “Der Sturm”, in denen Schöpfer Mike Mignola keltische Mythen und Teile der Artussage in die “Hellboy”-Legende einfließen ließ. Die Geschichten liegen im Hellboy-Kompendium 3 gesammelt vor, erschienen im Cross Cult Verlag. Wollt ihr jedoch von Beginn an in die Hellboy-Welt einsteigen, empfiehlt sich dazu natürlich das Hellboy-Kompendium 1, wo die ersten 3 Bände von Hellboy versammelt sind. Ebenfalls einen guten Einstieg in die erweiterte Welt von Hellboy liefert euch der hier nun zu besprechende Band aus der Spin-off-Reihe B.U.A.P., der die Abenteuer der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen nachzeichnet. Im Verlauf der Abenteuer von Hellboy und seinen Kollegen von der Behörde kommt es nämlich zu einem Bruch, bei dem Hellboy die Behörde verlässt und fortan allein auf Entdeckungstour geht.

Der vorliegende Band zur Froschplage setzt unmittelbar nach diesem Verlust von Hellboy ein und macht die anderen Charaktere aus dem Hellboy-Universum zu den Protagonisten, allen voran Abe Sapien, Liz Sherman, Roger der Homunkulus, das Medium Johann Kraus und als Einsatzleitung Dr. Kate Corrigan. Die Geschichten rund um das Team wurden in der Folge auch nicht mehr allein von Mike Mignola gezeichnet und erdacht, sondern man experimentierte ein wenig herum, bis sich nach und nach ein kreatives Kernteam herauskristallisieren sollte. Aus diesem Grund sind die hier enthaltenen Geschichten auch eine Mischung aus unterschiedlichen Talenten, was sowohl die Erzählungen als auch die Zeichnungen und Kolorierungen angehen. Das mindert nur bedingt die Qualität, denn die Nebenreihe rund um das B.U.A.P.-Team hält sich bis heute, auch wenn der Story-Bogen rund um die Froschplage vor langer Zeit bereits abgeschlossen wurde und die Agenten es mittlerweile mit der Hölle auf Erden zu tun haben.

In der Geschichte “Hohle Erde” befreien Abe und seine Kameraden Liz Sherman aus den Fängen eines unterirdischen Ungeheuers.

 

Zu Beginn des Buches begeben sich Abe, Roger, Johann und Kate in „Hohle Erde“ auf die Suche nach Liz Sherman, die sich vor 2 Jahren in ein entferntes Kloster zurückgezogen hatte, um die Behörde und ihre Freunde nicht mit ihrer Feuerkraft als Brandstifterin zu gefährden, die sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht unter Kontrolle hat. Weitere Kurzgeschichten folgen, die unsere neuen Protagonisten ein wenig näher beleuchten und sie bei Einsätzen zeigen. Dabei greift Cross Cult zu einem großen Teil auf die bereits veröffentlichten (und vergriffenen) Geschichten aus den ersten beiden B.U.A.P.-Bänden zurück, die bereits 2005 und 2006 in Deutschland erschienen sind. Bevor wir aber zur Hauptgeschichte, oder sollten wir sagen, zur Hauptplage kommen, können die Leser noch in folgende Geschichten eintauchen:

  • Hohle Erde
  • Der Killer in meinem Kopf
  • Abe Sapien versus Wissenschaft
  • Die Trommeln der Toten
  • Der Geist von Venedig (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Dunkle Wasser
  • Nachtzug (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Da ist etwas unter meinem Bett (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Ein normaler Tag bei der B.U.A.P. (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Die Froschplage

Die ersten 4 oben aufgeführten Geschichten sind diesmal auch koloriert und nicht in schwarz-weiß abgedruckt. Neben den bisher unveröffentlichten Erzählungen lohnt sich für den geneigten Sammler, der die originalen Veröffentlichungen bereits besitzt (so wie ich), aus diesem Grund die Neuveröffentlichung dennoch. Das Buch ist, wie man es nun bereits seit Jahren von Cross Cult gewohnt ist, in Hardcover gebunden und was die Papier- und Druckqualität angeht hochwertig ausgestattet. Auf knapp 400 Seiten erwarten euch damit eine Menge Abenteuer rund um die Einsatztruppe, auch ohne Hellboy wird es da nicht langweilig – erst recht nicht, wenn mit der Froschplage Guy Davis als Zeichner und Dave Stewart als Kolorist übernehmen.

Die Froschplage beginnt zunächst ganz unscheinbar, wird die Agenten der B.U.A.P. aber noch an ihre Grenzen bringen.

 

Die Froschplage ist daher natürlich mit knapp 130 Seiten auch die längste Geschichte des Bandes. Dort finden sich ebenso wie in den vorhergehenden Geschichten noch viele Verweise auf frühere Einsätze der Agenten oder auf Abenteuer von Hellboy. Im Mittelpunkt steht der Ausbruch einer Plage, die Menschen in froschähnliche Kreaturen verwandelt, ausgelöst von einem mysteriösen Pilz, der seine Sporen dadurch immer weiter verbreitet. Das Team rund um Abe Sapien macht sich auf den Weg, die Hintergründe der Plage zu ergründen, nichtsahnend, dass diese Geschichte nur den Anfang dessen darstellt, was noch auf sie zukommen soll. Begleitend dazu ergründen Mignola und die anderen dabei noch die Vorgeschichte und den Hintergrund der Figur Abe Sapien, über den bis zu diesem Zeitpunkt noch recht wenig bekannt war. Im Lauf der Jahre sollte dieser Charakter aber auch eine eigene Reihe bekommen (hierzulande zu einem großen Teil in den Hellboy-Universum-Büchern gesammelt), um den Charakter feiner auszuarbeiten.

 

Fazit

Auch wenn ich den Anfang der Froschplage nun zum wiederholten Male gelesen habe, er macht mir immer wieder Spaß. Band 1 aus der Froschplage-Saga stellt noch dazu einen tollen Einstieg in das erweiterte Hellboy-Universum dar. Dabei lassen sich sowohl die Kurzgeschichten als auch die Haupt-Story in diesem Buch hervorragend ohne weitere Vorkenntnisse lesen und genießen. Hier bekommt ihr einiges geboten, was auch durchgehend die Atmosphäre des Hellboy-Universums einfängt, wobei die Geschichten rund um die Behörde eher nicht im Bereich der Märchen und Sagen angesiedelt sind, wie ein Großteil der ersten Hellboy-Geschichten. Bei den B.U.A.P. stehen vielmehr Mystery- und Pulp-Elemente im Vordergrund, die nicht umsonst viele Leser auch an die Geschichten und Kreaturen von Lovecraft erinnern. Sammler und Stammleser der B.U.A.P.-Comics bekommen mit den neu hinzugefügten Geschichten (siehe Auflistung oben) ebenfalls einen guten Grund, sich das Buch erneut zu kaufen, falls sie die zwei Original-Bände bereits besitzen. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt in die Welt einzusteigen, auch ohne den neuen Hellboy-Film gesehen zu haben. Hellboy und die Abenteuer rund um die Behörde bieten euch phantastische Geschichten in einer Welt voll von Pulp, Mythen, Märchen und Sagen. Ich lasse mich immer wieder gerne in dieses Universum hineinziehen und kann euch den Einstieg mit dem ersten Band der Froschplage nur wärmstens empfehlen.

 

B.U.A.P. Die Froschplage Band 1 ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3959818995

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Wenn ihr bei Hellboy zu Beginn einsteigen wollt, empfehle ich euch das Hellboy Kompendium 1 erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3864259852

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Wenn ihr die Geschichte des neuen Hellboy-Filmes nachlesen wollt, steigt ihr beim Hellboy Kompendium 3 ein, ebenfalls erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3959817875

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Star Trek Discovery: Das Licht von Kahless – Unsere Comic-Rezension

Star Trek Discovery: Das Licht von Kahless – Unsere Comic-Rezension

Im Alter von ungefähr 10 Jahren bekam ich rechtzeitig zu den Osterferien die Windpocken und verbrachte den Großteil dieser Ferien auf dem Sofa unseres Wohnzimmers. Ein paar Tage zuvor erhielt ich von meinen beiden Onkels ein paar Videokassetten (VHS) mit jeder Menge Folgen von Raumschiff Enterprise (TOS) darauf, die ich mir nach und nach an den Tagen meiner Erkrankung ansah. Ich schätze knapp 60 oder 70 Folgen befanden sich auf den Bändern (nein, Schablonen der Gewalt war damals noch nicht dabei), weshalb ich so auf einen Schlag ziemlich viel Enterprise in mich aufsaugen konnte. Dabei blieb es im Lauf der Zeit natürlich nicht, auch die Filme schaute ich mir daraufhin an, sobald sie mir zur Verfügung standen. Als dann ein paar Jahre später die Nachfolgeserie „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ im ZDF lief, konnte ich mit der neuen Crew natürlich nicht viel anfangen und verschmähte diese Serie zunächst. Erst ein paar Jahre später wiederum entdeckte ich The Next Generation (TNG) auf Sat 1 für mich und blieb dann auch bis zum Schluss der Serie verhaftet. Anfang der 90er-Jahre war Sat 1 ja sowieso als DER Star Trek-Sender bekannt, liefen dann dort nicht nur die Abenteuer der neuen Crew, sondern auch die Wiederholungen der alten Crew (irgendwann auch mit den Schablonen) sowie die Nachfolgeserien Deep Space Nine, Voyager und auch Star Trek: Enterprise. Jeden Nachmittag nach der Schule schaltete ich um 14 oder 15 Uhr auf Sat 1 und schaute mir die neueste Star Trek-Folge an oder auch eine Wiederholung, das war völlig egal. Bis zur ersten Staffel Star Trek: Enterprise (anfangs noch ausschließlich Enterprise genannt) blieb ich am Ball, dann ließ das Interesse vorerst nach. Dennoch kaufte ich mir im Lauf der Jahre auch Fachbücher zu den Serien, ging für die neuesten Star Trek-Filme ins Kino und spielte auch das eine oder andere Videospiel aus der Reihe. Star Trek ist mein Wohlfühl-Universum, also die Welten, in die ich immer wieder eintauchen kann und die mich immer wieder aufs Neue begeistern können.

 

Kanon oder Non-Kanon, das ist hier die Frage

Doch warum erzähle ich euch das alles? Ganz einfach, damit ihr wisst, wie ihr meine Rezension zu Star Trek Discovery: Das Licht von Kahless einordnen könnt. Ich bin ein Fan der alten Schule, der die Abrams-Filme als unterhaltsam, aber nicht als Star Trek anerkennt und der sich durchaus etwas aus dem Star Trek Kanon macht. Ich bin kein „Kanon-Nazi“, also jemand der alles auf die Goldwaage legt, aber insgesamt sollte das, was erzählt wird, schon stimmig sein und ins Gesamtkonzept passen. Auftritt Star Trek Discovery im Jahr 2017. Schon die Kinofilme aus dem Jahr 2009 und folgend spielten in einer anderen Zeitlinie oder einem anderen Universum. Zunächst „Abramsverse“ genannt, kristallisierte sich im Lauf der Zeit der Name „Kelvin-Timeline“ heraus, benannt nach dem zerstörten Schiff zu Beginn des Filmes aus dem Jahr 2009. In dieser Timeline sollte nun auch Star Trek Discovery spielen, so nahm man an, weil hier nun mit Michael Burnham eine Halbschwester von Spock präsentiert wurde, die zuvor noch nie Erwähnung fand. Um den Rahmen dieses Reviews nicht zu sprengen, machen wir einen großen Schritt in die Gegenwart, zum Zeitpunkt wo ich diese Zeilen schreibe, sind 11 Episoden der zweiten Staffel von Star Trek Discovery verfügbar und im Internet macht die Aussage die Runde, Discovery würde zum Abschluss der aktuellen Staffel zeigen, wie es in den Kanon passt, also nicht in einer alternativen Zeitlinie stattfindet.

Damit ich jetzt hier nicht das ganz große Fass mit den Erkenntnissen aus YouTube-Videos der letzten Wochen und den 25 Prozent Unterschied zwischen Kelvin-Timeline und Original-Kanon aufgemacht werden muss, kommen wir mal zum Plot des Comics. Nur kurz zum Abschluss, ich bin im Moment nicht der Meinung, dass Discovery in den Kanon passt und es ist mir auch bis heute schleierhaft, warum man immer wieder in dieselbe Zeitperiode zurückkehrt, wo das Star Trek Universum doch so viele Möglichkeiten bietet und insbesondere ein Zeitsprung in ein nächstes Jahrhundert den Machern völlige Freiheit versprechen würde. Nun ja, Picard wird ja auch nochmal vor den Karren gespannt, das scheint das höchste der Gefühle zu sein, was man sich bei CBS derzeit traut. 20 Jahre nach dem Ende von The Next Generation einen alternden Jean-Luc zu zeigen…

Zurück zum Licht von Kahless. Nachdem man in der ersten Staffel von Discovery die Fans mit dem neuen äußeren Erscheinungsbild der Klingonen bereits vor den Kopf gestoßen hatte, schnappen wir uns nun diesen Prequel-Comic zur Serie und schauen einmal, was wir daraus für neue Erkenntnisse ziehen können. Selbstverständlich lässt es sich nicht vermeiden, dass wir dabei Spoiler ansprechen, also wer die erste Staffel von Star Trek Discovery noch nicht gesehen hat, sei gewarnt.

 

Klingonen auf der Suche nach dem Leuchtfeuer

Die Geschichte des Comics beginnt mit T’Kuvmas Tod. L’Rell erzählt Voq die Geschichte vom neuen religiösen Führer der Klingonen T’Kuvma und nimmt den Leser gleichzeitig mit auf dieses Abenteuer. Bereits in jungen Jahren ist T’Kuvma eines der schlauesten Mitglieder seines Hauses, gerät aber schließlich in die Mühlen der Politik und wird auf den Planeten Boreth geschickt. Von dort kehrt man in der Regel nicht zurück, allerdings schafft T’Kuvma diese Herausforderung und geht dort als Sieger hervor. Als er dann nach Hause zurückkehrt, hat sich dort einiges verändert, seine Schwester hat sich mit einem anderen Klingonen verheiraten lassen und versagt ihm nun ihre Unterstützung. Mit Hilfe eines alten Raumschiffes aus dem Fundus seiner Familie geht T’Kuvma auf die Mission, das klingonische Reich zu bekehren. Nach und nach baut er eine Anhängerschaft auf und schreitet auf der Suche nach dem Leuchtfeuer des Kahless fort. Dabei findet er insbesondere unter den Armen und Hilflosen viele Mitstreiter, die sich ihm anschließen. Doch wir wissen ja, schwach zu sein ist unter Klingonen nicht hoch angesehen, dennoch schert sich T’Kuvma nicht um dieses Credo seines Volkes. Unter anderem hier merkt man im Verlauf des Comics doch die Erfahrung von Kirsten Beyer, die in der Welt von Star Trek nun wahrlich keine neue Autorin ist. Es sind dann auch eher die Kleinigkeiten, die den Fans innerhalb der Geschichte positiv auffallen, beispielsweise, dass das Schiff von T’Kuvma eine Tarnvorrichtung besitzt, diese aber noch nicht vollwertig funktioniert.

Wie T’Kuvma nun schließlich seine Machtposition beanspruchen möchte und was es im Detail genau mit dem Leuchtfeuer auf sich hat, wird im Verlauf der Geschichte auch noch geklärt, soll hier allerdings nicht verraten werden. Insgesamt werden die Klingonen innerhalb der Geschichte sehr kanongetreu dargestellt, schließlich hat man mit der Autorin Kirsten Beyer wie bereits erwähnt eine Veteranin mit an Bord, die auch schon für Voyager zahlreiche Romane geschrieben hat und auch im Autorenstab von Discovery mit an Bord ist. Optisch orientieren sich die Zeichnungen von Tony Shasteen sehr nah an der Fernsehvorlage, alle Figuren sind jederzeit wiederzuerkennen und sehen den Schauspielern aus der TV Serie zum Verwechseln ähnlich. Ansonsten orientiert sich Shasteen natürlich an der Ästhetik der TV Serie, was die Hintergründe und Umgebungen angeht, es herrschen also entsprechend dunkle und gedeckte Farben vor.

Wer oder was könnte das Licht von Kahless sein?

Fazit

Für Fans der aktuellen Serie greift der Comic einen Nebencharakter auf, der in der ersten Staffel eine wichtige Rolle spielt, und ergänzt den bisher bekannten Charakter gekonnt mit weiteren Facetten. Wer also nicht genug von den Klingonen aus Star Trek Discovery bekommen kann, dem liefert der Comic eine passende Hintergrundgeschichte, um weiter in das Universum einzutauchen. Wer wie ich an der Darstellung der Klingonen innerhalb der ersten Staffel (und soweit auch der zweiten Staffel) kein Interesse hegte, dem wird auch der Comic nicht gefallen. Überhaupt hat es die Serie bisher bis auf wenige Ausnahmen nicht geschafft, sympathische Charaktere zu präsentieren, die nicht entweder total stur und borniert sind oder als Abziehbilder von oberflächlichen Charaktereigenschaften fungieren. Star Trek Discovery ist für mich nicht im Kanon angesiedelt, auch wenn die Macher das bis zum Ende der zweiten Staffel noch so präsentieren wollen. Aber auch als Serie in einem alternativen Universum oder einer alternativen Zeitlinie bietet sie in den meisten Fällen keine guten Geschichten und teils mies geschriebene Dialoge. Wer wissen will, wie Star Trek nach Voyager weitergeht und wer genug von den Prequel- und Alternativgeschichten hat, dem empfehle ich die Romane, die ebenfalls im Cross Cult Verlag erschienen sind. Der vorliegende Comic hat mich daher ziemlich kalt gelassen und es auch nicht geschafft, mich zum Fan von Discovery zu machen.

 

Star Trek Discovery: Das Licht von Kahless ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3959818308

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Deadly Class: Die Akademie der tödlichen Künste – Unsere Comic-Rezension

Deadly Class: Die Akademie der tödlichen Künste – Unsere Comic-Rezension

Wenn man als Neuling die Titel „The Umbrella Academy“ oder „Deadly Class“ liest, denkt man unweigerlich auch an die X-Men aus dem Hause Marvel. Beides klingt nach einer Schule oder Einrichtung, in der besondere Kinder oder Jugendliche trainiert und ausgebildet werden. Im Setting der X-Men finden sich mit besonderen Gaben ausgestattete sogenannte Mutanten wieder, die für sich je eine ungewöhnliche Fertigkeit besitzen und diese im Kontext der Geschichte anwenden müssen. Da kommt die Umbrella Academy dem schon näher, bei der „Akademie der tödlichen Künste“, wie Deadly Class mit Untertitel heißt, könnten wir nicht weiter davon entfernt sein.

Ganz ehrlich, kein Wunder, dass da ein Einsteiger mitunter Schwierigkeiten bei der Abgrenzung der einzelnen Geschichten hat. Noch dazu sind beide Comics in jüngerer Vergangenheit als TV-Serien umgesetzt worden, die „Schirme“ auf Netflix und die Todesklasse auf SyFy. In Deadly Class werden Kinder und Jugendliche zu gefährlichen Assassinen ausgebildet. Marcus Lopez ist ein solcher Anwärter, er hat seine Eltern verloren und macht den amtierenden Präsidenten Ronald Reagan für seinen Verlust verantwortlich. Weil Reagan den psychiatrischen Heilanstalten der USA den Geldfluss abdrehte, wurden Hunderte psychisch kranke Menschen auf die Straßen entlassen, unter anderem die Frau, die aufgrund ihrer Schizophrenie stark selbstmordgefährdet war und sich von einer Brücke stürzte. Sie fiel auf die Eltern von Marcus, die beide sofort Tod waren und ihn als Waisen zurückließen.

Ronald Reagan ist Präsident? Achso, die Geschichte spielt in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Marcus lebt auf der Straße, weil er es im Waisenhaus nicht mehr ausgehalten hat und schlägt sich mehr schlecht als recht durch. Jedoch wird nach ihm polizeilich gesucht, weswegen er auf der Flucht ist und sich verstecken muss. Da kommen ihm unbekannte Personen zur Hilfe, die sich um die Cops kümmern. Jedoch entführen ihn diese Personen auch und nehmen ihn mit zur Akademie der tödlichen Künste. Dort werden die besten Assassinen der Welt ausgebildet und Marcus bekommt einen Platz angeboten. Nach anfänglichem Zögern nimmt er diese Chance wahr, auch weil das bedeutet von der Straße runterzukommen. In der Akademie lernt er die anderen Mitschüler kennen und bemerkt, dass sich dort auch bereits einzelne Cliquen gebildet haben. Nicht ganz sicher, zu welcher Gruppierung er sich zuordnen soll, kommt es wie es kommen musste: Marcus macht sich unbeliebt. Doch nicht nur das, die Umgebung der Akademie fördert seine Aggressionen und er tötet seinen ersten Menschen bei seinem ersten Auftrag. Hin- und hergerissen zwischen seinem alten Leben und den neuen Verführungen, auch weiblicher Natur, gerät Marcus in einen Strudel von Ereignissen, der ihn zum Schluss des ersten Bandes als Teil einer besonderen Clique zurücklässt.

Fiebrig und Neonfarben

Im Verlauf der Geschichte erfährt der Leser nur oberflächlich von der Vergangenheit von Marcus Lopez. Warum ihn die Polizei sucht, wird nicht aufgeklärt, weiterhin wird er von einer weiteren Person gesucht, die ihn ebenso tot sehen möchte. Marcus verstrickt sich immer mehr in seine Rolle als künftiger Assassine, gleichzeitig arbeitet Deadly Class aber auch eine Coming of Age-Entwicklung aus, die in Zusammenhang mit den Mitschülern, Drogen, Waffen und der Frage nach Identität steht. Insgesamt erfahren wir als Leser aber nur wenig über die Motive der anderen Protagonisten, auch wenn diese durch einige Handlungen oberflächlich charakterisiert werden. Die Ausbildung wird im vorliegenden Band so gut wie gar nicht behandelt, vielmehr arbeitet sich Rick Remender am Setting und den Figuren ab, mir wie gesagt noch zu oberflächlich. Warum die anderen Schüler in der Akademie sind, wird so gut wie gar nicht dargestellt. Eventuell wird dies in den Nachfolgebänden noch mehr ausgearbeitet, hier schwelgt Remender lieber in Beschreibungen von Drogenerfahrungen und der Abarbeitung von Teenager-Klischees. Alle sind mies drauf und gewaltbereit, das wird schon klar. Dazu gesellt sich der Ausflug nach Las Vegas in der zweiten Hälfte des Buches, wo jede Pore nach Hunter S. Thompson und dessen Werk „Fear and Loathing in Las Vegas“ schreit.

Passend dazu ergänzen die Zeichnungen von Wes Craig und insbesondere die Kolorierung von Lee Louhridge das Erzählte um ein Vielfaches und heben es auf eine höhere Ebene. Gekonnt löst sich Craig von starren Panels und verbindet manches Mal auch zwei oder mehr Panels untereinander, auch wenn sie sonst unabhängig voneinander gesehen und gelesen werden. Das macht schon eine Menge Spaß zu Entdecken. Die Protagonisten sind durch die Bank als vom Leben gezeichnete Figuren angelegt, was sich auch im Artwork wiederfindet. Dies gepaart mit den teils neonfarbenen Hintergründen von Louhridge, die sich den Situationen entsprechend mal fiebriges Pink, betäubendes Blau bis hin zum intensiven Gelb und Orange. Einfach passend für das Jahrzehnt und auch immer raumfüllend, also ohne Zwischenübergänge. Deadly Class startet optisch stark, erzählerisch ist da noch Luft nach oben. Die Atmosphäre ist aber bereits jetzt gut gelungen und toll umgesetzt.

Auf welcher Seite steht ihr? Oben oder unten?

 

Fazit

Wo Remender mich in der Geschichte bisher nicht packen konnte, schafft er es aber beim Setting, sowohl geographisch als auch zeitlich. Im Anhang erläutert er, dass er im Jahr 1987, in dem auch Deadly Class spielt, selbst einen entscheidenden inneren Reifeprozess durchlebt hat. Dies verortet die Erzählung von Deadly Class für mich ergänzend noch zu einer biographischen Abarbeitung von Erlebnissen Remenders. Dadurch gewinnt das Gelesene in meinen Augen eher noch dazu, habe ich doch die Geschichte dann mit anderen Augen gesehen und mehr zu schätzen gelernt. Dadurch ändert sich meine Kritik an der Erzählweise natürlich nicht, es erweitert aber zumindest meine Perspektive von den Ereignissen und wertet das Gefühl auf, was ich beim Lesen vom Setting gewonnen habe.

 

Deadly Class Band 1: Die Akademie der tödlichen Künste ist erschienen bei Cross Cult
ISBN: 978-3959811811

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Die Gewinner der Variantcover-Ausgaben von Rick Remenders Deadly Class

Die Gewinner der Variantcover-Ausgaben von Rick Remenders Deadly Class

In Kooperation mit Cross Cult verlosten wir 3 Exemplare von Deadly Class: Die Akademie der tödlichen Künste Band 1 in einer auf 444 Stück limitierten SyFy-Variantcover-Ausgabe. Heute können wir die drei Gewinner mitteilen, gewonnen haben jeweils ein Exemplar:

  • Bianka Abel
  • Heiko Wagner
  • Falko

Wir setzen uns im Lauf des Tages mit euch in Verbindung, um alles weitere abzusprechen.

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!

The Umbrella Academy: Weltuntergangs-Suite – Unsere Comic-Rezension

The Umbrella Academy: Weltuntergangs-Suite – Unsere Comic-Rezension

And now, the end is near, and so I face the final curtain…

Nachdem ich persönlich vor ca. 10 Jahren die Weltuntergangs-Suite verpasst habe, bekomme ich im Jahr 2019 eine weitere Möglichkeit. Schließlich sollen ja alle immer eine zweite Chance erhalten dem Ereignis beizuwohnen. Ihr wollt den Untergang nicht für euch entdecken? Das wäre aber sehr schade, habt ihr denn nichts für klassische Musik übrig? Ach, es geht um eine Comic-Rezension? Weltuntergang und klassische Musik haben darin nichts verloren, sondern sind höhere Künste? Dann schaut doch weiter Netflix auf eurem Smartphone und hört Strawinsky über Spotify auf dem Küchenradio. Wobei … dann könnt ihr auch gleich The Umbrella Academy lesen, das ist eine ebenso wilde Mischung aus Genres, die euch Cross Cult ab sofort in einer neuen Edition präsentiert.

Falls ihr die Serie auf Netflix angeschaut habt und nun neugierig seid, herzlich willkommen! Falls das alles ein alter Hut für euch ist, wäre die Neuauflage dennoch auch für euch eine Überlegung wert. Neben einer Einleitung von Grant Morrison kommen im Anhang noch Scott Allie von Dark Horse (Originalverlag) sowie Zeichner Gabriel Bá zu Wort und erzählen ein wenig von den Anfängen hinter den Kulissen. Dort im Anhang findet ihr auch erste Konzeptzeichnungen sowie 2 weitere Kurzgeschichten zu der dysfunktionalen Familie vor. Doch was genau verbirgt sich hinter der Academy?

 

Warum Hargreeves die Kinder adoptiert und ihre Identitäten auslöscht, bleibt zu Beginn noch ein Geheimnis.

 

Überall auf der Welt wurden ohne Vorwarnung und vorherige Schwangerschaft 43 außergewöhnliche Kinder geboren. 7 davon adoptierte der außerirdische Wissenschaftler und vermögende Unternehmer Sir Reginald Hargreeves alias „Das Monokel“, um mit ihnen die Welt zu retten. Dafür ließ er die Kinder vor der Öffentlichkeit verstecken und bildete sie zu Superhelden aus. Jedes Kind mit einer entsprechenden Kraft ausgestattet, bildeten sie ein unschlagbares Team an Charakteren, welches die Bösewichte dieser Welt fürchten sollten. Wahrscheinlich, um ihnen emotional nicht zu nahe zu kommen, stattete Hargreeves die Kinder jedoch nur mit Nummern von 00.01 bis 00.07 aus, im Buch sprechen sie sich untereinander aber hin und wieder auch mit richtigen Namen an.

Nach einem Zeitsprung von 20 Jahren in die Zukunft setzt die Kerngeschichte der Suite ein, die Kinder sind nun allesamt Erwachsen und agieren schon lange nicht mehr als Team. Erst der Tod ihres „Vaters“ lässt sie erneut zusammenkommen, ganz so wie es eine Prophezeiung vorhergesagt hatte. Eine neue Gefahr zieht ebenso auf, sodass die Adoptivkinder gezwungen sind zusammenzuarbeiten, um die Welt vor dem Untergang zu retten. Doch dieses Mal kommt die Gefahr auch aus den eigenen Reihen…

 

Vanya alias 00.07 hat keine der besonderen Fähigkeiten erhalten, oder etwa doch?

 

Autor Gerard Way schmeißt den Leser in das Geschehen hinein. Nach einem kurzen Prolog finden wir uns schon in der Gegenwart der Geschichte vor, ohne allerdings das nötige Hintergrundwissen zu haben. Nach und nach fügt sich die Geschichte zwar im Lauf des Bandes zwar zusammen, jedoch bleibt der Leser lange Zeit im Dunkeln, worum es überhaupt geht. Das ist nicht zwangsläufig etwas Schlechtes, denn Setting und auch Zeichnungen hielten mich beispielsweise die ganze Zeit bei der Stange, ich hätte mir allerdings gewünscht, mehr von den Mitgliedern der Umbrella Academy zu wissen. Ich hatte jedoch keine rechte Ahnung, welche Kräfte den einzelnen Protagonisten zur Verfügung stehen, was den Eindruck ein wenig verstärkte, dass die Geschichte sich selbst in ihrem Verlauf einfach so ergab. So windet sich Way innerhalb des ersten Bandes geschickt damit aus der Schlinge, dass der Leser ohne Vorwissen nicht einschätzen kann, wo die Superkräfte bei den einzelnen Charakteren angelegt sind. Erst nach und nach erfahren wir von den einzelnen besonderen Fähigkeiten und wie sie einzusetzen sind. Eben dann, wenn sie zum Einsatz kommen und es die Geschichte erforderlich macht.

Das alles wird allerdings fantasiereich untermauert mit vielen witzigen, aber auch kruden Ideen, sei es bei den Charakteren oder aber in der Welt selbst. Dadurch, dass der Leser nicht alle Charaktere und ihre Fähigkeiten einschätzen kann, bleibt die Erzählung frisch und spannend, weil man nie weiß, was als nächstes passieren wird. Ein sprechender Schimpanse namens Pogo, ein außerirdischer Wissenschaftler, fliegende und zeitreisende Kinder sowie auch jede Menge frei agierender Roboter, die natürlich nichts Gutes im Schilde führen, reichern die Welt der Umbrella Academy an. Letztendlich ist der Vater der Kinder zwar tot, sein Monokel allerdings spielt noch eine entscheidende Rolle, vielleicht sogar in den weiteren Bänden.

 

Nur eine mögliche Zukunft?

 

Fazit

Inhaltlich kann ich aufgrund der zahlreichen Anspielungen und fantasiereichen Ausschmückung der Welt über die Geschichte an sich noch hinwegsehen. Dafür, dass es sich hierbei um das Comic-Debut von Gerard Way handelt, den einige vielleicht auch als Sänger der Band „My Chemical Romance“ kennen, ist das schon ein toller Einstieg, allerdings mit Luft nach oben. Zeichnerisch und gestalterisch habe ich mit Gabriel Bá überhaupt keine Probleme, er bringt die Ideen von Way scheinbar mühelos zu Papier. Dabei bewegt er sich bei den Figuren zwischen Cartoon-artiger Umsetzung wie bei Vanya Hargreeves alias 00.07 und einem aus vielen Elementen zusammengewürfelten Charakter wie Spaceboy alias 00.01 innerhalb eines weiten Spektrums. Mit Sicherheit eine tolle Erfahrung für den damals noch relativ unbekannten Bá. Unterstützt werden beide mit einer Kolorierung von Dave Stewart, der unter anderem an Hellboy, B.U.A.P. und The Goon bei Dark Horse gearbeitet hat – allesamt auf Deutsch bei Cross Cult erschienen. Falls es der geneigte Leser noch nicht wissen sollte: Dave Stewart ist ein Kolorierungs-Gott.

 

The Umbrella Academy – Neue Edition 1: Weltuntergangs-Suite ist erschienen bei Cross Cult
ISBN: 978-3-959811-73-6

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