Moonshine Band 1: Familiengeheimnisse – Unsere Comic-Rezension

Moonshine Band 1: Familiengeheimnisse – Unsere Comic-Rezension

Wenn man sagt, du kannst mich mal im Mondschein besuchen, dann klingt das doch auf das erste Gehör fast schon romantisch, oder? Ich mein, wer möchte nicht in einer lauen Sommernacht mit seinem liebsten Menschen bei Mondschein und einem leckeren Glas Wein zusammensitzen? Gemeint ist bei der Redewendung allerdings eher das Gegenteil, weitere Bedeutungen des Wortes „Moonshine“ wollen wir uns im Zusammenhang mit dem bei Cross Cult erschienenen Hardcover-Buch von Brian Azzarello und Eduardo Risso im Detail ansehen.

Mit 100 Bullets haben sich Azzarello und Risso in der Szene bereits einen Namen gemacht, ähnlich zimperlich geht es auch in Moonshine nicht zu. Das verkünden bereits die 3 Silhouetten auf dem Cover, die 3 Männer zeigen, sowohl mit einem Gewehr, als auch mit Äxten bewaffnet. Auf der Rückseite des Buches zeichnet sich eine Werwolf-Silhouette vor dem weißen Mond ab, ob das auch etwas mit der Geschichte zu tun hat? Und ob, doch der Reihe nach.

 

Die Atmosphäre von Moonshine wird direkt zu Beginn hervorragend eingefangen und stimmt den Leser gut ein. © Cross Cult

 

Wir befinden uns im Jahr 1929, noch dazu in den Vereinigten Staaten von Amerika. Wenn unsereins an diese Epoche denkt, kommt einem da fast automatisch die Zeit der Prohibition in den Kopf. Dieses Thema ist auch das Kernstück der Geschichte, natürlich geht es um Alkohol. Damals stand es unter Strafe Alkohol herzustellen und zu verkaufen. Aus der Pädagogik wissen wir jedoch, wenn etwas unter Strafe oder Verbot steht, ist es umso reizvoller sich diesem Verbot zu entziehen. Also wurde der Alkohol illegal gebrannt und hergestellt und selbstverständlich auch konsumiert. Da konnte eine Menge Geld mit verdient werden, was sich in der Unterwelt niemand zweimal sagen ließ. Doch der Nachschub war nicht immer gegeben, weswegen es wichtig und entscheidend war, die Zulieferkette nicht abreißen zu lassen. Neue Zulieferer waren daher immer gerne gesehen, insbesondere in den Städten floss der Alkohol in Strömen. Doch auch auf dem Land war man sich der Wichtigkeit des „Fusels“ bewusst und brannte auch dort was das Zeug hielt.

Die Unterweltbosse in den Städten waren also auch gezwungen, sich immer wieder nach neuen Quellen umzusehen. Von daher wurden auch immer wieder Laufburschen ausgesandt, um neue Zulieferer und Brenner ausfindig zu machen. Ein solcher Laufbursche ist unser Protagonist Lou Pirlo, der für seinen Boss Joe Masseria in die Umgebungen aufbricht, um dort neue Verträge zu schließen. Es sollte klar sein, dass die Verträge zugunsten von Masseria geschlossen werden sollen, das klappt jedoch nicht immer. Da muss Lou dann einfach nachhelfen und Überzeugungsarbeit leisten. Nun wird es von seinem Boss nach Virginia geschickt, genauer gesagt oben in den „verfickten Bergen“, um dort mit Hilram Holt einen Vertrag abzuschließen. Sein Alkohol soll der beste Stoff sein, den Boss Masseria auf jeden Fall für seine Kunden anbieten möchte. Dabei wird Pirlo freie Hand gelassen, wie er an den Vertrag herankommt.

 

Lou Pirlo erhält einen neuen Auftrag, sollte doch ein Kindespiel werden, oder? © Cross Cult

 

Vor Ort in den Wäldern und Bergen von Virginia stellt der Hinterwäldler Hiram Holt für Pirlo doch eine größere Hürde dar als gedacht. Auch wenn es Pirlo die Tochter von Holt angetan hat, stehen sowohl Holt als auch seine Handlanger dem Vorhaben von Pirlo im Weg. Holt denkt nicht im Traum daran seinen Schnaps an andere Leute zu verkaufen und geht auch ohne mit der Wimper zu zucken über Leichen, um sein Geschäft zu schützen. Zur selben Zeit befinden sich auch FBI-Agenten in den Wäldern, die die Machenschaften von Holt und seinen Handlangern stoppen wollen, dies aber schnell mit ihrem Leben bezahlen. Warum diese Agenten jedoch so zerstückelt aufgefunden werden und was sie so zerfleischt hat, ahnt Pirlo zu Beginn noch nicht. Erst nach und nach wird ihm klarer, dass Hiram Holt eventuell auch seine menschliche Gestalt eintauschen kann und dann zum Tier wird.

 

Wenn das Auto den Mann nicht umbringt, wird er dennoch nicht mehr lange zu leben haben. © Cross Cult

Fazit

Die Atmosphäre von Moonshine ist das Kernmerkmal des Comics. Unterstützt wird dies durch die Farbgebung, das unheimliche und durchaus blutige Artwork und die Bedrohlichkeit, die sich in der Geschichte andeutet. Ab der ersten Seite fühlt man sich in die Welt versetzt und spürt beim Lesen ein Unbehagen, was sich im Lauf der Geschichte des ersten Bandes auch nicht mehr ablegt. Jedoch wird vieles im ersten Band nur angedeutet, mit Traumsequenzen untermalt, als von Alkohol getränkte Wahrnehmung von Lou Pirlo dargestellt. Ich konnte als Leser nicht immer genau sagen, was nun eine Halluzination oder was Realität sein soll. Auch die Motivationen der agierenden Figuren sind nicht immer eindeutig nachvollziehbar. Lou Pirlo reitet sich von einer beschissenen Situation in die nächste, was es als Leser schwer macht, sich mit ihm als Protagonisten zu identifizieren. Hilram Holt hat auch mehr als einmal die Möglichkeit sich Lou Pirlos zu entledigen, macht dies aber nicht, sehr wahrscheinlich, weil der Protagonist noch im zweiten Band gebraucht wird.

Überhaupt mischt Autor Brian Azzarello hier viele Figuren in die Geschichte, die nur einen kurzen Auftritt haben, dann aber schnell das Zeitliche segnen. Was gut funktioniert und das Buch ein wenig über das Mittelmaß hinaushebt, ist die Darstellung der ländlichen Gegend, mit all ihren Facetten. Die Hinterwäldler benehmen sich so, wie man es erwartet, die Landschaft ist dreckig und die Hitze spürbar. Voodoo oder andere Rituale finden Anwendung und über allem steht der Alkohol, der für viele blutige Situationen und Ableben sorgt. Atmosphärisch und optisch ein gelungenes Buch, die Geschichte droht bisher noch sich zu verrennen, man darf gespannt sein, ob und wie Azzarello im zweiten Band die Kurve noch bekommt.

 

Newsbild: © Cross Cult

Moonshine: Band Eins ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3-959815-69-7

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Isola: Band Eins – Unsere Comic-Rezension

Isola: Band Eins – Unsere Comic-Rezension

Wir starten unsere Reise mitten in einem Regenschauer. Inmitten des Regens sehen wir eine Kriegerin neben einem sporadisch aufgestellten Zelt sitzen. In sich gekehrt und dennoch aufmerksam beobachtet diese Kriegerin das Lebewesen, das sich innerhalb des Zeltes befindet. Dort erkennen wir, dass es sich um keine menschliche Person handelt, sondern um einen Tiger, der dort in Ruhe schläft. Die Kriegerin, ihr Name ist Rook, wie wir später lernen werden, scheint aber eine besondere Beziehung zu dem Tier zu haben, schließlich deckt sie den Tiger mit einer Decke zu, damit dieser nicht friert. Plötzlich verlangt ein unbekanntes Geräusch ihre Aufmerksamkeit, dem sie zum Schutze des Tigers nachgeht, woraufhin sie auf einen mysteriösen Fuchs trifft. Die ganze Szenerie ist in bläulichem und grünlichem Dunkel gehalten, überhaupt trägt die Farbgebung der Hintergründe und Tageszeiten viel zur Atmosphäre und der Geschichte bei. Rook folgt dem Fuchs auf eine Lichtung, auf der sie mit Schrecken auf den von Pfeilen durchbohrten Tiger trifft, der soeben noch im Zelt schlief. Nachdem sich herausgestellt hat, dass es sich nur um eine Halluzination gehandelt hat, folgen wir dem ungleichen Duo am nächsten Morgen weiter auf ihrem Abenteuer.

 

Schnell wird bei Isola auf den ersten Seiten klar, dass die Farbgebung eine große Rolle spielt. © Cross Cult

 

Isola erzählt eine Abenteuerreise, wir begleiten Captain Rook und den Tiger Olwyn auf der Reise zur Insel Isola. Der Tiger ist jedoch nicht bloß ein Tier, bei ihm handelt es sich um die Königin von Maar, einem der Königreiche des Landes. Damit die Königin wieder von einem stummen Tiger zu einem Menschen werden kann, muss Captain Rook, Anführerin der königlichen Leibgarde, Königin Olwyn zur sagenumwobenen Insel Isola bringen. Auf dem Weg dorthin lauern allerdings viele Gefahren, zum einen haben sich einige diebische Jäger der Clans an ihre Fersen geheftet, zum anderen stoßen die beiden ungleichen Gefährten auf ihrer Reise auch auf mysteriöse Wesen. Diese Wesen haben auch nicht nur Gutes im Sinn, des Öfteren trachten sie nach dem Leben von Königin Olwyn. Aber es gibt auch Unterstützung auf ihrem Weg nach Isola, wenn auch für den Leser eher kryptischer Natur, da nicht immer klar wird, ob es sich bei den Helfern nicht doch auch um Lebewesen handelt, die ihre eigenen Absichten verfolgen.

 

Die Tierwelt und auch die einige mythische Kreaturen sind essenzieller Bestandteil der Geschichte. © Cross Cult

 

Wir lernen auch, dass es zwischen Olwyn und Rook eine etwas innigere Beziehung geben muss, wie innig wird nicht vollständig klar. Fest steht, Rook verteidigte ihre Königin mit ihrem Leben, wenn es darauf ankäme. Weiterhin sehen wir die Hintergründe, wie es zur Verwandlung der Königin in einen Tiger kam und welche Rolle der Bruder der Königin dabei spielt. In einer Auseinandersetzung tötet Captain Rook den Bruder der Königin, kann aber die Verwandlung nicht stoppen, geschweige denn rückgängig machen. Im Hintergrund spielt auch die Politik noch eine Rolle in der Geschichte, auch wenn die genauen Beziehungen der einzelnen Königreiche nicht offengelegt werden. Wir erfahren nur, dass ein Krieg auszubrechen droht, sollten Rook und Olwyn ihren Weg nach Isola nicht vollziehen können. Im ersten Band ist der Weg das Ziel, um uns Leser in die Welt von Isola einzuführen. Es werden eine Menge Beziehungen und Situationen aus der Gegenwart der Reise, aber auch der Vergangenheit gezeigt, ganz durchschauen tun wir das als Leser aber noch nicht. Einiges bleibt davon gewollt im diffusen Bereich und wird in den kommenden Bänden hoffentlich aufgelöst und erklärt. So bleibt uns bisher nur eine simpel gestaltete Geschichte, die keine Preise gewinnen wird, aber umso mehr in den Punkten Zeichnungen und vor allem Kolorierung punkten kann.

Isola kam mit großen Vorschusslorbeeren nach Deutschland und ich sehe auch warum. Was hier optisch abgeliefert wird, ist schon ein starkes Stück Comic und könnte auch locker in ein anderes Medium transportiert werden. Eine Animationsserie von Isola würde ich mir nicht nur gerne anschauen, sondern sehe sie praktisch schon vor mir, wenn ich allein nur das Artwork und die Kolorierung des Buches betrachte. Brenden Fletcher (Assassin´s Creed, Gotham Academy) und Karl Kerschl (Teen Titans: Year One, Gotham Academy) kamen mit der Idee zu Isola in Amerika bei Image Comics unter, dem Verlag also, der die Unabhängigkeit seiner Autoren und Künstler an vorderster Stelle stellt. In der visuellen Ausarbeitung wurden sie von der Koloristin Michele Assarasakorn unterstützt, die auch als M.Sassy.K bekannt ist. Unter anderem hat sie vorher auch an Gotham Academy aber auch an Critical Role Vox Machina Origins gearbeitet. Fassen wir es kurz, optisch ist Isola eine Wucht und kommt in seiner Gestaltung wirklich atemberaubend daher, die inszenatorische Gestaltung hebt das Buch auch über das Mittelmaß hinaus, was der Geschichte in meinen Augen (bisher) noch fehlt.

 

Bereits das Cover zieht einen in die Welt hinein! © Cross Cult

Fazit

Isola wurde von Cross Cult nun nach Deutschland geholt und mit dem ersten Band in einem Softcover-Einband veröffentlicht. Neben den ersten 5 Heften findet ihr auch den Prolog am Schluss des Bandes vor, der in den Vereinigten Staaten in einer separaten Heftreihe veröffentlicht wurde. Ergänzend dazu hat Cross Cult auch noch weiteres Bonusmaterial auf 15 Seiten mit reingepackt, bei dem ihr die verschiedenen Cover der Einzelhefte findet, oder einen kurzen Blick hinter die Kulissen. Ihr erhaltet also einen schönen, runden Band mit einem tollen Einstieg in die Welt von Isola. Wie ich bereits oben angemerkt habe, die visuelle Gestaltung von Isola ist teilweise wirklich atemberaubend, detailreich gestaltet und somit auf jeden Fall einen Kauf wert. Die Geschichte hat mich noch nicht richtig gepackt, es sind noch ein paar Inhalte unklar und nicht abzusehen, wohin uns die Erzählung führen wird. Mich hat es nicht gestört, es lässt auch noch einige tiefergehende Entwicklungen in den kommenden Bänden zu. Denn eines ist klar, ich möchte wissen, wie es weitergeht und welche wahnsinnigen Farben und Zeichnungen mich in den kommenden Abenteuern von Rook und Olwyn erwarten.

Newsbild: © Cross Cult

Isola: Band Eins ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3-959813-58-7

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Gung Ho Band 1: Schwarze Schafe – Unsere Comic-Rezension

Gung Ho Band 1: Schwarze Schafe – Unsere Comic-Rezension

Wenn man sich ein wenig mit den Hintergründen von Comics und den Machern beschäftigt und beispielsweise auch Fachmagazine liest oder andere Kanäle verfolgt, dann stolpert man mehrfach über den einen oder anderen Titel. Manchmal ist es nur der Name des Titels, der erwähnt wird, manchmal geht es um Autor/in oder Zeichner/in im Allgemeinen und so baut sich nach und nach ein Bild von der entsprechenden Publikation im Kopf auf. Über Gung Ho stolperte ich ebenfalls schon des Öfteren und alles, was ich davon gehört hatte, war, dass es sich um eine Mischung aus Herr der Fliegen von William Golding und Walking Dead handeln musste. Zumindest suggerierte mir das mein Verständnis, bezogen auf Gerüchte und Informationen aus dritter Hand. Ganz so falsch sind die Assoziationen natürlich nicht, es steckt immer ein Fünkchen Wahrheit darin, schließlich kamen die Informationen von Lesern, die den Comic schon gelesen hatten. Nun war es also an der Zeit, sich selbst ein Bild zu machen. Lange genug hatte ich damit gewartet, auch seit der Cross Cult-Verlag mir den ersten Band von Gung Ho freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

 

Auf dem Weg zur Siedlung 16 noch ganz unbekümmert. © Cross Cult

 

Zunächst muss ich dabei natürlich auf die Zeichnungen von Thomas von Kummant eingehen, die sofort ins Auge springen. Teilweise sehen diese wie gemalt aus, insbesondere wenn keine Lebewesen im jeweiligen Panel zu sehen sind. Das ist schon sehr beeindruckend. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich diese Kunstform des Zeichnens doch ausgestaltet werden kann. Auf der einen Seite gibt es die klassischen Herangehensweisen mit Zeichner, Tuscher und Kolorist und auf der anderen Seite werden heute auch Computer und Tablets zu Hilfe genommen, um gestalterisch tätig zu werden. Dies spaltet mitunter auch die Leserschaft, mir ist das jedoch völlig egal, welchen Ansatz ein Künstler fährt. In der Hauptsache zählt das Ergebnis und ob dieses mir gefällt.

Gung Ho wird in seiner inszenatorischen Wucht mit warmen und freundlichen Farben unterstützt. Wir erleben die Geschichte in einem Europa der nahen Zukunft. Auch wenn die zivilisatorischen Errungenschaften noch präsent sind, spielt ein Großteil der Handlung in der freien Natur. Es gibt weiterhin Gebäude und auch Elektrizität, sowohl in den großen Städten als auch in den Siedlungen, wovon eine im ersten Band die Hauptkulisse darstellt.

 

Die jugendlichen Akteure in der Übersicht. © Cross Cult

 

Die beiden jugendlichen Brüder Archibald (Archer) und Zacharias (Zack) kommen mit einem Versorgungszug aus der Stadt in die Siedlung 16, auch genannt „Fort Apache“. In der Stadt lebten sie bereits in einem Waisenhaus, da sich jedoch insbesondere Archibald nur schwer an Regeln halten kann, obwohl er der ältere der beiden Brüder ist, stellt Siedlung 16 nun ihre letzte Chance dar, sich irgendwie einer Gruppe von Menschen einzufügen. Die Welt wurde von mutierten Raubtieren erobert, die überlebenden Menschen haben sich in versprengten, von der Außenwelt möglichst abgetrennten Festungen zusammengefunden. In Siedlung 16 leben knapp 400 Menschen innerhalb von hohen Mauern und Palisaden, draußen davor machen die sogenannten Reißer (affenähnliche Lebewesen) Jagd auf alles was sich bewegt. Innerhalb der Siedlung haben eine wenige erwachsene Leute das Sagen übernommen, ansonsten finden sich dort auch Jugendliche sowie Kinder, quasi eine Kommune. Ava Kingsten ist eine der Anführerinnen in Siedlung 16, ein weiterer ist Mr. Bagster, der sich gemeinsam mit einigen Handlangern um die Inventarbestände kümmert. Ziemlich früh im Buch wird klar, dass es innerhalb der Siedlung unterschiedliche Gruppierungen gibt, die nicht immer zum Wohle aller zusammenarbeiten.

Diese Zerrissenheit spiegelt sich auch in den jugendlichen Gruppen wider, in der sich Archer und Zack zunächst einmal beweisen müssen. Das Einfinden in die Siedlung und in die jeweiligen Gruppen stellt die Kernhandlung von Band 1 von Gung Ho dar. Insgesamt ist die Geschichte auf 5 Bände angelegt, wovon der vierte Band vor Kurzem erschienen ist. Die Ereignisse kulminieren in einem kleinen Showdown, der den ersten Band gekonnt abrundet und nicht zu viel verrät, es kommt zu einer ersten Begegnung der Leser mit den Reißern.

 

Zack ist zwar der ruhigere der beiden Brüder, dennoch weiß er sich zu wehren. © Cross Cult

Fazit

Über die visuelle Inszenierung habe ich schon positive Worte verloren, aber auch die erzählte Geschichte nimmt sich Zeit, die Protagonisten und mögliche Antagonisten (nicht nur die vor den Mauern, sondern auch die innerhalb) vorzustellen. Dabei gelingt es Benjamin von Eckartsberg nicht in klischeebehaftete Erzählstrukturen abzugleiten und meine Befürchtungen eines weiteren „Endzeit-Szenarios mit Zombies“ zu zerstreuen. Die Charaktere sind jederzeit glaubhaft und verhalten sich entsprechend, wobei ich gespannt bin, wie sich diese weiterentwickeln. Auch wenn Archer hier zunächst als egoistisches Arschloch porträtiert wird, glaube ich, dass wir auch bei ihm eine Entwicklung im Laufe der Reihe sehen werden. Zack hat mich im Verlauf des ersten Bandes bereits überrascht und macht trotz seines älteren Bruders einen vernünftigeren Eindruck, auch wenn man nicht weiß, wann bei ihm vielleicht die Hormone verrücktspielen. Gung Ho hat meine zugegeben niedrigen Erwartungen und mein Schubladendenken bei Weitem übertroffen und mir Spaß beim Lesen und beim Anschauen der Zeichnungen beschert. Für mich ist das nun bereits kein Geheimnis mehr, aber je mehr ich mich mit dem Thema Comic/Graphic Novel beschäftige, desto mehr deutsche Künstler entdecke ich, die sich bei Weitem nicht vor den Großen der Zunft verstecken müssen. Ich kann gar nicht erwarten, mehr von Nic Klein (Drifter), Franziska Ruflair (Adventure Huhn), Christin Wendt & Ronja Büscher (Message) oder auch Benjamin von Eckartsberg und Thomas von Kummant zu lesen und zu entdecken. Spannende Künstler, von denen ich gerne mehr in die Öffentlichkeit rücken würde.

 

Newsbild: © Cross Cult

Gung Ho Band 1: Schwarze Schafe ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3-864253-85-0

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Geschichten aus dem Hellboy-Universum VIII – Unsere Comic-Rezension

Geschichten aus dem Hellboy-Universum VIII – Unsere Comic-Rezension

Mit den dicken Bänden aus der Reihe „Geschichten aus dem Hellboy-Universum“ sammelt der deutsche Cross Cult-Verlag immer einige der amerikanischen Veröffentlichungen im Hardcover-Format. Dabei geht man generell chronologisch vor, umfasst aber nicht nur eine der vielen Hellboy-Ableger-Reihen, sondern veröffentlicht gleich mehrere dieser Spin-off-Serien in diesen Bänden. So fanden sich in den letzten „Ziegelsteinen“ (wie die Bücher liebevoll genannt werden) die Fortführungen der Reihen B.U.A.P. – Hölle auf Erden, Abe Sapien, Witchfinder, sowie Sledgehammer 44 oder auch Lobster Johnson. Speziell in diesem aktuellen Band liegen nun Abe Sapien: Heilige Orte, B.U.A.P. – Hölle auf Erden: Die Teufelsflügel, Witchfinder: Die Rätsel von Unland sowie Abe Sapien: Eine große Finsternis erstmals in deutscher Übersetzung vor. Wie gehabt sind die Bände auf 1.111 Exemplare limitiert, es heißt also schnell zuschlagen, bevor die Chance vertan ist.

Für Neueinsteiger sind die Geschichten in diesem Band nur schwer zu verstehen, bilden sie doch allesamt Fortführungen von den Ereignissen aus vorherigen Veröffentlichungen der entsprechenden Reihen. Zum Abschluss gebracht wird ebenfalls keine der vorliegenden Reihen, da werden in Zukunft (hoffentlich) noch mindestens 3 Veröffentlichungen von Cross Cult folgen, wobei bei der Behörde zur Untersuchung und Abwehr Paranormaler Erscheinungen bereits ein weiterer Zyklus auf Englisch veröffentlicht wurde. Genug Geplänkel, steigen wir mal ein:

 

Sowohl unter als auch über Wasser sind die Kräfte von Abe Sapien gefragt. © Cross Cult

 

Die ersten knapp 140 Seiten des Omnibus-gleichen Werkes widmen sich zunächst der weiteren Reise von Abe Sapien, der von den Erinnerungen an all die Tode, die er gesehen und verursacht hat, heimgesucht wird. Dies veranlasst ihn an den Ort zurückzukehren, an dem seine letzte Verwandlung begann. Auf dieser Suche dringt er unabsichtlich in einen „Garten Eden“ ein und befreit eine gefesselte Frau namens Grace aus einer einsamen Hütte. Auf den ersten Seiten dieser Episode namens „Der Garten“ wird die Geschichte aus Sicht eines jungen Mannes erzählt, der Grace in seiner Hütte gefangen hält. In seinem Wahn sieht er Abe als die Schlange an, die seinen Garten Eden erobern und ihn verführen will. Es kommt zu einer Auseinandersetzung aus der Abe Sapien erfolgreich, jedoch verletzt, hervorgeht. Dies alles geschieht komplett ohne Dialoge und durchgängig mit 3 gleichgroßen Panels pro Seite, wir lernen die Vorgeschichte dieses namenlosen Mannes kennen und wir sehen in Rückblenden auch wie Grace zu diesem Mann kam, mit dem sie vorher keine Verbindung hatte.

Diese ersten knapp 25 Seiten sind mit das Beste, was in diesem Hardcover-Band zu finden ist. Lediglich die Kurzepisode namens „Plage“ aus dem B.U.A.P.-Band sticht für mich ebenso aus der ersten Hälfte des Buches hervor. Im weiteren Verlauf von Abes „Odyssee“ nimmt er Grace mit und sie stoßen auf weitere Überlebende in der Hütte eines „Heilers“, später schließen sie sich dann einer Gruppe an, die einem Totenkult huldigt. Es werden neue Charaktere eingeführt, Grace und Abe schreien sich an, machen sich gegenseitig Vorwürfe und nebenbei schlachtet Abe ein paar Monster ab, die derzeit nun aufgrund seines Verhaltens in der Vergangenheit auf der Erde wandeln. Abe kehrt auch an den Ort zurück, an dem er von Fenix erschossen wurde, und trifft dort auf zwei Kulte, von denen einer zu Abe betet. Durch die Transformation von Abe sehen sie ihn als Teil der großen Monsterinvasion an, da er sich optisch diesen Kreaturen angenähert hat.

Zum Teil kommt im zweiten Abe Sapien-Band „Eine große Finsternis“, der im hinteren Teil des Buches zu finden ist, ein wenig „Hellboy-Feeling“ auf, ohne jedoch den roten Teufel in der Geschichte vorzufinden. Generell muss ich aber sagen, dass mir Abes Geschichte so gar nicht gefällt, mir sind auch die Charaktere, denen er im Lauf seines Road Trips begegnet, herzlich egal. Zwischendurch kommt ein wenig Walking Dead-Gefühl auf, weil die Gruppe sich immer wieder Angriffen ausgesetzt sieht und sich auch kleinere Gruppierungen und Interessensgemeinschaften bilden. Alles in allem sehe ich bei Abe keine große Weiterentwicklung in seiner Geschichte. Im Gegenteil: Es kommt mir eher so vor, als dass diese ganzen Nebenepisoden nur eingesponnen wurden, um die Reihe in die Länge zu ziehen oder sie irgendwann mit der B.U.A.P.-Reihe wieder zusammenzuführen?

 

Kaiju-ähnliche Kreaturen wandeln durch die Gegend und verwüsten alles. Wahrlich die Hölle auf Erden. © Cross Cult

 

Die Mitglieder der B.U.A.P. sehen sich ähnlichen Gefahren gegenüber, betrifft die Hölle auf Erden doch auch sie, schließlich fallen an allen Ecken und Enden neue Monster auf die Erdoberfläche ein. Doch auch in der Behörde ist man nicht sicher vor Gefahren und so wird Kate von einer bösen Macht übernommen, die sie wirre Dinge tun lässt. Parallel dazu stößt Professor O´Donnell im Archiv auf eine Akte und wir durchleben gemeinsam mit ihm eine Episode aus der Vergangenheit. Dies betrifft natürlich auch die aktuellen Begebenheiten mit Kate und alles kommt wieder zu einem guten Ende. Parallel dazu muss sich Johann Kraus in Japan mit gigantischen Monstern aus einer anderen Dimension herumschlagen, die sich in Kaiju (Monsterfilm)-Manier gegenseitig das Fressbrett polieren. Diese Episode ist recht unterhaltsam, weil es dort ein wenig Monsteraction gibt. Dort vor Ort befindet sich auch ein Portal zu einer Paralleldimension, welches von einem Professor, dessen Verstand sich auf der anderen Seite dieses Portales befindet, gesteuert wird. Dieser Professor scheint ein Bindeglied zwischen den Dimensionen zu sein, zeichnete er doch seit Jahren immer und immer wieder eines der Monster, was schlussendlich dann auch aus der anderen Dimension auf die Erde gelangt. Wieder einmal sind die Protagonisten, in diesem Fall Johann und einige andere Agenten, nur Statisten und können nicht wirklich etwas ausrichten. Diese Prämisse zieht sich leider durch das gesamte Buch, doch dazu später mehr.

Ein Lichtblick ist dann die kurze Episode namens „Plage“, in der sich Johann, Liz und einige andere B.U.A.P.-Agenten sich vor Ort in Santa Fe befinden und den dortigen Höllenbewuchs auf der Erdoberfläche begutachten. Protagonist dieser kurzen Episode ist ein Mann namens Aaron, der in einem Café arbeitet und sich schon seit Wochen mit einem toten Monster in der Nähe seiner Stadt klarkommen muss. Gemeinsam mit den verbliebenen Anwohnern versuchen sie das Beste aus der Situation zu machen und versuchen die Pilz-ähnlichen Gebilde zu vermeiden, die einigen anderen Menschen schon das Leben gekostet haben. Auch wenn die Episode nicht gut ausgeht, hatte ich hier endlich mal wieder das Gefühl eine Kurzgeschichte im Stile von Mike Mignola zu lesen.

 

Hellboy hat in diesem Band wirklich nur einen kleinen Auftritt. © Cross Cult

 

Abgeschlossen wird der Geschichtsband mit dem „Rätsel von Unland“ und dem Hexenjäger Sir Edward Grey in einem neuen Buch der Reihe Witchfinder. Sir Edward wird in einen Ort beordert, an dem ein Mord stattgefunden haben soll. Es geht um eine Fabrik, in der ein neues Wundermittel hergestellt wird, das für viele Krankheiten gleichzeitig eingesetzt werden kann. Ein Saft, der den Besitzern der Fabrik Wohlstand und segensreiche Zeiten entgegenblicken lässt, doch irgendetwas stimmt nicht. Vor Ort macht Sir Edward Grey schnell Bekanntschaft mit den redlichen Bürgern und dem Polizeichef, der vermeintlich alles im Griff zu haben scheint. Doch was haben die Sümpfe aus dem Unland mit den Morden zu tun, es werden nämlich immer mehr Leichen gefunden und Grey begegnet nicht nur einmal auch schauerlichen Kreaturen.

Das Rätsel von Unland konnte mich ein wenig für die anderen Geschichten entschädigen, ich mag den Hexenjäger irgendwie. Gekonnt inszenieren Kim Newman und Maura McHugh eine Kriminalgeschichte im besten Sinne von Mike Mignola. Die Zeichnungen von Tyler Crook unterstützen das Szenario und so sinkt man direkt auf den ersten Seiten in das Geschehen ein und fragt sich, wer hinter den Morden stecken könnte. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass es hier natürlich nicht im klassischen Krimi-Genre zugeht, schließlich handelt es sich immer noch um eine Geschichte im Mignola-Verse. Abgerundet wird der Abstecher zum Witchfinder Sir Edward Grey mit einer kleinen Bonus-Geschichte im Anschluss, bei der sich ein Affe ein Relikt schnappt und damit vor dem Hexenjäger fliehen kann.

Zum Abschluss möchte ich noch einmal einen Gedanken von weiter oben im Text aufgreifen. Sämtliche hier gesammelten Geschichten führen bestehende Reihen aus dem Universum von Mike Mignola fort. Stets finden wir mehr oder weniger bekannte Protagonisten in den Erzählungen vor, seien es die Agenten rund um die Behörde, Abe Sapien oder Sir Edward Grey. Der Leser sollte also auf jeden Fall die vorherigen Bücher der Geschichten aus dem Hellboy-Universum gelesen haben oder zumindest den Inhalt kennen.

 

Ein Cover von Mike Mignola zur Witchfinder-Geschichte. © Cross Cult

Fazit

Durch die fortlaufenden Geschichten stehen die meisten der hier gesammelten Geschichten nicht allein, sie beginnen nicht hier und sie enden nicht hier. Aus diesem Grund ist es schwer, Neulesern dieses Buch zu empfehlen, weil ihnen der Hintergrund zum entwickelten Universum und den Figuren fehlt. Erschwerend kommt meines Erachtens noch hinzu, dass auch Kenner der Materie in diesen hier gesammelten Geschichten ständig mit dem Versagen der Protagonisten konfrontiert werden. Was sollen die Agenten der Behörde auch gegen die Hölle auf Erden ausrichten? Abe Sapien kann auch nicht alle Monster in seiner unmittelbaren Umgebung töten. Einzig Sir Edward Grey kann sich in seiner Erzählung ein wenig behaupten. Es ist ermüdend und gleichzeitig auch erschreckend, dass es den Autoren nicht gelungen ist, innerhalb der knapp 600 Seiten aus unterschiedlichen Serien auch nur einen Hoffnungsschimmer den Protagonisten zuzugestehen. Alle Bedrohungen innerhalb der Geschichten werden entweder nicht beseitigt (weil sie im weiteren Verlauf noch gebraucht werden?) und stellen auch so große Herausforderungen für die Protagonisten dar, dass sie nur scheitern können. Wenn denn dann mal ein Monster erledigt wird, dann durch eine andere aufkommende Kreatur. Das stellt zwar zum einen eine große Hoffnungslosigkeit für die betroffenen Charaktere dar, aber zum anderen liest sich das nicht schön, wenn man am Ende eigentlich dort steht, wo man zu Beginn der Erzählung auch stand, lediglich mit einigen Leichen mehr. Da stellt sich mir die Frage nach dem Umfang der Geschichtszyklen der einzelnen Reihen, weniger ist manchmal mehr.

Zu alldem kann der Cross Cult-Verlag natürlich nichts, schließlich ist es nun mal das vorliegende Material aus den Staaten. Der aktuelle Geschichtsband steht in Sachen Umfang, sorgfältiger Übersetzung und imposanter Hardcover-Buch-Optik den anderen Bänden in nichts nach. Wenn ihr Hellboy-Fan seid, dann ist es sowieso ein Pflichtkauf, wenn ihr in die Welt von Hellboy einsteigen wollt, dann ist der vorliegende Band ein denkbar schlechter Zeitpunkt. Schnappt euch dann entweder den ersten Band des Hellboy Kompendiums (ISBN: 978-3864259852, unten im Text verlinkt) oder ihr steigt bei den Geschichten aus dem Hellboy-Universum: B.U.A.P.: Froschplage 1 ein (ISBN: 978-3959818995, unten ebenfalls verlinkt). Dies sind zwei gute Startpunkte, um in die Welt von Hellboy und Co. einzutauchen, doch muss ich euch warnen. Solltet ihr dann an den Geschichten Gefallen finden, landet ihr schnell, ca. 12 Hardcover-Bände später ;-), auch wieder beim aktuell vorliegenden Band, der auf 1.111 Exemplare limitiert ist. Also kauft euch am besten einen Einsteigerband und dieses Buch, dann legt ihr das aktuelle beiseite und macht es euch mit einem Getränk eurer Wahl mit dem Einsteigerbuch gemütlich.

Newsbild: © Cross Cult

Geschichten aus dem Hellboy-Universum VIII ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3-95981-999-2

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Wenn ihr bei Hellboy zu Beginn einsteigen wollt, empfehle ich euch das Hellboy Kompendium 1 erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3864259852

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B.U.A.P. Die Froschplage Band 1 ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3959818995

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Drifter Band 2: Die Wache – Unsere Comic-Rezension

Drifter Band 2: Die Wache – Unsere Comic-Rezension

Die Menschheit scheint sich in Drifter von Autor Ivan Brandon und Zeichner Nic Klein im gesamten Universum ausgebreitet zu haben, zumindest findet sich auch auf dem Planeten Ouro menschliches Leben. Ouro ist durch eine karge Wüstenlandschaft gekennzeichnet und eher eine Bleibe für gestrandete Existenzen und Überbleibsel der Zivilisation. Auf diesen Planeten stürzt der Pilot Abram Pollux mit einer Bruchlandung ab. Kurz nach der Bruchlandung verliert er das Bewusstsein. Nach drei Tagen wacht er wieder auf, versorgt wurde er von der Ärztin Lee Carter, die ihm auch ein wenig mehr über den Planeten und dessen Bewohner verrät. Doch sind wirklich nur 3 Tage vergangen? Warum sieht das Raumschiff von Pollux dann aus, als läge es schon seit Jahren an der Absturzstelle? Was hat es mit den anderen Bewohnern auf Ouro, den Wheelern, auf sich?

Im Verlauf des ersten Bandes lernen wir noch weitere gestrandete menschliche Persönlichkeiten kennen, aber auch eine ominöse Schattengestalt im Dunkeln, die immer mal wieder zu den menschlichen Wesen auf Ouro Kontakt aufnimmt und mit den Wheelern in Zusammenhang zu stehen scheint. Vielleicht einer ihrer Anführer? Fakt ist, dass sich tief unter der Planetenoberfläche eine Energiequelle befindet, die für die Bewohner und die hier gestrandeten Seelen eine enorme Anziehungskraft besitzt. Für die menschliche Seite bedeutet diese Energiequelle auch das Überleben, speist diese auch das kleine Dorf, in dem sich die menschlichen Bewohner irgendwie am Leben halten. Dabei sind Konflikte natürlich vorprogrammiert, scheinen doch nicht alle Bewohner nur Gutes im Schilde zu führen.

Welche Absichten verfolgt die Gestalt im Dunkeln? © Cross Cult

 

In Band 1 kommt es auch zu einem solchen Zwischenfall zwischen Wheelern und Menschen, der nicht ohne Verluste bleibt. Weiterhin treibt ein zwielichtiger Prediger sein Unwesen in der Siedlung, der anscheinend auch über Leichen geht. Was dahinter steckt, erfahren wir zunächst ebenfalls nicht. Dann wäre da noch der Mann, der unseren Protagonisten Abram Pollux direkt nach seiner Ankunft in den Rücken geschossen hat. Es wird nicht ganz klar, was dieser Emmerich genannte Mann für eine Rolle spielt, hält er sich doch meist außerhalb der Siedlung auf und führt ein Einsiedlerdasein.

Der zweite Band von Drifter erzählt die Geschichte nahtlos weiter, der Priester ist tot und wird von den Wheelern abgeholt und weggebracht. Zuvor hatte der „Vater“ den Hilfssheriff der Siedlung getötet und erfuhr nun dafür Vergeltung. Doch ein neuer Hilfssheriff wurde bereits von dem „Mann im Dunkeln“ eingesetzt, was nicht bei allen auf Zustimmung trifft. Doch die Ressourcen werden knapp und es werden Ersatzteile benötigt, um die Siedlung am Laufen zu halten. Diese Ersatzteile glauben die Menschen an einem weit entfernten Ort zu finden, jenseits dessen, was sie als sichere Umgebung kennengelernt haben. Also macht sich eine Expedition auf, diese „andere Seite“ zu erkunden und dort nach Ersatzteilen zu suchen. Dabei spielen die unterschiedlichen Charaktere innerhalb der Expeditionsgruppe natürlich auch eine Rolle, schließlich sind nicht alle Absichten immer offensichtlich und jeder ist auf sich allein gestellt.

 

Eine Reise ins Ungewisse? © Cross Cult

 

Drifter nimmt sich auch im zweiten Band gesellschaftliche Entwicklungen und Gruppendynamiken vor. Es ist nicht leicht die Geschehnisse in Drifter zu beschreiben, weswegen ich die Ereignisse zum einen nur angerissen habe und zum anderen sehr oberflächlich dabei geblieben bin. Das ist nicht unbedingt als negativ zu werten, jedoch wirft Drifter in den ersten beiden Büchern oftmals mehr Fragen auf, als beantwortet werden. Dies zieht sich auch im 3. Band größtenteils weiter durch, den ich privat schon gelesen habe, und wird anscheinend erst im Abschlussband aufgelöst. Das macht es für den Rezensenten schwierig zu beurteilen, wohin die Geschichte sich entwickelt, oder worauf bereits jetzt ein Augenmerk der Macher gelegt wurde, wenn man die Auflösung nicht kennt (Band 4 habe ich bisher nicht gelesen). Das eröffnet dabei allerdings auch die Frage nach Sinn und Zweck der Rezension eines Einzelbandes auf, schließlich kenne ich den Gesamtkontext noch nicht. Ich kann also nicht wirklich beurteilen, ob sich die Lektüre des Drifter-Gesamtwerkes insgesamt lohnt, Band 4 kann das Kartenhaus zum Einfallen bringen, oder auch die bisherigen Geschehnisse in ein völlig neues Licht stellen.

Dennoch kann ich versuchen zu beschreiben, was den geneigten Leser dieser Rezension erwartet und klarmachen, dass die Geschichte in der vorliegenden Form keinesfalls abgeschlossen ist, aber dennoch die beiden kommenden Bände schmackhaft macht. Ich bin generell ein optimistischer Mensch und glaube einfach mal dem Hörensagen, dass Drifter im Abschlussband erst in Gänze zur Geltung kommt. Aus diesem Grund möchte ich hier noch eine These meinerseits in den Raum stellen, die Leser des vollständigen Werkes vielleicht amüsieren wird (weil sie die Antwort kennen) und für Leser, die auf dem aktuellen Stand wie ich sind, eine Denkanregung darstellt, denn: Ich weiß es auch nicht besser.

Meine Vermutung ist, dass Emmerich und Pollux ein und dieselbe Person sind, lediglich in einer anderen Zeitebene oder Dimension.

 

Zwei Seiten einer Medaille? © Cross Cult

Fazit

Auch nach Abschluss des zweiten Bandes fühle ich mich als Leser weiter in die Welt von Drifter hineingezogen, kann aber nicht behaupten, den Kern der Geschichte bereits erfassen zu können. Von daher gilt mein Fazit zu Band 1 nahezu unverändert auch für Band 2. Der Leser wird zu einem großen Teil im Dunkeln gelassen, was es mit der Vergangenheit von Abram Pollux auf sich hat. Aber auch die Gegenwart auf Ouro lässt sich nicht immer präzise definieren, was wiederum an der gewählten Erzählweise von Drifter liegt. Autor Ivan Brandon erzählt die Ereignisse nicht chronologisch, sondern springt mittendrin immer mal in verschiedenen Zeitebenen umher. Hinzu kommen die gesellschaftlichen Abbildungen innerhalb der unterschiedlichen Gruppierungen, die eine gewisse Eigendynamik erhalten, aber ohne großen Kontext wiederum schwer zu fassen sind. Auf gut Deutsch, Band 2 von Drifter lässt mich weiter zappeln, gibt mir aber zu wenig an die Hand, als dass ich auf jeden Fall dranbleiben müsste. Vielleicht wurde hier auch schon etwas angedeutet, was sich dann im Abschlussband als großer Aha-Moment herauskristallisiert, dann hab ich das bisher nicht mitbekommen. Das gilt es dann aber auch zu kritisieren, denn ein Leser bleibt nicht immer so lange bei der Stange und besitzt nicht unbedingt den Willen wie ich, der sich mit dem Medium intensiver auseinandersetzen möchte. Gelegenheitslesern, die von der tollen visuellen Präsentation von Nic Klein angezogen wurden, kann ich beim besten Willen bis zum Ende des zweiten Bandes keine Empfehlung aussprechen. Leser, die der neunten Kunst so oder so verfallen sind, sollten sich Drifter dennoch ansehen und reinlesen, sie wissen ja nun was sie erwartet, wobei ich vom tatsächlichen Geschehen so gut wie gar nichts verraten habe.

Newsbild: © Cross Cult

 

Drifter Band 2: Die Wache ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3-864256-88-2

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