Deadly Class: Die Akademie der tödlichen Künste – Unsere Comic-Rezension

Deadly Class: Die Akademie der tödlichen Künste – Unsere Comic-Rezension

Wenn man als Neuling die Titel „The Umbrella Academy“ oder „Deadly Class“ liest, denkt man unweigerlich auch an die X-Men aus dem Hause Marvel. Beides klingt nach einer Schule oder Einrichtung, in der besondere Kinder oder Jugendliche trainiert und ausgebildet werden. Im Setting der X-Men finden sich mit besonderen Gaben ausgestattete sogenannte Mutanten wieder, die für sich je eine ungewöhnliche Fertigkeit besitzen und diese im Kontext der Geschichte anwenden müssen. Da kommt die Umbrella Academy dem schon näher, bei der „Akademie der tödlichen Künste“, wie Deadly Class mit Untertitel heißt, könnten wir nicht weiter davon entfernt sein.

Ganz ehrlich, kein Wunder, dass da ein Einsteiger mitunter Schwierigkeiten bei der Abgrenzung der einzelnen Geschichten hat. Noch dazu sind beide Comics in jüngerer Vergangenheit als TV-Serien umgesetzt worden, die „Schirme“ auf Netflix und die Todesklasse auf SyFy. In Deadly Class werden Kinder und Jugendliche zu gefährlichen Assassinen ausgebildet. Marcus Lopez ist ein solcher Anwärter, er hat seine Eltern verloren und macht den amtierenden Präsidenten Ronald Reagan für seinen Verlust verantwortlich. Weil Reagan den psychiatrischen Heilanstalten der USA den Geldfluss abdrehte, wurden Hunderte psychisch kranke Menschen auf die Straßen entlassen, unter anderem die Frau, die aufgrund ihrer Schizophrenie stark selbstmordgefährdet war und sich von einer Brücke stürzte. Sie fiel auf die Eltern von Marcus, die beide sofort Tod waren und ihn als Waisen zurückließen.

Ronald Reagan ist Präsident? Achso, die Geschichte spielt in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Marcus lebt auf der Straße, weil er es im Waisenhaus nicht mehr ausgehalten hat und schlägt sich mehr schlecht als recht durch. Jedoch wird nach ihm polizeilich gesucht, weswegen er auf der Flucht ist und sich verstecken muss. Da kommen ihm unbekannte Personen zur Hilfe, die sich um die Cops kümmern. Jedoch entführen ihn diese Personen auch und nehmen ihn mit zur Akademie der tödlichen Künste. Dort werden die besten Assassinen der Welt ausgebildet und Marcus bekommt einen Platz angeboten. Nach anfänglichem Zögern nimmt er diese Chance wahr, auch weil das bedeutet von der Straße runterzukommen. In der Akademie lernt er die anderen Mitschüler kennen und bemerkt, dass sich dort auch bereits einzelne Cliquen gebildet haben. Nicht ganz sicher, zu welcher Gruppierung er sich zuordnen soll, kommt es wie es kommen musste: Marcus macht sich unbeliebt. Doch nicht nur das, die Umgebung der Akademie fördert seine Aggressionen und er tötet seinen ersten Menschen bei seinem ersten Auftrag. Hin- und hergerissen zwischen seinem alten Leben und den neuen Verführungen, auch weiblicher Natur, gerät Marcus in einen Strudel von Ereignissen, der ihn zum Schluss des ersten Bandes als Teil einer besonderen Clique zurücklässt.

Fiebrig und Neonfarben

Im Verlauf der Geschichte erfährt der Leser nur oberflächlich von der Vergangenheit von Marcus Lopez. Warum ihn die Polizei sucht, wird nicht aufgeklärt, weiterhin wird er von einer weiteren Person gesucht, die ihn ebenso tot sehen möchte. Marcus verstrickt sich immer mehr in seine Rolle als künftiger Assassine, gleichzeitig arbeitet Deadly Class aber auch eine Coming of Age-Entwicklung aus, die in Zusammenhang mit den Mitschülern, Drogen, Waffen und der Frage nach Identität steht. Insgesamt erfahren wir als Leser aber nur wenig über die Motive der anderen Protagonisten, auch wenn diese durch einige Handlungen oberflächlich charakterisiert werden. Die Ausbildung wird im vorliegenden Band so gut wie gar nicht behandelt, vielmehr arbeitet sich Rick Remender am Setting und den Figuren ab, mir wie gesagt noch zu oberflächlich. Warum die anderen Schüler in der Akademie sind, wird so gut wie gar nicht dargestellt. Eventuell wird dies in den Nachfolgebänden noch mehr ausgearbeitet, hier schwelgt Remender lieber in Beschreibungen von Drogenerfahrungen und der Abarbeitung von Teenager-Klischees. Alle sind mies drauf und gewaltbereit, das wird schon klar. Dazu gesellt sich der Ausflug nach Las Vegas in der zweiten Hälfte des Buches, wo jede Pore nach Hunter S. Thompson und dessen Werk „Fear and Loathing in Las Vegas“ schreit.

Passend dazu ergänzen die Zeichnungen von Wes Craig und insbesondere die Kolorierung von Lee Louhridge das Erzählte um ein Vielfaches und heben es auf eine höhere Ebene. Gekonnt löst sich Craig von starren Panels und verbindet manches Mal auch zwei oder mehr Panels untereinander, auch wenn sie sonst unabhängig voneinander gesehen und gelesen werden. Das macht schon eine Menge Spaß zu Entdecken. Die Protagonisten sind durch die Bank als vom Leben gezeichnete Figuren angelegt, was sich auch im Artwork wiederfindet. Dies gepaart mit den teils neonfarbenen Hintergründen von Louhridge, die sich den Situationen entsprechend mal fiebriges Pink, betäubendes Blau bis hin zum intensiven Gelb und Orange. Einfach passend für das Jahrzehnt und auch immer raumfüllend, also ohne Zwischenübergänge. Deadly Class startet optisch stark, erzählerisch ist da noch Luft nach oben. Die Atmosphäre ist aber bereits jetzt gut gelungen und toll umgesetzt.

Auf welcher Seite steht ihr? Oben oder unten?

 

Fazit

Wo Remender mich in der Geschichte bisher nicht packen konnte, schafft er es aber beim Setting, sowohl geographisch als auch zeitlich. Im Anhang erläutert er, dass er im Jahr 1987, in dem auch Deadly Class spielt, selbst einen entscheidenden inneren Reifeprozess durchlebt hat. Dies verortet die Erzählung von Deadly Class für mich ergänzend noch zu einer biographischen Abarbeitung von Erlebnissen Remenders. Dadurch gewinnt das Gelesene in meinen Augen eher noch dazu, habe ich doch die Geschichte dann mit anderen Augen gesehen und mehr zu schätzen gelernt. Dadurch ändert sich meine Kritik an der Erzählweise natürlich nicht, es erweitert aber zumindest meine Perspektive von den Ereignissen und wertet das Gefühl auf, was ich beim Lesen vom Setting gewonnen habe.

 

Deadly Class Band 1: Die Akademie der tödlichen Künste ist erschienen bei Cross Cult
ISBN: 978-3959811811

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Monster Allergy: Die Gesamtausgabe Band 1 – Unsere Comic-Rezension

Monster Allergy: Die Gesamtausgabe Band 1 – Unsere Comic-Rezension

Allergien sind in der Regel negativ behaftet, warum sollte man sich auch darüber freuen, dass der Körper auf bestimmte Einflüsse mit komischen Eigenschaften reagiert. Sie führen oftmals leider auch dazu, dass das eigene Leben eingeschränkt wird, was durchaus auch eine Tragweite haben kann. Im Falle von Zick aus Monster Allergy besteht die Einschränkung darin, dass er aufgrund seiner Allergie nicht das Haus verlassen sollte. Zumindest wurde ihm das immer eingeredet. Erst als das Mädchen Elena im Haus nebenan einzieht, sollte sich Zicks Leben grundlegend ändern und die Abenteuer von Monster Allergy beginnen.

Kennt ihr das Gefühl hinter einem Berg zu wohnen? Da gibt es Comics und sogar eine Zeichentrickserie und ihr habt bis vor kurzem noch nie etwas davon gehört? So erging es mir mit Monster Allergy. Dabei waren die Voraussetzungen durchaus gegeben, bin ich doch mit einer Frau verheiratet, die Comics und Animationsfilmen durchaus sehr zugetan ist. Auch einen 9-jährigen Sohn kann ich auf der Haben-Seite verbuchen, der natürlich ebenfalls in Comics vernarrt ist und jede freie Minute nutzt, um zu Lesen. Dennoch haben wir es geschafft, bis Anfang dieses Jahres unser Leben um diese Reihe herum zu gestalten – was für ein Verlust! Monster Allergy sprießt nur so von Ideen, allein schon das Cover der ersten Gesamtausgabe aus dem Dani Books Verlag zeigt gekonnt die Charakteristiken der Helden auf.

Wir lernen zunächst Elena kennen, die mit ihren Eltern nach Oldmill Village, einem Vorort von Bigburg, gezogen ist und von Patty und Tatty begrüßt wird. Patty und Tatty sind zwei Mädchen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Neulinge in der Nachbarschaft willkommen zu heißen und ihnen gleich mitzuteilen, wie die Dinge hier so laufen. Wer sich mit wem wo blicken lassen darf und solche Dinge. Das ist etwas, was Elena so ziemlich egal ist. Sie lässt sich auch nicht daran hindern nachzuforschen, wer im Haus nebenan wohnt – etwas, wovor Patty und Tatty eindringlich gewarnt haben. Dennoch lässt sich Elena nicht beirren und lernt Zick von nebenan kennen, auch wenn dieser zunächst ein wenig verschroben erscheint. Er hat halt viele Allergien, die es ihm nicht erlauben, sein Haus zu verlassen. Doch Zick hat noch ein Geheimnis: Er ist auch auf Monster allergisch, kann diese aber auch im Gegensatz zu Elena sehen und mit ihnen sprechen. Beide Kinder verbindet die Tatsache, dass sie Katzen als Haustiere haben. Weil Bandito, die Katze von Elena, plötzlich verschwindet, nimmt das Abenteuer seinen Lauf, als Zick und Elena sich auf die Suche nach ihr begeben.

Zick und Elena haben es sich auf Bombo bequem gemacht, zum Ausruhen bleibt allerdings nicht viel Zeit.

 

Ich habe hier nur den Inhalt der ersten paar Seiten angerissen, allein im Verlauf des ersten Heftes passieren schon so viele weitere merkwürdige Dinge, dass es den Rahmen sprengen würde, auch nur ansatzweise zu versuchen die weitere Geschichte zu erläutern. Nur so viel sei verraten: Zick und Elena bilden ein tolles Team und die Monster sind gegenwärtiger und zahlreicher vertreten, als es zunächst den Anschein macht. Im Verlauf der ersten vier Hefte, die die Basis dieser ersten Gesamtausgabe bilden, lernen wir auch den ersten Bösewicht kennen. Wir bekommen neben der Stadt Bigburg auch noch die Stadt der Monster zu sehen, die sich einfach oberhalb von Bigburg in der Luft oder genauer gesagt in den Zwischenräumen der Hochhäuser befindet.

Mir war bewusst, dass ein Großteil der europäischen Disney-Comics, die sich in den Lustigen Taschenbüchern wiederfinden, aus Italien kommt und es dort einige legendäre Geschichtenerzähler gibt. An Monster Allergy haben mit Katja Centomo, Francesco Artibani, Alessandro Barbucci, Barbara Canepa und einigen anderen Künstlern auch welche mit Disney-Erfahrung gearbeitet. Hier gestalten sie aber eine ganz eigene Welt, die sich erst nach und nach öffnet und den Leser schon bald nicht mehr loslässt. Es wird sich die Zeit genommen alle wichtigen Figuren entsprechend vorzustellen, nicht ohne auch die eine oder andere Überraschung parat zu haben. Es macht einfach Spaß den Dialogen zu folgen und den flapsigen Umgang zwischen Zick und Elena Patata zu beobachten. Dabei entdecken wir als Leser das ein oder andere Geheimnis mit den beiden zusammen, was es nur noch umso spannender macht und den Lesespaß noch weiter erhöht.

Eine neue Welt zu erfinden und diese erzählerisch zu gestalten, ist eine Sache, eine weitere nicht ganz unwichtige Sache bei Comics ist die optische Gestaltung. Zum Cover habe ich schon etwas geschrieben, im Buch setzt sich das natürlich fort. Man kann die Gestalter nur bewundern, so vielfältig und bunt sie die Welt rund um Elena und Zick auch gestaltet haben, der Zeichenstil ist einfach toll. Es gibt in fast jedem Panel viel zu entdecken, weshalb ein zweiter Blick immer lohnt. Auch die namensgebenden Monster sind allesamt witzig, aber auch skurril gezeichnet, je nachdem welchem Zweck sie in der Geschichte dienen. So schließt man einige dieser Viecher wie Bombo, den etwas tumben und gemütlichen Allesfresser mit Vorliebe für Schuhe, direkt ins Herz, ekelt sich aber gleichzeitig genug vor den schleimigen Widersachern, um ein tolles Portfolio vorzufinden. Ich bin gespannt, was sich die Autoren und Zeichner in den weiteren Episoden noch so haben einfallen lassen.

Fazit

Nur damit es hier nicht völlig vergessen wird: Neben den tollen cartoonhaften Zeichnungen und der spannenden Geschichte kommt der Humor niemals zu kurz. Witzige Dialoge reihen sich an humorvoll gestaltete Situationen im Verlauf der Abenteuer nicht nur der beiden Protagonisten, sondern auch auf den Nebenschauplätzen. Um den eingangs erwähnten Berg nochmal aufzugreifen, hinter dem ich zu wohnen scheine: Wenn ihr auch auf einem solchen wohnen solltet, kommt da herunter. Monster Allergy sieht auf den ersten Blick wie ein Comic für Kinder aus, und für ältere Kinder mag das auch zutreffen, aber lasst euch als erwachsene Leser nicht davon abschrecken. Hier ist wirklich alles drin, was Spaß macht, toll geschriebene Dialoge, witzig gezeichnete Figuren (und Monster) sowie eine ansprechend gestaltete Geschichte und Erlebniswelt, die einen das Buch nicht so schnell beiseitelegen lässt. Band 1 der Gesamtausgabe enthält die ersten 4 Hefte auf knapp 190 Seiten, vollgepackt mit Monstern, Abenteuern und Allergien. Diese Allergien nehme ich allerdings gerne in Kauf, ich kann gar nicht schnell genug mehr davon bekommen!

 

Monster Allergy: Die Gesamtausgabe Band 1 ist erschienen bei Dani Books – ISBN: 978-3-944077-10-9

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Courtney Crumrin – Erstes Buch: Die Wesen der Nacht – Unsere Comic-Rezension

Courtney Crumrin – Erstes Buch: Die Wesen der Nacht – Unsere Comic-Rezension

Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr mit euren Eltern auf einmal in das Spukhaus eures Großonkels Aloysius ziehen müsstet? Das Mädchen Courtney hatte bis dahin keine Probleme in der Schule, ein paar gute Freunde und generell kein schlechtes Leben, auch wenn ihre Eltern gerne mal über ihre Verhältnisse lebten. Das ist auch der Grund, weswegen Courtneys Eltern das Angebot von Onkel Aloysius angenommen haben, in die Villa einzuziehen und dort kostenfrei zu wohnen. Dass sich dieses Spukhaus in einem noblen Vorort befindet und sich den Eltern die Chance bietet, mit der feinen Gesellschaft der Umgebung näheren Kontakt zu pflegen, findet Courtney richtig nervig. Hinzu kommt, dass ihr Onkel Aloysius ihr nicht geheuer ist und das Spukhaus schon lange nicht mehr von anderen Menschen aufgesucht wurde.

Es kommt wie es kommen musste: Mit den hochnäsigen Klassenkameraden in der Schule kommt Courtney nicht zurecht, doch das Spukhaus birgt den einen oder anderen schaurigen Bewohner, was durchaus schon mehr Courtneys Interesse auf sich zieht. Auch Onkel Aloysius scheint hinter seiner Fassade nicht ganz so grimmig zu sein, wie es sich zunächst darstellte. Eventuell findet Courtney die neuen Freunde nicht in der Schule oder der wohlhabenden Gegend, sondern direkt innerhalb des Spukhauses. Ja, das könnte ihr sogar gefallen.

In den ersten Nächten im Spukhaus findet Courtney nicht in den Schlaf. So irrt sie durch das Haus und stößt dabei auch auf die privaten Räumlichkeiten von Onkel Aloysius. Viele seiner Bücher deuten schon darauf hin, dass die Bezeichnung Spukhaus durchaus passend ist, auch wenn er sich zunächst nichts anmerken lässt. Nach und nach findet Courtney aber immer mehr über die Heimlichkeiten heraus und macht Bekanntschaft mit einem Kobold. Auch Zaubersprüche, die sie in den Büchern ihres Onkels findet, scheinen zu funktionieren, sehr zum Leidwesen von Courtney. Parallel zu den Ereignissen in der Nacht und rund um das Anwesen muss sich Courtney mit der neuen Schule und ihren Mitschülern arrangieren. Ziemlich rasch vermischen sich diese beiden Welten aber miteinander, was Courtney ungeahnte Möglichkeiten offenbart.

Im ersten Buch von Courtney Crumrin präsentierten sich uns vier Episoden aus dem neuen Lebensabschnitt von Courtney. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Charakterisierung der Figuren, vornehmlich Courtney und ihrer Familie, aber auch auf der Einführung in die unheimliche Welt der Wesen der Nacht. Der Leser ist nur so schlau wie die Protagonistin, was es einfach macht, sich in die Lage von Courtney zu versetzen und die ersten Schritte mit den Figuren der Nacht mitzuerleben. So bleibt es bis zum Schluss des ersten Buches für den Leser unklar, wohin sich die Geschichte im weiteren Verlauf entwickeln wird. Courtney Crumrin scheint gewisse Begabungen zu besitzen, die ihrer sonstigen Familie nicht gegeben sind. Wäre da nicht der undurchsichtige Onkel Aloysius, der sich nach und nach Courtneys annimmt und ihr auch aus dem einen oder anderen Schlamassel hilft.

 

Fazit

Fantasievoll führt Ted Naifeh den Leser in diese Welt ein, die sich durchaus in düsteren Bildern präsentiert, aber niemals zu brutal oder gar gewalttätig gerät. Die Grundstimmung könnte so auch in einem Film von Tim Burton oder Guillermo del Toro vorkommen, was zum einen an den Wesen der Nacht liegt und wie sie von Ted Naifeh gezeichnet werden. Zum anderen findet sich mit Courtney eine zwar mies gelaunte, doch starke weibliche Persönlichkeit wieder, wie sie sich auch in einigen Filmen der genannten Regisseure entdecken lassen. Dennoch präsentiert Naifeh mit seinen Zeichnungen einen eigenen Stil, der sich ein wenig kantig und verschroben darstellt, dadurch aber gekonnt zum Setting passt. Die Farbe Lila nimmt in der farblichen Gestaltung eine besondere Stellung ein, in zahlreichen Schattierungen findet sie in der eher düster gehaltenen Farbwahl der Kolorierung immer wieder Einzug. Dani Books präsentiert uns die Geschichte um Courtney Crumrin erstmals als vollfarbige Gesamtausgabe, von der das vorliegende erste Buch nach Lektüre Lust auf mehr macht und den Leser neugierig zurücklässt. Was hat es mit Courtney wirklich auf sich? Welche Kräfte und Geheimnisse birgt ihr Onkel noch und warum lässt er die Familie kostenfrei bei sich wohnen? Und abschließend die wichtigste Frage überhaupt: Wann geht es mit Courtney Crumrin weiter?

 

Courtney Crumrin – Band 1: Die Wesen der Nacht ist erschienen bei Dani Books – ISBN: 978-3-95956-081-8

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Hellboy und die B.U.A.P. 1954 – Unsere Comic-Rezension

Hellboy und die B.U.A.P. 1954 – Unsere Comic-Rezension

Hellboy ist wieder da! Im Jahr 2019 kehrt der große Rote auf die Kinoleinwand zurück. „Doch Moment“, denkt sich da der geneigte Comic-Leser und Hellboy-Fan, „Hellboy war doch nie wirklich weg.“ Stimmt: Jedes Jahr erscheinen neue Hellboy-Comics in englischer Sprache und auch in Deutschland bringt Cross Cult in gewohnt hoher Qualität neue Geschichten raus. Um Hellboy ist längst ein umfangreiches Universum entstanden, welches sich in mehrere fortlaufende Serien unterteilt. Heute schauen wir uns einmal mehr ein paar Geschichten aus Hellboys Jugend an, aus einer Zeit, in der Hellboy noch ein wichtiges Team-Mitglied der Behörde zur Untersuchung und Abwehr Paranormaler Erscheinungen war.

Mit Hellboy und die B.U.A.P. 1954 liegt nun der dritte Band dieser Reihe mit Abenteuern von Hellboy und seinen Kollegen auch auf Deutsch vor. Enthalten sind 4 Kurzgeschichten, wobei „Schwarze Sonne“ und „Geistermond“ mit je über 40 Seiten wohl die Hauptattraktionen sind. Doch erst einmal der Reihe nach, wir starten mit der Schwarzen Sonne:

Kundige Hellboy-Leser können sich bei dem Ausdruck „Schwarze Sonne“ vielleicht schon denken, um was es sich handeln könnte. Eine Geheimorganisation oder eine geheime Mission? Vielleicht sogar beides? Auch wenn Mike Mignola und Chris Roberson mit ihrer Geschichte nicht das größte Überraschungsmoment auf ihrer Seite haben, kann der Plot doch gut unterhalten. Dachte ich zunächst noch die Geschichte entwickelt sich aufgrund des Settings in einer Eisstation in Richtung von „The Thing“, stößt Hellboy anstatt auf den Yeti doch auf einen ganz anderen Widersacher. So kurz nach dem 2. Weltkrieg ist es nicht verwunderlich, dass auch in den entlegensten Winkeln der Erde immer noch Nazis im Geheimen agieren können. Was genau sie geplant haben, soll hier natürlich nicht verraten werden, unterhaltsam ist es aber allemal. Großes Lob gebührt hier auch Zeichner Stephen Green (Lobster Johnson), der einen jungen Hellboy mit abwechslungsreicher Mimik aber auch die actionreichen Szenen gekonnt einfängt. Ein toller Einstieg in das Buch.

Ein paar Monate später ist „Das vernunftlose Tier“ angesiedelt, Schauplatz ist hier ein Haus in Baltimore, in dem es scheinbar nicht mit rechten Dingen zugeht. Hellboy und seine Partnerin Susan Xiang nehmen sich den Fall vor und versuchen dem Spuk auf dem Grund zu gehen. Ein Familienvater wird von einem geisterhaften Affen verfolgt, drangsaliert und weiß keinen Ausweg mehr aus der Situation. Doch genau dazu ist die Behörde ja da, also versuchen Susan und Hellboy in Gesprächen mit den Familienmitgliedern herauszubekommen, wann sich der Affe zeigt und wie sich diese Erscheinung äußert. Schnell wird dabei klar, dass in der Familie nicht alles so ist, wie es zunächst den Anschein hat. Während hier ebenfalls Mike Mignola und Chris Roberson für die Geschichte verantwortlich waren, fängt diesmal Patric Reynolds (Aliens, Joe Golem) die Verzweiflung der Familie und die beklemmende Situation ein. So spielt die gesamte Geschichte ausschließlich im Haus der Familie Koestler, was Reynolds mit gedeckten Farben im Hintergrund gut zur Geltung bringt. Hellboy sticht mit seiner roten Hautfarbe hervor, in diesem Setting, was sich ausschließlich bei künstlichem Licht im Inneren des Hauses abspielt. Dennoch gelingt es Reynolds auch in den Gesichtern genug Ausdruck zu inszenieren, damit die Geschichte nicht ins Lächerliche abgleitet. Sie endet mit einem kleinen Twist, der an dieser Stelle nicht verraten wird.

Hellboy muss sich in seiner Jugend bereits mit Nazis und Dämonen auseinandersetzen.

Die zweite längere Geschichte mit dem Namen „Geistermond“ versetzt die Behörde in einen Einsatz nach China. Lady Cynthia bittet Professor Bruttenholm um Hilfe bei einem Fall, wo einer Ihrer Agenten in einem Einsatz auf Abwegen gelangt ist. Es geht um die Suche nach einem Artefakt, genauere Angaben bekommt das Team rund um Archie Muraro, Susan Xiang und Hellboy nicht, weswegen sie nicht wissen was sie erwartet. Vor Ort stellen sie schnell fest, dass der verschwundene Agent scheinbar etwas mit dem Artefakt zu tun hat, aber auch die Bewohner vor Ort sind von einer nicht näher definierten Energie befallen. So trifft das Team auf die Dorfbewohner, die in einer Art Trance in einem Kreis aufgereiht liegen und nicht ansprechbar sind. Weiterhin spürt Susan als Medium eine starke Präsenz eines Lebewesens, das die Energie der Umgebung aufsaugt und in einer Art Urne sammelt. Doch das Team ist nicht allein vor Ort, auch zwei Monster, eines mit einem Stierkopf, eines mit einem Pferdekopf ausgestattet, sind auf der Suche nach dem Artefakt beziehungsweise nach dem, was in dem Artefakt gesammelt wurde. Hier scheint sich die gesammelte Energie der Bewohner an einem konkreten Ort zu bündeln, weswegen beide Parteien nicht umhin kommen gegeneinander zu kämpfen. Letztendlich stellt sich heraus, dass sowohl die beiden Monster als auch der Trupp um Hellboy auf der Suche nach dem Artefakt sind. Dies endet alles in einem gelungenen Finale, bei dem Susan noch auf einen einheimischen Menschen trifft, der scheinbar ein weiteres Geheimnis in sich trägt, was innerhalb dieser Geschichte nicht mehr aufgegriffen wird. Man darf gespannt sein, ob dieses Geheimnis in einem der weiteren Geschichten aus dem Jahr 1955 noch aufgegriffen wird. Zum Schluss beenden Hellboy und seine Mitstreiter das Elend der Dorfbewohner und finden den verschollenen Agenten sowie das Artefakt.

In Geistermond schöpfen Mike Mignola und Chris Roberson aus dem Vollen und erzählen eine typische aber auch spannende Geschichte rund um die Agenten der B.U.A.P. und Hellboy. Ich hoffe, dass der kleine Cliffhanger im kommenden Buch mit den Geschichten aus dem Jahr 1955 noch aufgegriffen wird, aber auch so findet die Geschichte um den Geistermond vorerst zu einem befriedigenden Ende. Zeichner Brian Churilla (Hellbreak, Godzilla) „untermalt“ die Geschichte gekonnt mit tollen Zeichnungen, passenden Farbgebungen im Hintergrund  und löst sich von einer starren Panel-Struktur, sodass der Leser nie weiß, was ihn auf der nächsten Seite erwartet.

Abgeschlossen wird der Band von einer 8-seitigen Kurzgeschichte vom legendären Zeichner Richard Corben, der in „Der Spiegel“ nur kurz zeigen kann, warum er nach wie vor zu einem der fleißigsten und besten Künstler seiner Zunft gehört. Wirklich beeindrucken konnte mich diese Geschichte nicht, aber ich will mich natürlich auch nicht beschweren, dass sie hier enthalten ist.

Wie bei Cross Cult üblich, schließt mit der Kategorie „Sketchbook“, in der Skizzen, Storyboards und Cover aus den vorliegenden Geschichten enthalten sind und die wie gewohnt vom Herausgeber der englischen Ausgabe, Scott Allie, kommentiert wurden.

Fazit

Abschließend bleibt mir als Fazit nur zu sagen, dass mit Hellboy und die B.U.A.P. 1954 ein paar schöne Geschichten gesammelt wurden, die sich für den neuen Leser durchaus als typische Hellboy-Geschichten präsentieren. Wer Hellboy neu für sich entdeckt hat, findet hier ein paar tolle Geschichten vor, die nicht allzu sehr im Kontext der Gesamtdramaturgie rund um Hellboy und dem Universum stehen, weswegen ich hier ruhigen Gewissens diesen Band auch für Neueinsteiger empfehlen möchte. Alternativ könnt ihr auch zu den beiden Büchern für die Jahre davor greifen (1952 und 1953), genießen könnt ihr die vorliegenden Geschichten aber auch ohne große Vorkenntnisse. Alteingesessene Fans haben mit Sicherheit schon bessere Geschichten rund um die Behörde und Hellboy gelesen, finden hier aber auch noch ein paar schöne Geschichten rund um Hellboys Jugend vor, losgelöst vom großen Ganzen in der Mignola-Welt.

 

Hellboy 17: Hellboy und die B.U.A.P. 1954 ist erschienen bei Cross Cult – ISBN: 978-3-959818-87-2

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