Ein Herz für den deutschen Film: Unheimlich perfekte Freunde

Ein Herz für den deutschen Film: Unheimlich perfekte Freunde

Der deutsche Kinderfilm. Ein Thema mit dem ich mich zugegeben erst beschäftige, seit ich für Playto auch die Kritiken schreibe. Nach einer Reihe von Filmen frage ich mich allerdings, warum das Thema so an mir vorbeiging, gerade als jemand, der deutschen Film schätzt. Denn der deutsche Kinderfilm ist ein sehr gutes Argument für den deutschen Film allgemein und sticht zudem besonders hervor. Solche Filme sind nämlich ziemlich einzigartig und sind mit den Kinderproduktionen von anderen Ländern nicht vergleichbar. Das ist in diesem Fall besonders positiv. Nun kommt der Film “Unheimlich perfekte Freunde” ins Kino, in diesem Jahr gab es kaum einen Film, der diese Thesen besser unterstützt. Der Film ist in diesem Jahr der zweite Film von Regisseur Marcus H. Rosenmüller, der mit Trautmann bereits mit einem völlig anderen Film für Furore sorgte.

Denn dieser Film hier ist schlichtweg ein Kinderfilm und dazu auch noch einer, der komplett ohne Vorlage auskommt. Unser kleiner Held nennt sich Frido und sei für sein Alter zu verspielt, dazu auch noch die schlechten Noten. Da bald ein Schulwechsel ansteht und sich entscheidet, ob er an das Gymnasium kommt, wo seine Freunde landen werden, sieht es gerade nicht so gut aus. Dazu auch noch seine getrennt lebenden Eltern, wo die Mutter ganz schön Druck auf den Kleinen ausübt. Sein bester Freund Emil dagegen scheint das komplette Gegenteil zu sein und so etwas, was manche als Streber bezeichnen würden. Frido will lieber jemand anderes sein, jemand der perfekt ist. Eines Tages findet er auf einem Jahrmarkt einen sehr mysteriösen Spiegel, der sein perfektes Ich abbildet und mit ihm reden kann. Dieses Spiegelbild zieht Frido heraus und so führt er ein Doppelleben. Sein Spiegelbild ist nämlich wirklich perfekt und schreibt nur noch gute Noten, während das Original weiter Spaß haben kann. Das führt natürlich zu diversen Problemen und irgendwann fühlt sich Frido auch überflüssig…

Der Star dieses Films! ©SquareOne Entertainment

Interessant an diesem Film ist, dass er zwar eine sehr fantasievolle Prämisse liefert, aber gleichzeitig die ganze Zeit bodenständig wirkt. Dabei wird ein Thema sehr unterschwellig aufgegriffen: Die Schulnoten und der dazugehörige Druck seitens der Eltern und Schulsysteme. Ja, der neue Frido holt sich jetzt eine 1 nach der Anderen, weil er alles ständig auswendig lernt. Doch ist er wirklich klüger als sein Original? Dafür hat nämlich die Kopie weder Fantasie noch Spaß und Freunde bekommt er mit seiner Einstellung auch nicht. Später wird deutlich, dass das Original ihm sogar etwas überlegen ist, da er seine Kopie mit einem Trick, den man eben nicht in Büchern findet, besiegen kann. Besiegen? Ja! Denn auch wenn Frido das Faulenzen und die neue Zufriedenheit seiner Mutter sehr genießt, merkt er später dennoch, dass seine Mutter, Freunde und Schulkameraden ihn mochten, wie er war. Auch wenn er wohl noch nicht auf das Gymnasium gehen kann, so hat er andere Qualitäten, die kaum benotet werden. Der Film schafft es also, auch dank des bodenständigen Ansatzes, eine Kritik an das aktuelle Bildungssystem zu geben, wie auch die Eltern in die Pflicht zu nehmen, ohne dabei mit dem Holzhammer drauf zu schlagen. Gleichzeitig nimmt er nicht nur die älteren Zuschauer absolut ernst. Die Botschaften werden die Kinder schon verstehen! Mehr Vertrauen in unsere Kinder, ebenfalls eine Botschaft, die in diesem Film vorkommt.

Natürlich geht es auch um das Thema Freundschaft, dies wird mit der Geschichte ganz clever verwoben. Als Emil ebenfalls was von diesem Spiegel hört, will er auch sein neues perfektes Gegenbild. Denn auch bei ihm läuft es nicht perfekt. Er ist nicht cool, wird von einem Mädchen kaum erkannt und kann sich seiner Mutter nicht widersetzen. Im Grunde das genaue Gegenteil von Frido. Schon hier ein Zeichen, dass kein Mensch perfekt sein kann. Der Film treibt diese Botschaft weiter, als der neue Emil herauskommt. Bei diesem handelt es sich um einen richtigen Rüpel, der auf Freundschaften und Schule nichts gibt. Dafür ist er jetzt eine Sportskanone und kann sich gegen ältere Schüler oder gar seine Mutter zu Wehr setzen. „Sei wie du bist“ klingt weder neu oder wirklich besonders, wird aber in diesem Film spielerisch erzählt und ohne großes Tamtam eingefangen. Dabei haben auch die Erwachsenen tatsächlich ihre Freude und finden die Geschichte nicht nur interessant, sondern auch lustig. Rosenmüller betonte in einem kurzen Interview, dass die gesamte Crew sehr kindisch war und einfach Spaß hatte. Das merkt der Zuschauer sofort und Rosenmüller liefert hier ein gutes Fingerspitzengefühl für die humorvollen Szenen und fängt alle Altersgruppen ein. Auf Pipi-Kacka-Humor verzichtet er und dafür muss ich mich auch bedanken.

Eine Kuchenschlacht darf in so einem Film nie fehlen! NIE! ©SquareOne Entertainment

Der angesprochene Spaß innerhalb des Filmteams spiegelt sich auch im Cast wieder. Wie oft meckere ich über die Kinderdarsteller aus Deutschland und gerade weil solche Filme aus Deutschland ziemlich beliebt sind, frage ich mich, warum Kinderschauspiel kaum gefördert wird. Dieser Film muss sich diesen Vorwurf nicht gefallen lassen. Luis Vorbach gilt nicht umsonst als deutsches Schauspiel-Wunderkind. Hier kommt eine Herausforderung dazu, nämlich eine Doppelrolle. Die meiste Zeit muss er im Grunde zwei Charaktere spielen, die im Detail stark voneinander abweichen. Luis spielt beide Fridos herausragend und glaubwürdig. Respekt dafür! Auch die anderen Kinderdarsteller, besonders der Debütant Jona Gaensslen, der Emil spielt, machen ihren Job sehr gut. Luis und Jona haben mir verraten, dass sie nur per Zufall zum Film gekommen sind und einfach viel Glück hatten. Gott sei Dank! Dass die Beiden ihre zwei Rollen auch so unterschiedlich spielen können und so einen starken Kontrast erschaffen, sorgt dafür, dass die Botschaften präsenter aber auch glaubwürdiger in Szene gesetzt werden. Der Film kommt bei den erwachsenen Schauspielern ohne die ganz großen Stars oder Promi-Gästen aus. Das ist gut und so fallen ein paar Störgeräusche weg, die eine Geschichte etwas ausbremsen könnten. Die erwachsenen Schauspieler hatten ebenfalls viel Spaß und besonders die Eltern von Luis, gespielt von Serkan Kaya und Marie Leuenberger, können in ihren Rollen glänzen.

Das Ganze ist zudem auch aufwendig produziert und bietet neben einer tollen Kamera und einer sehr guten Lichtausstattung auch tolle Kulissen. Gedreht wurde größtenteils in Leipzig und Wien, der Film selbst verrät nie in welcher Stadt wir uns befinden und so bleibt, wie eben die Geschichte des Spiegels, alles sehr fiktiv. Als Leipziger finde ich es sogar beeindruckend, dass die Drehorte völlig abgekapselt von der eigentlichen Herkunft funktionieren. Für eine deutsche Produktion haben sich die Macher auch sehr viele Gedanken über das Lichtbild gemacht. So ist es im Film die ganze Zeit relativ hell und fröhlich, aber als das Klassenzimmer voller Klone der Schüler sitzt, die sich alle gegenseitig übertrumpfen wollen, ist das Licht leicht angepasst und etwas grauer. Das fällt nur unterschwellig auf, bestärkt aber noch einmal die fortlaufende Erzählung. Ebenfalls gelungen ist der Soundtrack. Sind solche Songs, die besonders für Kinderfilme extra geschrieben werden, eher pures Fremdschämen, sind die Stücke diesmal wirklich gelungen und runden diesen Film ab.

Die getrennten und besorgten Eltern… ©SquareOne Entertainment

Fazit

Perfekt gibt es nicht? Vielleicht nicht bei Kindern. Dieser Kinderfilm dagegen macht aber vieles richtig und ist für das, was er sein will, so ziemlich perfekt. Die tollen Schauspieler, die gelungene Inszenierung und auch die Botschaften, wie auch der Weg dahin, sind einfach nur toll umgesetzt. Nach dem eher fragwürdigen Trautmann sollte Rosenmüller sich überlegen, nicht lieber in so einen Stoff zu investieren. Denn das kann er! Auf weitere Filme mit Luis und Jona freue ich mich nach diesem Film ebenfalls und bin gespannt, wie ihre Karriere nun fortgesetzt wird.

Ein Herz für den deutschen Film: Alfons Zitterbacke – Das Chaos ist Zurück

Ein Herz für den deutschen Film: Alfons Zitterbacke – Das Chaos ist Zurück

Alfons Zitterbacke! Moment, wer ist eigentlich Alfons Zitterbacke? Das werden sich viele Fragen, die nicht im Osten der Bundesrepublik aufgewachsen sind oder in der ehemaligen DDR. Denn in dieser war Alfons richtig beliebt und berühmt – und selbstverständlich haben zum Beispiel meine Eltern mich die Hörspiele, Kinderbücher und Filme ebenfalls konsumieren lassen. 1986 kam der letzte Film in der DDR und 1995 das letzte Buch in Lettland und der Ukraine. Es gab von den Hörspielen immer wieder Versuche Alfons Zitterbacke noch am Leben zu erhalten, doch nach dem Ende der DDR verschwanden auch die kleinen Abenteuer von Alfons. Das ist ärgerlich, da diese Marke durchaus auch in der Bundesrepublik das Zeug hätte, ein richtiger Hit zu werden. Nun versucht man wieder mit einem gut produzierten Film die Marke wiederzubeleben. Dabei gibt es dann nicht nur ein neues Hörspiel und ein Kinderbuch, sondern das Ganze wird mit einer richtigen Sammlung an Stars vermarktet. Der Plan könnte aufgehen…

 

Eines ist ganz klar: Alfons Zitterbacke wird einmal ein ganz großer Erfinder und Wissenschaftler. Bis dahin muss er sich aber mit dem alltäglichen Schulalltag herumschlagen. Denn weder die Eltern noch seine Lehrer erkennen das wahre Genie und die meisten Mitschüler an seiner Schule können ihn auch nicht ausstehen. Sein großer Traum ist dabei, einmal Astronaut zu sein und ins Weltall zu reisen. Um seine Zweifler zu überzeugen, kommt ein Schulwettbewerb gerade richtig und am Ende winkt gar ein Treffen mit Alexander Gerst, dem berühmten deutschen Astronauten. Sicherlich werden hier seine Eltern nicht so begeistert sein, besonders der Vater, der es irgendwie nicht dulden kann, dass sein Sohn solche Fantasieträume hat. Doch dabei vergisst er, dass er als Kind nicht viel anders war als sein Sohn…

Alfons Zitterbacke ist auch in seinem Film der Star. © X-Verleih 2019

In Zeiten, in denen der deutsche Kinderfilm boomt, grenzt es fast schon an ein Wunder, dass diese Figur so lange nicht wieder aufgegriffen wurde. Doch der Verleih findet: 30 Jahre nach dem Mauerfall wird es endlich auch mal Zeit! Zwischen den ganzen Pferdefilmen und YouTube-Stars, die ebenfalls irgendwelche Filme machen, sticht dieses Werk tatsächlich etwas heraus und bietet auch mal Stoff für ein junges Publikum, das mit Ostwind oder YouTube nichts anfangen kann. Dabei hat das Produktionsteam keine Kosten und Mühen gescheut. Szenen aus dem All mit Alexander Gerst, Stars aus Funk und Fernsehen, wie auch (welch Ironie) YouTube-Stars sind mit von der Partie. Doch nicht nur Stars für die Kleinen, wie Tobi der Checker (der im Übrigen auch einen eigenen Film hat), sondern auch Stars wie Wolfgang Stumph, die besonders ältere Zuschauer aus dem Osten kennen dürften, wie auch Bürger Lars Dietrich oder Olaf Schubert erfreuen Jung und Alt. Jetzt muss nur die Geschichte überzeugen!

Hier entfaltet sich eine typische Pechvogel-Kindergeschichte, in der unser kleiner Held von Mitschülern geärgert wird, von Lehrern nicht ernst genommen wird und auch von den Eltern kein Verständnis erfährt. Dazu kommt, dass alles was Alfons anfasst, auch irgendwie schief geht. Doch er hat natürlich auch Freunde, die ihm helfen, wie auch seine Träume, bei denen er von zwei Astronauten träumt, die ihn unterstützen. Am Ende, trotz aller Widerstände, soll ihm natürlich doch alles gelingen: Die Eltern lernen ihren Sohn ernster zu nehmen und zu unterstützen und wir erfahren wie wichtig Freundschaft sein kann. Ganz wichtig: Gib deinen Traum nie auf! Ja, das klingt jetzt alles nach Rezept und im Grunde ist es das auch. Dafür ist diese Geschichte aber so schön charmant erzählt und kann besonders für die Kids ein unterhaltsames kleines Abenteuer werden. Dazu sei noch erwähnt, dass der Humor wirklich für die gesamte Familie ist. Auch die Erwachsenen werden sich immer wieder einen Lacher nicht verkneifen können. Manche Gags sind sogar explizit nur an die Erwachsenen gerichtet.

Eine kleine Liebesgeschichte darf natürlich nicht fehlen. Es kann ja auch Fortsetzungen geben. © X-Verleih 2019

Dabei soll hier auch gar nicht heruntergespielt werden, dass die einzelnen Weisheiten in diesem Film einfach platt heruntergespielt werden. Gerade wenn die Toleranz der Eltern auf eine harte Probe gestellt wird und Alfons die Unterschrift des Vaters fälscht, sieht es der Vater nicht ein seinem Sohn noch den letzten Stoß zu verpassen und gibt bei der Direktorin an, dass es doch seine Unterschrift sei. Ab diesem Moment schafft es der Film sehr schön, dass Kind und Eltern wieder zueinander finden. Als der Vater später nämlich auch seine alten Spielsachen findet und merkt, dass er früher auch einen DDR-Kosmonauten anhimmelte und auch die gleichen Träume hatte, wird der Film sogar etwas rührselig, ohne dabei es zu übertreiben. Besonders interessant ist dabei auch, dass der Film in der heutigen Zeit, aber im Osten spielt und das Ursprungsland dieser Geschichte nicht vergisst. Schon in den letzten Kinderbüchern wird ein wenig impliziert, dass der Vater der frühere Alfons, aus den ersten beiden Büchern, war und auch der Film greift diese Andeutungen wieder auf. Dies ist dann aber eher was für die Fans des Originals und wird im Film auch nur am Rande immer wieder erwähnt. Die wenigsten Kinder werden mit „Kosmonaut“ oder „DDR“ auch wirklich was anfangen können.

Das Ganze ist auch hochwertig produziert und die Traumsequenzen im Weltall sind für eine deutsche Produktion wirklich sehenswert. Auch der eine oder andere Effekt, wie auch die Kamera passen super. Für den Soundtrack gilt das aber nicht unbedingt. Die Rap-Parts sind eher zum Fremdschämen und funktionieren wohl nur bei Kindern. Richtig schlimm wird es, wenn im Film die Kinder selbst ein paar Rap-Parts auspacken, um Alfons zu mobben. Dann verdreht man als Erwachsener Zuschauer schon etwas die Augen. Ebenfalls wenig begeisternd wird es dann im Abspann, wenn Bürger Lars Dietrich seinen Song zum Film präsentiert, wo es dann auch kein Wunder mehr ist, wenn die Eltern frühzeitig den Kinosaal verlassen wollen.

Auch bei dem Cast selbst sollte man das eine oder andere Auge zudrücken. Bis auf Tilman Döbler sind alle Kinderdarsteller und Darstellerinnen eher schwach. Hier kann man dem Produzententeam aber auch schwer einen Vorwurf machen, da die Ausbildung von jungen Schauspielern in Deutschland kaum vorhanden ist. Sein bester Freund Leopold Ferdinand Schill kann in einigen Szenen noch so manchen trockenen Witz retten, bleibt aber ansonsten auch eher schwach. Bei den Erwachsenen sieht das aber schon anders aus. Devid Striesow als Vater von Alfons kann nicht nur in den witzigen Momenten glänzen, auch wenn er seinen Hape Kerkeling aus Ich bin dann mal weg wohl ganz schwer losbekommen wird. In den wenigen Momenten, die er hat, kann Wolfgang Stumph als reicher Opa von seinem verwöhnten Enkel immer wieder für ein paar Lacher überzeugen und seine Maske passt perfekt zu einem reichen Schnösel mit sächsischem Dialekt. Gastauftritte wie von Tobi der Checker dienen wohl nur dazu, um auch ein bestimmtes Publikum in das Kino zu locken und auch Olaf Schubert ist jetzt nicht die größte Bereicherung für den Cast, tut aber auch niemandem weh.

Wolfgang Stumph hätte ruhig öfter zu sehen sein dürfen. © X-Verleih 2019

Fazit

Für Kinder ist das Ganze ein wirklich sehenswertes kleines Abenteuer, was es heute im Kino gar nicht mehr so oft gibt. Die Eltern werden auch keinen unbequemen Kinobesuch erleben und gar an mancher Stelle unterhalten, besonders wenn man hier und da ein Auge zudrücken kann. Der Film glänzt mit Charme und einer gelungenen Portion Humor. Für einen netten Abend mit den Kindern sehr zu empfehlen!

Die Trailer der Woche (KW13/2019)

Die Trailer der Woche (KW13/2019)

Letzte Woche haben wir euch zwei Serien vorgestellt als Trailer und dadurch war es etwas Serienlastiger. Diese Woche haben wir zwar keine Serie, dafür aber zwei deutsche Filme, die sehr vielversprechend sind. Ansonsten gibt es in dieser Woche viel aus dem Arthouse-Bereich, die ebenfalls vielversprechend sind und hoffentlich für viele interessant sein könnten. Ich kann jedenfalls euch gar nicht oft genug sagen, dass das weitere Filmjahr spannend bleibt!

GRETA

Nein, für einen FIlm über die sehr junge Umweltaktivistin ist es eindeutig noch zu früh, und der Name soll euch ja nicht irritieren. Dieser Film ist ein Horror-Thriller, wo ein junges Mädchen in New York eine Tasche findet und diese zurück bringt. Als eine ältere Dame sie deswegen zum Kuchen einlädt, entdeckt das Mädchen, dass es mehrere Taschen gibt und die Dame wohl sehr häufig diese Taschen in der Stadt verteilt. Wozu? Das wird im Trailer noch nicht verraten. Die Prämisse jedenfalls klingt sehr spannend!

 

Nur eine Frau

Dieser deutsche Film behandelt die wahre Geschichte um eine Frau, die wegen Ehrenmord starb. Der Film zeigt ihre Geschichte und das ohne, dass die Botschaften zu plakativ oder einseitig sind. Im Gegenteil! In meiner Kritik werde ich noch näher darauf eingehen, heute muss der Trailer reichen, um euch Lust zu machen.

 

Britt-Marie war hier

Ach, der französische Film. Bringt immer wieder kleinere charmante Perlen zum Vorschein, die das Wohlfühlkino braucht. Dieser Film könnte genau wieder so einer werden. Richtig gut, der Film kommt am 13. Juni 2019, also noch rechtzeitig für das Sommerkino. Ihr solltet die Augen offen halten, denn die meisten Freiluftkinos werden diesen Film wohl bringen und so könnt ihr an der freien Luft diesen Film genießen und werdet danach noch immer gute Laune haben. Das jedenfalls verspricht der Trailer!

 

Das Ende der Wahrheit

Kommen wir nun zum letzten Trailer und wieder ist es eine deutsche Produktion. Der Film erscheint in einem Jahr, wo der Bundesnachrichtendienst 60 Jahre alt wird. Passt perfekt, denn genau um diesen geht es in diesem Film. Dort wird nicht sehr unkritisch mit dem Thema umgegangen. Ein Film, der aktueller nicht sein könnte und vielleicht sogar eine Diskussion anstoßen wird, die es dringend braucht. Hoffen wir das Beste und dass der Film auch das hält, was der Trailer verspricht!

Quelle: Moviepilot, KinoCheck, Prokino

Tom Hanks übernimmt wichtige Rolle im Biopic von Elvis Presley

Tom Hanks übernimmt wichtige Rolle im Biopic von Elvis Presley

Es ist schon länger bekannt, dass der Regisseur Baz Luhrmann ein Biopic zu Elvis Presley plant. Doch es wurde lange ruhig um das Projekt und auch durch den Serienflop von Baz, The Get Down, glaubten manche sogar, dass das Projekt wieder auf Eis liegt. Doch Fehlanzeige! Der Regisseur von Der große Gatsby oder Romeo + Julia  hat nämlich einen richtig dicken Star an der Angel, mit dem er bisher auch noch nie zusammengearbeitet hat.

Dabei geht es um den Manager des King of “Rock ‘n’ Roll”, Tom Parker. Sein Namensvetter Tom Hanks (Forrest Gump) soll diese Rolle übernehmen und damit ist dann auch der erste Schauspieler für diesen Film verpflichtet. Wer Elvis spielen wird, ist bisher noch nicht bekannt. Tom Parker war nicht einfach nur der Manager von Elvis, sondern auch die Person, die ihn entdeckte. Über den Film ist noch nicht so viel bekannt. Es geht scheinbar um den Aufstieg bis zum absoluten Höhepunkt der Musik-Legende. Wir sind gespannt!

Quelle: Variety

Die Trailer der Woche (KW12/2019)

Die Trailer der Woche (KW12/2019)

Uiuiui! Das ist ja eine spannende Woche in Sachen Trailer! Immerhin sind viele, sehnsüchtig erwartete Trailer herausgekommen und für viele dürfte der Trailer zum neuen Film von Tarentino sehr interessant sein. Aber auch ein Trailer zu einer Serie dürfte für viele ganz interessant sein und nicht zu vergessen eine Fortsetzung, mit der wir heute einmal anfangen wollen.

John Wick: Kapitel 3 – Parabellum

Ich selbst bin nicht der größte Fan dieser Reihe und dennoch schaue ich mir viele der Action-Szenen ganz gern an. Das gilt auch für den dritten Teil, dessen Trailer sehr viel verspricht. Wer weiß? Vielleicht komme ich auch noch auf den Geschmack. An tollen Szenen wird es jedenfalls nicht fehlen. Bleibt nur zu hoffen, dass der Trailer uns nicht zu viel zeigt.

 

Unicorn Store

In dieser Netflixproduktion spielt die Schauspielerin Brie Larson (Captain Marvel) nicht nur, sie führt auch zum ersten Mal Regie! In diesem Film geht es darum, dass sie sich ein Einhorn wünscht und ihr Traum kann wahr werden, durch einen Unicorn Store! Diese Mischung aus Coming of Age und Fantasy ist nicht großartig neu, aber immer wieder charmant und der Trailer verspricht eine tolle Reise, wo der Zuschauer etwas abschalten kann. Wir sind gespannt!

 

Geheimnis eines Lebens

Eine Britin, die scheinbar den Kommunisten geholfen hat eine mächtige Waffe zu entwickeln, die später einmal die Atombombe sein wird. Doch erst zig Jahre später, im sehr fortgeschrittenen Alter, wird sie erwischt und muss Details aus einem Leben geben, was sie selbst kaum jemanden sagte. Eine sehr emotionale Achterbahn scheint uns hier zu erwarten. Die Frage nach der Moral, Patriotismus und dergleichen wird der Film hoffentlich clever auflösen.

 

ONCE UPON A TIME

Da ist er ja endlich! Der erste Trailer zum neuen Werk von Quentin Tarentino und zum ersten Mal für Sony Pictures. Angeblich soll es der vorletzte Film von Tarentino sein, allerdings hat er schon einmal sein Ende angekündigt. Wie auch immer! Was schon vor dem Trailer bekannt war, wurde nun bestätigt. Uns erwartet großartiges Schauspiel-Kino mit tollen Kulissen und auch einigen witzigen Momenten. Von der Story ist noch immer nicht viel bekannt aber das soll egal sein. Dieser Film ist ein Pflichtbesuch!

 

Chilling Adventures of Sabrina Part 2

Und zum Abschluss noch eine Serie! In der zweiten Staffel der Neuauflage von Sabrina geht es wohl mehr um ihr Doppelleben als Hexenschülerin und normale Schülerin. Dabei gerät sie immer weiter in die dunklen Abgründe des Kults. Die erste Staffel hat mich persönlich wahnsinnig überrascht und ich kann die zweite Staffel kaum erwarten!

 

Quelle: Lionsgate Movies, Netflix Deutschland, KinoCheck, Sony Pictures,

Ein letzter Job in unserer Filmkritik

Ein letzter Job in unserer Filmkritik

Es war das Jahr 2015, als ältere Herren versuchten einen Tresor zu knacken und gleichzeitig den größten Raub in der Geschichte von England für sich zu verbuchen. Dabei ist die Geschichte so interessant, dass eigentlich ein Film nur eine Frage der Zeit war. Inszeniert wird das Ganze von James Marsh (Die Entdeckung der Unendlichkeit), dieser hat sich wohl die größten älteren britischen Schauspieler dazu geholt, die es aktuell gibt. Laut eigenen Aussagen wollte man für diesen Film Michael Caine als Erstes holen, um mit ihm andere Kollegen anzulocken. Zumindest der Plan ging auf, so wie auch der Heist-Job und am Ende soll doch nicht alles glatt gehen. Es ist witzig, dass dieser Film tatsächlich nicht konsequent zu Ende gebracht wird, wie eben die Rentner im echten Leben ihren Plan nicht konsequent durchgeplant haben…

 

Der frühere Meister-Verbrecher Brian Reader hat durch einen tragischen Tod seine Frau verloren und ihr kurz vorher versprochen, dass er sich zur Ruhe setzen wird. Doch es juckt ihm noch immer in den Fingern und so plant er einen „letzten Job“. Das Ziel? Das berühmte Hatton Garden-Quartier, denn dafür braucht es ein erfahrenes Team und deswegen holt er sich noch vier weitere Veteranen aber auch jemanden der sich mit Computern auskennt, einen jüngeren Ganoven. Der Raub selbst wird gut geplant und dennoch zeigt sich immer mehr, dass das Team sich untereinander misstraut und wohl selbst im Wege stehen wird…

Dieser Raub, den wir in Deutschland wohl kaum so richtig mitbekommen haben, liest sich schon wie ein Drehbuch. Ein Wert von 14 Millionen Pfund gestohlen von einer Truppe von Rentnern, dessen Anführer stolze 76 Jahre alt war. Die Gefahr allerdings, dass wir wieder einen respektlosen und langweiligen Film voller Rentner sehen, bestand dennoch. Hier muss sich aber der Regisseur nichts vorwerfen lassen. Die Witze über das Alter sind meistens respektvoll und nicht komplett unter der Gürtellinie. Doch ein anderes Problem dieser Geschichte zeichnet sich ab. Das Ende ist einfach nicht mehr unterhaltsam.

Da guckt jemand und fragt sich, wie man da durchpassen soll. © studiocanal 2018

 

Noch in der ersten Hälfte hat der Film einige komödiantische Elemente und ist tatsächlich spannend inszeniert, besonders wenn man die Originalgeschichte noch nicht kennt. Die Planungs-Sequenzen aber auch der Einbruch selbst sind wirklich gelungen und hier können die Schauspieler auch richtig glänzen. Ebenso wird an der einen oder anderen Stelle der Streit dieser Bande immer deutlicher, aber das tut der Spannung keinen Abbruch. Ist der Einbruch aber vollendet und es beginnt die zweite Hälfte des Films, baut die Geschichte unglaublich stark ab. Der Film verliert dann auch den komödiantischen Anteil und wird mehr zu einem Gangster-Thriller. Doch für einen guten Thriller braucht es etwas Spannung und am Anfang noch ein paar Fragezeichen. Dabei ist aber von Anfang an klar, wer wen hintergehen wird. Dazu kommt, dass der Zuschauer dann viele Szenen sieht, die uns nun die Verfolger, also die Polizei, näherbringen. Es ist absolut offensichtlich, was demnächst passieren wird. Das liegt auch daran, dass die alten Hasen sich absolut unglaubwürdig verhalten. An dieser Stelle ist es unglaublich, dass diese Geschichte auch zum Ende hin wahr ist und doch, nach eigenen Recherchen, es ist genau so abgelaufen. Wie solche Ganoven, mit dieser Erfahrung, es am Ende so verkacken können, bleibt wohl ein Rätsel. Dem Film tut das jedenfalls nicht gut. Oder die Drehbuchautoren hätten sich dafür entscheiden sollen, den komödiantischen Anteil lieber fortzuführen, um sich über diese Dummheit und diese Ironie etwas lustig zu machen.

Das absolute Highlight von diesem Film ist selbstverständlich die Besetzung. Was bedeutet selbstverständlich? Dieser Cast hat es ja eigentlich auch nicht mehr nötig und dennoch haben alle sichtlich viel Spaß, das überträgt sich auch auf den Zuschauer. Michael Caine als Planer ist wohl die Figur, die hin und hergerissen ist. Zum einen hat er seiner Frau etwas versprochen, zum anderen aber will er dennoch diesen einen Job noch beenden. Die anderen älteren Herren sind dagegen eher für den witzigen Teil zuständig. Tom Courtenay als technophober Rentner, der das Internet nicht versteht oder Jim Broadbent der als kranker Psychopath tatsächlich am meisten Spaß macht. Der junge Charlie Cox fällt hier allerdings etwas heraus und bleibt als Computernerd etwas blass. Das kann aber auch an der Vorlage liegen. Denn Basil, den Charlie verkörpert, ist bis heute nicht gefasst und der einzige kluge Ganove in dieser Gruppe, der sich rechtzeitig absetzte und sich heute wohl kaputtlacht. Über ihn ist so gut wie nichts bekannt und die Autoren wollten ihn scheinbar auch so wirken lassen. Die falsche Entscheidung, denn so wirkt seine Figur wie ein Fremdkörper.

Am Ende haben sich die Ganoven nicht wirklich klug angestellt… © studiocanal 2018

 

Fazit

Leider ist nur die erste Hälfte wirklich unterhaltsam und am Ende wirkt der Film etwas unausgegoren. Die etwas lockere und leichtere Atmosphäre der ersten Hälfte hätten die Verantwortlichen ruhig beibehalten sollen, dies hätte weiterhin gut zu dieser Geschichte gepasst. Der alte Cast kann den Film dafür aber noch etwas retten und so macht es wenigstens Spaß, diese alten Hasen vereint zu sehen.