Message Buch 1: Loading – Unsere Comic-Rezension

Message Buch 1: Loading – Unsere Comic-Rezension

Meine Sozialisation mit dem Genre der Science-Fiction erfolgte in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Verantwortlich dafür waren in der Regel englischsprachige Serien und Filme, die mein Verständnis von Science-Fiction prägten und auch bis heute immer wieder festigen dürfen. Dabei gibt es beispielsweise seit Jahrzehnten auch Science-Fiction in der Literatur von deutschen Autoren. Seit über 50 Jahren findet Perry Rhodan sowohl Leser als auch Autoren, die seine Abenteuer gebannt verfolgen. Es kann also kein Qualitätsmerkmal sein, wer sich die Geschichten ausdenkt bzw. wo diese Person herkommt. Gute und spannende Geschichten können überall entstehen und haben in unserer heutigen Zeit einfach schneller die Aufmerksamkeit, die ihnen auch zusteht. Damals konnte mich Science-Fiction aus Deutschland nicht begeistern, heute sehe ich dies viel gelassener und bin in diesem Bereich viel aufgeschlossener, aber warum auch nicht?

Dabei braucht es nicht viel, um ein Zukunftssetting zu inszenieren, zumindest im literarischen Bereich. Die Fantasie ist dort die Grenze. Sobald es jedoch visuell wird, gestaltet sich die Zukunft schon ein wenig schwieriger, kommen hier doch Mehrere Menschengruppen zusammen, um eine Vision auf die Leinwand, den TV-Bildschirm oder aber auch auf die Comicseiten zu bringen. Im Comic ist der Bereich der Science-Fiction schon seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts in Bearbeitung, würde ich doch vom Grundsatz her auch Charaktere wie Superman in den Bereich von Science-Fiction Einordnen, tut er doch Dinge, die weder heute noch damals mit wissenschaftlicher Erkenntnis möglich sind.

 

Avarus bei der Verteidigung eines Generators.

 

Zur Sci-Fi gehörte mitunter aber auch immer ein wenig das Gefühl von „Pulp“, der niedere Bereich der Literatur, der Sich nur durch bahnbrechende Klassiker und Utopien sowie Dystopien im Lauf der Zeit halten konnte. Somit hatte ich wohl Glück, dass ich in einer aufregenden Zeit groß geworden bin, in der die Science-Fiction immer mehr an Bedeutung gewann, sicherlich sowohl in der Literatur als auch in Film und Fernsehen. Insgesamt ist das Genre aber sehr vielfältig und spricht immer wieder aktuelle Themen und Probleme an, die sich auch über Jahrzehnte immer wieder ihren Weg an die Öffentlichkeit bahnen. Das Thema der künstlichen Intelligenz ist ein solches Gebiet, mit dem sich bereits etliche Autoren und Künstler beschäftigt haben und was auch die kommenden Jahre und Jahrzehnte noch aktuell bleiben wird.

Künstliche Intelligenzen werden bereits heute in vielen Bereichen eingesetzt, warum nicht auch im Bereich zur Prävention der globalen Erwärmung? Genau dies machen sich Christin Wendt und Ronja Büscher in ihrem Debüt (Sic!) zur Grundlage ihrer Geschichte, die ca. 150 Jahre in der Zukunft, genauer gesagt im Jahr 2167 spielt. Es kam wie es kommen musste, die künstliche Intelligenz namens KIEM machte sich selbständig und sperrte die Menschen immer mehr aus ihrem System aus. Erst nach jahrelangen Bemühungen gelang es den Menschen mit vereinten Kräften KIEM zu deaktivieren, zumindest dachte das die Menschheit. Nun macht sie mit sogenannten Exekutoren (unterschiedlich große Maschinen) Jagd auf die Menschheit, um diese endgültig auszulöschen. Soweit die Vorgeschichte von Message auf den ersten beiden Seiten. Gleich zu Beginn sollte euch auch klar sein, dass die Geschichte innerhalb des ersten Bandes keine Auflösung erhalten wird, schließlich ist Message auf fünf Bücher ausgelegt, wobei der 2. Band im Frühjahr 2020 erscheinen soll.

Wir lernen den Soldat Avarus kennen, dessen Aufgabe es ist Generatoren vor dem Zugriff der Exekutoren zu schützen. Diese Generatoren sind in einem Verteidigungsnetz miteinander verbunden, werden Allerdings immer wieder von außen angegriffen. Diese Angriffe gehen von den Maschinen aus, die sich ebenfalls untereinander zu vernetzen scheinen und dadurch eine größere Gefahr darstellen. Die Hauptaufgabe von Avarus ist es daher das wichtige Verteidigungsnetz zu sichern. Würde dieses Netz zusammenbrechen, könnte KIEM ungehindert in die Systeme der letzten Zufluchtsorte der Menschheit eindringen. Jedoch verfolgt Avarus einen weiteren Plan, der mitunter im Kontrast zu den Befehlen steht, die er von der Homeland-Zentrale erhält. Der Leser erfährt von seinem Bruder Victor, der bei einem Angriff scheinbar ums Leben kam. Avarus erhält jedoch Hinweise darauf, dass sein Bruder noch leben könnte, und macht sich auf die Suche nach ihm.

 

In der Homeland Basis wird versucht Avarus aus der Ferne zu unterstützen. Doch Avarus ist geschickt darin, die Sensoren von Homeland zu umgehen.

Fazit

Message erschien bereits 2018 im Eigenverlag durch die beiden Künstlerinnen Cristin Wendt und Ronja Büscher. Bei Cross-Cult finden wir die Reihe nun in einem großformatigen Hardcover-Buch vor (Gung Ho wurde in derselben Form veröffentlicht), was der Optik sehr zugute kommt. Visuell könnte es daher gar nicht besser kommen, eine Umsetzung von Message kann ich mich persönlich nicht in einem kleineren Format vorstellen. Was Cristin Wendt hier präsentiert, ist schon atemberaubend und kommt auf den Großen Seiten so richtig gut rüber. Weiterhin löst sie sich von starren Panels und gestaltet die erzählte Geschichte insbesondere in den actionreichen Sequenzen, von denen es einige gibt, sehr dynamisch und übergreifend. Einfach toll zu verfolgen. Gepaart wird das Ganze mit einem modernen Look und detailreichen Bildern, die gelegentlich mit einigen Unschärfeeffekten digital nachbearbeitet wurden. Inhaltlich bringt der Auftaktband positioniert zunächst nur die wichtigsten Figuren in Stellung und liefert wesentliche Elemente der Grundhandlung. Das Science Fiction-Setting Entwickelt sich im Verlauf des ersten Bandes auch immer weiter in ein blutiges Szenario mit wenigen Horror-Elementen, weshalb der Leser gespannt sein darf, in welche Richtung sich die Geschichte noch entwickelt. Ich denke wir werden den Bruder von Avarus noch wiedersehen, aber mit Sicherheit sagen kann ich das natürlich nicht. Es bleibt spannend und unvorhersehbar. Unbedingte Kaufempfehlung!

 

Message Buch 1: Loading ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3959817103

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König Kohle – Unsere Graphic Novel-Rezension

König Kohle – Unsere Graphic Novel-Rezension

“König Kohle, der Alte, war eine fidele Arschfalte
Eine fidele Arschfalte, war König Kohle, der Alte
Er frug nach ´ner Pfeife, er frug nach ´nem Faden
Und zog sich zurück auf sein Klo zum Entladen
Ach, welch fidele Arschfalte war König Kohle, der Alte”

Wenn man diese Zeilen als Einstieg zur „Graphit Novel“ König Kohle liest, gehen im Kopf bereits einige Schubladen auf und die Erwartungshaltung mag sich in eine etwas derbere Richtung verschieben. Steht uns ein Gedichtband bevor? Werden wir Zeuge von infantilen und geschmacklosen Witzen? Mitnichten. Wobei schon der ein oder andere Furz im Buch entweicht, aber das stellt nicht das Thema des Buches dar. Doch was haben wir hier vor uns?

Angelehnt an die Naturalis historia, einer Enzyklopädie verfasst vom römischen Historiker und Schriftsteller Plinius so ungefähr 77 nach Christus, wo von den Ursprüngen der Malerei fabuliert wird, präsentiert sich König Kohle in einfachen Strichen. Wandmalerei an den Höhlenwänden, mit den Überresten des verbrannten Holzes gestaltet, faszinieren uns noch heute. Das dachte sich auch der Künstler Max aus Spanien, der mit König Kohle nun ein Buch vorlegt, das den einfachen Strich quasi zum Thema nimmt. Dabei nimmt er uns in mehreren kurzen Episoden mit auf die Abenteuer des mit einem schwarzen Körper ausgestatteten Protagonisten, der zu Beginn einen Faden aufnimmt.

Das lateinische Wort „filum“ bedeutet sowohl Faden als auch Umriss oder Profil, wie uns der Klappentext wissen lässt (und der Autor dieser Zeilen vor 25 Jahren bestimmt auch mal im Unterricht gelernt hat). Einen solchen Faden nimmt unser Protagonist zu Beginn des Buches auf und wickelt diesen zu einem Knäuel zusammen. Dabei zieht er am anderen Ende des Fadens, wodurch immer mehr eine Landschaft ins Bild gezogen wird, die den Beginn eines neuen Abschnittes im Buch markiert. Von einer klassischen Panelaufteilung muss sich der Leser, oder eher Betrachter, in diesem Buch sowieso verabschieden. Oftmals finden sich bis zu drei neue Bilder auf einer Buchseite, die von oben nach unten betrachtet die Geschichte fortlaufend darstellen. Zwischendurch erinnert diese Aufteilung durchaus auch mal an Zeitungsstrips, wo zwischen den einzelnen Bildern nicht immer allzu viel passiert. An anderer Stelle durchbricht Max dieses Muster und bindet auch Zeichnungen auf Doppelseiten mit in das Geschehen ein.

Inhaltlich bleiben ohne die vielen Worte – lediglich zum Schluss des Buches findet sich eine kurze Geschichte mit Text – natürlich so einige Interpretationsmöglichkeiten. Dadurch, dass sich alles ohne Dialog abspielt, wird der Leser gezwungen sich seine eigenen Gedanken zum Geschehen zu machen. Um nur mal ein paar Stichworte in den Interpretationsraum zu werfen, arbeitet Max meiner Ansicht nach Themen wie soziale Kontakte, Einsamkeit, Depression, Aktionismus, aber auch Kreativität und die Auseinandersetzung mit seinem inneren dunklen Ich in dieser Arbeit ab. Wie gesagt: Alles ist reine Interpretation und je nach Betrachter mitunter auch völlig Gegensätzlich zu verstehen, vielleicht sogar bis hin zu dem Fakt, in welcher Stimmung man sich das Buch zu Gemüte führt.

Schwarz-weiße Szenarien ziehen sich durch das Buch, Schraffuren lockern das Geschehen auf, bis hin zu detailreichen Zeichnungen.

Fazit

Es tut mir fast ein wenig leid, dass ich nicht so konkret auf die inhaltliche Gestaltung des Buches eingehen kann, ich würde dem Leser dieser Zeilen gerne mehr auf dem Weg geben. Das ist eventuell aber auch ein Teil des Ansatzes, den das Buch verfolgt, schließlich wird Kunst immer auf der Grundlage der eigenen Erfahrungen des jeweiligen Lesers betrachtet, interpretiert und konsumiert. Optisch mit Sicherheit ein Alleinstellungsmerkmal durch die scheinbar mit Kohle versetzten Striche, die uns in diesem hochwertig produzierten Buch fesseln, kann ich König Kohle nicht uneingeschränkt weiterempfehlen. Mich hat der Ansatz und die Simplizität (wohlgemerkt im Ansatz, nicht unbedingt in der Ausführung) fasziniert, weswegen ich neugierig auf das „Kohlemännchen“ war. Aus diesem Grund habt ihr König Kohle nach ca. 10 bis 15 Minuten bereits wieder aus der Hand gelegt, weil sich die Bilder so schnell anschauen lassen, doch wirkt das Gesehene im Leser noch nach. Das optimale Geschenk für Menschen, die sich mit Kunst auseinandersetzen und sich nicht scheuen, der graphischen Darstellung von Ideen und Ansätzen in dieser Form eine Chance zu geben. Für den klassischen Comic-Leser ist König Kohle jedoch nichts, aber für diese Leserschaft, zu der ich mich zum großen Teil auch zähle, gibt es ja genug anderweitiges Material. Ein Experiment für mich, was mich bereichert hat, aber nicht vollständig begeistern konnte.

 

König Kohle eine Graphit Novel ist erschienen im avant-verlag – 160 Seiten, schwarzweiß & vierfarbig, Hardcover
ISBN: 978-3-96445-012-8

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Cells at Work! Band 1 – Unsere Manga-Rezension

Cells at Work! Band 1 – Unsere Manga-Rezension

Mit “ganz schön blutig” lässt sich Cells at Work! wohl gut beschreiben, dreht sich der Manga doch um anthropomorphe Blutzellen im Inneren eines menschlichen Körpers. Der in Japan seit 2015 produzierte Titel von Akane Shimizu bekam aufgrund seiner Popularität 2018 eine 13-teilige Anime-Adaption spendiert. Seit April dieses Jahres wird der Manga außerdem auch hierzulande von Manga Cult publiziert.

Hauptprotagonisten der Geschichte sind das tollpatschige rote Blutkörperchen AE3803 sowie das kämpferische weiße Blutkörperchen U-1146, welche trotz der Geräumigkeit des menschlichen Körpers immer wieder gemeinsam in gefährliche Begebenheiten stolpern. So gilt es, sich gefährlichen Bakterien, gigantischen Pollenallergie-Erregern sowie sich schnell verbreitenden Viren entgegenzustellen. Während das rote Blutkörperchen eher auf den Transport spezialisiert ist, handelt es sich bei dem weißen Blutkörperchen um eine Kämpferzelle, die mithilfe ihres Rezeptors Gefahren aufspürt und vernichtet. Doch auch das weiße Blutkörperchen ist nicht allmächtig, zum Glück gibt es noch die vielen anderen Zellen im Körper, die mithelfen, das System in Gang zu halten.

 

Das neutrophile weiße Blutkörperchen U-1146 ist ein echter Kämpfer und macht in den Körper eindringenden Bakterien schnell den Garaus.

 

Während die Geschichte stark an das Urgestein “Es war einmal … das Leben” aus dem Jahre 1987 erinnert, setzt Cells at Work! wesentlich mehr auf Action als auf die genaue Erläuterung der Abläufe. Zwar werden immer mal wieder kurze Erklärungen der Begrifflichkeiten gebracht, durch die Abstraktion des menschlichen Körpers in Form von verzweigten Bäumen und Hochhäusern lassen sich diese aber eher schwer in Verbindung setzen. Auch setzt die Geschichte ein gewisses Grundwissen voraus, Begriffe wie Erythrozyt und neutrophil werden beispielsweise häufig verwendet aber nicht genauer erklärt. Gerade als Laie wird man außerdem häufig über die doch recht komplexen Schreibweisen der Protagonisten stolpern. So bekommt man es im Laufe der Geschichte beispielsweise mit dem eosinophilen Granulozyt, der dendritischen Zelle oder auch Endothelzellen zu tun.

Etwas missfallen hat mir außerdem die deutsche Übersetzung, die doch stark umgangssprachlich formuliert wurde. Ausrufe wie “Die tragen ganz schön dick auf!” und “Mist, jetzt haben wir den Salat!!” erinnern an Übersetzungsprodukte der Marke Moyse (ehemaliger Übersetzer bei Nintendo) und lassen die zwar humoristisch angehauchte aber doch recht ernst geschriebene Geschichte unweigerlich ins Komödiantische abdriften. Auch Smalltalk zwischen den Figuren klingt oft recht hölzern und zusammenhanglos.

Der Zeichenstil ist gerade bei den Hintergründen und in Actionszenen detailreich und weiß Stimmung gut zu inszenieren. Außerdem kommt der Manga mit vier Farbseiten daher, die alle Protagonisten in Farbe abbilden. Umso bedauernswerter ist es, dass die äußere Buchgestaltung sowohl vorne als auch hinten und an der Seite von der gleichen Illustration geziert wird, was die Gestaltung etwas lieblos wirken lässt.

 

Das Cover von Cells at Work! ziert das ungleiche Pärchen aus roter und weißer Blutzelle, die sich im menschlichen Körper zusammen allerhand Gefahren entgegen stellen müssen.

Fazit

Cells at Work! ist eine interessante Geschichte über den menschlichen Körper, die noch dazu Wissen vermitteln will, dabei jedoch das ein oder andere Mal über das Ziel hinaus schießt. Die liebenswert gestalteten Charaktere geben dem Leser einen ganz neuen Blickwinkel auf die Vorgänge im menschlichen Körper, ohne diese allzu sehr zu verkomplizieren. Die actionlastige Erzählweise sowie die im Kampf doch recht häufig auftretenden Blutfontänen lassen den Titel eher in die Shonen-Rubrik rutschen, durch die slapstickartige Erzählweise kommen jedoch auch Genreneulinge auf ihre Kosten. Alles in allem hat mich die Geschichte um das rote und das weiße Blutkörperchen trotz einiger Makel gut unterhalten und ich bin gespannt, welchen Gefahren sie sich im zweiten Band stellen müssen.

Diese Besprechung wurde von Lisa Zahn verfasst.

 

Cells at Work! Band 1 ist erschienen bei Manga Cult ISBN: 978-3-964331-28-1

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Drifter Band 1: Crash – Unsere Comic-Rezension

Drifter Band 1: Crash – Unsere Comic-Rezension

Ja, ich weiß, ich bin spät dran. Aber es gab immer etwas anderes zu spielen, zu schauen oder zu lesen. Das soll auch keine Ausrede sein, aber ihr kennt das Gefühl sicher, oder? Man bewegt sich seit Jahren immer mal wieder in einem bestimmten Unterhaltungsmedium, sei es Film, Serie, Videospiel oder eben Comic, und man schippert immer wieder um ein bestimmtes Highlight herum. Das muss gar nicht mal mit Absicht sein, es passiert einfach ohne weiteres Zutun. Mal ist man knapp bei Kasse, mal ist der Lesestapel schon so hoch, dass ein weiterer Comic eher eine Ehekrise auslöst, als dass man es riskieren möchte noch mehr zu kaufen. Nun darf ich Drifter Band 1 – Crash für playto rezensieren und möchte euch bereits hier eine Empfehlung aussprechen.

Doch dazu muss ich weiter vorne ausholen. Drifter huschte im Lauf der Jahre immer mal wieder über meinen Bildschirm, vor Ewigkeiten noch als englische Hefte im amerikanischen Raum als Veröffentlichung bei Image Comics. Dann bekam ich Nebenbei mit, dass Drifter bei einem meiner Lieblingsverlage in Deutschland eine hiesige Veröffentlichung im Hardcover spendiert bekam. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mit Comics und Graphic Novels aber nicht viel am Hut, weswegen ich da auch nicht zugriff. Nun stellt sich heraus, dass Drifter von Nic Klein gezeichnet wurde. Auch wenn Nic Klein in Kassel lebt und arbeitet, merkt man das selbstverständlich seinem Wirken nicht an. Entschuldigung an Kassel, aber ich darf das, ich wohne auch dort. (Klischeebemerkung: Check)

Der Zeitpunkt der Bruchlandung, optisch wird dem Absturz eine komplette Seite zur Verfügung gestellt.

 

Im Gegenteil, Klein hat als einer der wenigen (der einzige?) deutschen Zeichner bereits mit großen Namen in der Branche wie Rick Remender oder Jason Aaron zusammengearbeitet und sowohl für Marvel als auch DC gezeichnet. Bei Image Comics konnte er eine seiner ersten eigenen Serien in Form von „Viking“ umsetzen (auf Deutsch ebenfalls bei Cross Cult verfügbar). Genau diese Zusammenarbeit mit Autor Ivan Brandon führte dann zum vorliegenden Drifter, der mit 4 Hardcover-Bänden bei Cross Cult vollständig vorliegt. Brandon machte sich vor Viking ebenfalls einen Namen, als er unter anderem für DC mit am Aftermath zur Final Crisis mitschrieb oder für Marvel an Deadpool oder den X-Men beteiligt war.

Doch worum geht es in Drifter denn eigentlich? Die Menschheit scheint sich im gesamten Universum ausgebreitet zu haben, zumindest findet sich auch auf dem Planeten Ouro menschliches Leben. Ouro ist durch eine karge Wüstenlandschaft gekennzeichnet und eher eine Bleibe für gestrandete Existenzen und Überbleibsel der Zivilisation. Auf diesen Planeten stürzt der Pilot Abram Pollux mit einer Bruchlandung ab. Kurz nach der Bruchlandung, die er knapp überlebt, wird er von einem maskierten Wanderer in den Rücken geschossen und verliert wiederum das Bewusstsein. Zuvor hatte Pollux noch eine Begegnung mit einer der ansässigen außerirdischen Spezies, es wird nicht seine letzte bleiben. Nach drei Tagen wacht er wieder auf, versorgt wurde er von der Ärztin Lee Carter, die ihm auch ein wenig mehr über den Planeten und dessen Bewohner verrät. Doch sind wirklich nur 3 Tage vergangen? Warum sieht das Raumschiff von Pollux dann aus, als läge es schon seit Jahren an der Absturzstelle? Drifter wirft im hier vorliegenden Band selbstverständlich zunächst ein paar Fragen auf und liefert weniger Antworten, was dann wohl den weiteren Bänden vorbehalten bleibt.

Im Verlauf des ersten Bandes lernen wir noch weitere gestrandete Persönlichkeiten kennen, wie Della und Chuck, die die einzige Energiequelle des Planeten abbauen. Diese Energiequelle befindet sich tief unter der Oberfläche des Planeten und muss unter Lebensgefahr abgebaut werden, zieht sie doch auch andere Lebensformen an, die für die Menschen eine Gefahr darstellen. Im Verlauf des ersten Bandes kommt es auch zu einem solchen Zwischenfall, der nicht ohne Verluste bleibt. Weiterhin treibt ein zwielichtiger Prediger sein Unwesen in der Siedlung, der anscheinend auch über Leichen geht. Was dahinter steckt, erfahren wir zunächst ebenfalls nicht. Gepaart mit dem mysteriösen Mann vom Beginn, der Pollux niedergeschossen hat, entwickelt sich ein Geflecht aus Beziehungen, die für den Leser nicht vollends zu deuten sind. Zum Abschluss von „Crash“, wie der erste Band genannt wurde, findet Pollux sein eigenes Grab an einem improvisierten Friedhof in der Nähe der Siedlung vor.

 

Eine Szenerie von der Siedlung, in der sich allerlei gestrandete Existenzen aufhalten.

Fazit

Drifter startet stark in die erste Runde. Der Leser wird zu einem großen Teil im Dunkeln gelassen, was es mit der Vergangenheit von Abram Pollux auf sich hat. Aber auch die Gegenwart auf Ouro lässt sich nicht immer präzise definieren, was wiederum an der gewählten Erzählweise von Drifter liegt. Autor Ivan Brandon erzählt die Ereignisse nicht chronologisch, sondern springt mittendrin immer mal in verschiedenen Zeitebenen umher. Das macht das Lesen nicht einfacher, zumal wir als Leser ebenso wie Abram Pollux neu auf Ouro sind und die Welt mit seinen Augen kennenlernen. Auf diese Weise bleibt es aber auch spannend und ich habe nicht das Gefühl sagen zu können, wie Drifter in den weiteren 3 Bänden weitergeht, geschweige denn in Band 2. Optisch brennt Klein hier wie bereits oben geschrieben ein Feuerwerk an Farben und Figuren ab. Er und Brandon können hier aus dem Vollen schöpfen, schließlich befinden wir uns auf einem fremden Planeten – keine Vorgaben und keine Regeln, außer den selbst auferlegten. Das macht die Lektüre von Drifter so spannend und unvorhersehbar, ich bin gespannt wie es weitergeht.

 

Drifter Band 1: Crash ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3-86425-678-3

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RG Veda 1: Master Edition – Unsere Manga-Rezension

RG Veda 1: Master Edition – Unsere Manga-Rezension

 

Sechs finstere Sterne werden vom Himmel fallen
und den Donnergott stürzen.
Doch einer von ihnen wird Verrat bringen.
Und Flammen über die Welt…

Mit dieser Weissagung der Hellseherin Kuyoh beginnt die Legende von RG Veda, und mit ihr die Legende des Zeichner-Zirkels CLAMP.

Bereits 1989 wurde CLAMP als insgesamt 12 Mitglieder umfassender Dojinshi-Zirkel gegründet, doch schon ein Jahr später schrumpfte die Zahl der Mitglieder auf sieben zusammen. Mit RG Veda gelang der Zeichner-Gruppe ihr erstes professionelles Manga-Projekt, welches ihnen zu Bekanntheit verhalf. Da sich die Gruppe stets als ein uniformes Wesen verstand, ist recht wenig über die damals am Projekt beteiligten sieben Personen bekannt. Nach einem weiteren Jahr schrumpfte die Gruppe auf die heutzutage bekannten vier Personen zusammen, die sich im Laufe der letzten Jahre dazu entschieden, mehr ins Rampenlicht zu rücken. Nanase Ohkawa, Mokona, Tsubaki Nekoi und Satsuki Igarashi lauten die Pseudonyme des ausschließlich weiblich besetzten Zeichner-Quartetts, welches es mit Werken wie Chobits, Magic Knight Rayearth, X und Card Captor Sakura zu weltweiter Berühmtheit gebracht haben.

 

Das Hardcover zieren König Ashuras rachsüchtige Seele sowie sein Nachkömmling Ashura, welcher Rache für ihn üben soll. Ab und zu ergreift er Besitz über den Körper des noch unerfahrenen Jungen.

 

Durch die gemeinsame Arbeit an gleichzeitig stattfindenden Projekten entstanden viele Werke, die sich CLAMP zwar zuordnen lassen, sich aber, entgegen der Serien unabhängig arbeitender Zeichner, gravierend in Thematik und Zeichenstil unterscheiden. Um den verschiedenen Genres, Themen und Zeitsträngen trotzdem ein gewisses Grundgerüst zu verleihen, wird seit Aufbau des CLAMP-Franchise immer wieder auf Charaktere älterer Werke zurückgegriffen, welche ein Cameo erhalten, sich dabei aber jedes Mal neu erfinden. Auf die Spitze getrieben wird diese Art der Parallelwelt-Gestaltung im Dimensionsreise-Epos Tsubasa Reservoir Chronicle, in welchem Charaktere aus allen bisher existierenden Werken teilweise mehr als nur einen Auftritt haben. Auch König Ashura, Amaterasu, Yasha, Ashura und Soma aus RG Veda fanden in Tsubasa Verwendung. Um eben genau jenes Erstlingswerk von CLAMP soll es heute gehen.

Die Geschichte von RG Veda spielt in der Welt der Götter, welche vom Himmelskaiser in ewigen Frieden geführt wurde. Selbst die niedere und machtlose Spezies Mensch hatte nichts zu befürchten und der Stamm der Ashura, die stärksten Kriegsgötter im Himmelreich, verlernte über die Zeit zu kämpfen. Doch als sich der herrschsüchtige Feldherr Taishaku zu einem Donnergott aufschwang und sich in einem erbitterten Krieg den Kopf des Himmelskaisers als Kriegsbeute sicherte, endete dieser Frieden jäh und eine Epoche der Tyrannei und des Leids begann. Monster erhoben sich, griffen sowohl Menschen als auch Götter an und die Sippen, die Taishaku als Gefahr ansah, wurden ausgelöscht, unter ihnen der Stamm der Ashura.

 

König Yasha ist auf dem Weg, die verschwundene Sterndeuterin Kuyoh zu finden. Noch weiß er nicht, welch verheerende Prophezeiung sie ihm überbringen wird.

 

Unsere Geschichte beginnt rund 300 Jahre nach der gewaltsamen Übernahme des Throns durch Taishaku. Wütend darüber, dass die Sterndeuterin des Hofes, Kuyoh, ihm ihre Dienste verweigert hat und geflohen ist, sendet er seinen stärksten Untergebenen, König Yasha vom Volk der Yasha, hinter ihr her, um sie zu finden und umzubringen. Dies geschieht nicht ganz frei von Häme, so sind König Yasha und Kuyoh seit jeher enge Freunde, die noch immer um den Tod des Himmelskaisers trauern. Dem Befehl des neuen tyrannischen Königs folgend, sucht Yasha Kuyoh auf, jedoch nicht, um sie zu töten. Diese wartet bereits auf ihn, um ihm eine speziell für ihn vorbestimmte Prophezeiung zu überbringen. Yasha soll ein Kind mit ausgestorbener Blutsverwandtschaft finden und großziehen, welches das Rad des Schicksals in Bewegung setzt. Dieses Kind, weder gut noch böse, wird dabei helfen, sechs Sterne zu versammeln, mit denen sie über alles herrschen und dem Himmel Verderben bringen werden. Mit letzter Kraft prophezeit Kuyoh Yasha, dass das Kind mit dem Schicksal geboren wurde, Yasha zu töten. Von diesen Worten wenig beeindruckt, macht Yasha sich auf den Weg, das Kind zu finden und zu Kuyoh zu bringen. In einem finsteren Wald entdeckt Yasha wenig später einen in einen Baum eingeschlossenen Säugling, den er mit seinem mystischen Schwert Yamato daraus befreit. Dem Säugling, welcher sich als Nachfahre des Stammes der Ashura herausstellt, scheinen immense Mächte innezuwohnen, und so nimmt sich Yasha seiner an…

RG Veda, welches sich den Titel von Rigveda, dem ältesten bekannten Buch indischer Herkunft entleiht, ist in den Genres Action, Shojo und Fantasy angesiedelt. Auch wenn man in dem Fantasy-Epos eher weniger indische Einflüsse bemerkt, so hat die hinduistische Mythologie großen Einfluss auf das Werk genommen. Als diese Eingang in die japanische Kultur fand, änderten sich einige Rollenverteilungen und Namen, so wurde beispielsweise aus Asura Ashura und aus Yaksha Yasha. Dennoch nahm die Rigveda großen Einfluss auf den Aufbau der Geschichte, wurde aber auch mit Elementen aus dem Zen-Buddhismus angereichert.

Die in Japan 1989 erschienene Manga-Reihe umfasste ursprünglich 10 Bände und wurde nun in einer Master Edition vom Verlag Manga Cult neu aufgelegt. Insgesamt fünf Bände wird die Neuauflage umfassen, welche als schickes Hardcover daherkommt. Den Buchrücken ziert ein Ausschnitt des Covers, welches die Sammeledition auch im heimischen Bücherregal zu einem Blickfang macht.

 

Kuyohs Prophezeiung verheißt Unheil und Krieg. Wird König Yashas Rebellion gegen den Donnergott Taishaku ein gutes Ende nehmen oder zu noch mehr Schmerz und Leid führen?

Fazit

Mit RG Veda, der Geschichte rund um Ashuras Aufstieg zum neuen Gott der Himmelswelt, begann CLAMP seine bis heute andauernde Karriere. Auch wenn es ihrem Erstlingswerk, verglichen mit heutigen Projekten aus ihrer Feder, etwas an Tiefe fehlt und den Protagonisten durch die schnell voranschreitende Erzählweise häufig die Möglichkeit zur Charakterentwicklung verwehrt wird, so kann man, auch als Nicht-Fan, eine gute Zeit mit RG Veda verbringen. Die Zeichnungen sind auch für damalige Verhältnisse äußerst detailliert und lassen sich am ehesten mit dem Stil von Magic Knight Rayearth vergleichen. Auch wenn es etwas schade ist, dass die Master Edition nicht dazu genutzt wurde, weiteres Zusatzmaterial wie Hintergrundinformationen, Skizzen oder Interviews für Fans bereitzustellen, sollte die Sammeledition aufgrund ihrer soliden Verarbeitung und dem schmucken Aussehen in den Regalen von Fans des Zeichner-Quartetts nicht fehlen. Wer die Geschichte allerdings nicht nur zu Hause lesen möchte, dem würde ich aufgrund des massiven Gewichts von fast einem Kilogramm eher die Taschenbuchausgabe von RG Veda empfehlen.

Diese Besprechung wurde von Lisa Zahn verfasst.

 

RG Veda 1: Master Edition ist erschienen bei Manga Cult ISBN: 978-3-964331-49-6

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Phantomias – Schatten über Entenhausen – Unsere Comic-Rezension

Phantomias – Schatten über Entenhausen – Unsere Comic-Rezension

Wer hätte das gedacht, unsere liebste cholerische Ente wird dieses Jahr bereits 85 Jahre alt. Damit schlägt der Erpel den dunklen Ritter Batman doch glatt um 5 Jahre. Man hat aber nicht den Eindruck, als ob Donald im Alter ruhiger oder weiser geworden wäre, aber das wollen die Fans wahrscheinlich auch nicht. Passend zum Geburtstag am 09. Juni erscheinen natürlich auch neue Geschichten und Bücher, seien es nun die allseits beliebten Lustigen Taschenbücher oder aber wie hier, ein Jubiläumsband zum Thema Phantomias. Ihr kennt Phantomias nicht? Das Alter Ego von Donald mit Anleihen beim dunklen Rächer aus dem Hause DC? Dabei schlägt sich Donald, ähm sorry, Phantomias bereits auch schon seit exakt 50 Jahren die Nächte um die Ohren, um in Entenhausen und darüber hinaus für Recht und Ordnung zu sorgen. Genau in dieser Woche vor 50 Jahren erschien in einem italienischen Magazin der erste Auftritt von Phantomias, bis heute ist die Popularität ungebrochen.

Aus diesem Grund erscheint neben dem Jubiläumsband zu Donalds 85. Geburtstag auch ein spezieller Band zum Geburtstag von Phantomias in der Egmont Comic Collection. Phantomias – Schatten über Entenhausen vereint auf knapp 400 Seiten 9 Geschichten aus den 5 Jahrzehnten des geheimen Rächers. Im Vorwort von Wolfgang J. Fuchs wird das angesprochen, was deutschsprachige Fans des Erpels längst wissen. Bereits seit den Anfängen der Lustigen Taschenbücher werden viele Geschichten rund um Donald in Italien erdacht und gezeichnet. So fand auch Phantomias wie oben bereits erwähnt dort seinen Ursprung und wurde im Lauf der Jahre durch Geschichten und Zeichnungen von Massimo de Vita, Guido Scala, Guido Martina und nicht zuletzt Romano Scarpa geprägt.

Wer wirft den Schatten über Entenhausen? Die Gauner oder Phantomias? © 2019 Disney/Egmont Comic Collection

 

Auch heute noch ist Phantomias sehr beliebt und füllt nicht nur Geschichten in den Lustigen Taschenbüchern selbst aus, sondern hat eigene Bücher in der Reihe Lustiges Taschenbuch Premium. Weiterhin sind ältere Abenteuer auch regelmäßig mit Ultimate Phantomias im Buchhandel und beim Comic-Händler des Vertrauens erhältlich. Stürzen wir uns also in die Feierlichkeiten und schauen einmal, was uns der Sonderband für Abenteuer bietet:

  • Phantomias in Aktion (Deutsche Erstveröffentlichung in Lustiges Taschenbuch 41; 1976)
  • Die Abhöraffäre (Deutsche Erstveröffentlichung in Lustiges Taschenbuch 102; 1985)
  • Onkel Dagobert und die Verschwörung (Deutsche Erstveröffentlichung in Lustiges Taschenbuch 83; 1982)
  • Im Bann des Bösen (Deutsche Erstveröffentlichung in Donald Duck Sonderheft 183; 2002)
  • Knallharte Konkurrenz (Deutsche Erstveröffentlichung in Panzerknacker & Co. 8; 1986)
  • Der Sieg des Maskierten Zylinders (Deutsche Erstveröffentlichung in Donald Duck 406; 1989)
  • Der Schmutzgeier schlägt zu (Deutsche Erstveröffentlichung in Lustiges Taschenbuch 164; 1991)
  • Phantomias stinkt´s gewaltig (Deutsche Erstveröffentlichung in Lustiges Taschenbuch 196; 1994)
  • Geheimnis in Gefahr (Deutsche Erstveröffentlichung in Lustiges Taschenbuch 234; 1997)

Nach einem interessanten Vorwort, das auf die gesamte Karriere des dunklen Rächers eingeht, starten wir bei Phantomias in Aktion mit einer passenden Geschichte, um den neuen Leser in die geheimnisvolle Welt von Phantomias einzuführen. Insgesamt bekommen wir in den vorliegenden Geschichten auch einen schönen, abwechslungsreichen Eindruck von Donald als Phantomias, jedoch erschien die aktuellste hier vorliegende Geschichte im Jahr 1996. So fehlt hier komplett ein Eindruck zu der neuesten Inkarnation des „neuen Phantomias“, wie er in den Ausgaben des Lustigen Taschenbuches Premium chronologisch abgedruckt wird. Statt 5 Jahrzehnten werden in Schatten über Entenhausen lediglich 3 Jahrzehnte mit Geschichten abgedeckt, was ein wenig schade ist.

 

Mit dem von Daniel Düsentrieb umgebauten 313 kann Phantomias schnell größere Hindernisse überwinden. © 2019 Disney/Egmont Comic Collection

Fazit

Auch wenn hier nur eine bestimmte Schaffens- und Verbrechensbekämpfungs-Periode von Phantomias abgedeckt wird, erhalten wir Leser eine schöne Auswahl an klassischen Phantomias-Abenteuern. Die Geschichten in „Phantomias – Schatten über Entenhausen“ sind allesamt unterhaltsame Geschichten und füllen den Sonderband auf den knapp 400 Seiten mehr als ordentlich aus. Fans, die mit den klassischen Geschichten aufgewachsen sind, haben ihre helle Freude mit dem vorliegenden Band. Ein Wehrmutstropfen ist allerdings, dass keine der neueren Geschichten (und wir sprechen hier immerhin von den letzten knapp 20 Jahren) abgedruckt ist und auch keine Erstveröffentlichung im Buch enthalten ist. Fans besitzen und kennen die vorliegenden Abenteuer von Phantomias also bereits, finden einige davon hier nur in gesammelter Form vor. Wer neu im Universum von Donald Duck und seinem Alter Ego Phantomias ist, findet hier eine nicht ganz günstige Variante in die Materie einzusteigen. Danach empfehle ich unbedingt in die Reihe der Lustigen Taschenbuch Premium-Bücher reinzulesen, um eine moderne Variante des Rächers von Entenhausen kennenzulernen.

Weitere Abenteuer von Phantomias oder generell der Familie Duck findet ihr unter www.egmont.de.

“Phantomias – Schatten über Entenhausen“ ist ab sofort für 30,00 € erhältlich – ISBN 978-3-7704-4059-7.
Jetzt Phantomias – Schatten über Entenhausen bei Amazon vorbestellen.

Der Jubiläumsband „85 Jahre Donald Duck“ ist am 2. Mai für 20,00 € in der Egmont Comic Collection – ISBN 978-3-7704-4051-1 erschienen. Jetzt 85 Jahre Donald Duck bei Amazon kaufen.