Monster Allergy: Die Gesamtausgabe Band 1 – Unsere Comic-Rezension

Monster Allergy: Die Gesamtausgabe Band 1 – Unsere Comic-Rezension

Allergien sind in der Regel negativ behaftet, warum sollte man sich auch darüber freuen, dass der Körper auf bestimmte Einflüsse mit komischen Eigenschaften reagiert. Sie führen oftmals leider auch dazu, dass das eigene Leben eingeschränkt wird, was durchaus auch eine Tragweite haben kann. Im Falle von Zick aus Monster Allergy besteht die Einschränkung darin, dass er aufgrund seiner Allergie nicht das Haus verlassen sollte. Zumindest wurde ihm das immer eingeredet. Erst als das Mädchen Elena im Haus nebenan einzieht, sollte sich Zicks Leben grundlegend ändern und die Abenteuer von Monster Allergy beginnen.

Kennt ihr das Gefühl hinter einem Berg zu wohnen? Da gibt es Comics und sogar eine Zeichentrickserie und ihr habt bis vor kurzem noch nie etwas davon gehört? So erging es mir mit Monster Allergy. Dabei waren die Voraussetzungen durchaus gegeben, bin ich doch mit einer Frau verheiratet, die Comics und Animationsfilmen durchaus sehr zugetan ist. Auch einen 9-jährigen Sohn kann ich auf der Haben-Seite verbuchen, der natürlich ebenfalls in Comics vernarrt ist und jede freie Minute nutzt, um zu Lesen. Dennoch haben wir es geschafft, bis Anfang dieses Jahres unser Leben um diese Reihe herum zu gestalten – was für ein Verlust! Monster Allergy sprießt nur so von Ideen, allein schon das Cover der ersten Gesamtausgabe aus dem Dani Books Verlag zeigt gekonnt die Charakteristiken der Helden auf.

Wir lernen zunächst Elena kennen, die mit ihren Eltern nach Oldmill Village, einem Vorort von Bigburg, gezogen ist und von Patty und Tatty begrüßt wird. Patty und Tatty sind zwei Mädchen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Neulinge in der Nachbarschaft willkommen zu heißen und ihnen gleich mitzuteilen, wie die Dinge hier so laufen. Wer sich mit wem wo blicken lassen darf und solche Dinge. Das ist etwas, was Elena so ziemlich egal ist. Sie lässt sich auch nicht daran hindern nachzuforschen, wer im Haus nebenan wohnt – etwas, wovor Patty und Tatty eindringlich gewarnt haben. Dennoch lässt sich Elena nicht beirren und lernt Zick von nebenan kennen, auch wenn dieser zunächst ein wenig verschroben erscheint. Er hat halt viele Allergien, die es ihm nicht erlauben, sein Haus zu verlassen. Doch Zick hat noch ein Geheimnis: Er ist auch auf Monster allergisch, kann diese aber auch im Gegensatz zu Elena sehen und mit ihnen sprechen. Beide Kinder verbindet die Tatsache, dass sie Katzen als Haustiere haben. Weil Bandito, die Katze von Elena, plötzlich verschwindet, nimmt das Abenteuer seinen Lauf, als Zick und Elena sich auf die Suche nach ihr begeben.

Zick und Elena haben es sich auf Bombo bequem gemacht, zum Ausruhen bleibt allerdings nicht viel Zeit.

 

Ich habe hier nur den Inhalt der ersten paar Seiten angerissen, allein im Verlauf des ersten Heftes passieren schon so viele weitere merkwürdige Dinge, dass es den Rahmen sprengen würde, auch nur ansatzweise zu versuchen die weitere Geschichte zu erläutern. Nur so viel sei verraten: Zick und Elena bilden ein tolles Team und die Monster sind gegenwärtiger und zahlreicher vertreten, als es zunächst den Anschein macht. Im Verlauf der ersten vier Hefte, die die Basis dieser ersten Gesamtausgabe bilden, lernen wir auch den ersten Bösewicht kennen. Wir bekommen neben der Stadt Bigburg auch noch die Stadt der Monster zu sehen, die sich einfach oberhalb von Bigburg in der Luft oder genauer gesagt in den Zwischenräumen der Hochhäuser befindet.

Mir war bewusst, dass ein Großteil der europäischen Disney-Comics, die sich in den Lustigen Taschenbüchern wiederfinden, aus Italien kommt und es dort einige legendäre Geschichtenerzähler gibt. An Monster Allergy haben mit Katja Centomo, Francesco Artibani, Alessandro Barbucci, Barbara Canepa und einigen anderen Künstlern auch welche mit Disney-Erfahrung gearbeitet. Hier gestalten sie aber eine ganz eigene Welt, die sich erst nach und nach öffnet und den Leser schon bald nicht mehr loslässt. Es wird sich die Zeit genommen alle wichtigen Figuren entsprechend vorzustellen, nicht ohne auch die eine oder andere Überraschung parat zu haben. Es macht einfach Spaß den Dialogen zu folgen und den flapsigen Umgang zwischen Zick und Elena Patata zu beobachten. Dabei entdecken wir als Leser das ein oder andere Geheimnis mit den beiden zusammen, was es nur noch umso spannender macht und den Lesespaß noch weiter erhöht.

Eine neue Welt zu erfinden und diese erzählerisch zu gestalten, ist eine Sache, eine weitere nicht ganz unwichtige Sache bei Comics ist die optische Gestaltung. Zum Cover habe ich schon etwas geschrieben, im Buch setzt sich das natürlich fort. Man kann die Gestalter nur bewundern, so vielfältig und bunt sie die Welt rund um Elena und Zick auch gestaltet haben, der Zeichenstil ist einfach toll. Es gibt in fast jedem Panel viel zu entdecken, weshalb ein zweiter Blick immer lohnt. Auch die namensgebenden Monster sind allesamt witzig, aber auch skurril gezeichnet, je nachdem welchem Zweck sie in der Geschichte dienen. So schließt man einige dieser Viecher wie Bombo, den etwas tumben und gemütlichen Allesfresser mit Vorliebe für Schuhe, direkt ins Herz, ekelt sich aber gleichzeitig genug vor den schleimigen Widersachern, um ein tolles Portfolio vorzufinden. Ich bin gespannt, was sich die Autoren und Zeichner in den weiteren Episoden noch so haben einfallen lassen.

Fazit

Nur damit es hier nicht völlig vergessen wird: Neben den tollen cartoonhaften Zeichnungen und der spannenden Geschichte kommt der Humor niemals zu kurz. Witzige Dialoge reihen sich an humorvoll gestaltete Situationen im Verlauf der Abenteuer nicht nur der beiden Protagonisten, sondern auch auf den Nebenschauplätzen. Um den eingangs erwähnten Berg nochmal aufzugreifen, hinter dem ich zu wohnen scheine: Wenn ihr auch auf einem solchen wohnen solltet, kommt da herunter. Monster Allergy sieht auf den ersten Blick wie ein Comic für Kinder aus, und für ältere Kinder mag das auch zutreffen, aber lasst euch als erwachsene Leser nicht davon abschrecken. Hier ist wirklich alles drin, was Spaß macht, toll geschriebene Dialoge, witzig gezeichnete Figuren (und Monster) sowie eine ansprechend gestaltete Geschichte und Erlebniswelt, die einen das Buch nicht so schnell beiseitelegen lässt. Band 1 der Gesamtausgabe enthält die ersten 4 Hefte auf knapp 190 Seiten, vollgepackt mit Monstern, Abenteuern und Allergien. Diese Allergien nehme ich allerdings gerne in Kauf, ich kann gar nicht schnell genug mehr davon bekommen!

 

Monster Allergy: Die Gesamtausgabe Band 1 ist erschienen bei Dani Books – ISBN: 978-3-944077-10-9

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Motor Girl von Terry Moore – Unsere Comic-Rezension

Motor Girl von Terry Moore – Unsere Comic-Rezension

Terry Moore ist bisher komplett an mir vorbeigegangen – ein Umstand, den es zu beheben gilt. Auch wenn ich natürlich aus diesem Grund nicht einzuschätzen vermag, inwieweit Motor Girl zu seinem bisherigen Schaffen passt oder aus der Reihe fällt. Gefallen hat mir die Graphic Novel rund um die Kriegsveteranin Samantha, den Gorilla Mike und die betagte Besitzerin eines Autofriedhofs sehr gut. Moore präsentiert hier eine Mischung aus leichten cartoonartigen Situationen insbesondere zu Beginn der Geschichte und Gesellschaftskritik, die sich im Lauf der Erzählung langsam aufbaut.

Wir lernen Sam und ihren Kumpel den Gorilla Mike auf dem Autofriedhof kennen, den sie mitten in der Wüste betreibt. Gelegentlich kommt auch die eigentliche Besitzerin Libby vorbei, eine ältere rüstige Dame, die sich um Samantha kümmert, weil sie ahnt, welche Grausamkeiten sie im Kriegseinsatz durchgemacht haben muss. Der Autofriedhof ist für Sam eine Stätte der Ruhe und ein Rückzugsort, um vor den Erinnerungen an ihre Kriegseinsätze zu fliehen. So hat sie immerhin eine Aufgabe, auch wenn wir im gesamten Buch niemals irgendeine Kundschaft zu Gesicht bekommen.

Für den Autofriedhof bekommt Libby ein Angebot eines reichen Mannes, der das Grundstück kaufen und dort wissenschaftliche Experimente durchführen möchte. Libby legt die Entscheidung in Sams Hände, da sie Samantha nicht vertreiben möchte, auch weil sie auf das Geld nicht wirklich angewiesen ist, wie wir erfahren. Sam hat allerdings keinen anderen Ort, an den sie sich zurückziehen kann und ist auch pleite. Libby lässt Sam die Wahl und kehrt erst am Folgetag zurück, um ihre Entscheidung zu hören. In der Nacht stürzt allerdings ein Unbekanntes Flugobjekt auf eines der Autowracks und kleine außerirdische Männchen machen sich auf die Suche nach Treibstoff, um wieder von der Erde starten zu können. Hier nimmt die weitere Geschichte ihren Anfang und lässt uns bis zum Schluss auch mit einigen Wendungen nicht mehr los.

Ich muss zugeben, nach den ersten Seiten dachte ich mir noch so, dass Motor Girl auch für meinen 9-jährigen Sohn ganz spaßig zu lesen sein könnte. Ein Gorilla als Sidekick zur Protagonistin, kleine Außerirdische, die auf dem Autofriedhof abstürzen und immer wieder dasselbe Wort ausrufen, das hatte schon etwas Leichtes, Unterhaltsames. Doch bereits kurze Zeit später dreht Terry Moore die Stellschraube ein wenig fester und führt weitere Charaktere wie die beiden Schläger Larry und Vic ein, die durchaus auch aus einem Film der Coen-Brüder stammen könnten. Zwischendurch nimmt die Geschichte dann teils absurde Wendungen, nur um zum Ende hin wieder gekonnt den Bogen zur Realität zu spannen. Sam ist eine Veteranin, die insbesondere in ihrem letzten Kriegseinsatz hohe Verluste in Kauf nehmen musste. Bei ihrem letzten Einsatz gelingt es ihr nicht einen Jungen zu retten, der an eine Bombe gekettet wurde. Dabei wird sie selbst stark verletzt, zunächst nur körperlich, aber auch die Psyche ist bei Sam stark angeschlagen. Alles, was ihr von dem Jungen noch bleibt, ist ein kleiner Stoffaffe, den sie als Andenken bis heute aufgehoben hat.

Nach Abschluss der Lektüre findet die Geschichte zu einem befriedigenden Ende, nicht nur für den Leser, sondern auch für unsere Protagonistin. Dabei versteht es Terry Moore gekonnt, die Absurdität der Situationen im Verlauf seiner Erzählung in ein realistisches Setting zu betten. Sam ist unter der Oberfläche stärker traumatisiert, als sie es sich eingestehen möchte. Hinzu kommt, dass sie aufgrund eines Schrapnellsplitters in ihrem Kopf dringend operiert werden muss. Moore spielt hier ebenfalls mit unterschiedlichen Realitätsebenen, die in diesem Text natürlich nicht offenbart werden sollen und mit der Kopfverletzung von Samantha zu tun haben. Sagen wir es einfach so: Es ist nicht immer alles Realität, was Moore dem Leser im Lauf der Geschichte vorsetzt. Ich habe mich dabei erwischt, wie ich einige Seiten zurückgeblättert habe, um die neuen Erkenntnisse abzugleichen und in den Kontext zu setzen – großartig.

Sam und Mike müssen sich nicht nur mit kleinen grünen Männchen herumschlagen.

Fazit

Kriegsveteranen werden in den USA nach den Einsätzen in den Kriegsgebieten nach ihrer Rückkehr nicht ausreichend betreut. Was schon in etlichen Filmen und Dokumentationen angeklungen ist, setzt Terry Moore hier gekonnt in einer unterhaltsamen Geschichte in Comicform um. Dabei lässt sich kein erhobener Zeigefinger spüren, der den Leser mit Gewalt auf diese Gesellschaftskritik aufmerksam machen möchte. Im Gegenteil, wie ich bereits schrieb, die Geschichte ist äußerst unterhaltsam gestaltet, witzig, actionreich und mit glaubwürdigen Charakteren unterfüttert. Gerade dieser Umstand lässt aber eine umso intensivere Wirkung zu. Auch wenn ich gerne mehr vom Gorilla Mike gesehen hätte, präsentiert Moore hier mit seinen Zeichnungen eine abgeschlossene Geschichte. Und man kann es eigentlich gar nicht oft genug betonen: Richtig gut erzählte Comics und Graphic Novels brauchen keine Farbe. Motor Girl ist komplett in Schwarz-Weiß gehalten und schafft dadurch eine umso intensivere Stimmung beim Leser. Insbesondere wenn es um die Mimiken der Charaktere geht, schöpft Terry Moore aus dem Vollen und lässt den Leser jederzeit über die Gefühlslage der Figuren im Klaren. Interessante Charaktere, detailreiche Zeichnungen und eine spannende Geschichte mit Tiefgang – Motor Girl ist eine Empfehlung. Nun muss ich mich nur noch über das bisherige Schaffen von Terry Moore informieren. Bik!

 

Motor Girl von Terry Moore ist erschienen bei Schreiber&Leser – ISBN: 978-3-946337-73-7

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Courtney Crumrin – Erstes Buch: Die Wesen der Nacht – Unsere Comic-Rezension

Courtney Crumrin – Erstes Buch: Die Wesen der Nacht – Unsere Comic-Rezension

Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr mit euren Eltern auf einmal in das Spukhaus eures Großonkels Aloysius ziehen müsstet? Das Mädchen Courtney hatte bis dahin keine Probleme in der Schule, ein paar gute Freunde und generell kein schlechtes Leben, auch wenn ihre Eltern gerne mal über ihre Verhältnisse lebten. Das ist auch der Grund, weswegen Courtneys Eltern das Angebot von Onkel Aloysius angenommen haben, in die Villa einzuziehen und dort kostenfrei zu wohnen. Dass sich dieses Spukhaus in einem noblen Vorort befindet und sich den Eltern die Chance bietet, mit der feinen Gesellschaft der Umgebung näheren Kontakt zu pflegen, findet Courtney richtig nervig. Hinzu kommt, dass ihr Onkel Aloysius ihr nicht geheuer ist und das Spukhaus schon lange nicht mehr von anderen Menschen aufgesucht wurde.

Es kommt wie es kommen musste: Mit den hochnäsigen Klassenkameraden in der Schule kommt Courtney nicht zurecht, doch das Spukhaus birgt den einen oder anderen schaurigen Bewohner, was durchaus schon mehr Courtneys Interesse auf sich zieht. Auch Onkel Aloysius scheint hinter seiner Fassade nicht ganz so grimmig zu sein, wie es sich zunächst darstellte. Eventuell findet Courtney die neuen Freunde nicht in der Schule oder der wohlhabenden Gegend, sondern direkt innerhalb des Spukhauses. Ja, das könnte ihr sogar gefallen.

In den ersten Nächten im Spukhaus findet Courtney nicht in den Schlaf. So irrt sie durch das Haus und stößt dabei auch auf die privaten Räumlichkeiten von Onkel Aloysius. Viele seiner Bücher deuten schon darauf hin, dass die Bezeichnung Spukhaus durchaus passend ist, auch wenn er sich zunächst nichts anmerken lässt. Nach und nach findet Courtney aber immer mehr über die Heimlichkeiten heraus und macht Bekanntschaft mit einem Kobold. Auch Zaubersprüche, die sie in den Büchern ihres Onkels findet, scheinen zu funktionieren, sehr zum Leidwesen von Courtney. Parallel zu den Ereignissen in der Nacht und rund um das Anwesen muss sich Courtney mit der neuen Schule und ihren Mitschülern arrangieren. Ziemlich rasch vermischen sich diese beiden Welten aber miteinander, was Courtney ungeahnte Möglichkeiten offenbart.

Im ersten Buch von Courtney Crumrin präsentierten sich uns vier Episoden aus dem neuen Lebensabschnitt von Courtney. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Charakterisierung der Figuren, vornehmlich Courtney und ihrer Familie, aber auch auf der Einführung in die unheimliche Welt der Wesen der Nacht. Der Leser ist nur so schlau wie die Protagonistin, was es einfach macht, sich in die Lage von Courtney zu versetzen und die ersten Schritte mit den Figuren der Nacht mitzuerleben. So bleibt es bis zum Schluss des ersten Buches für den Leser unklar, wohin sich die Geschichte im weiteren Verlauf entwickeln wird. Courtney Crumrin scheint gewisse Begabungen zu besitzen, die ihrer sonstigen Familie nicht gegeben sind. Wäre da nicht der undurchsichtige Onkel Aloysius, der sich nach und nach Courtneys annimmt und ihr auch aus dem einen oder anderen Schlamassel hilft.

 

Fazit

Fantasievoll führt Ted Naifeh den Leser in diese Welt ein, die sich durchaus in düsteren Bildern präsentiert, aber niemals zu brutal oder gar gewalttätig gerät. Die Grundstimmung könnte so auch in einem Film von Tim Burton oder Guillermo del Toro vorkommen, was zum einen an den Wesen der Nacht liegt und wie sie von Ted Naifeh gezeichnet werden. Zum anderen findet sich mit Courtney eine zwar mies gelaunte, doch starke weibliche Persönlichkeit wieder, wie sie sich auch in einigen Filmen der genannten Regisseure entdecken lassen. Dennoch präsentiert Naifeh mit seinen Zeichnungen einen eigenen Stil, der sich ein wenig kantig und verschroben darstellt, dadurch aber gekonnt zum Setting passt. Die Farbe Lila nimmt in der farblichen Gestaltung eine besondere Stellung ein, in zahlreichen Schattierungen findet sie in der eher düster gehaltenen Farbwahl der Kolorierung immer wieder Einzug. Dani Books präsentiert uns die Geschichte um Courtney Crumrin erstmals als vollfarbige Gesamtausgabe, von der das vorliegende erste Buch nach Lektüre Lust auf mehr macht und den Leser neugierig zurücklässt. Was hat es mit Courtney wirklich auf sich? Welche Kräfte und Geheimnisse birgt ihr Onkel noch und warum lässt er die Familie kostenfrei bei sich wohnen? Und abschließend die wichtigste Frage überhaupt: Wann geht es mit Courtney Crumrin weiter?

 

Courtney Crumrin – Band 1: Die Wesen der Nacht ist erschienen bei Dani Books – ISBN: 978-3-95956-081-8

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Hellboy und die B.U.A.P. 1954 – Unsere Comic-Rezension

Hellboy und die B.U.A.P. 1954 – Unsere Comic-Rezension

Hellboy ist wieder da! Im Jahr 2019 kehrt der große Rote auf die Kinoleinwand zurück. „Doch Moment“, denkt sich da der geneigte Comic-Leser und Hellboy-Fan, „Hellboy war doch nie wirklich weg.“ Stimmt: Jedes Jahr erscheinen neue Hellboy-Comics in englischer Sprache und auch in Deutschland bringt Cross Cult in gewohnt hoher Qualität neue Geschichten raus. Um Hellboy ist längst ein umfangreiches Universum entstanden, welches sich in mehrere fortlaufende Serien unterteilt. Heute schauen wir uns einmal mehr ein paar Geschichten aus Hellboys Jugend an, aus einer Zeit, in der Hellboy noch ein wichtiges Team-Mitglied der Behörde zur Untersuchung und Abwehr Paranormaler Erscheinungen war.

Mit Hellboy und die B.U.A.P. 1954 liegt nun der dritte Band dieser Reihe mit Abenteuern von Hellboy und seinen Kollegen auch auf Deutsch vor. Enthalten sind 4 Kurzgeschichten, wobei „Schwarze Sonne“ und „Geistermond“ mit je über 40 Seiten wohl die Hauptattraktionen sind. Doch erst einmal der Reihe nach, wir starten mit der Schwarzen Sonne:

Kundige Hellboy-Leser können sich bei dem Ausdruck „Schwarze Sonne“ vielleicht schon denken, um was es sich handeln könnte. Eine Geheimorganisation oder eine geheime Mission? Vielleicht sogar beides? Auch wenn Mike Mignola und Chris Roberson mit ihrer Geschichte nicht das größte Überraschungsmoment auf ihrer Seite haben, kann der Plot doch gut unterhalten. Dachte ich zunächst noch die Geschichte entwickelt sich aufgrund des Settings in einer Eisstation in Richtung von „The Thing“, stößt Hellboy anstatt auf den Yeti doch auf einen ganz anderen Widersacher. So kurz nach dem 2. Weltkrieg ist es nicht verwunderlich, dass auch in den entlegensten Winkeln der Erde immer noch Nazis im Geheimen agieren können. Was genau sie geplant haben, soll hier natürlich nicht verraten werden, unterhaltsam ist es aber allemal. Großes Lob gebührt hier auch Zeichner Stephen Green (Lobster Johnson), der einen jungen Hellboy mit abwechslungsreicher Mimik aber auch die actionreichen Szenen gekonnt einfängt. Ein toller Einstieg in das Buch.

Ein paar Monate später ist „Das vernunftlose Tier“ angesiedelt, Schauplatz ist hier ein Haus in Baltimore, in dem es scheinbar nicht mit rechten Dingen zugeht. Hellboy und seine Partnerin Susan Xiang nehmen sich den Fall vor und versuchen dem Spuk auf dem Grund zu gehen. Ein Familienvater wird von einem geisterhaften Affen verfolgt, drangsaliert und weiß keinen Ausweg mehr aus der Situation. Doch genau dazu ist die Behörde ja da, also versuchen Susan und Hellboy in Gesprächen mit den Familienmitgliedern herauszubekommen, wann sich der Affe zeigt und wie sich diese Erscheinung äußert. Schnell wird dabei klar, dass in der Familie nicht alles so ist, wie es zunächst den Anschein hat. Während hier ebenfalls Mike Mignola und Chris Roberson für die Geschichte verantwortlich waren, fängt diesmal Patric Reynolds (Aliens, Joe Golem) die Verzweiflung der Familie und die beklemmende Situation ein. So spielt die gesamte Geschichte ausschließlich im Haus der Familie Koestler, was Reynolds mit gedeckten Farben im Hintergrund gut zur Geltung bringt. Hellboy sticht mit seiner roten Hautfarbe hervor, in diesem Setting, was sich ausschließlich bei künstlichem Licht im Inneren des Hauses abspielt. Dennoch gelingt es Reynolds auch in den Gesichtern genug Ausdruck zu inszenieren, damit die Geschichte nicht ins Lächerliche abgleitet. Sie endet mit einem kleinen Twist, der an dieser Stelle nicht verraten wird.

Hellboy muss sich in seiner Jugend bereits mit Nazis und Dämonen auseinandersetzen.

Die zweite längere Geschichte mit dem Namen „Geistermond“ versetzt die Behörde in einen Einsatz nach China. Lady Cynthia bittet Professor Bruttenholm um Hilfe bei einem Fall, wo einer Ihrer Agenten in einem Einsatz auf Abwegen gelangt ist. Es geht um die Suche nach einem Artefakt, genauere Angaben bekommt das Team rund um Archie Muraro, Susan Xiang und Hellboy nicht, weswegen sie nicht wissen was sie erwartet. Vor Ort stellen sie schnell fest, dass der verschwundene Agent scheinbar etwas mit dem Artefakt zu tun hat, aber auch die Bewohner vor Ort sind von einer nicht näher definierten Energie befallen. So trifft das Team auf die Dorfbewohner, die in einer Art Trance in einem Kreis aufgereiht liegen und nicht ansprechbar sind. Weiterhin spürt Susan als Medium eine starke Präsenz eines Lebewesens, das die Energie der Umgebung aufsaugt und in einer Art Urne sammelt. Doch das Team ist nicht allein vor Ort, auch zwei Monster, eines mit einem Stierkopf, eines mit einem Pferdekopf ausgestattet, sind auf der Suche nach dem Artefakt beziehungsweise nach dem, was in dem Artefakt gesammelt wurde. Hier scheint sich die gesammelte Energie der Bewohner an einem konkreten Ort zu bündeln, weswegen beide Parteien nicht umhin kommen gegeneinander zu kämpfen. Letztendlich stellt sich heraus, dass sowohl die beiden Monster als auch der Trupp um Hellboy auf der Suche nach dem Artefakt sind. Dies endet alles in einem gelungenen Finale, bei dem Susan noch auf einen einheimischen Menschen trifft, der scheinbar ein weiteres Geheimnis in sich trägt, was innerhalb dieser Geschichte nicht mehr aufgegriffen wird. Man darf gespannt sein, ob dieses Geheimnis in einem der weiteren Geschichten aus dem Jahr 1955 noch aufgegriffen wird. Zum Schluss beenden Hellboy und seine Mitstreiter das Elend der Dorfbewohner und finden den verschollenen Agenten sowie das Artefakt.

In Geistermond schöpfen Mike Mignola und Chris Roberson aus dem Vollen und erzählen eine typische aber auch spannende Geschichte rund um die Agenten der B.U.A.P. und Hellboy. Ich hoffe, dass der kleine Cliffhanger im kommenden Buch mit den Geschichten aus dem Jahr 1955 noch aufgegriffen wird, aber auch so findet die Geschichte um den Geistermond vorerst zu einem befriedigenden Ende. Zeichner Brian Churilla (Hellbreak, Godzilla) „untermalt“ die Geschichte gekonnt mit tollen Zeichnungen, passenden Farbgebungen im Hintergrund  und löst sich von einer starren Panel-Struktur, sodass der Leser nie weiß, was ihn auf der nächsten Seite erwartet.

Abgeschlossen wird der Band von einer 8-seitigen Kurzgeschichte vom legendären Zeichner Richard Corben, der in „Der Spiegel“ nur kurz zeigen kann, warum er nach wie vor zu einem der fleißigsten und besten Künstler seiner Zunft gehört. Wirklich beeindrucken konnte mich diese Geschichte nicht, aber ich will mich natürlich auch nicht beschweren, dass sie hier enthalten ist.

Wie bei Cross Cult üblich, schließt mit der Kategorie „Sketchbook“, in der Skizzen, Storyboards und Cover aus den vorliegenden Geschichten enthalten sind und die wie gewohnt vom Herausgeber der englischen Ausgabe, Scott Allie, kommentiert wurden.

Fazit

Abschließend bleibt mir als Fazit nur zu sagen, dass mit Hellboy und die B.U.A.P. 1954 ein paar schöne Geschichten gesammelt wurden, die sich für den neuen Leser durchaus als typische Hellboy-Geschichten präsentieren. Wer Hellboy neu für sich entdeckt hat, findet hier ein paar tolle Geschichten vor, die nicht allzu sehr im Kontext der Gesamtdramaturgie rund um Hellboy und dem Universum stehen, weswegen ich hier ruhigen Gewissens diesen Band auch für Neueinsteiger empfehlen möchte. Alternativ könnt ihr auch zu den beiden Büchern für die Jahre davor greifen (1952 und 1953), genießen könnt ihr die vorliegenden Geschichten aber auch ohne große Vorkenntnisse. Alteingesessene Fans haben mit Sicherheit schon bessere Geschichten rund um die Behörde und Hellboy gelesen, finden hier aber auch noch ein paar schöne Geschichten rund um Hellboys Jugend vor, losgelöst vom großen Ganzen in der Mignola-Welt.

 

Hellboy 17: Hellboy und die B.U.A.P. 1954 ist erschienen bei Cross Cult – ISBN: 978-3-959818-87-2

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Batmans Geschichte: Von Anfang bis Ende – Graphic Novel Collection

Batmans Geschichte: Von Anfang bis Ende – Graphic Novel Collection

Dieses Jahr feiert Batman seinen 80. Geburtstag. Das erste Mal erblickte die Figur in Detective Comics Nr. 27 im Mai 1939 das Licht der Öffentlichkeit. Bis heute werden noch neue Geschichten rund um den Dunklen Ritter gezeichnet und geschrieben. Dabei durchlebte Bruce Wayne mit seinem Alter Ego so einige Höhen und Tiefen, bis hin zum Bruch des Rückgrates durch Bane. Aber auch der Joker existiert noch heute und macht dem Fledermausmann immer wieder das Leben schwer.

Wer sich mit der Geschichte von Batman auseinandersetzen möchte, entweder als Neueinsteiger oder als alter Fan, hat nun die Möglichkeit mit einer neuen Buchreihe in die Materie einzusteigen. Die Batman Graphic Novel Collection startet nun mit Ausgabe 1 zum Einstiegspreis von 3,99 Euro beim Zeitschriftenhändler eine neue Reihe, die sich ausschließlich um den Rächer aus dem DC-Universum dreht.

Wer bereits ältere Buchreihen aus dem Hause Eaglemoss kennt weiß: Die Bücher erscheinen in einem Rhythmus von 14 Tagen und starten bei den ersten beiden Ausgaben mit einem Vorzugspreis, ab der dritten Ausgabe kosten die Hardcover-Ausgaben dann je 12,99 Euro. Doch nun mal Butter bei die Fische und raus mit den Titeln der Geschichten:

Band 1: Jahr Null – Die dunkle Stadt
Band 2: Jahr Null – Die wilde Stadt
Band 3: Geboren, um zu töten
Band 4: Gesichter des Todes
Band 5: Die Rückkehr des Dunklen Ritters
Band 6: Der Rat der Eulen
Band 7: Die Stadt der Eulen

Der Kenner wird merken, wir bewegen uns hier im Territorium der New 52-Storyline, welche im Jahr 2011 einen Neustart fast aller fortlaufenden Serien im DC-Universum darstellte. Im Jahr 2012 kamen diese Geschichten dann auch nach Deutschland und wurden wie üblich von Panini Comics veröffentlicht, wie sie hier nun auch in der gebundenen Form vorliegen. Niemand braucht sich also darum zu sorgen, die Entstehungsgeschichte oder die Abenteuer von Batman aus den 40er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts hier vorzufinden. Wobei dies auch seinen eigenen Reiz hat, glaubt mir.

Neben den bereits angeführten Titeln sollen in der auf 80-100 Bände (es finden sich widersprüchliche Angaben dazu) angelegten Reihe auch einige Klassiker und bedeutende Ereignisse aus dem Leben von Batman aufgegriffen werden. So werden Geschichten wie Niemandsland, Knightfall oder auch The Killing Joke im Lauf der Reihe mitveröffentlicht. Diese wurden von Autoren wie Alan Moore, Scott Snyder, Frank Miller und Grant Morrison sowie Zeichnern wie Greg Capullo, David Mazzucchelli, Tim Sale oder Neal Adams erdacht und zu Papier gebracht.

Die Qualität des ersten Bandes ist wirklich gelungen, die Papierqualität ist toll, wenngleich der Druck im dunklen Bereich noch etwas mehr Schwärze hätte vertragen können. Der Buchrücken ergibt bei vollständiger Sammlung ein Motiv, einige Bücher enthalten noch Bonusmaterial wie Variant-Cover oder Skizzen. Erwerben könnt ihr die Bücher im Zeitschriften- und Bahnhofsbuchhandel oder aber auch direkt ein Abo abschließen und dazu noch einige Prämien erhalten.

Weitere Informationen erhaltet ihr auch unter Batman Graphic Novel Collection