Creepy Past – Band 1: Im Dunkeln verborgen – Unsere Comic-Rezension

Creepy Past – Band 1: Im Dunkeln verborgen – Unsere Comic-Rezension

Habt ihr schon mal vom Begriff „Creepypasta“ gehört? Nein, dabei handelt es sich nicht um das grauenhafte Nudelgericht vom Italiener um die Ecke. Vielmehr bezeichnet eine Creepypasta eine Grusel- oder Horrorgeschichte, die im Internet verbreitet wird. Ich musste dazu auch erst den Wikipedia-Eintrag lesen, um zu wissen, was sich hinter dem Titel verbirgt. Der Begriff setzt sich aus Creepy (gruselig) und Pasta (vom englischen Begriff „copy and paste“) zusammen, da die Geschichte sich durch Kopieren weiter verbreitet. Die Themen von Creepypastas handeln oft von Serienmördern, Geisteskrankheit, übernatürlichen Wesen oder auch okkulten Ritualen. Also alles Themen, denen ich im fiktionalen Bereich sehr zugetan bin. Unser heutiges Buch handelt in gewisser Weise auch von diesem Phänomen, wobei aus der Pasta hier das Wörtchen Past (Vergangenheit) wird: Vorhang auf für Creepy Past.

Von jeher ist der Mensch vom Schlafen und insbesondere vom Träumen fasziniert. Seien es Träume, Visionen, Vorhersehungen oder ähnliches. Schon seit Menschengedenken werden diese Szenenabfolgen interpretiert, für bare Münze genommen oder als Entscheidungsgrundlage herangezogen. Dabei sind das Träumen und das Schlafen für den Menschen sehr wichtig, verarbeiten wir doch da auch Dinge und Erlebnisse, die uns im Alltag oder im Leben allgemein beschäftigen. Auch in der modernen Popkultur und insbesondere im Bereich der Horrorfilme wird das Thema Schlaf und Traum nur allzu gerne aufgegriffen, man denke da an die sehr populäre Filmreihe rund um Freddy Krueger und die Albträume in der Elm Street.

 

Ester und Qiro sind die beiden Seelen, um die es sich bei Creepy Past handelt. © Dani Books

 

Der Hauptprotagonist von Creepy Past, ein Junge namens Qiro, leidet eben unter dieser Schlaflosigkeit, insbesondere ein Tinnitus macht ihm zu schaffen. Doch heutzutage kann bei diesen und anderen Schlaflosigkeiten doch geholfen werden, bestimmte Schlaf-Forschungseinrichtungen wie das REM-Institut haben sich darauf spezialisiert. Doch warum das Institut ausschließlich Jugendliche aufnimmt, wird zunächst nicht ganz klar. Ergänzend dazu werden die Patienten auch mittels eines sogenannten „Bio-Devices“ am Arm Tag und Nacht überwacht, natürlich nur für Körpertemperatur und Blutdruck. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Im Institut begegnet Qiro unter anderem auch dem Mädchen Ester. Sie hat sich freiwillig in das Institut einweisen lassen und täuscht ihre Schlaflosigkeit nur vor. Sie sucht im Institut nach Kreaturen, die sich in der Realität manifestieren und eben nicht nur geträumt sind. Sie vermutet, dass diese Kreaturen durch die Gebäude des Instituts streifen und Angst und Schrecken verbreiten. Insbesondere der Slasherman hat es ihr angetan, weil er eine Freundin von ihr entführt hat. Das Problem an Ester ist, dass sie eine krankhafte Lügnerin ist, was Qiro und den anderen es schwer macht, ihren Schilderungen Glauben zu schenken.

Ester sucht im Institut also nach ihrer Freundin Alina, die ihrer Meinung nach vom Slasherman in eine fremde Dimension entführt wurde. Währenddessen macht Qiro weitere Erfahrungen mit seinem Tinnitus, denn es stellt sich heraus, dass auch er in seinen Träumen eine fremde Kreatur sieht. In einigen Situationen spricht diese Kreatur auch in seinem Kopf mit ihm. Es hat fast den Anschein, als ob dieses Monster von Qiro Besitz ergreifen kann, zumindest fühlt er sich in einigen Situationen ferngesteuert und wacht danach in der realen Welt wieder als Junge auf. Wir Leser erleben aber auch die Geschichte in der Zwischenzeit, auch wenn sich die Welt der Monster und Kreaturen immer mehr mit der realen Welt von Qiro, Ester und den anderen Jugendlichen mischt. Hat es also einen Grund, warum im Institut nur Jugendliche wegen ihrer Schlaflosigkeit behandelt werden? Steckt da noch mehr dahinter und wissen die Wissenschaftler aus dem REM-Institut mehr, als sie zugeben?

Es ist nicht alles so, wie es scheint

2018 in Italien erschienen, handelt es sich bei Creepy Past um eine sechsteilige Minserie, die mit dem kommenden zweiten Band in diesem Jahr bei Dani Books dann auch komplett vorliegt. Dementsprechend sind im vorliegenden ersten Band die ersten 3 Hefte versammelt und es gibt auch einen kleinen Twist am Ende des dritten Heftes, das passt also. Optisch bekommen wir eine Mischung aus Monster Allergy und der Animationsserie Kim Possible geliefert. Das wundert mich natürlich nicht, weiß ich doch, dass Zeichner Giovanni Rigano beim italienischen Ableger von Disney gearbeitet hat und auch an Monster Allergy beteiligt war. Er hat für Creepy Past aber vorerst nur die optische Ausarbeitung der Charaktere vorgenommen und das erste Heft gezeichnet. In Heft 2 und 3 haben diese Aufgabe dann Federico Nardo sowie Alberto Zanon übernommen, bei denen man schon merkt, dass es andere Zeichner sind, sie sich aber dennoch stark am Stil von Rigano orientieren. Somit kommt in meinen Augen kein großer Bruch innerhalb der Hefte auf, im Gegenteil, das geht schön einher.

Erzählerisch hält sich Creepy Past spannend und undurchsichtig, was ja im Kontext des Plots durchaus so gewünscht ist und hier sehr gut passt. Wir als Leser erleben gemeinsam mit Qiro die Ereignisse und tappen genau wie er im Dunkeln. Erst nach und nach ergeben sich Hinweise und Geheimnisse werden aufgedeckt. So entpuppt sich das Monster in Qiro als eine Kreatur, die anscheinend in derselben Dimension wie der Slasherman verweilt. Doch wenn Qiro ein solches Monster „in sich trägt“, was hat es dann mit den anderen Patienten des Instituts wohl auf sich?

Fazit

Ein Vergleich von Creepy Past zu Monster Allergy liegt auf dem ersten Blick nahe, sind doch ähnliche Künstler involviert und präsentiert sich die Optik auch in einem cartoonartigen Stil. Bei beiden Geschichten verhalten sich die Dinge nicht so, wie es zunächst den Anschein hat, dennoch würde ich bei Creepy Past nicht von einem Abklatsch sprechen. Das grundlegende Setting ist bei Creepy Past einfach schon mal düsterer und durch die Thematik mit Schlaf und Traum sind der Psychoanalyse hier Tür und Tor geöffnet. Insgesamt sind die Monster und die Themen in Creepy Past ernster und gruseliger, was sowohl in der optischen Präsentation als auch der geschichtlichen Herausarbeitung wiederzufinden ist. Hat mein 10jähriger Sohn letztens noch Monster Allergy mit Vergnügen gelesen, würde ich ihm Creepy Past noch so ca. 2 Jahre vorenthalten. Hier dürfen auch schon mal blutige Verletzungen gezeigt werden, alles andere wäre auch dem Setting nicht entsprechend gewesen.

Ich hab Creepy Past in zwei Sitzungen durchgelesen, so sehr hat mich Qiro und sein Alter Ego in den Bann gezogen. Das Szenario ist spannend gestaltet, alle paar Seiten wird man überrascht und fügt im Kopf allmählich ein paar Puzzleteile zusammen, nur um dann gegen Schluss nochmal festzustellen, dass man doch noch nicht alle Hintergründe kennt. Der zweite Band wird hoffentlich einige der offenen Fragen beantworten, ich freue mich schon darauf.

 

Creepy Past Band 1 ist erschienen bei Dani Books – ISBN: 978-3-95956-034-4; Paperback, 17 x 24 cm, 208 Seiten, 16,99 €

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Die!Die!Die! Band 1 – Unsere Comic-Rezension

Die!Die!Die! Band 1 – Unsere Comic-Rezension

Wenn man sich den berühmtesten Comic aus der Feder von Robert Kirkman anschaut, dann kommt man nicht umhin festzustellen, dass der gute Herr mit dem Vergießen von Blut kein großes Problem hat, eher im Gegenteil. Mittlerweile sollte jeder halbwegs interessierte Mensch von den lebenden Toten in der Reihe „The Walking Dead“ gehört haben und entweder die Comics gelesen oder die Fernsehserie geschaut haben. Es wäre auch sehr schwer gewesen, diesem Phänomen innerhalb der letzten Dekade aus dem Weg zu gehen. Wer nichts mit den laufenden Toten am Hut hatte, wird auch vermutlich nicht in Die!Die!Die! reinsehen, denn der menschliche Lebenssaft findet sowohl auf dem Cover als auch auf der Rückseite eine prominente Darstellung. Kirkman mag sein Steak wohl offensichtlich blutig, nun gut, dann wollen wir uns dem neuen Machwerk mal widmen.

Ich persönlich bin kein großer Fan von Walking Dead, ich hab der Reihe nach ungefähr dem 10. Band von Cross Cult abgeschworen, weil es damals hieß, Robert Kirkman hätte noch lange kein Ende für seine Erzählung. Und er sollte recht behalten, schließlich sollten es abschließend 32 Bände werden, bis seine Reihe nun vor Kurzem zu Ende gebracht wurde. Aber auch im TV sollten es sich die wandelnden Toten bequem machen, bis zur 7. Staffel hab ich da dann durchgehalten, wurde das Ganze dann doch, zumindest für mich, zu repetitiv. Bei den Arbeiten zur Fernsehserie muss Robert Kirkman dann mit dem zeitweiligen Showrunner der Serie, Scott M. Gimple, das ein oder andere Mal in der Kneipe versumpft sein, anders kann ich mir den Plot von Die!Die!Die! nicht erklären. Denn eben erwähnte Künstler haben sich die Geschichte zu Die!Die!Die! ersonnen und die grundlegende Idee dazu gehabt, wobei Chris Burnham und Nathan Fairbairn dann für die grafische Umsetzung hinzugekommen sind, die es auch echt in sich hat. Um das einigermaßen nachvollziehen zu können, versetzen wir uns mal in die Lage der beiden oben erwähnten Herren und versuchen das zu rekapitulieren. So könnte es sich damals zugetragen haben:

 

Die Brüder sind sehr gut ausgebildet und machen keine halben Sachen, hier ist Paul in Aktion. © Cross Cult

 

Kirkman: “Man sollte mal eine Geschichte über eine Organisation machen, die sich mittels Auftragskiller jedweder Störenfriede entledigt.“

Gimple: “Und diese Organisation agiert im Geheimen, gehört aber eigentlich auch zur Regierung.“

Kirkman: “Genau. Sie greifen mit zielgerichteten Mordattentaten ins Weltgeschehen ein und bringen „die Dinge wieder in Ordnung“. Innerhalb der geheimen Organisation agieren zwei Anführer gegeneinander und machen sich gegenseitig die Hölle heiß. Der eine sieht irgendwie asiatisch aus, ist ein kleiner älterer Herr mit Glatze und Brille und die andere ist eine ältere Frau, die sich gerne sexuell in Gang Bangs verdingt (natürlich mit Maske, wie im Film „Eyes Wide Shut“, nur viel versauter).“

Gimple: “Aber der Herr soll sich auch mit vielen Frauen verdingen dürfen, und wir zeigen dann, wie er scheißend auf dem Klo sitzt und dabei Spaghetti isst.“

K: “Und beide versuchen sich dann gegenseitig zu übertrumpfen und auszutricksen. Quasi ein Wettkampf untereinander, wer der alleinige Chef dann sein darf.“

G: “Aber der Leser weiß das zu Beginn noch nicht, und auch wenn sie sich gegenseitig die Wahrheiten offenbaren, zeigen wir immer nur einen Auszug davon, damit es spannend bleibt…“

K: “Das machen wir, aber irgendwie fehlt da noch was…“

G: “Wir brauchen noch einen Protagonisten, denn mit den alten Säcken kann sich wohl kaum jemand identifizieren…“

K: “Warum nur einen? Wir nehmen gleich 3…”

G: “Drei Brüder, die alle gleich aussehen und alle als Killer ausgebildet sind.”

K: “Au ja, und eigentlich waren es mal 4, aber der eine war nicht stark genug und wurde als Kind schon umgebracht, vom fiesesten Bruder. Die Brüder sind optisch alle kaum zu unterscheiden, deswegen müssen wir ihnen ein Merkmal mitgeben, sonst können die Leser sie nicht auseinanderhalten…“

G: “Was hälst du davon, wenn einer der Brüder dann lange Haare hat?“

K: “Finde ich gut, aber erst wenn wir sie in der Gegenwart erleben, dann sind sie so Mitte 20. Und um diese Brüder gibt es dann auch einen Komplott, der eine Bruder wird vom anderen Bruder ausgeschaltet, damit er den Präsidenten ermorden kann.“

G: “Ja, den Präsidenten ermorden ist immer gut. Das war bei der Umbrella Academy auch schon Thema, das muss rein, aber wir machen das mit dem aktuellen, mit Obama.“

K: “Nun ist aber der andere am Werk.“

G: “Egal, Obama passt da besser.“

K: “OK, aber der eine Bruder soll den anderen Bruder ja ersetzen und der dritte Bruder davon nichts wissen.“

G: “Weißt du was geil wäre?“

K: “Nee, sag an!“

 

Die einzelnen Hefte werden mit schönen Poster-artigen Artworks voneinander getrennt. © Cross Cult

 

G: “Wir schneiden dem einen Bruder die Nase ab, dann sieht er aus wie ein Schweinchen und der andere Bruder muss das dann auch machen, damit er genauso aussieht.“

K: “Krass, ja das machen wir. Und der dritte Bruder, der mit den langen Haaren, der weiß das erst nicht, bekommt das aber dann irgendwie raus. Wird denn der erste Bruder vom zweiten Bruder umgebracht?”

G: “Na klar, und der zweite Bruder ersetzt dann den ersten Bruder und seine Freundin merkt das dann aber ganz schnell, die ist aber auch eine Killerin…”

K: “Alle sind Killer, auch die Kinder sind schon aufs Töten aus. Wir brauchen aber noch ne Bedrohung. Wie wäre es mit einem Atomschlag?“

G: “Der Klassiker, der geht immer. Und Obama soll dann gezwungen werden, aufgrund des Atomschlags zu reagieren…“

K: “Aber der Atomschlag geht schief und alle fliegen mehr oder weniger auf beziehungsweise offenbaren ihre Pläne!“

G: “Wie soll denn ein Atomschlag schiefgehen? Ich meine, wenn die Rakete erst mal unterwegs ist…“

K: “Außerirdische greifen ein!“

G: “Och komm, echt jetzt?“

K: “Ja, eine außerirdische Rasse, die die Menschheit beobachtet und die sich als Katze unerkannt bei den Menschen aufhält. Und die Menschen finden von denen ein UFO und fangen die Rakete ab. Und eine andere Rasse beobachtet diese Rasse dann von der Rückseite des Mondes aus, krass oder?“

G: “Das ist es, wow! Aber ob wir uns morgen nach dem Saufgelage noch daran erinnern können?”

K: “Wir brauchen einen Bierdeckel!“

Zugegeben, der Dialog ist vollständig von mir erfunden, aber manches Mal hab ich mich bei der Lektüre echt gefragt, was sich die Autoren dabei gedacht haben. Nur um das direkt klarzustellen, ich wurde bis zum Schluss gut unterhalten und manchen kleineren Twist sieht man nicht kommen, aber Die!Die!Die! verlangt vom Leser schon viel Entgegenkommen, was die Prämisse und den Verlauf der Geschichte angeht. Wenn ihr da völlig offen seid, erwartet euch eine abgefahrene Geschichte voller Blut, Schimpfwörter, abgetrennter Körperteile und sexueller Anspielungen. Nicht umsonst ist auf der Rückseite des Buches eine Altersempfehlung ab 16 Jahren angegeben. Weiterhin sollten zartbesaitete Naturen sich die Lektüre ebenso sparen, der Comic ist schon explizit, was das Entfernen von Körperteilen angeht.

 

Das Cover macht direkt klar, welche Farbe dem Tintendrucker als erstes ausgehen würde… © Cross Cult

Fazit

Die!Die!Die! schöpft aus dem Vollen und dreht richtig auf. Alle Figuren im Comic halten richtig viel aus und verlieren jede Menge Blut, in den seltensten Fällen aber ihr Leben. Naja, zumindest nicht die Protagonisten, einige Kollateralschäden gibt es dann doch noch. Wenn ihr auf eine möglichst realistische Darstellung der Ereignisse hofft, kann euch der Comic nur enttäuschen. Wenn ihr euch auf jede Menge blutigen und irrsinnigen Nonsens einlassen könnt und wollt, dann kann ich euch Die!Die!Die! durchaus ans Herz legen. Stellt euch aber darauf ein, dass ihr mit den Protagonisten nicht richtig mitfiebern könnt, mit Charakterdarstellung und -entwicklung ist hier nicht. Wir bewegen uns hier eher im Bereich von B-Movie-Plots mit jeder Menge Gewalt und Gore auf allen Seiten. Das kann durchaus auch mal erfrischend sein, wenn das Hirn mal Urlaub hat und man sich überraschen lassen kann, was auf der nächsten Seite wohl passieren mag.

Die!Die!Die! ist erschienen bei Cross Cult
ISBN: 978-3-959811-24-8; 6×24, HC, 4c, 200 Seiten, 22,- Euro

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Newsbild © Cross Cult

 

Belzebubs – Unsere Comic-Rezension

Belzebubs – Unsere Comic-Rezension

Ich mache das in der Regel nur ganz selten. Wenn ich ein Buch oder einen Comic lese, dann mache ich das ohne musikalische Untermalung. Selten schalte ich mal das Radio ein oder lasse etwas Musik auf Spotify im Hintergrund laufen. Meist lenkt mich die Akustik zu sehr ab, wenn dann noch ein bekanntes Lied kommt, wo ich den Text gut kenne, dann bin ich gedanklich eher bei der Musik als bei der Lektüre. Es gibt aber viele Menschen, die beim Lesen auch Musik laufen lassen, die Auswahl ist heutzutage ja gigantisch. Weswegen ich euch damit gleich zu Beginn belästige? Weil ich erst nach Beendigung der Lektüre von Belzebubs bei den Recherchen festgestellt habe, dass die Band aus dem Comic in der Realität existiert und auch Musik veröffentlicht hat…na, oder so in der Art.

Aber mal von Vorne und auch mal in aller Ruhe für mich und die Leser aufgedröselt: Die Geschichten der Belzebubs, die hier nun gesammelt erstmals auf Deutsch im Cross Cult Verlag vorliegen, waren ursprünglich im Internet beheimatet, also ein Webcomic. Dieser wurde in der Metal-Szene (und wahrscheinlich auch nicht nur da, sonst gäbe es jetzt kein Buch) positiv aufgenommen und erfreute über Jahre die Fans mit immer neuen Kurzgeschichten und Comic-Strips. Generell arbeitete der Finne JP Ahonen an den Strips und veröffentlichte diese regelmäßig auf seiner Website, für alle kostenfrei auf Englisch zur Verfügung.

 

Der Ausdruck muss stimmen, sonst wird das nix mit Metal… © Cross Cult

 

Die Belzebubs handelt von einer Black-Metal-Band und deren Problemen zum einen als Band, aber auch als Familie. Die Band besteht dabei aus Sänger und Gitarrist Sløth, der mit seiner Frau Lucyfer auch zwei Kinder hat. Deren Namen sind Lilith und Leviathan, wobei Lilith im Teenageralter ist und Leviathan irgendwo zwischen 8 und 10 Jahren. Die Familie ist dabei vollends im Black-Metal aufgegangen und lebt diese Musikrichtung auch das ganze Jahr durch und durch aus. Weitere Mitglieder der Band sind Hubbath am Bass und Obesyx an der Lead Guitar und es gibt auch einen Drummer, jedoch wird dieser konstant ausgewechselt und keiner der Anwärter kann sich lange in dieser Position halten. Zeitweise wird sogar überlegt, ob das Schlagzeug nicht vom Band eingespielt wird und einfach eine maskierte Sexpuppe im Hintergrund an den Drums sitzen sollte. Als Familienvater und Lead-Singer einer Band hat man es nicht einfach. Weitere Figuren sind die Oma der Kinder, die ihren verstorbenen Ehemann immer wieder ausgräbt und mit an den Essenstisch setzt, sehr zum Widerwillen der Enkelkinder. Und dann wäre da noch Sam, der Schwarm von Tochter Lilith, der nun so gar nichts mit Black-Metal am Hut hat und nur langsam zur zunächst eigenartigen wirkenden Lilith findet.

Das Besondere an Belzebubs ist, dass mittlerweile nicht nur die Comic-Strips existieren, sondern es die Band auch in unserer Wirklichkeit gibt, zumindest theoretisch. Ich hab bei meinen Recherchen nicht herausfinden können, wer genau hinter der Band in der Realität steckt, aber die Hintergründe sind schon faszinierend. Auf der Homepage der Band könnt ihr noch mehr in das Universum einsteigen. Die Band hat mittlerweile auch ein komplettes Album namens „Pantheon of the Nightside Gods“ aufgenommen, welches unter anderem auch auf Spotify zu finden ist. Parallel dazu existieren auch animierte Musikvideos zu einigen der Stücke vom Album, die ihr auf der Website oder auch auf YouTube finden könnt.

 

Sløth weiß, wie er seine Frau mit Romantik begeistert. © Cross Cult

 

Ich habe bei der Lektüre die Chance verpasst, das Album im Hintergrund laufen zu lassen, erst beim Schreiben dieses Artikels habe ich dort mal reingehört. Ich musste feststellen, dass dies nach wie vor nicht meine Musik ist, was im völligen Kontrast zu dem steht, was ich vom vorliegenden Buch halte. Das Artwork ist dabei ein wenig cartoonartig gehalten und die Hintergründe auf das Nötigste beschränkt. Das Ganze ist dann passenderweise auch sehr in schwarz gehüllt. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt, im Gegenteil, das Hauptaugenmerk sind die Charaktere und deren Eigenheiten sowie Fehler, die hier vom Künstler hier liebevoll porträtiert werden. Ich könnte mir vorstellen, dass einige der Episoden durchaus auch autobiographisch sind, was es nur umso authentischer erscheinen lässt. Auch wenn ich der Musik nichts abgewinnen kann, die Band und die Familie dahinter haben mich direkt auf den ersten Seiten eingefangen und für sich gewonnen.

 

Mehr. © Cross Cult

Fazit

Ich habe die Belzebubs lieben gelernt, auch wenn ich nicht so tief in der Szene verankert bin, wie manch anderer Fan. Die Strips und kurzen Geschichten funktionieren aufgrund der liebevollen Ausarbeitung von JP Ahonen auch ohne fundierte Kenntnisse der Black-Metal-Bewegung. Oftmals findet ihr nur einen kurzen Strip auf einer Seite und auf der nächsten Seite ist wieder eine komplett andere Szene dargestellt, es gibt aber so etwas wie einen roten Faden durch das Buch, der mich köstlich amüsiert hat und mich immer wieder zum Schmunzeln brachte. Dass dahinter nun bereits ein Cross-Media-Konzept samt richtiger Band, Musikvideos und einem kompletten Album steckt, macht es umso spannender, all das braucht ihr aber für die Lektüre des Buches nicht. Die Strips können für sich allein stehen und begeistern. Euch sollte allerdings klar sein, dass hier drin schon mal Dämonen beschworen werden oder andere Ausdrücke verwendet werden, die euren christlichen Glauben in Frage stellen könnten. Wer damit verdammt nochmal kein Problem hat, dem empfehle ich die Lektüre der Belzebubs sehr nachdrücklich.


Belzebubs ist erschienen bei Cross Cult
ISBN: 978-3-959810-26-5; 21×28, HC, 4c, 120 Seiten, 20,- Euro

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Hazel & Cha Cha retten Weihnachten – Unsere Rezension zum Weihnachts-Sonderheft der Umbrella Academy

Hazel & Cha Cha retten Weihnachten – Unsere Rezension zum Weihnachts-Sonderheft der Umbrella Academy

Letztes Jahr vor Weihnachten veröffentlichte der Ludwigsburger Verlag Cross Cult mit dem Heft namens Krampusnacht ein kurzes Abenteuer im Hellboy-Universum. Dieses Jahr war die Umbrella Academy ein großes Thema im Portfolio der Veröffentlichungen von Cross Cult. Passend zur Netflix-Serie veröffentlichte man die ersten beiden Bücher nochmals in einer neuen Edition und brachte nun vor kurzem auch den dritten aktuellen Band namens Hotel Oblivion (unsere Besprechung dazu findet ihr hier) nach Deutschland. Sowohl im zweiten Band der Comics als auch in der Netflix-Serie erfreuten sich die beiden Nebencharaktere Hazel & Cha Cha großer Beliebtheit unter den Fans. Obwohl die beiden Kerle (in der Serie ist Cha Cha eine Frau) als Attentäter wahrlich keine sympathische Berufsbezeichnung bekleiden, sympathisierten die Fans mit den beiden Charakteren. Wahrscheinlich, weil sie ebenso wie viele andere Menschen ihren Beruf Leid sind und sich gerne auch in anderen Tätigkeiten sehen und aus dem System ausbrechen wollen.

Diesen beiden maskentragenden Menschen haben in der Zeitagentur Temps Aeternalis einen schlechten Ruf. Gemeinsam erledigen die beiden Kopfgeldjäger durch Zeitreisen in der Vergangenheit Zielpersonen. Dies klappt natürlich nicht immer wie gewollt und führt hin und wieder schon mal zu Chaos. Damit werden die beiden Attentäter gerne mal von den Kollegen aufgezogen, hinterlassen sie doch gerne mal größere Kollateralschäden. Ihr neuester Auftrag bringt sie abermals in die Vergangenheit, wo wir Leser auf den jugendlichen Pete treffen, der mit seinem jüngeren Bruder und seiner Mutter zusammenwohnt. Er besucht die Klasse von Mister McLaughlin, der nichts unversucht lässt, Pete als Versager hinzustellen. Pete ist dem bevorstehenden Weihnachtsfest gegenüber aber kritisch eingestellt und möchte gerne wissen, um was es sich bei dem Deal zwischen dem Weihnachtsmann und den Eltern handelt. Schließlich erzählen die Eltern den Kindern jahrelang, dass es den Weihnachtsmann gibt, schwenken dann aber um und behaupten das Gegenteil. Pete wird die Wahrheit dahinter herausfinden und für seinen jüngeren Bruder wird die Geschichte auch gut enden, schließlich kümmern sich Hazel & Cha Cha noch um Mister McLaughlin, weswegen sie die Zeitreise überhaupt angetreten hatten. Am Ende bekommen die beiden Kopfgeldjäger noch Unterstützung vom Weihnachtsmann, der sie mit einer etwas stärkeren Waffe ausstattet, nur damit sie erneut einen größeren Schaden anrichten können. So ist man es halt von ihnen gewohnt.

 

Es weihnachtet sehr… © Cross Cult

Fazit

Diese Kurzgeschichte kann auch losgelöst von den restlichen Erzählungen rund um die Umbrella Academy genossen und gelesen werden, es macht aber mehr Spaß, wenn man die Figuren und ihre Hintergründe kennt. Dazu sollte man den zweiten Band namens „Dallas“ gelesen und/oder die TV-Serie gesehen haben, um das volle Potenzial zu bekommen. Aber auch sonst macht man mit dem Sonderheft für 5,- Euro nichts falsch, die Geschichte ist rund und kann allen Fans der Academy empfohlen werden. Wer noch eine Kleinigkeit für einen Comic-Fan zu Weihnachten oder fürs Wichteln braucht, schlägt hier zu. Ein toller Abschluss für das Jahr 2019, in dem die Umbrella Academy bei Cross Cult eine zweite Chance erhalten hat!

 

The Umbrella Academy Weihnachts-Sonderheft: Hazel & Cha Cha retten Weihnachten ist erschienen bei Cross Cult
ISBN: 978-3-966580-43-4; 17×26, SC, 4c, 32 Seiten, 5,- Euro

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The Umbrella Academy Band 3: Hotel Oblivion – Unsere Comic-Rezension

The Umbrella Academy Band 3: Hotel Oblivion – Unsere Comic-Rezension

Wer in einer anderen Stadt übernachten möchte und dort keine Person kennt, schläft in der Regel in einer Herberge oder in einem Hotel. Ich bin gerne in Hotels und brauche dort in der Regel keinen großen Komfort, ein sauberes Zimmer und ein gemütliches Bett reichen mir in der Regel, oftmals ist man ja nicht des Hotels wegen in der anderen Stadt. Meine Ansprüche sind also genügsam, die Ansprüche von anderen Menschen können diesbezüglich aber abweichen, manch ein Musiker findet in einem Hotel auch sein Zuhause. In anderen Medien abseits von Comics spielen Hotels ebenfalls eine mehr oder minder wichtige Rolle. Seien es das Grandhotel Budapest, das Hotel in Shining oder das Hotel California…

Nun befassen wir uns in dieser Rezension aber mit dem Hotel Oblivion. Was es damit auf sich hat? Dazu muss ich ein wenig weiter ausholen, denn so einfach sind die Begebenheiten in diesem Fall nicht. Warum, fragt ihr? Nun ja, das Hotel Oblivion ist Teil und Titel der Umbrella Academy-Comicreihe, in diesem Fall auch auf dem Cover vom dritten Band der obskuren Erzählung. Nach knapp 10 Jahren haben Gerard Way und Gabriel Ba endlich die Geschichte um die Academy fortgesetzt. Wer erst dieses Jahr durch die Netflix-Serie zur Comic-Reihe gelangt ist, wird davon nichts bemerkt haben, jedoch hatte der Verlag Cross Cult die ersten beiden Bände der Umbrella Academy bereits vor ca. einer Dekade schon einmal veröffentlicht. Dieses Jahr dann erschienen die beiden ersten Bände in tollen Neuauflagen, in die sich nun der dritte ganz aktuelle Band chronologisch und optisch einreiht.

 

Wenn man so nett in ein Hotel eingeladen wird… © Cross Cult

 

Nach den Ereignissen von Dallas im gleichnamigen Band finden wir die Mitglieder der Umbrella Academy weit verstreut über die Welt vor. Aus diesem Grund verfolgen wir alle paar Seiten dann einen anderen Handlungsstrang, bevor wir gegen Ende dann zumindest einige Mitglieder der Familie versammelt vorfinden. Damit kommen wir auch gleich zu meinem größten Kritikpunkt, bevor ich überhaupt auf die Inhalte eingehen kann. Es vergehen keine 4 Seiten, da springen Way und Ba schon wieder zu einer anderen Location. Das macht es echt anstrengend, den jeweiligen Geschichten zu folgen, weil wir als Leser halt auch nicht wissen, worauf die Geschichte hinausläuft. Das mag der geneigte Fan vielleicht als „cool“ ansehen, dass sich Way und Ba den Konventionen von Erzählungen widersetzen, es gelingt ihnen in meinen Augen aber nicht die einzelnen Stränge gekonnt zusammenzuführen.

Gleich zu Beginn sehen wir wie Reginald Hargreeves, wie er einen Superschurken in das Hotel Oblivion teleportiert. Das Hotel befindet sich im sogenannten Nachraum, einer Dimension, die nur über sogenannte Televator zu erreichen ist. Das Hotel Oblibion stellt sich dabei als ein Weltraumgefängnis für die die Superschurken heraus, was nun für die übriggebliebenen Mitglieder der Familie der Umbrella Academy zu einem Problem wird. Es gelingt den Insassen nämlich, sich aus diesem Gefängnis zu befreien und sie sind daraufhin drauf und dran an den übriggebliebenen Mitgliedern der Academy Rache zu üben.

 

Spaceboy hat sich einen Bart wachsen lassen! © Cross Cult

 

Wir sehen in diesem Band weniger von Nummer 5, der noch im zweiten Band die Hauptrolle spielte. Vanya kommt hier wieder langsam zu Kräften und kann doch schon wieder mehr mit ihrem Körper anstellen, als es der Leser erwartet. Ihr Handlungsstrang ist eigentlich der wichtigste, weil er unmittelbar zum großen Cliffhanger führt, den ich so nicht erwartet hatte und der einen potenziellen 4. Band wieder interessanter werden lässt. Auch Allison und Klaus haben noch mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen, sie trauert ihrer Ehe nach und versucht Kontakt zu ihrem Kind aufzunehmen, er betäubt sich weiterhin auf alle möglichen Weisen mit Drogen. Luther (Spaceboy) und Diego (Kraken) müssen in diesem Band unfreiwillig zusammenarbeiten und kommen dem Geheimnis rund um das Hotel auf die Schliche. Natürlich ist es dann schon zu spät und alles kulminiert in einem großen Showdown, wo es wie oben angedeutet noch eine große Überraschung gibt.

Gerard Way und Gabriel Ba machen wie gehabt mit ihrer Reihe was sie wollen. Das ist oftmals so abgefahren und unlogisch, dass es eine Freude ist zu entdecken. Auf der anderen Seite hätte ich mir persönlich ein wenig mehr Struktur in der Art und Weise, wie sie ihre Geschichte erzählen, gewünscht. Was hab ich als Kreativteam davon, wenn ich den Leser alle paar Seiten quer durch die Welten (Galaxien, Dimensionen?) springen lasse? Der rote Faden ist selbst für Leser der Vorgängerbände nicht immer sichtbar, Neueinsteiger brauchen sich gar nicht erst auf den Band einzulassen, wenn sie einer stringenten Erzählung folgen wollen. Zu sehr wird sich bemüht den Leser ratlos zurückzulassen, manches Mal durch die sprunghafte Erzählung, manches Mal allerdings auch durch die obskure Optik der Zeichnungen von Bá, wenn ich als Leser Schwierigkeiten habe zu sehen, was auf dem Panel dargestellt werden soll.

 

Ein neuer Superheld am Horizont? Oder doch ein Schurke? © Cross Cult

 

Fazit

Nur um das klarzustellen, ich mag den phantasievollen Stil von Bá sehr gern (nicht zuletzt bei seinen Arbeiten im Hellboy-Universum) und bei der Umbrella Academy können er und Gerard Way sich vollends austoben, schließlich ist das ihr „Baby“. Ich hätte mir im mittlerweile dritten Band aber eine klarere Linie gewünscht, was die Entwicklung der Charaktere und auch der Ereignisse angeht. Wenn ihr einfach nur bunte Panels und krasse Figuren entdecken wollt, bei denen nicht erklärt wird, was sie für Fähigkeiten besitzen, dann sind die Umbrella Academy-Comics genau euer Ding. Manches Mal hab ich das Gefühl, die Nebenfiguren und deren Eigenschaften oder Motive werden so im Vorbeigehen entwickelt und dann nicht wieder groß darüber nachgedacht. Ich hab bei vielen Figuren erst durch die Fernsehserie verstanden, was die Motivation und ihre Gefühle untereinander angeht. Diese weicht aber in einigen Details von den Comics ab, weswegen das auch nicht eins zu eins übertragen werden kann. Jeff Lemire, der hier im dritten Band im Vorwort äußerst lobende Worte findet, ist es mit der Einführung seiner Charaktere in Black Hammer viel besser gelungen, den Leser an die Hand zu nehmen. Insgesamt hat man sich bei der Academy nicht die Zeit genommen alle Figuren zu erklären, mir fällt es dann schwer, mich mit ihren Bedürfnissen und Ängsten zu identifizieren. Das Spektakel in den ersten drei Büchern überlagert die Charakterentwicklung in meinen Augen leider. Wollt ihr immer Action und viele skurrile Charaktere ohne groß nachzudenken, dann empfehle ich euch die Bücher aus dem Cross Cult-Verlag uneingeschränkt. Wollt ihr trotz dysfunktionaler Familie hier in der Umbrella Academy auch mit den Charakteren mitfiebern, dann fühlt ihr euch vielleicht wie ich verlassen und vom Kreativteam links liegengelassen. Die Optik ist geil, aber die Geschichte ist fast durchgängig wirr und erst gegen Ende ein wenig klarer strukturiert. Schade, da hatte ich nach 10 Jahren Pause mehr erwartet.

The Umbrella Academy Band 3: Hotel Oblivion ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3-959811-64-4
16×24, Hardcover, 4c, 192 Seiten, 22,- Euro

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Newsbild: © Cross Cult

Lincoln Band 2: Der in den Wind spricht – Unsere Comic-Rezension

Lincoln Band 2: Der in den Wind spricht – Unsere Comic-Rezension

Zum Ende des letzten Buches bekam Lincoln ungewollt Unterstützung von ein paar halbstarken Jugendlichen, die sich ihm als Bande anschließen wollten. Zu Beginn dieses Bandes sehen wir die Bande direkt in Aktion, auch wenn das Zusammenspiel noch stark ausbaufähig ist. Dennoch streichen sie die eine oder andere Beute ein und kommen über die Runden. Wir erinnern uns: Lincoln war Gott begegnet und wurde von diesem in ein Gespräch verwickelt. Schließlich schenkte Gott Lincoln sogar die Unsterblichkeit, was dieser zunächst nicht wahrhaben wollte, dann aber doch einsehen musste. Nun findet er sich gemeinsam mit den drei Jungs und Gott in einer Bande wieder, die sich so durchschlägt. Aber auch der Teufel ist noch nicht ganz aus dem Spiel und scheint im Hintergrund etwas auszuhecken, auch wenn er selbst vorgibt, nur ein wenig Spaß haben zu wollen. Schließlich beschließt die Truppe in der nächsten Stadt ein wenig die Seele baumeln zu lassen und checkt in einem Hotel ein. In der Stadt besorgt Gott ein Automobil und gerade in dem Moment, als Gott von der Truppe eine Fotografie anfertigen möchte, explodiert im Hintergrund ein Gebäude und setzt damit die vorliegende Geschichte so richtig in Gang.

 

Die Mitglieder der neuen Bande sind noch sehr grün hinter den Ohren. © Schreiber & Leser

 

Lincoln zögert nicht lange und kann den vermeintlichen Täter an der nächsten Ecke ausfindig machen. Einer seiner Jungs schnappt sich den Indianer, doch Lincoln stellt ihn zur Rede. Der Indianer lädt die Gruppe zum Essen in sein Versteck ein, um die Hintergründe des Anschlags in Ruhe zu erläutern. Dort treffen sie auch auf den Vater des Indianers, der die Gruppe herzlich in seinem Tipi versorgt. Es stellt sich heraus, dass den Indianern in der Gegend eine Menge Geld für ihre Ländereien geboten wurde, dieses Geld aber nie ausgezahlt wurde. Dahinter steckt ein Mann namens Mr. Jefferson, der mit dem örtlichen Sheriff unter einer Decke steckt, weswegen den betrogenen Landbesitzern keine Chance auf ihr Geld in Aussicht steht. Aus diesem Grund griff der namenlose Indianer zum Äußersten und sprengte das Gebäude in die Luft, um ein Zeichen zu setzen. Von der Ungerechtigkeit inspiriert, legen sich die Jungspunde der Bande am nächsten Morgen auf eigene Faust mit Jefferson und dem Sheriff an, was zur Folge hat, dass der jüngere Indianer mit dem Leben bezahlen muss. Zurück bleibt sein Vater mit dem Namen „Der in den Wind spricht“ sowie ein griesgrämiger Lincoln, der das natürlich nicht auf sich sitzen lassen kann. Mit ein wenig Trickserei und passendem Timing nimmt er sich des Sheriffs und Mr. Jefferson an. Doch welche Rolle spielt der Teufel dabei und wird es ein Happy End geben?

Im zweiten Band hat sich Lincoln bereits ein wenig mit seiner Unsterblichkeit auseinandergesetzt. Er setzt diese Tatsache zum einen für einen guten Zweck ein, indem er sich das Preisgeld beim Sheriff schnappt und die Bürger vor den Ganoven bewahrt. Andererseits haut er das erhaltene Preisgeld dann für Alkohol und Prostituierte sowie für Annehmlichkeiten für sich und seine Gang wieder raus. Infolgedessen kommt man nicht umhin zu erkennen, dass in Lincoln unter der Fassade des Flunsch-tragenden Mannes ein Gewissen lauert, was sich ab und zu an die Oberfläche arbeitet. Er besitzt schon ein Gerechtigkeitsgefühl, nur ist es ihm oftmals einfach egal, wenn es nicht ihn, sondern jemand anderes betrifft. Kann man es ihm verübeln, wo er doch all den anderen Menschen in seinem Leben herzlich gleichgültig ist? Jedoch sind ihm die Belange der Indianer nicht egal, dort setzt er sich für die Rechte ein und versucht die Dinge wieder gerade zu biegen, auch wenn das nicht in vollem Maße gelingen kann. Während dieses Abenteuers wird Lincoln aber auch immer wieder vom Teufel in Versuchung geführt. Wer kann schon mit Sicherheit sagen, ob nicht der Beelzebub schon mehr Einfluss auf Lincoln ausübt, als der Leser mitbekommt.

 

Lincoln trifft in diesem Band erstmals auf die amerikanischen Ureinwohner. © Schreiber & Leser

Fazit

Die Künstlerfamilie Jouvray fängt die Abenteuer von Lincoln erneut gekonnt ein und führt die Geschichte souverän weiter. Auch wenn ich noch nicht genau sagen kann, in welche Richtung sich die Erzählung entwickeln wird, so springt mir der Teufel doch immer mehr ins Blickfeld. Auch wenn er sich hier nicht in den Vordergrund drängelt, ahne ich bereits, dass er in den folgenden Bänden eine gewichtige Rolle spielen wird (Ok, er ist auch auf dem Cover von Band 3 zu sehen, Spoiler). Lincoln macht mir sowohl als Charakter als auch als Protagonist im Western-Setting immer noch unheimlich Spaß. Manches Mal könnte man sich von seiner „Scheißegal-Mentalität“ eine Scheibe abschneiden und die Dinge ein wenig gelassener sehen. Dies wäre ja grundsätzlich kein negativer Charakterzug. Solange eine gewisse Ernsthaftigkeit gewährleistet bleibt. Denn auch im zweiten Band gibt es durchaus philosophische Ansätze im Hintergrund, bei denen ich mich über und mit Lincoln prächtig amüsieren kann.

© Newsbild: Schreiber & Leser

Lincoln Band 2: Der in den Wind spricht ist erschienen bei Schreiber & Leser – ISBN: 978-3-946337-69-0

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