Opposite Forces: Gegensätze ziehen sich an – Unsere Comic-Rezension

Opposite Forces: Gegensätze ziehen sich an – Unsere Comic-Rezension

Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist Captain Dynamo auf seiner täglichen Tour durch die Lüfte auf der Suche nach Opfern … ähm – Hilfebedürftigen, bei denen er sich gut in Szene setzen kann. So wird gerne erst einmal vorab inspiziert, ob auch genug Presse vor Ort ist, bevor der Einsatz startet. Doch Captain Dynamo interessiert uns nur am Rande, denn eigentlich sind es mehr seine Superkräfte, die für die Geschichte treibend sind. “Wie das”, fragt ihr? Nun ja, da ist der untersetzte und „geekige“ Marty, ein Webdesigner, wie er nicht besser in der Klischeekiste bereitliegen könnte. Dazu dann noch die gut gebaute Blondine Alexis von Gegenüber, die Marty vor ein paar Jahren mal durch Zufall angesprochen hatte, wie man sich unter Nachbarn halt vorstellt. Alexis ist natürlich mit Absicht ebenso eine klischeebehaftete Figur, sie ist Anwältin und natürlich so gar nicht an Marty interessiert, sondern drauf und dran den nächsten Karriereschritt zu tun. Beiden ist allerdings gemein, dass sie jeweils Hunde als Haustiere haben, auch wenn sie sonst nicht viele Gemeinsamkeiten haben.

Wie es sich für einen Superhelden wie Captain Dynamo gehört, hat er natürlich auch einen Erzfeind, der ihm ans Leder – oder sollten wir sagen Latex – möchte. Dieser auf dem Planeten Tenalp beheimatete König mit dem Namen Gnik hat es sich zur Aufgabe gemacht, Captain Dynamo ein für alle Mal seiner Kräfte zu berauben und ihn zu demütigen. Dazu hat er jahrelang alle Ressourcen seines Planeten gesammelt, um von seinen besten Wissenschaftlern eine passende Waffe bauen zu lassen, die einen so kraftvollen Laserstrahl bis auf die Erde schießen kann. Als es soweit ist, kann er es natürlich nicht abwarten und ignoriert sämtliche Tests, die Waffe soll direkt und ohne Umschweife eingesetzt werden.

Zur selben Zeit überschlagen sich die Ereignisse auf der Erde, während Alexis mit ihrer Freundin Jennifer in der Wohnung spricht, sinniert Marty mit seinem Hund Bopper über den Sinn des Lebens und auf welche Art und Weise er sie ansprechen kann. Als Alexis dann mit ihrem Hund Waggles vor der Arbeit noch Gassi gehen möchte, kommt alles zusammen. Sie läuft mit ihm über den Flur in Richtung Aufzug, dies wird von Marty durch das Schlüsselloch beobachtet. Also macht er sich startklar, schüttet seinen Topf mit Matzeknödel einfach aus dem Fenster und versucht Alexis noch vor dem Fahrstuhl abzufangen. In der Zwischenzeit kommt Captain Dynamo nach Hause geflogen, er wohnt ironischerweise unter Marty, und bekommt einen Teil der heißen Matzeknödel ab. Also zieht er sich schnell zu Hause um und macht sich auf den Weg, um Marty mal die Leviten zu lesen. Marty erreicht den Fahrstuhl noch gerade rechtzeitig und steckt nun mit Alexis und den Hunden Bopper und Waggles in diesem kleinen Raum. Just in dem Moment, als sowohl Marty und Alexis auf den Knopf im Fahrstuhl drücken, der das gewünschte Ziel-Stockwerk anzeigt, drückt auch Captain Dynamo nun als Jack Gent getarnt auf den Knopf, um den Fahrstuhl in sein Stockwerk zu holen. Wäre das der Zufälle nicht genug, erwischt just in diesem Moment der Laserstrahl vom Planeten Tenalp alle drei Personen und die Hunde gemeinsam, was dazu führt, dass Jeck Gent außer Gefecht gesetzt wird und der Fahrstuhl zusammen mit den Insassen zu Boden stürzt.

 

Plötzlich fühlen sich alle ein wenig schummrig

Fortan müssen sowohl Alexis als auch Marty feststellen, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Nachdem sich Alexis auf dem Weg zur Arbeit macht und dort einfach mal so mehrere Stockwerke hochspringt sowie einen Tisch zu Kleinholz verarbeitet, schwebt Marty bei der Gassi-Runde über dem Boden und setzt versehentlich einen Hitzestrahl mit seinen Augen ein. Captain Dynamo hingegen hat seine Kräfte verloren und muss nun mit seinem Dasein als Jack Gent vorliebnehmen, auch wenn es ein wenig dauert, bis er dies realisiert. Über das Krankenhaus gelangt er schnell in die psychiatrische Klinik, weil er weiterhin glaubt, er sei Captain Dynamo, dies aber nicht mehr beweisen kann. Währenddessen machen sich Alexis und Marty mit ihren Kräften vertraut, auch wenn die Realisation bei beiden nicht so vorstatten geht, wie sie sich das wünschen würden. Das Ganze hat allerdings noch einen Haken, denn die Kräfte wurden auf alle beteiligten Lebewesen im Fahrstuhl aufgeteilt und auch nur komplett einsetzbar, wenn sich Alexis und Marty in gegenseitiger Nähe aufhalten. Was es mit den Hunden auf sich hat, soll hier noch nicht verraten werden, nur so viel: Sprechende Hunde sind noch das kleinste Problem.

Zeichner und Autor Tom Bancroft holt in Opposite Forces zur großen Klischeekiste aus, macht das aber so liebevoll und kreativ, dass es eine Freude zu lesen und anzuschauen ist. Man merkt auf der Stelle, dass Bancroft ein Meister seines Faches ist, hat er doch auch schon an einigen Disney-Zeichentrickfilmen mitgearbeitet. Unter anderem hat er den chinesischen Drachen Mushu im Film Mulan animiert, was sehr schön demonstriert wo Bancrofts Stärken liegen. So sind die Protagonisten in Opposite Forces auch im Cartoon-Stil gehalten, was es für mich direkt noch anziehender gemacht hat. Alle Charaktere könnten so auch direkt in animierter Form dem TV oder der Leinwand entsprungen sein – einfach toll. Bancroft hat auch schon in diversen Fachbüchern seine Kunst weiter erläutert und mit seinem Bruder ein eigenes Animationsstudio gegründet. Die Geschichte von Opposite Forces gewinnt mit Sicherheit keinen Preis, ist aber trotz der klischeebehafteten Charaktere wirklich witzig geschrieben und inszeniert, weswegen man da einfach drüber hinwegsehen sollte. Man verpasst sonst eine wirklich tolle, Spaß machende Geschichte, die für sich allein stehen kann und ein Herzensprojekt von Tom Bancroft war.

Die deutsche Veröffentlichung von Dani Books ist ebenso gelungen und kommt mit tollen Farben im Druck und jeder Menge Bonusmaterial im Anhang daher. Dort sind nicht nur weitere Skizzen zu sehen, sondern Bancroft äußert sich noch zu einigen Entwicklungsstufen der Charaktere und lässt den Leser ein wenig hinter die Kulissen schauen. Von Opposite Forces ist sowohl eine Paperback- als auch eine auf 77 Exemplare limitierte Variantcover-Ausgabe erschienen, die ihr im Shop auf der Verlagsseite mit einem von Tom Bancroft signierten Druck erwerben könnt.

Direkt bei Dani Books könnt ihr das Variantcover ordern, dort sind alle wichtigen Protagonisten abgebildet.

Fazit

Opposite Forces ist ein witziges und heiteres Stück an Comic-Erzählung. Ein ungleiches Paar, das sich zusammenraufen muss, um zu bestehen, ein Bösewicht, den wohl niemand so richtig vorhersehen kann und eine Superhelden-Geschichte, die auch für Verweigerer einen Blick wert ist. Sehr ironisch nähert sich Bancroft dem Thema an und lässt seine Figuren im Schnelldurchlauf eine Entwicklung durchmachen, die es jeweils in sich hat. Das liest sich zwar ebenso schnell durch, allerdings auch, weil der Leser durchgehend gut unterhalten wird. Es ist einfach eine nette Geschichte, ohne viel nötiges Hintergrundwissen (was ja bei Superhelden-Comics heutzutage nicht mehr so einfach ist), für Jung und Alt gleichermaßen attraktiv und witzig gestaltet. Gerne mehr davon!

 

Opposite Forces: Gegensätze ziehen sich an ist erschienen bei Dani Books – ISBN: 978-3-95956-044-3

Jetzt Opposite Forces im Paperback bei Dani Books kaufen

Jetzt Opposite Forces im Variantcover bei Dani Books kaufen

Jetzt Opposite Forces im Paperback bei Amazon kaufen

Unser Entertainment-Blog playto ist Mitglied der Affiliate-Netzwerke Amazon PartnerNet und Affilinet. Bei einer Bestellung über einen unserer Affiliate-Links erhalten wir über den jeweiligen Shopbetreiber eine variable Provision. Für Endkunden entstehen keine Zusatzkosten.

B.U.A.P. Die Froschplage Band 1 – Unsere Comic-Rezension

B.U.A.P. Die Froschplage Band 1 – Unsere Comic-Rezension

Morgen startet der neue Hellboy-Film „Hellboy – Call of Darkness“ in den deutschen Kinos. Dieser Tage feierte Hellboy auch sein 25-jähriges Jubiläum, seit er das erste Mal in einem Comic auftauchte. Grund genug uns ein wenig mit der Materie auseinanderzusetzen und zu schauen, welche Lektüre man den neugierigen Kinogängern eventuell empfehlen kann, um weiter in das Hellboy-Universum vorzudringen.

Zunächst einmal besteht das Hellboy-Universum mittlerweile aus verschiedenen Comic-Reihen, die zu einem großen Teil miteinander verwoben sind, aber auch teilweise alleinstehend gelesen werden können. Grundlage für den Film waren die über Jahre erschienenen Geschichten “Der Ruf der Finsternis” und “Der Sturm”, in denen Schöpfer Mike Mignola keltische Mythen und Teile der Artussage in die “Hellboy”-Legende einfließen ließ. Die Geschichten liegen im Hellboy-Kompendium 3 gesammelt vor, erschienen im Cross Cult Verlag. Wollt ihr jedoch von Beginn an in die Hellboy-Welt einsteigen, empfiehlt sich dazu natürlich das Hellboy-Kompendium 1, wo die ersten 3 Bände von Hellboy versammelt sind. Ebenfalls einen guten Einstieg in die erweiterte Welt von Hellboy liefert euch der hier nun zu besprechende Band aus der Spin-off-Reihe B.U.A.P., der die Abenteuer der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen nachzeichnet. Im Verlauf der Abenteuer von Hellboy und seinen Kollegen von der Behörde kommt es nämlich zu einem Bruch, bei dem Hellboy die Behörde verlässt und fortan allein auf Entdeckungstour geht.

Der vorliegende Band zur Froschplage setzt unmittelbar nach diesem Verlust von Hellboy ein und macht die anderen Charaktere aus dem Hellboy-Universum zu den Protagonisten, allen voran Abe Sapien, Liz Sherman, Roger der Homunkulus, das Medium Johann Kraus und als Einsatzleitung Dr. Kate Corrigan. Die Geschichten rund um das Team wurden in der Folge auch nicht mehr allein von Mike Mignola gezeichnet und erdacht, sondern man experimentierte ein wenig herum, bis sich nach und nach ein kreatives Kernteam herauskristallisieren sollte. Aus diesem Grund sind die hier enthaltenen Geschichten auch eine Mischung aus unterschiedlichen Talenten, was sowohl die Erzählungen als auch die Zeichnungen und Kolorierungen angehen. Das mindert nur bedingt die Qualität, denn die Nebenreihe rund um das B.U.A.P.-Team hält sich bis heute, auch wenn der Story-Bogen rund um die Froschplage vor langer Zeit bereits abgeschlossen wurde und die Agenten es mittlerweile mit der Hölle auf Erden zu tun haben.

In der Geschichte “Hohle Erde” befreien Abe und seine Kameraden Liz Sherman aus den Fängen eines unterirdischen Ungeheuers.

 

Zu Beginn des Buches begeben sich Abe, Roger, Johann und Kate in „Hohle Erde“ auf die Suche nach Liz Sherman, die sich vor 2 Jahren in ein entferntes Kloster zurückgezogen hatte, um die Behörde und ihre Freunde nicht mit ihrer Feuerkraft als Brandstifterin zu gefährden, die sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht unter Kontrolle hat. Weitere Kurzgeschichten folgen, die unsere neuen Protagonisten ein wenig näher beleuchten und sie bei Einsätzen zeigen. Dabei greift Cross Cult zu einem großen Teil auf die bereits veröffentlichten (und vergriffenen) Geschichten aus den ersten beiden B.U.A.P.-Bänden zurück, die bereits 2005 und 2006 in Deutschland erschienen sind. Bevor wir aber zur Hauptgeschichte, oder sollten wir sagen, zur Hauptplage kommen, können die Leser noch in folgende Geschichten eintauchen:

  • Hohle Erde
  • Der Killer in meinem Kopf
  • Abe Sapien versus Wissenschaft
  • Die Trommeln der Toten
  • Der Geist von Venedig (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Dunkle Wasser
  • Nachtzug (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Da ist etwas unter meinem Bett (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Ein normaler Tag bei der B.U.A.P. (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Die Froschplage

Die ersten 4 oben aufgeführten Geschichten sind diesmal auch koloriert und nicht in schwarz-weiß abgedruckt. Neben den bisher unveröffentlichten Erzählungen lohnt sich für den geneigten Sammler, der die originalen Veröffentlichungen bereits besitzt (so wie ich), aus diesem Grund die Neuveröffentlichung dennoch. Das Buch ist, wie man es nun bereits seit Jahren von Cross Cult gewohnt ist, in Hardcover gebunden und was die Papier- und Druckqualität angeht hochwertig ausgestattet. Auf knapp 400 Seiten erwarten euch damit eine Menge Abenteuer rund um die Einsatztruppe, auch ohne Hellboy wird es da nicht langweilig – erst recht nicht, wenn mit der Froschplage Guy Davis als Zeichner und Dave Stewart als Kolorist übernehmen.

Die Froschplage beginnt zunächst ganz unscheinbar, wird die Agenten der B.U.A.P. aber noch an ihre Grenzen bringen.

 

Die Froschplage ist daher natürlich mit knapp 130 Seiten auch die längste Geschichte des Bandes. Dort finden sich ebenso wie in den vorhergehenden Geschichten noch viele Verweise auf frühere Einsätze der Agenten oder auf Abenteuer von Hellboy. Im Mittelpunkt steht der Ausbruch einer Plage, die Menschen in froschähnliche Kreaturen verwandelt, ausgelöst von einem mysteriösen Pilz, der seine Sporen dadurch immer weiter verbreitet. Das Team rund um Abe Sapien macht sich auf den Weg, die Hintergründe der Plage zu ergründen, nichtsahnend, dass diese Geschichte nur den Anfang dessen darstellt, was noch auf sie zukommen soll. Begleitend dazu ergründen Mignola und die anderen dabei noch die Vorgeschichte und den Hintergrund der Figur Abe Sapien, über den bis zu diesem Zeitpunkt noch recht wenig bekannt war. Im Lauf der Jahre sollte dieser Charakter aber auch eine eigene Reihe bekommen (hierzulande zu einem großen Teil in den Hellboy-Universum-Büchern gesammelt), um den Charakter feiner auszuarbeiten.

 

Fazit

Auch wenn ich den Anfang der Froschplage nun zum wiederholten Male gelesen habe, er macht mir immer wieder Spaß. Band 1 aus der Froschplage-Saga stellt noch dazu einen tollen Einstieg in das erweiterte Hellboy-Universum dar. Dabei lassen sich sowohl die Kurzgeschichten als auch die Haupt-Story in diesem Buch hervorragend ohne weitere Vorkenntnisse lesen und genießen. Hier bekommt ihr einiges geboten, was auch durchgehend die Atmosphäre des Hellboy-Universums einfängt, wobei die Geschichten rund um die Behörde eher nicht im Bereich der Märchen und Sagen angesiedelt sind, wie ein Großteil der ersten Hellboy-Geschichten. Bei den B.U.A.P. stehen vielmehr Mystery- und Pulp-Elemente im Vordergrund, die nicht umsonst viele Leser auch an die Geschichten und Kreaturen von Lovecraft erinnern. Sammler und Stammleser der B.U.A.P.-Comics bekommen mit den neu hinzugefügten Geschichten (siehe Auflistung oben) ebenfalls einen guten Grund, sich das Buch erneut zu kaufen, falls sie die zwei Original-Bände bereits besitzen. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt in die Welt einzusteigen, auch ohne den neuen Hellboy-Film gesehen zu haben. Hellboy und die Abenteuer rund um die Behörde bieten euch phantastische Geschichten in einer Welt voll von Pulp, Mythen, Märchen und Sagen. Ich lasse mich immer wieder gerne in dieses Universum hineinziehen und kann euch den Einstieg mit dem ersten Band der Froschplage nur wärmstens empfehlen.

 

B.U.A.P. Die Froschplage Band 1 ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3959818995

Jetzt bei Amazon bestellen: B.U.A.P. Die Froschplage Band 1

Wenn ihr bei Hellboy zu Beginn einsteigen wollt, empfehle ich euch das Hellboy Kompendium 1 erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3864259852

Jetzt bei Amazon bestellen: Hellboy Kompendium 1

Wenn ihr die Geschichte des neuen Hellboy-Filmes nachlesen wollt, steigt ihr beim Hellboy Kompendium 3 ein, ebenfalls erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3959817875

Jetzt bei Amazon bestellen: Hellboy Kompendium 3

Unser Entertainment-Blog playto ist Mitglied der Affiliate-Netzwerke Amazon PartnerNet und Affilinet. Bei einer Bestellung über einen unserer Affiliate-Links erhalten wir über den jeweiligen Shopbetreiber eine variable Provision. Für Endkunden entstehen keine Zusatzkosten.

Star Trek Discovery: Das Licht von Kahless – Unsere Comic-Rezension

Star Trek Discovery: Das Licht von Kahless – Unsere Comic-Rezension

Im Alter von ungefähr 10 Jahren bekam ich rechtzeitig zu den Osterferien die Windpocken und verbrachte den Großteil dieser Ferien auf dem Sofa unseres Wohnzimmers. Ein paar Tage zuvor erhielt ich von meinen beiden Onkels ein paar Videokassetten (VHS) mit jeder Menge Folgen von Raumschiff Enterprise (TOS) darauf, die ich mir nach und nach an den Tagen meiner Erkrankung ansah. Ich schätze knapp 60 oder 70 Folgen befanden sich auf den Bändern (nein, Schablonen der Gewalt war damals noch nicht dabei), weshalb ich so auf einen Schlag ziemlich viel Enterprise in mich aufsaugen konnte. Dabei blieb es im Lauf der Zeit natürlich nicht, auch die Filme schaute ich mir daraufhin an, sobald sie mir zur Verfügung standen. Als dann ein paar Jahre später die Nachfolgeserie „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ im ZDF lief, konnte ich mit der neuen Crew natürlich nicht viel anfangen und verschmähte diese Serie zunächst. Erst ein paar Jahre später wiederum entdeckte ich The Next Generation (TNG) auf Sat 1 für mich und blieb dann auch bis zum Schluss der Serie verhaftet. Anfang der 90er-Jahre war Sat 1 ja sowieso als DER Star Trek-Sender bekannt, liefen dann dort nicht nur die Abenteuer der neuen Crew, sondern auch die Wiederholungen der alten Crew (irgendwann auch mit den Schablonen) sowie die Nachfolgeserien Deep Space Nine, Voyager und auch Star Trek: Enterprise. Jeden Nachmittag nach der Schule schaltete ich um 14 oder 15 Uhr auf Sat 1 und schaute mir die neueste Star Trek-Folge an oder auch eine Wiederholung, das war völlig egal. Bis zur ersten Staffel Star Trek: Enterprise (anfangs noch ausschließlich Enterprise genannt) blieb ich am Ball, dann ließ das Interesse vorerst nach. Dennoch kaufte ich mir im Lauf der Jahre auch Fachbücher zu den Serien, ging für die neuesten Star Trek-Filme ins Kino und spielte auch das eine oder andere Videospiel aus der Reihe. Star Trek ist mein Wohlfühl-Universum, also die Welten, in die ich immer wieder eintauchen kann und die mich immer wieder aufs Neue begeistern können.

 

Kanon oder Non-Kanon, das ist hier die Frage

Doch warum erzähle ich euch das alles? Ganz einfach, damit ihr wisst, wie ihr meine Rezension zu Star Trek Discovery: Das Licht von Kahless einordnen könnt. Ich bin ein Fan der alten Schule, der die Abrams-Filme als unterhaltsam, aber nicht als Star Trek anerkennt und der sich durchaus etwas aus dem Star Trek Kanon macht. Ich bin kein „Kanon-Nazi“, also jemand der alles auf die Goldwaage legt, aber insgesamt sollte das, was erzählt wird, schon stimmig sein und ins Gesamtkonzept passen. Auftritt Star Trek Discovery im Jahr 2017. Schon die Kinofilme aus dem Jahr 2009 und folgend spielten in einer anderen Zeitlinie oder einem anderen Universum. Zunächst „Abramsverse“ genannt, kristallisierte sich im Lauf der Zeit der Name „Kelvin-Timeline“ heraus, benannt nach dem zerstörten Schiff zu Beginn des Filmes aus dem Jahr 2009. In dieser Timeline sollte nun auch Star Trek Discovery spielen, so nahm man an, weil hier nun mit Michael Burnham eine Halbschwester von Spock präsentiert wurde, die zuvor noch nie Erwähnung fand. Um den Rahmen dieses Reviews nicht zu sprengen, machen wir einen großen Schritt in die Gegenwart, zum Zeitpunkt wo ich diese Zeilen schreibe, sind 11 Episoden der zweiten Staffel von Star Trek Discovery verfügbar und im Internet macht die Aussage die Runde, Discovery würde zum Abschluss der aktuellen Staffel zeigen, wie es in den Kanon passt, also nicht in einer alternativen Zeitlinie stattfindet.

Damit ich jetzt hier nicht das ganz große Fass mit den Erkenntnissen aus YouTube-Videos der letzten Wochen und den 25 Prozent Unterschied zwischen Kelvin-Timeline und Original-Kanon aufgemacht werden muss, kommen wir mal zum Plot des Comics. Nur kurz zum Abschluss, ich bin im Moment nicht der Meinung, dass Discovery in den Kanon passt und es ist mir auch bis heute schleierhaft, warum man immer wieder in dieselbe Zeitperiode zurückkehrt, wo das Star Trek Universum doch so viele Möglichkeiten bietet und insbesondere ein Zeitsprung in ein nächstes Jahrhundert den Machern völlige Freiheit versprechen würde. Nun ja, Picard wird ja auch nochmal vor den Karren gespannt, das scheint das höchste der Gefühle zu sein, was man sich bei CBS derzeit traut. 20 Jahre nach dem Ende von The Next Generation einen alternden Jean-Luc zu zeigen…

Zurück zum Licht von Kahless. Nachdem man in der ersten Staffel von Discovery die Fans mit dem neuen äußeren Erscheinungsbild der Klingonen bereits vor den Kopf gestoßen hatte, schnappen wir uns nun diesen Prequel-Comic zur Serie und schauen einmal, was wir daraus für neue Erkenntnisse ziehen können. Selbstverständlich lässt es sich nicht vermeiden, dass wir dabei Spoiler ansprechen, also wer die erste Staffel von Star Trek Discovery noch nicht gesehen hat, sei gewarnt.

 

Klingonen auf der Suche nach dem Leuchtfeuer

Die Geschichte des Comics beginnt mit T’Kuvmas Tod. L’Rell erzählt Voq die Geschichte vom neuen religiösen Führer der Klingonen T’Kuvma und nimmt den Leser gleichzeitig mit auf dieses Abenteuer. Bereits in jungen Jahren ist T’Kuvma eines der schlauesten Mitglieder seines Hauses, gerät aber schließlich in die Mühlen der Politik und wird auf den Planeten Boreth geschickt. Von dort kehrt man in der Regel nicht zurück, allerdings schafft T’Kuvma diese Herausforderung und geht dort als Sieger hervor. Als er dann nach Hause zurückkehrt, hat sich dort einiges verändert, seine Schwester hat sich mit einem anderen Klingonen verheiraten lassen und versagt ihm nun ihre Unterstützung. Mit Hilfe eines alten Raumschiffes aus dem Fundus seiner Familie geht T’Kuvma auf die Mission, das klingonische Reich zu bekehren. Nach und nach baut er eine Anhängerschaft auf und schreitet auf der Suche nach dem Leuchtfeuer des Kahless fort. Dabei findet er insbesondere unter den Armen und Hilflosen viele Mitstreiter, die sich ihm anschließen. Doch wir wissen ja, schwach zu sein ist unter Klingonen nicht hoch angesehen, dennoch schert sich T’Kuvma nicht um dieses Credo seines Volkes. Unter anderem hier merkt man im Verlauf des Comics doch die Erfahrung von Kirsten Beyer, die in der Welt von Star Trek nun wahrlich keine neue Autorin ist. Es sind dann auch eher die Kleinigkeiten, die den Fans innerhalb der Geschichte positiv auffallen, beispielsweise, dass das Schiff von T’Kuvma eine Tarnvorrichtung besitzt, diese aber noch nicht vollwertig funktioniert.

Wie T’Kuvma nun schließlich seine Machtposition beanspruchen möchte und was es im Detail genau mit dem Leuchtfeuer auf sich hat, wird im Verlauf der Geschichte auch noch geklärt, soll hier allerdings nicht verraten werden. Insgesamt werden die Klingonen innerhalb der Geschichte sehr kanongetreu dargestellt, schließlich hat man mit der Autorin Kirsten Beyer wie bereits erwähnt eine Veteranin mit an Bord, die auch schon für Voyager zahlreiche Romane geschrieben hat und auch im Autorenstab von Discovery mit an Bord ist. Optisch orientieren sich die Zeichnungen von Tony Shasteen sehr nah an der Fernsehvorlage, alle Figuren sind jederzeit wiederzuerkennen und sehen den Schauspielern aus der TV Serie zum Verwechseln ähnlich. Ansonsten orientiert sich Shasteen natürlich an der Ästhetik der TV Serie, was die Hintergründe und Umgebungen angeht, es herrschen also entsprechend dunkle und gedeckte Farben vor.

Wer oder was könnte das Licht von Kahless sein?

Fazit

Für Fans der aktuellen Serie greift der Comic einen Nebencharakter auf, der in der ersten Staffel eine wichtige Rolle spielt, und ergänzt den bisher bekannten Charakter gekonnt mit weiteren Facetten. Wer also nicht genug von den Klingonen aus Star Trek Discovery bekommen kann, dem liefert der Comic eine passende Hintergrundgeschichte, um weiter in das Universum einzutauchen. Wer wie ich an der Darstellung der Klingonen innerhalb der ersten Staffel (und soweit auch der zweiten Staffel) kein Interesse hegte, dem wird auch der Comic nicht gefallen. Überhaupt hat es die Serie bisher bis auf wenige Ausnahmen nicht geschafft, sympathische Charaktere zu präsentieren, die nicht entweder total stur und borniert sind oder als Abziehbilder von oberflächlichen Charaktereigenschaften fungieren. Star Trek Discovery ist für mich nicht im Kanon angesiedelt, auch wenn die Macher das bis zum Ende der zweiten Staffel noch so präsentieren wollen. Aber auch als Serie in einem alternativen Universum oder einer alternativen Zeitlinie bietet sie in den meisten Fällen keine guten Geschichten und teils mies geschriebene Dialoge. Wer wissen will, wie Star Trek nach Voyager weitergeht und wer genug von den Prequel- und Alternativgeschichten hat, dem empfehle ich die Romane, die ebenfalls im Cross Cult Verlag erschienen sind. Der vorliegende Comic hat mich daher ziemlich kalt gelassen und es auch nicht geschafft, mich zum Fan von Discovery zu machen.

 

Star Trek Discovery: Das Licht von Kahless ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3959818308

Jetzt bei Amazon bestellen: Star Trek Discovery: Das Licht von Kahless

Unser Entertainment-Blog playto ist Mitglied der Affiliate-Netzwerke Amazon PartnerNet und Affilinet. Bei einer Bestellung über einen unserer Affiliate-Links erhalten wir über den jeweiligen Shopbetreiber eine variable Provision. Für Endkunden entstehen keine Zusatzkosten.

Deadly Class: Die Akademie der tödlichen Künste – Unsere Comic-Rezension

Deadly Class: Die Akademie der tödlichen Künste – Unsere Comic-Rezension

Wenn man als Neuling die Titel „The Umbrella Academy“ oder „Deadly Class“ liest, denkt man unweigerlich auch an die X-Men aus dem Hause Marvel. Beides klingt nach einer Schule oder Einrichtung, in der besondere Kinder oder Jugendliche trainiert und ausgebildet werden. Im Setting der X-Men finden sich mit besonderen Gaben ausgestattete sogenannte Mutanten wieder, die für sich je eine ungewöhnliche Fertigkeit besitzen und diese im Kontext der Geschichte anwenden müssen. Da kommt die Umbrella Academy dem schon näher, bei der „Akademie der tödlichen Künste“, wie Deadly Class mit Untertitel heißt, könnten wir nicht weiter davon entfernt sein.

Ganz ehrlich, kein Wunder, dass da ein Einsteiger mitunter Schwierigkeiten bei der Abgrenzung der einzelnen Geschichten hat. Noch dazu sind beide Comics in jüngerer Vergangenheit als TV-Serien umgesetzt worden, die „Schirme“ auf Netflix und die Todesklasse auf SyFy. In Deadly Class werden Kinder und Jugendliche zu gefährlichen Assassinen ausgebildet. Marcus Lopez ist ein solcher Anwärter, er hat seine Eltern verloren und macht den amtierenden Präsidenten Ronald Reagan für seinen Verlust verantwortlich. Weil Reagan den psychiatrischen Heilanstalten der USA den Geldfluss abdrehte, wurden Hunderte psychisch kranke Menschen auf die Straßen entlassen, unter anderem die Frau, die aufgrund ihrer Schizophrenie stark selbstmordgefährdet war und sich von einer Brücke stürzte. Sie fiel auf die Eltern von Marcus, die beide sofort Tod waren und ihn als Waisen zurückließen.

Ronald Reagan ist Präsident? Achso, die Geschichte spielt in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Marcus lebt auf der Straße, weil er es im Waisenhaus nicht mehr ausgehalten hat und schlägt sich mehr schlecht als recht durch. Jedoch wird nach ihm polizeilich gesucht, weswegen er auf der Flucht ist und sich verstecken muss. Da kommen ihm unbekannte Personen zur Hilfe, die sich um die Cops kümmern. Jedoch entführen ihn diese Personen auch und nehmen ihn mit zur Akademie der tödlichen Künste. Dort werden die besten Assassinen der Welt ausgebildet und Marcus bekommt einen Platz angeboten. Nach anfänglichem Zögern nimmt er diese Chance wahr, auch weil das bedeutet von der Straße runterzukommen. In der Akademie lernt er die anderen Mitschüler kennen und bemerkt, dass sich dort auch bereits einzelne Cliquen gebildet haben. Nicht ganz sicher, zu welcher Gruppierung er sich zuordnen soll, kommt es wie es kommen musste: Marcus macht sich unbeliebt. Doch nicht nur das, die Umgebung der Akademie fördert seine Aggressionen und er tötet seinen ersten Menschen bei seinem ersten Auftrag. Hin- und hergerissen zwischen seinem alten Leben und den neuen Verführungen, auch weiblicher Natur, gerät Marcus in einen Strudel von Ereignissen, der ihn zum Schluss des ersten Bandes als Teil einer besonderen Clique zurücklässt.

Fiebrig und Neonfarben

Im Verlauf der Geschichte erfährt der Leser nur oberflächlich von der Vergangenheit von Marcus Lopez. Warum ihn die Polizei sucht, wird nicht aufgeklärt, weiterhin wird er von einer weiteren Person gesucht, die ihn ebenso tot sehen möchte. Marcus verstrickt sich immer mehr in seine Rolle als künftiger Assassine, gleichzeitig arbeitet Deadly Class aber auch eine Coming of Age-Entwicklung aus, die in Zusammenhang mit den Mitschülern, Drogen, Waffen und der Frage nach Identität steht. Insgesamt erfahren wir als Leser aber nur wenig über die Motive der anderen Protagonisten, auch wenn diese durch einige Handlungen oberflächlich charakterisiert werden. Die Ausbildung wird im vorliegenden Band so gut wie gar nicht behandelt, vielmehr arbeitet sich Rick Remender am Setting und den Figuren ab, mir wie gesagt noch zu oberflächlich. Warum die anderen Schüler in der Akademie sind, wird so gut wie gar nicht dargestellt. Eventuell wird dies in den Nachfolgebänden noch mehr ausgearbeitet, hier schwelgt Remender lieber in Beschreibungen von Drogenerfahrungen und der Abarbeitung von Teenager-Klischees. Alle sind mies drauf und gewaltbereit, das wird schon klar. Dazu gesellt sich der Ausflug nach Las Vegas in der zweiten Hälfte des Buches, wo jede Pore nach Hunter S. Thompson und dessen Werk „Fear and Loathing in Las Vegas“ schreit.

Passend dazu ergänzen die Zeichnungen von Wes Craig und insbesondere die Kolorierung von Lee Louhridge das Erzählte um ein Vielfaches und heben es auf eine höhere Ebene. Gekonnt löst sich Craig von starren Panels und verbindet manches Mal auch zwei oder mehr Panels untereinander, auch wenn sie sonst unabhängig voneinander gesehen und gelesen werden. Das macht schon eine Menge Spaß zu Entdecken. Die Protagonisten sind durch die Bank als vom Leben gezeichnete Figuren angelegt, was sich auch im Artwork wiederfindet. Dies gepaart mit den teils neonfarbenen Hintergründen von Louhridge, die sich den Situationen entsprechend mal fiebriges Pink, betäubendes Blau bis hin zum intensiven Gelb und Orange. Einfach passend für das Jahrzehnt und auch immer raumfüllend, also ohne Zwischenübergänge. Deadly Class startet optisch stark, erzählerisch ist da noch Luft nach oben. Die Atmosphäre ist aber bereits jetzt gut gelungen und toll umgesetzt.

Auf welcher Seite steht ihr? Oben oder unten?

 

Fazit

Wo Remender mich in der Geschichte bisher nicht packen konnte, schafft er es aber beim Setting, sowohl geographisch als auch zeitlich. Im Anhang erläutert er, dass er im Jahr 1987, in dem auch Deadly Class spielt, selbst einen entscheidenden inneren Reifeprozess durchlebt hat. Dies verortet die Erzählung von Deadly Class für mich ergänzend noch zu einer biographischen Abarbeitung von Erlebnissen Remenders. Dadurch gewinnt das Gelesene in meinen Augen eher noch dazu, habe ich doch die Geschichte dann mit anderen Augen gesehen und mehr zu schätzen gelernt. Dadurch ändert sich meine Kritik an der Erzählweise natürlich nicht, es erweitert aber zumindest meine Perspektive von den Ereignissen und wertet das Gefühl auf, was ich beim Lesen vom Setting gewonnen habe.

 

Deadly Class Band 1: Die Akademie der tödlichen Künste ist erschienen bei Cross Cult
ISBN: 978-3959811811

Jetzt bei Amazon bestellen: Deadly Class Band 1: Die Akademie der tödlichen Künste

Unser Entertainment-Blog playto ist Mitglied der Affiliate-Netzwerke Amazon PartnerNet und Affilinet. Bei einer Bestellung über einen unserer Affiliate-Links erhalten wir über den jeweiligen Shopbetreiber eine variable Provision. Für Endkunden entstehen keine Zusatzkosten.

Die Gewinner der Variantcover-Ausgaben von Rick Remenders Deadly Class

Die Gewinner der Variantcover-Ausgaben von Rick Remenders Deadly Class

In Kooperation mit Cross Cult verlosten wir 3 Exemplare von Deadly Class: Die Akademie der tödlichen Künste Band 1 in einer auf 444 Stück limitierten SyFy-Variantcover-Ausgabe. Heute können wir die drei Gewinner mitteilen, gewonnen haben jeweils ein Exemplar:

  • Bianka Abel
  • Heiko Wagner
  • Falko

Wir setzen uns im Lauf des Tages mit euch in Verbindung, um alles weitere abzusprechen.

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!

Asterix – Das Geheimnis des Zaubertranks – Unsere Comic-Rezension

Asterix – Das Geheimnis des Zaubertranks – Unsere Comic-Rezension

Kaum zu glauben, aber Asterix feiert in diesem Jahr bereits seinen 60. Geburtstag. Seit 6 Jahrzehnten begeistern er und seine Freunde – sowie Feinde – uns mit ihren Abenteuern. Dabei sind diese schon lange nicht nur auf die Comics begrenzt, sondern haben auch viele andere Medien erfolgreich erobert. Meine Frau kennt ihn, mein Sohn kennt ihn und auch ich bin Fan, seit mir als Kind einmal von einem Freund meiner Eltern die ersten 20 Alben geschenkt wurden. Für die Filme bin ich damals in den 80er-Jahren auch ins Kino gegangen und heute mache ich das gemeinsam mit meinem Sohn. Film ist auch ein gutes Stichwort, denn mit „Asterix – Das Geheimnis des Zaubertranks“ kommt am Donnerstag, den 14. März 2019, der neueste, wieder computeranimierte Film in die deutschen Kinos. Alle gedruckten Abenteuer von Asterix erscheinen im deutschsprachigen Raum bei Egmont Ehapa Media und Egmont Comic Collection. Passend dazu möchte ich euch heute das entsprechende Album zum Film vorstellen.

Nachdem Miraculix auf der Suche nach neuen Misteln für den Zaubertrank vom Baum fällt, entschließt er sich für die Zukunft des Dorfes vorzusorgen. Schließlich wird er nicht ewig leben und mit seinem Ableben würde das Rezept des Zaubertranks für immer verlorengehen. So beschließt er gemeinsam mit Asterix und Obelix durch Gallien zu reisen, um einen jungen, talentierten Druiden zu finden, dem er das Geheimnis des Zaubertranks weitergeben kann. Dies gestaltet sich natürlich nicht so einfach, ruft eine solche Suche doch auch Neider auf den Plan, nicht zuletzt alte Rivalen wie Dämonix. Mit ihm hat Mirculix an der Druidenschule gelernt und dieser möchte den Zaubertrank gerne für alle Gallier zugänglich machen, um damit die Römer ein für alle Mal zurückzuschlagen. Apropos Römer, die bekommen natürlich auch Wind von der Sache und da wo Römer sind, ist Obelix auch nicht weit. Doch am Ende steht sogar das gesamte Dorf in Flammen und die Zukunft sieht nicht allzu rosig aus, wäre da nicht doch ein kleines Mädchen namens Vitrine. Manchmal liegt das Offensichtlich näher als man denkt…

Werden wir dieses Mal hinter das Geheimnis des Zaubertranks kommen? – ASTERIX®- OBELIX®- IDEFIX® / © 2019 LES EDITIONS ALBERT RENE / GOSCINNY – UDERZO

 

Die Zeichnungen in diesem Album stammen natürlich nicht mehr von Uderzo und ebenso wenig von Didier Conrad, der die Reihe gemeinsam mit Texter Jean-Yves Ferri ab dem 35. Band „Asterix bei den Pikten“ übernommen hatte. Für die Gestaltung des Albums wurde Fabrice Tarrin (Violetta, Spirou und Fantasio: Die Gruft derer von Rummelsdorf) engagiert, der die Geschichte des Animationsfilms mit hübschen Zeichnungen illustriert hat. Das Album zu „Asterix – Das Geheimnis des Zaubertranks“ ist nämlich kein herkömmlicher Comic aus der Asterix-Reihe, sondern orientiert sich an den früheren Alben zu den Kinofilmen von Asterix und seinen Freunden. So finden sich großformatige Illustrationen neben dem geschriebenen Text von Olivier Gay und ergänzen wunderschön die Geschichte des Filmes. Dabei wird hier nicht auf die Charaktermodelle aus dem Animationsfilm zurückgegriffen, sondern auf eine eigene wunderschöne, fast malerische Ausdrucksweise. Erstmals seit Asterix erobert Rom hat man nun wieder eine originale Idee umsetzen dürfen. Wie sich das Ganze auf der Leinwand präsentiert, müssen wir noch abwarten, im Album wird mit Sicherheit nur die Kerngeschichte enthalten sein.

Für jüngere Kinder wird das eventuell ein wenig enttäuschend sein, weil sich anhand der Illustrationen die Erzählung nicht verstehen lässt. Für sie wird der Text doch zu umfangreich sein, mein fast 10jähriger Sohn konnte die Geschichte aber ohne Probleme erfassen und hatte da schon mehr Freude dran. Ich kam nicht umhin daran zu denken, dass sich nun auch in der Fiktion eine Art Staffelübergabe abzeichnet, so wie es vor ein paar Jahren mit der Übernahme durch Ferri und Conrad von Uderzo geschehen ist. Auf jeden Fall eine schöne Parallele, auch wenn ich nicht wirklich erwarte, dass die Ereignisse aus dem Film sowie dem gleichnamigen Album auch Auswirkungen auf die Hauptreihe haben werden. Warten wir es ab.

Sollte euch das Album zum Film im Softcover-Format nicht zusagen, habt ihr weiterhin die Möglichkeit euch die gebundene Ausgabe zu besorgen. Außerdem gibt es noch das „Offizielle Buch zum Film“ und sogar den „Roman zum Film“. Dann seid ihr was den Film angeht komplett ausgestattet, doch wenn man schon mal einen runden Geburtstag feiert, dann auch ordentlich. Zum ersten Mal gibt es nun ein Asterix-Magazin mit Extras für 3,99 Euro im Zeitschriftenhandel, die erste Ausgabe kommt gleich mit einem Leuchtschwert daher. Daran werden dann auch die kleineren Asterix-Fans ihre Freude haben, finden sich dort doch Hintergrundinformationen zum Asterix-Universum, kürzere Comics sowie ein Poster.

Erstmals ab dem 14. März 2019 erhältlich, ein Magazin für alle Freunde des kleinen Galliers. – ASTERIX®- OBELIX®- IDEFIX® / © 2019 LES EDITIONS ALBERT RENE / GOSCINNY – UDERZO

 

Fazit

Ihr seht, das Jubiläumsjahr startet nun ab März voll durch, doch am 24. Oktober gibt es nochmal ein großes Wiedersehen mit unseren liebsten Galliern, denn dann erscheint Band 38 aus der Asterix-Reihe. Über den Inhalt hüllt sich natürlich bis zur Veröffentlichung noch der Mantel des Schweigens und auch der Titel ist noch geheim, doch eines ist sicher: Asterix und Obelix werden erneut in ein aufregendes Abenteuer aufbrechen und vielleicht auch Römer versohlen. Die Piraten sollten schon mal in Deckung gehen und Troubadix seine Leier stimmen. Beim Teutates!

 

Für weitere Informationen könnt ihr euch unter www.egmont.de umsehen.

Asterix – Das Geheimnis des Zaubertranks ist erschienen bei Egmont Ehapa Media – ISBN: 978-3-7704-4049-8

Jetzt Asterix – Das Geheimnis des Zaubertranks als Hardcover bei Amazon kaufen

Unser Entertainment-Blog playto ist Mitglied der Affiliate-Netzwerke Amazon PartnerNet und Affilinet. Bei einer Bestellung über einen unserer Affiliate-Links erhalten wir über den jeweiligen Shopbetreiber eine variable Provision. Für Endkunden entstehen keine Zusatzkosten.