RG Veda 1: Master Edition – Unsere Manga-Rezension

RG Veda 1: Master Edition – Unsere Manga-Rezension

 

Sechs finstere Sterne werden vom Himmel fallen
und den Donnergott stürzen.
Doch einer von ihnen wird Verrat bringen.
Und Flammen über die Welt…

Mit dieser Weissagung der Hellseherin Kuyoh beginnt die Legende von RG Veda, und mit ihr die Legende des Zeichner-Zirkels CLAMP.

Bereits 1989 wurde CLAMP als insgesamt 12 Mitglieder umfassender Dojinshi-Zirkel gegründet, doch schon ein Jahr später schrumpfte die Zahl der Mitglieder auf sieben zusammen. Mit RG Veda gelang der Zeichner-Gruppe ihr erstes professionelles Manga-Projekt, welches ihnen zu Bekanntheit verhalf. Da sich die Gruppe stets als ein uniformes Wesen verstand, ist recht wenig über die damals am Projekt beteiligten sieben Personen bekannt. Nach einem weiteren Jahr schrumpfte die Gruppe auf die heutzutage bekannten vier Personen zusammen, die sich im Laufe der letzten Jahre dazu entschieden, mehr ins Rampenlicht zu rücken. Nanase Ohkawa, Mokona, Tsubaki Nekoi und Satsuki Igarashi lauten die Pseudonyme des ausschließlich weiblich besetzten Zeichner-Quartetts, welches es mit Werken wie Chobits, Magic Knight Rayearth, X und Card Captor Sakura zu weltweiter Berühmtheit gebracht haben.

 

Das Hardcover zieren König Ashuras rachsüchtige Seele sowie sein Nachkömmling Ashura, welcher Rache für ihn üben soll. Ab und zu ergreift er Besitz über den Körper des noch unerfahrenen Jungen.

 

Durch die gemeinsame Arbeit an gleichzeitig stattfindenden Projekten entstanden viele Werke, die sich CLAMP zwar zuordnen lassen, sich aber, entgegen der Serien unabhängig arbeitender Zeichner, gravierend in Thematik und Zeichenstil unterscheiden. Um den verschiedenen Genres, Themen und Zeitsträngen trotzdem ein gewisses Grundgerüst zu verleihen, wird seit Aufbau des CLAMP-Franchise immer wieder auf Charaktere älterer Werke zurückgegriffen, welche ein Cameo erhalten, sich dabei aber jedes Mal neu erfinden. Auf die Spitze getrieben wird diese Art der Parallelwelt-Gestaltung im Dimensionsreise-Epos Tsubasa Reservoir Chronicle, in welchem Charaktere aus allen bisher existierenden Werken teilweise mehr als nur einen Auftritt haben. Auch König Ashura, Amaterasu, Yasha, Ashura und Soma aus RG Veda fanden in Tsubasa Verwendung. Um eben genau jenes Erstlingswerk von CLAMP soll es heute gehen.

Die Geschichte von RG Veda spielt in der Welt der Götter, welche vom Himmelskaiser in ewigen Frieden geführt wurde. Selbst die niedere und machtlose Spezies Mensch hatte nichts zu befürchten und der Stamm der Ashura, die stärksten Kriegsgötter im Himmelreich, verlernte über die Zeit zu kämpfen. Doch als sich der herrschsüchtige Feldherr Taishaku zu einem Donnergott aufschwang und sich in einem erbitterten Krieg den Kopf des Himmelskaisers als Kriegsbeute sicherte, endete dieser Frieden jäh und eine Epoche der Tyrannei und des Leids begann. Monster erhoben sich, griffen sowohl Menschen als auch Götter an und die Sippen, die Taishaku als Gefahr ansah, wurden ausgelöscht, unter ihnen der Stamm der Ashura.

 

König Yasha ist auf dem Weg, die verschwundene Sterndeuterin Kuyoh zu finden. Noch weiß er nicht, welch verheerende Prophezeiung sie ihm überbringen wird.

 

Unsere Geschichte beginnt rund 300 Jahre nach der gewaltsamen Übernahme des Throns durch Taishaku. Wütend darüber, dass die Sterndeuterin des Hofes, Kuyoh, ihm ihre Dienste verweigert hat und geflohen ist, sendet er seinen stärksten Untergebenen, König Yasha vom Volk der Yasha, hinter ihr her, um sie zu finden und umzubringen. Dies geschieht nicht ganz frei von Häme, so sind König Yasha und Kuyoh seit jeher enge Freunde, die noch immer um den Tod des Himmelskaisers trauern. Dem Befehl des neuen tyrannischen Königs folgend, sucht Yasha Kuyoh auf, jedoch nicht, um sie zu töten. Diese wartet bereits auf ihn, um ihm eine speziell für ihn vorbestimmte Prophezeiung zu überbringen. Yasha soll ein Kind mit ausgestorbener Blutsverwandtschaft finden und großziehen, welches das Rad des Schicksals in Bewegung setzt. Dieses Kind, weder gut noch böse, wird dabei helfen, sechs Sterne zu versammeln, mit denen sie über alles herrschen und dem Himmel Verderben bringen werden. Mit letzter Kraft prophezeit Kuyoh Yasha, dass das Kind mit dem Schicksal geboren wurde, Yasha zu töten. Von diesen Worten wenig beeindruckt, macht Yasha sich auf den Weg, das Kind zu finden und zu Kuyoh zu bringen. In einem finsteren Wald entdeckt Yasha wenig später einen in einen Baum eingeschlossenen Säugling, den er mit seinem mystischen Schwert Yamato daraus befreit. Dem Säugling, welcher sich als Nachfahre des Stammes der Ashura herausstellt, scheinen immense Mächte innezuwohnen, und so nimmt sich Yasha seiner an…

RG Veda, welches sich den Titel von Rigveda, dem ältesten bekannten Buch indischer Herkunft entleiht, ist in den Genres Action, Shojo und Fantasy angesiedelt. Auch wenn man in dem Fantasy-Epos eher weniger indische Einflüsse bemerkt, so hat die hinduistische Mythologie großen Einfluss auf das Werk genommen. Als diese Eingang in die japanische Kultur fand, änderten sich einige Rollenverteilungen und Namen, so wurde beispielsweise aus Asura Ashura und aus Yaksha Yasha. Dennoch nahm die Rigveda großen Einfluss auf den Aufbau der Geschichte, wurde aber auch mit Elementen aus dem Zen-Buddhismus angereichert.

Die in Japan 1989 erschienene Manga-Reihe umfasste ursprünglich 10 Bände und wurde nun in einer Master Edition vom Verlag Manga Cult neu aufgelegt. Insgesamt fünf Bände wird die Neuauflage umfassen, welche als schickes Hardcover daherkommt. Den Buchrücken ziert ein Ausschnitt des Covers, welches die Sammeledition auch im heimischen Bücherregal zu einem Blickfang macht.

 

Kuyohs Prophezeiung verheißt Unheil und Krieg. Wird König Yashas Rebellion gegen den Donnergott Taishaku ein gutes Ende nehmen oder zu noch mehr Schmerz und Leid führen?

Fazit

Mit RG Veda, der Geschichte rund um Ashuras Aufstieg zum neuen Gott der Himmelswelt, begann CLAMP seine bis heute andauernde Karriere. Auch wenn es ihrem Erstlingswerk, verglichen mit heutigen Projekten aus ihrer Feder, etwas an Tiefe fehlt und den Protagonisten durch die schnell voranschreitende Erzählweise häufig die Möglichkeit zur Charakterentwicklung verwehrt wird, so kann man, auch als Nicht-Fan, eine gute Zeit mit RG Veda verbringen. Die Zeichnungen sind auch für damalige Verhältnisse äußerst detailliert und lassen sich am ehesten mit dem Stil von Magic Knight Rayearth vergleichen. Auch wenn es etwas schade ist, dass die Master Edition nicht dazu genutzt wurde, weiteres Zusatzmaterial wie Hintergrundinformationen, Skizzen oder Interviews für Fans bereitzustellen, sollte die Sammeledition aufgrund ihrer soliden Verarbeitung und dem schmucken Aussehen in den Regalen von Fans des Zeichner-Quartetts nicht fehlen. Wer die Geschichte allerdings nicht nur zu Hause lesen möchte, dem würde ich aufgrund des massiven Gewichts von fast einem Kilogramm eher die Taschenbuchausgabe von RG Veda empfehlen.

Diese Besprechung wurde von Lisa Zahn verfasst.

 

RG Veda 1: Master Edition ist erschienen bei Manga Cult ISBN: 978-3-964331-49-6

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Phantomias – Schatten über Entenhausen – Unsere Comic-Rezension

Phantomias – Schatten über Entenhausen – Unsere Comic-Rezension

Wer hätte das gedacht, unsere liebste cholerische Ente wird dieses Jahr bereits 85 Jahre alt. Damit schlägt der Erpel den dunklen Ritter Batman doch glatt um 5 Jahre. Man hat aber nicht den Eindruck, als ob Donald im Alter ruhiger oder weiser geworden wäre, aber das wollen die Fans wahrscheinlich auch nicht. Passend zum Geburtstag am 09. Juni erscheinen natürlich auch neue Geschichten und Bücher, seien es nun die allseits beliebten Lustigen Taschenbücher oder aber wie hier, ein Jubiläumsband zum Thema Phantomias. Ihr kennt Phantomias nicht? Das Alter Ego von Donald mit Anleihen beim dunklen Rächer aus dem Hause DC? Dabei schlägt sich Donald, ähm sorry, Phantomias bereits auch schon seit exakt 50 Jahren die Nächte um die Ohren, um in Entenhausen und darüber hinaus für Recht und Ordnung zu sorgen. Genau in dieser Woche vor 50 Jahren erschien in einem italienischen Magazin der erste Auftritt von Phantomias, bis heute ist die Popularität ungebrochen.

Aus diesem Grund erscheint neben dem Jubiläumsband zu Donalds 85. Geburtstag auch ein spezieller Band zum Geburtstag von Phantomias in der Egmont Comic Collection. Phantomias – Schatten über Entenhausen vereint auf knapp 400 Seiten 9 Geschichten aus den 5 Jahrzehnten des geheimen Rächers. Im Vorwort von Wolfgang J. Fuchs wird das angesprochen, was deutschsprachige Fans des Erpels längst wissen. Bereits seit den Anfängen der Lustigen Taschenbücher werden viele Geschichten rund um Donald in Italien erdacht und gezeichnet. So fand auch Phantomias wie oben bereits erwähnt dort seinen Ursprung und wurde im Lauf der Jahre durch Geschichten und Zeichnungen von Massimo de Vita, Guido Scala, Guido Martina und nicht zuletzt Romano Scarpa geprägt.

Wer wirft den Schatten über Entenhausen? Die Gauner oder Phantomias? © 2019 Disney/Egmont Comic Collection

 

Auch heute noch ist Phantomias sehr beliebt und füllt nicht nur Geschichten in den Lustigen Taschenbüchern selbst aus, sondern hat eigene Bücher in der Reihe Lustiges Taschenbuch Premium. Weiterhin sind ältere Abenteuer auch regelmäßig mit Ultimate Phantomias im Buchhandel und beim Comic-Händler des Vertrauens erhältlich. Stürzen wir uns also in die Feierlichkeiten und schauen einmal, was uns der Sonderband für Abenteuer bietet:

  • Phantomias in Aktion (Deutsche Erstveröffentlichung in Lustiges Taschenbuch 41; 1976)
  • Die Abhöraffäre (Deutsche Erstveröffentlichung in Lustiges Taschenbuch 102; 1985)
  • Onkel Dagobert und die Verschwörung (Deutsche Erstveröffentlichung in Lustiges Taschenbuch 83; 1982)
  • Im Bann des Bösen (Deutsche Erstveröffentlichung in Donald Duck Sonderheft 183; 2002)
  • Knallharte Konkurrenz (Deutsche Erstveröffentlichung in Panzerknacker & Co. 8; 1986)
  • Der Sieg des Maskierten Zylinders (Deutsche Erstveröffentlichung in Donald Duck 406; 1989)
  • Der Schmutzgeier schlägt zu (Deutsche Erstveröffentlichung in Lustiges Taschenbuch 164; 1991)
  • Phantomias stinkt´s gewaltig (Deutsche Erstveröffentlichung in Lustiges Taschenbuch 196; 1994)
  • Geheimnis in Gefahr (Deutsche Erstveröffentlichung in Lustiges Taschenbuch 234; 1997)

Nach einem interessanten Vorwort, das auf die gesamte Karriere des dunklen Rächers eingeht, starten wir bei Phantomias in Aktion mit einer passenden Geschichte, um den neuen Leser in die geheimnisvolle Welt von Phantomias einzuführen. Insgesamt bekommen wir in den vorliegenden Geschichten auch einen schönen, abwechslungsreichen Eindruck von Donald als Phantomias, jedoch erschien die aktuellste hier vorliegende Geschichte im Jahr 1996. So fehlt hier komplett ein Eindruck zu der neuesten Inkarnation des „neuen Phantomias“, wie er in den Ausgaben des Lustigen Taschenbuches Premium chronologisch abgedruckt wird. Statt 5 Jahrzehnten werden in Schatten über Entenhausen lediglich 3 Jahrzehnte mit Geschichten abgedeckt, was ein wenig schade ist.

 

Mit dem von Daniel Düsentrieb umgebauten 313 kann Phantomias schnell größere Hindernisse überwinden. © 2019 Disney/Egmont Comic Collection

Fazit

Auch wenn hier nur eine bestimmte Schaffens- und Verbrechensbekämpfungs-Periode von Phantomias abgedeckt wird, erhalten wir Leser eine schöne Auswahl an klassischen Phantomias-Abenteuern. Die Geschichten in „Phantomias – Schatten über Entenhausen“ sind allesamt unterhaltsame Geschichten und füllen den Sonderband auf den knapp 400 Seiten mehr als ordentlich aus. Fans, die mit den klassischen Geschichten aufgewachsen sind, haben ihre helle Freude mit dem vorliegenden Band. Ein Wehrmutstropfen ist allerdings, dass keine der neueren Geschichten (und wir sprechen hier immerhin von den letzten knapp 20 Jahren) abgedruckt ist und auch keine Erstveröffentlichung im Buch enthalten ist. Fans besitzen und kennen die vorliegenden Abenteuer von Phantomias also bereits, finden einige davon hier nur in gesammelter Form vor. Wer neu im Universum von Donald Duck und seinem Alter Ego Phantomias ist, findet hier eine nicht ganz günstige Variante in die Materie einzusteigen. Danach empfehle ich unbedingt in die Reihe der Lustigen Taschenbuch Premium-Bücher reinzulesen, um eine moderne Variante des Rächers von Entenhausen kennenzulernen.

Weitere Abenteuer von Phantomias oder generell der Familie Duck findet ihr unter www.egmont.de.

“Phantomias – Schatten über Entenhausen“ ist ab sofort für 30,00 € erhältlich – ISBN 978-3-7704-4059-7.
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Der Jubiläumsband „85 Jahre Donald Duck“ ist am 2. Mai für 20,00 € in der Egmont Comic Collection – ISBN 978-3-7704-4051-1 erschienen. Jetzt 85 Jahre Donald Duck bei Amazon kaufen.

 

 

Silver: Das Lied vom Blut & Tag des Zorns – Band 3 und 4 in unserer Comic-Rezension

Silver: Das Lied vom Blut & Tag des Zorns – Band 3 und 4 in unserer Comic-Rezension

Die Hebel wurden in Gang gesetzt, alle Figuren sind an ihrem Platz, der Plan läuft bisher wie geplant. Jetzt müssen nur noch alle Ereignisse ineinandergreifen und schon steht dem größten Raub der Geschichte nichts mehr im Weg. Ein Fälscher, ein Schauspieler, Vampirjägerin Rosalynd Sledge, der Junge Tao, dazu zwei Gauner-Kumpel sowie James „Finn“ Finnigan selbst – diese Truppe hat es geschafft, kurz vor der Walpurgisnacht in die Burg des Grafen Dracula einzudringen und dort unerkannt zu agieren.

Zur Auffrischung empfehle ich euch nochmal die beiden Besprechungen zu den ersten zwei Büchern Der Fluch des Silberdrachen und Orient Express zu lesen, um wieder auf den aktuellen Stand zu kommen. Die Geschichte geht in Band 3 natürlich nahtlos weiter und wird abschließend in Band 4 mit einem Finale beendet. Auch in „Das Lied vom Blut“ muss sich die Truppe wie bereits erwähnt an die Begebenheiten anpassen, die sich ihr präsentiert. Dabei wird ersichtlich, dass Sledge noch andere Pläne verfolgt, die mit ihrer Vergangenheit zu tun haben. Eines Nachts entdeckt Rosalynd, dass die Vampir-Prinzessin Lillian mitsamt Gefolge das Schloss verlässt. Da sie mit der bluttrinkenden Dame noch eine alte Rechnung offen hat, verfolgt sie die Blutsauger. Dabei droht der ursprüngliche Plan aufzufliegen, wovon Finn weniger begeistert ist und sie verfolgt…

Und somit startet das erste Kapitel des 3. Bandes auch ziemlich actionreich und streut Misstrauen zwischen Finn und Sledge. Letztendlich soll sich dieser Ausflug von Sledge aber für das weitere Vorgehen als durchaus hilfreich erweisen, wobei das Element der Improvisation hier auch eine Rolle spielt. Insbesondere im zweiten Kapitel aus dem Lied vom Blut holt Schreiber und Zeichner Stephan Franck nochmal alles hervor und bereitet Sledge einen ganz persönlichen Moment mit ihrer Schwester. Hier bricht er ein wenig mit dem vorhergehenden Artstyle und präsentiert dem Leser eine optische Abwechslung. Dies erreicht Franck, indem er die Panelstruktur aufbricht und ganzseitige Zeichnungen einbaut, die suggerieren, dass hier die Zeit kurz stillsteht und es für Sledge sehr intim wird. Im letzten Kapitel kommt Franck nicht umhin, die Protagonisten in eine ausweglose Situation zu manövrieren, schließlich bildet dies das letzte Kapitel vor dem Finalbuch.

Fury, wie wäre es mit einem kleinen Ausritt?

Das Finale mit dem Tag des Zorns

Graf Dracula wurde getäuscht und durch einen simplen Trick beinahe für immer vernichtet. Doch er konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen und sinnt nun natürlich auf Rache. Finn und sein Team haben ihm nicht nur seinen kostbarsten Schatz, den Silberdrachen, entwendet, sondern ihn mit einer grandiosen Finte dazu gebracht, sein Schloss in die Hände des Teams zu spielen. Wie das, fragt ihr? Nun ja, in Draculas Schloss gelangt man an sich nicht so einfach hinein, nur durch Tricksereien hat es das Team geschafft. Wenn wir uns nun an den ersten Band von Silver und die Erwähnung von General Chen erinnern, der den Grafen verfolgte und auf einmal bei Tagesbeginn die Spur samt dem Schloss mit einem Mal verlor, dann erhalten wir nun eine Auflösung des Rätsels. Gekonnt spannt Franck hier den Bogen und macht ein für alle Mal klar, dass Silver eine durchgehende, in sich stimmige Erzählung ist, die nur in ihrer Gänze das volle Potenzial entfaltet. Sobald Dracula den Befehl gibt, erheben sich aus den Katakomben der Burg die alten steinernen Leichen, tragen das Gebäude Stein für Stein ab und verfrachten es mittels eines Zuges an einen anderen Standort. Diesen Trick nutzen Finn und Company aus, indem sie die Lokomotive samt Waggons an sich reißen und nun mit dem Material in den Waggons fliehen wollen. Dort befinden sich in den Waggons dann auch sämtlich Schätze und Kostbarkeiten aus den Tiefen der Schatzkammer, also eigentlich ein cleverer Heist, oder?

Ich will hier natürlich nicht das Ende vorwegnehmen, nur so viel sei gesagt: Auch James Finnigan ist trotz aller Gerissenheit nicht davor gefeit auch selbst einmal Opfer eines Trickbetruges zu werden. Wie du mir, so ich dir. Das Ende lässt schlussendlich den Leser zufrieden zurück, nicht ohne noch einen kleinen Epilog mit einzubauen, der weitere Geschichten im Silver-Universum zulässt.

Der heiße Stuhl war auch schon mal bequemer.

Fazit

Insgesamt erzählt Stephan Franck in den vier Bänden der Silver-Reihe eine in sich abgeschlossene Geschichte, die immer wieder auch überraschen kann. Durch die Bank gefällt mir sein gewählter visueller Stil, der nur in vereinzelten Szenen ein wenig die Übersicht auf das Geschehen vermissen lässt. Doch dies führte bei mir nicht dazu, dass ich den Eindruck bekam, er wisse nicht was er tut, denn das gelingt ihm nahezu durchgehend. Man merkt ihm, auch gepaart mit den Anhängen in jedem einzelnen Buch, an, dass er ein Szenerist ist, der sich über jede einzelne Seite und ihre optische Wirkung Gedanken gemacht hat. Hier und da störten mich einige Schwächen im Lektorat, wenn beispielsweise Buchstaben fehlen oder ein Satz nicht ganz Sinn ergibt. Dies störte in keinster Weise das Gesamtwerk und ließ mich auch nicht den Fokus aus der Geschichte verlieren. Licht und Schatten sind in der Darstellungsform bei Silver das Hauptaugenmerk und hier kann Stephan Franck durch die Bank punkten. Strukturell wechseln sich die ruhigen und actionreichen Passagen im Verlauf der 4 Bücher gut ab, es wird nicht langweilig. Im Gegenteil, ich konnte das Werk gut auch nach anstrengenden Tagen auf dem gemütlichen Sofa genießen und war gespannt auf die Auflösung, die mich nicht enttäuscht hat. Es bleibt mir abschließend zu sagen, dass Silver in seiner gänzlichen Form nur mit allen 4 Büchern sein volles Potenzial entfaltet und abschließend durchaus noch die Lust auf mehr Abenteuer rund um Finn und Sledge besteht.

Silver Band 3: Das Lied vom Blut von Stephan Franck ist erschienen bei Schreiber&Leser – ISBN: 978-3946337287
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Silver Band 4: Tag des Zorns von Stephan Franck ist erschienen bei Schreiber&Leser – ISBN: 978-3946337768
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85 Jahre Donald Duck – Unsere Comic-Rezension

85 Jahre Donald Duck – Unsere Comic-Rezension

Wer hätte das gedacht, unsere liebste cholerische Ente wird dieses Jahr bereits 85 Jahre alt. Damit schlägt der Erpel den dunklen Ritter Batman doch glatt um 5 Jahre. Man hat aber nicht den Eindruck, als ob Donald im Alter ruhiger oder weiser geworden wäre, aber das wollen die Fans wahrscheinlich auch nicht. Passend zum Geburtstag am 9. Juni erscheinen natürlich auch neue Geschichten und Bücher, seien es nun die allseits beliebten Lustigen Taschenbücher oder aber wie hier, mit einem Jubiläumsband aus der Egmont Comic Collection.

Wie es sich für einen ordentlichen Geburtstag gehört, hat man Donald ein großformatiges Buch mit knapp 160 Seiten spendiert. Im Vorwort von Monty Arnold wird das angesprochen, was deutschsprachige Fans des Erpels längst wissen, bereits seit den Anfängen der Lustigen Taschenbücher werden viele Geschichten rund um Donald in Italien erdacht und gezeichnet. So finden sich unter den 8 ausgewählten Geschichten Erzählungen und Zeichnungen von Luciano Bottaro, Massimo de Vita, Silvio Camboni und nicht zuletzt Romano Scarpa. Aber auch Vicar, William van Horn und Kari Korhonen sind mit Geschichten vertreten. Insgesamt wurde eine schöne Auswahl getroffen, wobei eine Geschichte erstmals komplett vorliegt und eine Geschichte als deutsche Erstveröffentlichung abgedruckt wurde. Stürzen wir uns also in die Feierlichkeiten und schauen einmal, was uns hier geboten wird.

An seinem Geburtstag hat Donald dieses Mal ausnahmsweise kein Pech. © 2019 Disney/Egmont Comic Collection

Nach einem interessanten Vorwort starten wir mit einer Geburtstagsgeschichte namens „Ein ganz normaler Tag“, in der Donald an seinem Geburtstag in einer Margarinefabrik einer Schmugglerbande auf die Schliche kommt. Mit „Ehre, wem Ehre gebührt“ erhalten wir direkt als zweite Geschichte eine deutsche Erstveröffentlichung. In Italien bereits im Jahr 1952 erschienen, stellt die Geschichte, in der Donald sich einen Titel erarbeitet, die älteste hier gesammelte Erzählung dar. Hochkarätig geht es weiter in „Der Kochkunst-Journalist“, die hier nun erstmals komplett in deutscher Sprache vorliegt, nachdem eine gekürzte Fassung im Jahr 1975 im Mickyvision-Magazin veröffentlicht wurde. Die „Krebse in Burgunder“ kennen ältere Semester vielleicht noch unter dem ursprünglichen Namen „Der rasende Kurier“, so wurde die Geschichte zumindest im Lustigen Taschenbuch 36 im Jahr 1975 genannt. An der Qualität der von Scarpa erdachten und gezeichneten Geschichte gibt es auch heute nichts zu meckern. Vielleicht noch, dass die einzelnen Panels trotz der Veröffentlichung im Großformat doch sehr klein geraten sind und ein wenig mehr Entfaltung verdient hätten. „Donaldo und die Freibeuter der Karibik“ entführt uns schließlich mit einer klassischen Piratengeschichte in die entsprechende Zeit und stellt die umfangreichste Geschichte im vorliegenden Buch dar. In den beiden kommenden Geschichten „Glück am Unglückstag“ und „Der schwarze Mond“ stehen Donalds Neffen Tick, Trick und Track an der Seite ihres vom Pech verfolgten Onkels und unterstützen ihn in seinem Abenteuer. Abgerundet wird das Jubiläumsbuch mit einer Story von Kari Korhonen mit dem Namen „Der Sündenbock“, in der Donald von einem Job in den nächsten gestürzt wird, was aber letztendlich nicht zu seinem Nachteil gereichen soll.

85 Jahre und noch keine graue Feder, Donald Duck! © 2019 Disney/Egmont Comic Collection

Fazit

Mit dem Egmont Comic Collection-Jubiläumsband “85 Jahre Donald Duck” wird dem Ausnahme-Erpel eine schöne Geburtstagsausgabe spendiert. Der Band schafft dabei das Kunststück, dass er zum einen mit seinen ausgewählten Geschichten ein rundes Bild von Donalds Abenteuern abbildet und zum anderen auch den Sammlern einen Grund gibt hier zuzuschlagen. Dabei wurde vermieden auf obligatorische Künstler wie Carl Barks oder Don Rosa zurückzugreifen, sondern man bediente sich bei Künstlern, die im Lauf der Jahrzehnte auch das Bild von Donald insbesondere in Europa geprägt haben. Wenn dann Anfang Juni noch der Sonderband zu Phantomias erscheint, ergibt sich ein umfassendes Bild vom cholerischen Enterich, mit tollen Geschichten und prägenden Zeichnern aus den letzten Jahrzehnten.

 

Der Jubiläumsband „85 Jahre Donald Duck“ ist am 2. Mai für 20,00 € in der Egmont Comic Collection – ISBN 978-3-7704-4051-1 erschienen. Jetzt 85 Jahre Donald Duck bei Amazon kaufen.

Der Egmont Comic Collection-Titel “Phantomias – Schatten über Entenhausen“ wird am 05.06.2019 für 30,00 € – ISBN 978-3-7704-4059-7 erscheinen. Jetzt Phantomias – Schatten über Entenhausen bei Amazon vorbestellen.

Das Goldene Zeitalter – Unsere Comic-Rezension

Das Goldene Zeitalter – Unsere Comic-Rezension

Ich habe lange überlegt, wie ich meine Besprechung zu „Das Goldene Zeitalter“ gestalte, bis mir schließlich eine passende Beschreibung eingefallen ist. Aus diesem Grund fällt diese Rezension auch ein wenig anders aus, denn wie will man so ein tolles Buch auch anders angehen, als über die emotionale Ebene? Das Goldene Zeitalter ist wie ein gutes Jazz-Album, im ersten Moment ob der gewaltigen Impressionen noch einschüchternd, auf den zweiten Blick siegt dann aber die Neugier. Das bedeutet aber auch, sich auf das Buch einzulassen, sich Zeit zu nehmen, die Geschichte und die optischen Reize auf sich wirken zu lassen. Nicht mal eben in der Bahn reinlesen, sondern mit einem guten Getränk entspannt im Sessel oder auf dem Sofa genießen. Eben genau so, wie man sich für ein tolles Musikalbum auch die Zeit nehmen sollte, es von vorne bis hinten durchzuhören, um die Intention des Künstlers zu erfassen.

Vielleicht habt ihr am Gratis Comic Tag 2019 auch schon einen Blick in die Geschichte und vor allem das Artwork erhaschen können? Falls ja, ist euch aufgefallen, dass die Zeichnungen und vor allem die Kolorierung schon sehr speziell sind, was durchaus kontrovers aufgefasst werden kann. Ich wurde direkt davon angezogen, meine Frau konnte sich gar nicht damit anfreunden. Ich bin dem Jazz durchaus gegenüber aufgeschlossen, sie mag überhaupt keinen Jazz – ein weiteres Argument für meinen anfänglichen Vergleich. Die Gestaltung der Protagonisten und Charaktere erinnerte mich direkt an die Gestaltung der Figuren im „Golden Age“ der animierten Disney-Filme in den 50er-Jahren, wie es beispielsweise in Dornröschen umgesetzt wurde. Aber auch bei den 101 Dalmatinern bediente man sich hochgewachsener menschlicher Figuren mit langen, dünnen Gliedmaßen. Weiterhin musste ich auch direkt an die Intro-Sequenz von Monster AG denken, bei der ähnliche Farben wie in „Das Goldene Zeitalter“ eingesetzt wurden. Das alles ist nicht weiter verwunderlich, wenn man sich klarmacht, dass Cyril Pedrosa in den 90er-Jahren auch an Disney-Filmen wie Der Glöckner von Notre Dame und Hercules mitgearbeitet hat.

Tilda wurde ins Exil verbannt. Zum Glück begleiten sie Bertil und Tankred, ohne die sie nicht lang überlebt hätte.

 

Ganz so experimentell wie die optische Gestaltung ist die erzählte Geschichte nicht. Wir befinden uns in einem mittelalterlichen Szenario in einem Reich, das vor kurzem ihren König verloren hat. Schon lange sind die Ländereien nicht mehr wohlhabend und das Volk leidet Hungersnöte. Tilda, die Tochter des verstorbenen Königs, will nach ihrer Krönung endlich die Not des Volkes lindern. Doch ihr Bruder kommt mit einem Komplott an die Macht und verbannt Tilda ins Exil. Doch zum Glück ist sie nicht alleine, zwei Verbündete namens Tankred und Bertil stehen an ihrer Seite. Sie retten Tilda mehr als einmal das Leben auf ihrer Reise durch das Königreich. Gemeinsam halten sie sich im Verborgenen. Auf ihrer Reise wird Tilda schwer verletzt und kommt beinahe ums Leben. Die drei Gefährten kommen schließlich in einer Gemeinschaft von Frauen unter, die sich tief im Wald autark versorgen. Dort macht Bertil Bekanntschaft mit der Lehre aus dem „Goldenen Zeitalter“ und es zeigt sich, dass das Schicksal der Gefährten mit dieser alten Legende verknüpft ist. „Das Goldene Zeitalter“ ist ein lang vergessenes Buch, das die Macht hat, die Welt zu verändern. Es erzählt von einer Utopie, einer Welt ohne Unterdrückung, ohne Krieg und ohne soziale Ungerechtigkeit. Eine Welt, wie sie Tilda in ihrem Königreich etablieren wollte, bevor sie von ihrem Bruder ins Exil verbannt wurde. Doch steckt wirklich ihr Bruder hinter all dem…?

Die Bildkompositionen sind wirklich sehr hübsch anzusehen, der Leser schwelgt förmlich in den Farben.

Fazit

Was Roxanne Moreil und Cyril Pedrosa hier geschaffen haben, ist wirklich außergewöhnlich und wahrscheinlich aufgrund der Optik nicht für jeden Leser gemacht. Ich möchte hier dennoch eine unbedingte Empfehlung aussprechen, sich an das Buch heranzutrauen. Die Geschichte fesselt schnell und der Leser möchte wissen, wie es weitergeht. Inhaltlich werden auch gesellschaftspolitische Themen angesprochen, die zwar im Mittelalter angesiedelt sind, aber selbstverständlich auch auf die Gegenwart angewandt werden können. Nehmt euch ein wenig Zeit für das Buch, gönnt euch ein gutes Glas Wein und genießt die tolle Umsetzung. Der Reprodukt Verlag hat „Das Goldene Zeitalter“ in einem schicken Hardcover-Buch veröffentlicht, was den Artstyle durch das hochwertige Papier noch besser zur Geltung kommen lässt. Auch wenn die Geschichte mit einem kleinen Cliffhanger endet, ich kann es nicht abwarten im nächsten Jahr zu erfahren, wie die Reise von Tilda und ihren Gefährten zu einem Ende geführt wird. Unbedingte Kaufempfehlung.

 

Das Goldene Zeitalter ist erschienen bei Reprodukt – 232 Seiten, farbig, 20,5 × 27 cm, Hardcover
ISBN: 978-3-95640-183-1

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Lara Croft und die Artefakte des Bösen – Unsere Comic-Rezension

Lara Croft und die Artefakte des Bösen – Unsere Comic-Rezension

Wenn sich eine Figur über mehr als 20 Jahre in den Köpfen der Menschen hält, kann man sie schon getrost als Popkultur ansehen. Ursprünglich als Videospielfigur im Spiel Tomb Raider gestartet, konnte sich Lara Croft nicht nur in diesem Teil der Unterhaltungsindustrie einen Namen machen. Ende der 90er-Jahre war Lara Croft überall bekannt und trat in Musikvideos auf, war auf dem Cover von mehreren Magazinen zu sehen und erhielt auch schnell schon eine Verfilmung in Hollywood. Im Lauf der Jahre war sie immer wieder die Protagonistin von neuen Videospielen, die mal mehr, mal weniger gut umgesetzt wurden. Erst in der zweiten Hälfte der Nuller-Jahre flachte diese Euphorie ein wenig ab, ganz verschwunden war sie nie. Im Jahr 2010 erschien mit Lara Croft and the Guardian of Light ein Ableger der Reihe mit einer neuen Spielperspektive, im Jahr 2013 erschien dann nach knapp 5 Jahren Pause auch wieder ein 3D-Abenteuer der Grabräuberin. Die isometrische Perspektive und das Koop-Gameplay von Lara Croft and the Guardian of Light machten das Spiel zu etwas Neuem im Franchise und aus diesem Grund erhielt es im Jahr 2014 ebenfalls einen Nachfolger mit Lara Croft and the Temple of Osiris.

Wie weiter oben bereits erwähnt, verfolgte Lara nicht nur im Videospiel-Universum eine Karriere, auch im Comic wurden ihre Abenteuer gekonnt umgesetzt und gerne gelesen. Das vorliegende Abenteuer Lara Croft und die Artefakte des Bösen gehört dabei zu der „Legend-Timeline“, die mit den Videospielen „Anniversary, Legend und Underworld“ begann und zu der auch die Ableger der oben genannten Videospiele in der isometrischen Ansicht gehören. Dabei braucht ihr als Leser aber keine Angst haben, auch wenn ihr das entsprechende Vorwissen aus den Videospielen nicht habt, könnt ihr mit dem Comic eine gute Zeit haben.

„Lara Croft und die Artefakte des Bösen“ wurde ursprünglich als 5-teilige Mini-Serie veröffentlicht, liegt in der deutschen Fassung aber gesammelt vor. In verschiedenen Standorten auf der Welt werden wertvolle und antike Elfenbein-Artefakte entwendet. Lara Croft und ihr Partner Carter Bell finden heraus, dass diese Artefakte von einem Professor und einem Museumswärter gestohlen wurden. Dabei verfolgen sie die beiden Diebe jeweils auch, nur um festzustellen, dass hinter den Diebstählen etwas viel Größeres steckt. Anscheinend handelt es sich bei den Artefakten auch um eine Substanz, die viel älter ist als das vermutete Elfenbein. Die beiden Diebe wurden bei ihren Taten auch von einer fremden Macht gesteuert, die von ihnen Besitz ergriffen hatte. Diese Macht besitzt die Kraft, den Wirt zu wechseln und damit in unterschiedliche Körper zu schlüpfen. Dort übernimmt sie dann die Kontrolle über die Person und lässt sie in ihrem Sinne handeln. Da alle Artefakte bis auf eines nun gestohlen wurden, reisen Lara und Carter nach Arizona, um dort das letzte bekannte Artefakt dieser Art im Privatbesitz des vermögenden Antiquitäten- und Kunstsammlers Grus zu begutachten. Dieser präsentiert Lara und Carter auch die Geschichte hinter dem Artefakt und datiert es auf eine Zeit noch vor der letzten Eiszeit. Durch die Eiszeit war diese Macht gebannt, doch nun gelangte sie wieder an die Oberfläche und versucht stärker zu werden als je zuvor…

In diesem Abenteuer verschlägt es Lara wieder an gefährliche Orte.

 

Fazit

Lara Croft und die Artefakte des Bösen präsentiert uns zwar eine Lara im gewohnten Outfit, jedoch nicht als die typische Abenteurerin, die wir aus den Spielen kennen. Sicher ist sie auch hier geschickt im Umgang mit Waffen und agil wie eh und je, aber der Schwerpunkt liegt nicht auf der Erkundung von Grabmalen, sondern auf der Action, die Carter und Lara durch verschiedene Länder schickt. Dabei nehmen sich Autor und Zeichner/in leider kaum Zeit ein wenig zu Laras Hintergrund zu offenbaren, anscheinend ist das aber auch nicht nötig, da man davon ausgeht, dass der Leser Lara Croft kennt. Dennoch wirkt die ganze Geschichte eher gehetzt. Es wird von Location zu Location gesprungen und unterwegs hier und da noch ein wenig zur Geschichte beigetragen. Auch die Zeichnungen innerhalb der Miniserie sind leider nicht ganz konsistent, innerhalb von 5 Heften kamen hier 3 Zeichner/Innen zum Einsatz, wobei ich mehr als einmal aus der Geschichte gerissen wurde, weil Laras Mimik nicht zu den vorherigen Zeichnungen passte. Wer ein kurzweiliges Abenteuer ohne viel Hintergrundwissen sucht und sich nicht an den Zeichnungen stört, findet mit Lara Croft und die Artefakte des Bösen einen unterhaltsamen „One Shot“ vor. Das Ende der Geschichte tröstet ein wenig über das gehetzte Szenario hinweg. Positiv möchte ich festhalten, dass die Geschichte im übernatürlichen Bereich angesiedelt ist, was sie weniger vorhersehbar macht.

 

Lara Croft und die Artefakte des Bösen ist erschienen bei Dani Books – ISBN: 978-3-95956-022-1

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