Jaja Planer 2020 – Unsere Rezension zum illustrierten Kalender

Jaja Planer 2020 – Unsere Rezension zum illustrierten Kalender

Ich habe in meiner Laufbahn schon so einige Texte geschrieben, Hausarbeiten für die Uni, Einladungen für Geburtstage, Rezensionen zu Videospielen und natürlich auch Besprechungen von Comics oder Graphic Novels. Ganz neu im Repertoire seit heute: Illustrierte Wandkalender.

Das ist ja mal ein neuer Ansatz und ich will auch keinen Hehl daraus machen, dass ich zunächst keine Idee hatte, wie ich das Vorhaben angehen sollte. Dabei wurde mir klar: Warum den Leser nicht selbst in diese Rezension mit einbeziehen? Warum beschreibe ich nicht meine Auseinandersetzung mit dem Kalender und nehme dies als Grundlage für den Text zur Rezension des Kalenders? Klingt ein wenig nach Meta-Ebene, aber so weit will ich gar nicht gehen, ich möchte ja keinen Text für den Feuilleton einer Wochenzeitung schreiben. Klären wir vielleicht zunächst die grundlegenden Eigenschaften.

 

Macht die Tanzfläche frei! © Jaja Verlag

 

Ich habe mich für einen Wandkalender aus dem Jaja-Verlag entschieden, genauer gesagt, für den Jaja-Planer 2020. Dieser wurde „gezeichnet & geschnipselt“ von Annette Köhn, die wiederum auch die Verlegerin und Chefin im Jaja-Verlag ist, der seinen Sitz in Berlin hat. Hier illustriert die Chefin also auch noch selbst. Der Kalender an sich ist im Hochformat gestaltet, insgesamt 41 cm hoch und 20 cm breit. Insgesamt 13 Blätter in Schwarz/Weiß für den Preis von 12,- Euro.

Im oberen Bereich findet ihr auf jedem Kalenderblatt eine Illustration, darunter die Daten zum jeweiligen Monat und ganz unten dann der Name des Monats. Da es sich um einen Planer handelt, findet ihr vier Spalten, in denen ihr pro Tag etwas eintragen könnt, ideal für Wohngemeinschaften oder kleine Familien, wie wir eine sind. Insgesamt sind die Spalten und Zeilen jedoch etwas klein geraten, mehr als eine Aktivität am Tag ist schwer unterzukriegen. Die Wochenenden und bundeseinheitlichen Feiertage sind nochmal ein wenig dunkler schraffiert und damit nochmal extra auf den schnellen Blick erkennbar.

 

Politische Statements sind in diesem Kalender nur wenige zu finden, aber dennoch wichtig! © Jaja Verlag

 

Die Illustrationen widmen sich in der Hauptsache Alltagsmomenten und gemeinschaftlichen Aktivitäten. Aus diesem Grund finden sich im Januar auch Kinder im Schnee vor, die „Let it snow“ singen. Im Februar wird gemeinschaftlich renoviert und tapeziert (macht unsere Familie gerne mal im Januar) und im März legt die Familie einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher ein. Mit Blick auf den Frühling starten die Bastelaktionen im April, spielt man Rundlauf an der Tischtennisplatte im Mai und besucht wagemutig bereits im Juni den Badesee, um dort das schöne Wetter im kühlen Nass zu genießen. Der Juli wird für gemeinschaftliches Kochen ausgesucht und im August einfach mal eine Jam-Session in der freien Natur eingelegt. Musizieren kann man schließlich überall. Da der Jaja-Verlag auch Teil der Kampagne „Verlage gegen Rechts“ ist, findet sich nun im September auch ein Statement an der Hauswand im Hintergrund, es geht also auch durchaus politisch zu Sache, wenn dies auch nicht im Fokus des Kalenders liegt.

Abschließend runden die Monate des letzten Quartals den Kalender ab. So beobachten wir im Oktober eine Party (vielleicht zu Halloween?) und im November beginnt das große „Reinemachen“, denn da wird das Badezimmer in einer Gemeinschaftsaktion gesäubert. Vielleicht auch die Nachwirkungen von der Party, wer weiß? Im Dezember wird es dann ein wenig weihnachtlich und wir entdecken Kinder mit Laternen, aber auch der erste Tannenbaum wird schon auf der Straße nach Hause getragen.

 

Im November wird erst einmal alles gesäubert, bevor die Vorweihnachtszeit beginnt. © Jaja Verlag

Fazit

Ich hab mich gerne auf dieses Experiment eingelassen und versucht, die Rezension so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Letztendlich gibt es ja Kalender wie Sand am Meer, das ist dann in der Auswahl auch immer ein wenig Geschmackssache, wie euch die Illustrationen gefallen. Ich habe mich dazu entschieden und unterstütze mit diesem Text ein wenig einen kleinen deutschen Verlag aus Berlin. Wenn ihr große farbige Kalender mit tollen fotografischen Motiven lieber mögt, ist das ja völlig in Ordnung, aber es schadet auch nie, ein wenig über den Tellerrand zu schauen und die Vielfalt auch in dieser Sparte zu präsentieren. So banal es klingen mag, es ist halt ein Planer und Kalender für das Jahr 2020, fein gestaltet und illustriert von einer einzelnen Person und vielleicht trifft es ja euren Geschmack.

Newsbild: © Jaja Verlag

Der Jaja Planer 2020 illustriert von Annette Köhn ist erschienen im Jaja Verlag – ISBN: 978-3-946642-66-4

Jetzt den Jaja Planer 2020 beim Jaja Verlag kaufen! oder auch im lokalen Buchhandel.

Geschichten aus dem Hellboy-Universum VIII – Unsere Comic-Rezension

Geschichten aus dem Hellboy-Universum VIII – Unsere Comic-Rezension

Mit den dicken Bänden aus der Reihe „Geschichten aus dem Hellboy-Universum“ sammelt der deutsche Cross Cult-Verlag immer einige der amerikanischen Veröffentlichungen im Hardcover-Format. Dabei geht man generell chronologisch vor, umfasst aber nicht nur eine der vielen Hellboy-Ableger-Reihen, sondern veröffentlicht gleich mehrere dieser Spin-off-Serien in diesen Bänden. So fanden sich in den letzten „Ziegelsteinen“ (wie die Bücher liebevoll genannt werden) die Fortführungen der Reihen B.U.A.P. – Hölle auf Erden, Abe Sapien, Witchfinder, sowie Sledgehammer 44 oder auch Lobster Johnson. Speziell in diesem aktuellen Band liegen nun Abe Sapien: Heilige Orte, B.U.A.P. – Hölle auf Erden: Die Teufelsflügel, Witchfinder: Die Rätsel von Unland sowie Abe Sapien: Eine große Finsternis erstmals in deutscher Übersetzung vor. Wie gehabt sind die Bände auf 1.111 Exemplare limitiert, es heißt also schnell zuschlagen, bevor die Chance vertan ist.

Für Neueinsteiger sind die Geschichten in diesem Band nur schwer zu verstehen, bilden sie doch allesamt Fortführungen von den Ereignissen aus vorherigen Veröffentlichungen der entsprechenden Reihen. Zum Abschluss gebracht wird ebenfalls keine der vorliegenden Reihen, da werden in Zukunft (hoffentlich) noch mindestens 3 Veröffentlichungen von Cross Cult folgen, wobei bei der Behörde zur Untersuchung und Abwehr Paranormaler Erscheinungen bereits ein weiterer Zyklus auf Englisch veröffentlicht wurde. Genug Geplänkel, steigen wir mal ein:

 

Sowohl unter als auch über Wasser sind die Kräfte von Abe Sapien gefragt. © Cross Cult

 

Die ersten knapp 140 Seiten des Omnibus-gleichen Werkes widmen sich zunächst der weiteren Reise von Abe Sapien, der von den Erinnerungen an all die Tode, die er gesehen und verursacht hat, heimgesucht wird. Dies veranlasst ihn an den Ort zurückzukehren, an dem seine letzte Verwandlung begann. Auf dieser Suche dringt er unabsichtlich in einen „Garten Eden“ ein und befreit eine gefesselte Frau namens Grace aus einer einsamen Hütte. Auf den ersten Seiten dieser Episode namens „Der Garten“ wird die Geschichte aus Sicht eines jungen Mannes erzählt, der Grace in seiner Hütte gefangen hält. In seinem Wahn sieht er Abe als die Schlange an, die seinen Garten Eden erobern und ihn verführen will. Es kommt zu einer Auseinandersetzung aus der Abe Sapien erfolgreich, jedoch verletzt, hervorgeht. Dies alles geschieht komplett ohne Dialoge und durchgängig mit 3 gleichgroßen Panels pro Seite, wir lernen die Vorgeschichte dieses namenlosen Mannes kennen und wir sehen in Rückblenden auch wie Grace zu diesem Mann kam, mit dem sie vorher keine Verbindung hatte.

Diese ersten knapp 25 Seiten sind mit das Beste, was in diesem Hardcover-Band zu finden ist. Lediglich die Kurzepisode namens „Plage“ aus dem B.U.A.P.-Band sticht für mich ebenso aus der ersten Hälfte des Buches hervor. Im weiteren Verlauf von Abes „Odyssee“ nimmt er Grace mit und sie stoßen auf weitere Überlebende in der Hütte eines „Heilers“, später schließen sie sich dann einer Gruppe an, die einem Totenkult huldigt. Es werden neue Charaktere eingeführt, Grace und Abe schreien sich an, machen sich gegenseitig Vorwürfe und nebenbei schlachtet Abe ein paar Monster ab, die derzeit nun aufgrund seines Verhaltens in der Vergangenheit auf der Erde wandeln. Abe kehrt auch an den Ort zurück, an dem er von Fenix erschossen wurde, und trifft dort auf zwei Kulte, von denen einer zu Abe betet. Durch die Transformation von Abe sehen sie ihn als Teil der großen Monsterinvasion an, da er sich optisch diesen Kreaturen angenähert hat.

Zum Teil kommt im zweiten Abe Sapien-Band „Eine große Finsternis“, der im hinteren Teil des Buches zu finden ist, ein wenig „Hellboy-Feeling“ auf, ohne jedoch den roten Teufel in der Geschichte vorzufinden. Generell muss ich aber sagen, dass mir Abes Geschichte so gar nicht gefällt, mir sind auch die Charaktere, denen er im Lauf seines Road Trips begegnet, herzlich egal. Zwischendurch kommt ein wenig Walking Dead-Gefühl auf, weil die Gruppe sich immer wieder Angriffen ausgesetzt sieht und sich auch kleinere Gruppierungen und Interessensgemeinschaften bilden. Alles in allem sehe ich bei Abe keine große Weiterentwicklung in seiner Geschichte. Im Gegenteil: Es kommt mir eher so vor, als dass diese ganzen Nebenepisoden nur eingesponnen wurden, um die Reihe in die Länge zu ziehen oder sie irgendwann mit der B.U.A.P.-Reihe wieder zusammenzuführen?

 

Kaiju-ähnliche Kreaturen wandeln durch die Gegend und verwüsten alles. Wahrlich die Hölle auf Erden. © Cross Cult

 

Die Mitglieder der B.U.A.P. sehen sich ähnlichen Gefahren gegenüber, betrifft die Hölle auf Erden doch auch sie, schließlich fallen an allen Ecken und Enden neue Monster auf die Erdoberfläche ein. Doch auch in der Behörde ist man nicht sicher vor Gefahren und so wird Kate von einer bösen Macht übernommen, die sie wirre Dinge tun lässt. Parallel dazu stößt Professor O´Donnell im Archiv auf eine Akte und wir durchleben gemeinsam mit ihm eine Episode aus der Vergangenheit. Dies betrifft natürlich auch die aktuellen Begebenheiten mit Kate und alles kommt wieder zu einem guten Ende. Parallel dazu muss sich Johann Kraus in Japan mit gigantischen Monstern aus einer anderen Dimension herumschlagen, die sich in Kaiju (Monsterfilm)-Manier gegenseitig das Fressbrett polieren. Diese Episode ist recht unterhaltsam, weil es dort ein wenig Monsteraction gibt. Dort vor Ort befindet sich auch ein Portal zu einer Paralleldimension, welches von einem Professor, dessen Verstand sich auf der anderen Seite dieses Portales befindet, gesteuert wird. Dieser Professor scheint ein Bindeglied zwischen den Dimensionen zu sein, zeichnete er doch seit Jahren immer und immer wieder eines der Monster, was schlussendlich dann auch aus der anderen Dimension auf die Erde gelangt. Wieder einmal sind die Protagonisten, in diesem Fall Johann und einige andere Agenten, nur Statisten und können nicht wirklich etwas ausrichten. Diese Prämisse zieht sich leider durch das gesamte Buch, doch dazu später mehr.

Ein Lichtblick ist dann die kurze Episode namens „Plage“, in der sich Johann, Liz und einige andere B.U.A.P.-Agenten sich vor Ort in Santa Fe befinden und den dortigen Höllenbewuchs auf der Erdoberfläche begutachten. Protagonist dieser kurzen Episode ist ein Mann namens Aaron, der in einem Café arbeitet und sich schon seit Wochen mit einem toten Monster in der Nähe seiner Stadt klarkommen muss. Gemeinsam mit den verbliebenen Anwohnern versuchen sie das Beste aus der Situation zu machen und versuchen die Pilz-ähnlichen Gebilde zu vermeiden, die einigen anderen Menschen schon das Leben gekostet haben. Auch wenn die Episode nicht gut ausgeht, hatte ich hier endlich mal wieder das Gefühl eine Kurzgeschichte im Stile von Mike Mignola zu lesen.

 

Hellboy hat in diesem Band wirklich nur einen kleinen Auftritt. © Cross Cult

 

Abgeschlossen wird der Geschichtsband mit dem „Rätsel von Unland“ und dem Hexenjäger Sir Edward Grey in einem neuen Buch der Reihe Witchfinder. Sir Edward wird in einen Ort beordert, an dem ein Mord stattgefunden haben soll. Es geht um eine Fabrik, in der ein neues Wundermittel hergestellt wird, das für viele Krankheiten gleichzeitig eingesetzt werden kann. Ein Saft, der den Besitzern der Fabrik Wohlstand und segensreiche Zeiten entgegenblicken lässt, doch irgendetwas stimmt nicht. Vor Ort macht Sir Edward Grey schnell Bekanntschaft mit den redlichen Bürgern und dem Polizeichef, der vermeintlich alles im Griff zu haben scheint. Doch was haben die Sümpfe aus dem Unland mit den Morden zu tun, es werden nämlich immer mehr Leichen gefunden und Grey begegnet nicht nur einmal auch schauerlichen Kreaturen.

Das Rätsel von Unland konnte mich ein wenig für die anderen Geschichten entschädigen, ich mag den Hexenjäger irgendwie. Gekonnt inszenieren Kim Newman und Maura McHugh eine Kriminalgeschichte im besten Sinne von Mike Mignola. Die Zeichnungen von Tyler Crook unterstützen das Szenario und so sinkt man direkt auf den ersten Seiten in das Geschehen ein und fragt sich, wer hinter den Morden stecken könnte. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass es hier natürlich nicht im klassischen Krimi-Genre zugeht, schließlich handelt es sich immer noch um eine Geschichte im Mignola-Verse. Abgerundet wird der Abstecher zum Witchfinder Sir Edward Grey mit einer kleinen Bonus-Geschichte im Anschluss, bei der sich ein Affe ein Relikt schnappt und damit vor dem Hexenjäger fliehen kann.

Zum Abschluss möchte ich noch einmal einen Gedanken von weiter oben im Text aufgreifen. Sämtliche hier gesammelten Geschichten führen bestehende Reihen aus dem Universum von Mike Mignola fort. Stets finden wir mehr oder weniger bekannte Protagonisten in den Erzählungen vor, seien es die Agenten rund um die Behörde, Abe Sapien oder Sir Edward Grey. Der Leser sollte also auf jeden Fall die vorherigen Bücher der Geschichten aus dem Hellboy-Universum gelesen haben oder zumindest den Inhalt kennen.

 

Ein Cover von Mike Mignola zur Witchfinder-Geschichte. © Cross Cult

Fazit

Durch die fortlaufenden Geschichten stehen die meisten der hier gesammelten Geschichten nicht allein, sie beginnen nicht hier und sie enden nicht hier. Aus diesem Grund ist es schwer, Neulesern dieses Buch zu empfehlen, weil ihnen der Hintergrund zum entwickelten Universum und den Figuren fehlt. Erschwerend kommt meines Erachtens noch hinzu, dass auch Kenner der Materie in diesen hier gesammelten Geschichten ständig mit dem Versagen der Protagonisten konfrontiert werden. Was sollen die Agenten der Behörde auch gegen die Hölle auf Erden ausrichten? Abe Sapien kann auch nicht alle Monster in seiner unmittelbaren Umgebung töten. Einzig Sir Edward Grey kann sich in seiner Erzählung ein wenig behaupten. Es ist ermüdend und gleichzeitig auch erschreckend, dass es den Autoren nicht gelungen ist, innerhalb der knapp 600 Seiten aus unterschiedlichen Serien auch nur einen Hoffnungsschimmer den Protagonisten zuzugestehen. Alle Bedrohungen innerhalb der Geschichten werden entweder nicht beseitigt (weil sie im weiteren Verlauf noch gebraucht werden?) und stellen auch so große Herausforderungen für die Protagonisten dar, dass sie nur scheitern können. Wenn denn dann mal ein Monster erledigt wird, dann durch eine andere aufkommende Kreatur. Das stellt zwar zum einen eine große Hoffnungslosigkeit für die betroffenen Charaktere dar, aber zum anderen liest sich das nicht schön, wenn man am Ende eigentlich dort steht, wo man zu Beginn der Erzählung auch stand, lediglich mit einigen Leichen mehr. Da stellt sich mir die Frage nach dem Umfang der Geschichtszyklen der einzelnen Reihen, weniger ist manchmal mehr.

Zu alldem kann der Cross Cult-Verlag natürlich nichts, schließlich ist es nun mal das vorliegende Material aus den Staaten. Der aktuelle Geschichtsband steht in Sachen Umfang, sorgfältiger Übersetzung und imposanter Hardcover-Buch-Optik den anderen Bänden in nichts nach. Wenn ihr Hellboy-Fan seid, dann ist es sowieso ein Pflichtkauf, wenn ihr in die Welt von Hellboy einsteigen wollt, dann ist der vorliegende Band ein denkbar schlechter Zeitpunkt. Schnappt euch dann entweder den ersten Band des Hellboy Kompendiums (ISBN: 978-3864259852, unten im Text verlinkt) oder ihr steigt bei den Geschichten aus dem Hellboy-Universum: B.U.A.P.: Froschplage 1 ein (ISBN: 978-3959818995, unten ebenfalls verlinkt). Dies sind zwei gute Startpunkte, um in die Welt von Hellboy und Co. einzutauchen, doch muss ich euch warnen. Solltet ihr dann an den Geschichten Gefallen finden, landet ihr schnell, ca. 12 Hardcover-Bände später ;-), auch wieder beim aktuell vorliegenden Band, der auf 1.111 Exemplare limitiert ist. Also kauft euch am besten einen Einsteigerband und dieses Buch, dann legt ihr das aktuelle beiseite und macht es euch mit einem Getränk eurer Wahl mit dem Einsteigerbuch gemütlich.

Newsbild: © Cross Cult

Geschichten aus dem Hellboy-Universum VIII ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3-95981-999-2

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Wenn ihr bei Hellboy zu Beginn einsteigen wollt, empfehle ich euch das Hellboy Kompendium 1 erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3864259852

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B.U.A.P. Die Froschplage Band 1 ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3959818995

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Adventure Huhn – Unsere Comic-Rezension

Adventure Huhn – Unsere Comic-Rezension

Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Adventure Huhn ist viel zu kurz, sehr unterhaltsam und König Stocki verhält sich am Ende der Geschichte extrem dämlich. Soweit die Aussagen meines 10-jährigen Sohnes, der sich das Buch bereits geschnappt hatte, bevor ich in das Rezensionsexemplar überhaupt reinlesen konnte. Gut, nun war ich ja gewarnt, aber eigentlich auch voller Vorfreude, denn in der Regel interessiert sich mein Sohn nicht für die Comics, die ich hier auf playto rezensiere. Dies liegt entweder daran, dass sie meist nicht in Entenhausen spielen oder aber einfach nicht auf sein Alter zugeschnitten sind. Da wir aber selbst Hühner halten und das Cover zugegeben schon neugierig macht, ließ er es sich nehmen und las das Buch innerhalb einer halben Stunde durch.

 

Für eine Raupe ist ein Huhn ein willkommenes Gefährt. © avant-verlag

 

Wir steigen auch direkt mit einem Drama in die Geschichte ein. Da liegt die Raupe Susan ganz gemütlich in ihrem Kokon, um sich zu verpuppen, da wird ihr Kokon vom Huhn mit einem Schwert abgeworfen und zerschellt am Boden. Nun war es das mit der Verpuppung zum Schmetterling erstmal, was Susan natürlich richtig sauer macht. Doch das Adventure Huhn heißt ja nicht umsonst so und schlägt gleich vor sich auf den Weg zu machen und neue Seide für den Kokon zu suchen. Also machen sie sich auf zum Feuerberg, denn da gibt es Sternschuppen … aber auch Drachen, weswegen sie es sich doch anders überlegen. Vielleicht doch im Froschbach? Widerwillig lässt sich Susan auf das Abenteuer mit Huhn ein und so machen sich beide auf den Weg neue Seide für den Kokon zu suchen.

 

Huhn meint es eigentlich nur gut mit Raupe Susan. © avant-verlag

 

Unterwegs treffen sie auf eine Prinzessin, allerlei Monster, die ihnen ans Gefieder wollen, und auch auf den neuen König. Adventure Huhn ist dabei so abgefahren und fantasievoll, wie man es von einem Buch mit diesem Titel erwarten darf. Ich erwartete ein Fantasy-Setting in bester Rollenspiel-Manier und bekam genau dies, inklusive sich in ein Schloss schleichen, einer Krönung beizuwohnen und einer Trauung zwischen einem Stück Holz und einer Prinzessin, Entschuldigung, Königin. Die Rollen sind dabei herrlich verteilt: Susan gibt sich relativ schnell genervt und sieht nur das große gemeinsame Ziel vor Augen. Huhn lässt sich gerne und häufig ablenken und scheint immer nur von einem Moment bis zum nächsten zu denken. Dabei meint es das Huhn nicht böse, im Gegenteil, Adventure Huhn hat ein großes Herz, denn es bietet allen seine Hilfe an, egal was es kostet. Gelegentlich wird es dann auch mal ausgenutzt, was es nicht immer sofort schnallt, aber im Zusammenspiel mit Susan sehr schön zur Geltung kommt. Ob und wie das Abenteuer ausgeht, soll hier natürlich nicht verraten werden, aber es sei gesagt, dass beide Protagonisten zum Ziel kommen, wenn auch anders als ursprünglich gedacht.

 

Welche Abenteuer mögen wohl vor diesem ungleichen Paar liegen? © avant-verlag

Fazit

Franziska Ruflair ist mit Adventure Huhn ein tolles Debüt gelungen, das mit einer überraschenden kleinen Geschichte, skurrilen Charakteren und witzigen Dialogen punktet. Vor allem die beiden Protagonisten Susan und Huhn ergänzen sich in ihren Eigenschaften und bilden zusammen ein tolles Team, auch wenn die Raupe das sicher anders auslegen würde. Huhn ist einfach furchtbar hilfsbereit und verliert sich dann auch im Hilfe geben, wenn es nach und nach immer mehr Leuten helfen möchte. Dabei bleiben es und andere schon mal auf der Strecke, wobei Huhn es dann mit Charme wieder gelingt alles gerade zu biegen. Optisch präsentiert uns Ruflair eine bunt gestaltete, fantasievolle Welt, in der jede Menge einfältige Geschöpfe zu Hause zu sein scheinen, einige davon allerdings auch mit bösen Absichten. Der Zeichenstil ist speziell und oftmals einfach gehalten, dabei in manchen Panels aufgrund von schrägen Perspektiven nicht immer optimal gestaltet. Dabei ist dieser Stil aber so gewählt, andere Arbeiten von Ruflair auf ihrer Homepage zeigen ein viel größeres Spektrum ihres Könnens. Adventure Huhn fällt dabei aus der Reihe, aber irgendwie passt das auch zu diesem Huhn mit Schwert. Neue Abenteuer sind gern gesehen, es wurde uns sogar ein Drache in Aussicht gestellt …

Newsbild: © avant-verlag


Adventure Huhn ist erschienen im avant-verlag – 192 Seiten , vierfarbig , Softcover
ISBN: 978-3-96445-017-3

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Die Saga der Zwerge Band 2: Ordo von der Talion – Unsere Comic-Rezension

Die Saga der Zwerge Band 2: Ordo von der Talion – Unsere Comic-Rezension

Beim Bielefelder Splitter-Verlag finden amerikanische Independent-Comics und Graphic Novels genauso ein Zuhause wie vor allem auch aktuelle franko-belgische Vertreter. Ähnlich wie bei den „Elfen“ handelt es sich bei „Die Saga der Zwerge“ um eine Konzeptserie, die aus mehreren Einzelbänden besteht. Diese hängen inhaltlich nicht miteinander zusammen, handeln aber, wie der Name schon suggeriert, alle von unterschiedlichen Charakteren aus dem Volk der Zwerge. Jeder Band behandelt ein einzelnes Schicksal und präsentiert uns einen oder mehrere Aspekte aus dem Leben der Zwerge, wie sie teilweise aus einschlägigen Fantasy-Geschichten bekannt sind. Was bei den Elfen mit wechselnden Autoren schon hervorragend und erfolgreich funktionierte, wurde nun auf das Volk der Zwerge übertragen.

Wo mir Band 1 der Saga mit dem Titel „Redwin von der Schmiede“ noch nicht zugesagt hat, konnte ich mich mit der Geschichte rund um Ordo eher anfreunden. Da die Geschichten, wie bereits oben vermerkt, nicht zusammenhängen, kann der Leser mit jedem beliebigen Band einsteigen und dennoch ungetrübt und ohne Vorkenntnis den Inhalten folgen.

 

Ordo muss sich in seiner Kindheit und Jugend fast allein durchschlagen. © Splitter Verlag

 

Wer kennt das nicht? Als Zwergenkind ist dein Schicksal vorherbestimmt, wenn du wie Ordo am sechsten Tag des sechsten Mondes geboren wurdest und das sechste Kind von Geschwistern des Ordens der Talion bist. Das ist die ersten Jahre nicht weiter schlimm, doch dann, ihr ahnt es schon, nimmt das Unglück seinen Lauf. Ordo wird von seiner Familie weggenommen und erhält zukünftig eine Ausbildung von einem Ordensmeister der schwarzen Loge. Dieser bildet ihn wider Willen zu einem Assassinen aus und macht ihn zum Wohle des Ordens gefügig. Doch 30 Jahre später ist Ordo selbst ein Meister des Schattens geworden, verbündet sich jedoch mit einer alten Freundin, um gemeinsam mit ihr und einem Drachenreiter in die Festung Draz des Talion Ordens zu gelangen. In dieser Festung soll ein unermesslicher Schatz beheimatet sein, der die Machenschaften des geheimen Ordens gehörig zum Wanken bringen soll.

Entgegen der Geschichte von Redwin von der Schmiede gefällt mir das Abenteuer von Ordo in diesem Band schon mehr. Nicolas Jarry arbeitet die Geschichte rund um den Assassinen und seine Mission klarer aus und hält sich nicht mit den brutalen Schlachten auf, die Redwin noch so zahlreich schlagen musste. Sicherlich geht es auch bei Ordo nicht zimperlich zu, aber das ist nun mal ein Charakteristikum der Zwergen-Saga, schließlich ist so ein Zwergenleben auch kein Zuckerschlecken. Jarry und Zeichner Stéphane Créty halten sich nicht allzu lange mit der Vorgeschichte auf, sondern stellen im zweiten Teil des Buches die „Heist“-Geschichte in den Vordergrund. So bleibt es spannend mit anzusehen, wie die drei Zwerge in die Festung eindringen wollen und ob es ihnen letztendlich gelingt. Dabei bringen Jarry und Créty zum Abschluss des Bandes noch einen kleinen Twist mit hinein, denn der Schatz stellt sich als anders heraus, als es der Leser zunächst erwarten würde.

 

Schon das Cover macht unmissverständlich klar, mit Ordo ist nicht zu spaßen. © Splitter Verlag

Fazit

Hey, es gibt Drachen in diesem Buch zu sehen! Allein das macht die Lektüre schon lohnenswert, immerhin stehen Drachen und Zwerge nicht immer auf derselben Seite, wohl weil ihnen dieselben kostbaren Dinge sehr am Herzen liegen. Nun gut, genug Klischeebilder bemüht, Ordo von der Talion schafft es abseits dessen auch gut zu unterhalten. Es wird gemeuchelt, gebumst, sich hintergangen, auf Drachen geritten und jede Menge Action dargestellt. Dabei fängt Stéphane Créty die Geschichte zu jeder Zeit passend mit seinen Zeichnungen ein, die im großen Albumformat von Splitter sehr schön zur Geltung kommen. Passende Perspektiven, wenn Ordo aus dem Fenster eines Gebäudes springt oder sie sich auf den hohen Mauern der Festung befinden, als Leser ist man immer nah genug am Geschehen dran, um mitzufiebern. Alle Figuren lassen sich gut unterscheiden und auch die Drachen sind imposant in Szene gesetzt, auch wenn sie für die Geschichte nur eine Nebenrolle spielen. Hier punktet das Medium natürlich immens, wenn man sich als Zeichner in diesem fantastischen Bereich austoben kann, ohne gleich mit einem CGI-Gewitter wie aus Film und TV bekannt, daherzukommen. Für mich passt hier alles zusammen.

Newsbild: © Splitter Verlag

 

Die Saga der Zwerge Band 2: Ordo von der Talion ist erschienen bei Splitter ISBN: 978-3-95839-245-8

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Drifter Band 2: Die Wache – Unsere Comic-Rezension

Drifter Band 2: Die Wache – Unsere Comic-Rezension

Die Menschheit scheint sich in Drifter von Autor Ivan Brandon und Zeichner Nic Klein im gesamten Universum ausgebreitet zu haben, zumindest findet sich auch auf dem Planeten Ouro menschliches Leben. Ouro ist durch eine karge Wüstenlandschaft gekennzeichnet und eher eine Bleibe für gestrandete Existenzen und Überbleibsel der Zivilisation. Auf diesen Planeten stürzt der Pilot Abram Pollux mit einer Bruchlandung ab. Kurz nach der Bruchlandung verliert er das Bewusstsein. Nach drei Tagen wacht er wieder auf, versorgt wurde er von der Ärztin Lee Carter, die ihm auch ein wenig mehr über den Planeten und dessen Bewohner verrät. Doch sind wirklich nur 3 Tage vergangen? Warum sieht das Raumschiff von Pollux dann aus, als läge es schon seit Jahren an der Absturzstelle? Was hat es mit den anderen Bewohnern auf Ouro, den Wheelern, auf sich?

Im Verlauf des ersten Bandes lernen wir noch weitere gestrandete menschliche Persönlichkeiten kennen, aber auch eine ominöse Schattengestalt im Dunkeln, die immer mal wieder zu den menschlichen Wesen auf Ouro Kontakt aufnimmt und mit den Wheelern in Zusammenhang zu stehen scheint. Vielleicht einer ihrer Anführer? Fakt ist, dass sich tief unter der Planetenoberfläche eine Energiequelle befindet, die für die Bewohner und die hier gestrandeten Seelen eine enorme Anziehungskraft besitzt. Für die menschliche Seite bedeutet diese Energiequelle auch das Überleben, speist diese auch das kleine Dorf, in dem sich die menschlichen Bewohner irgendwie am Leben halten. Dabei sind Konflikte natürlich vorprogrammiert, scheinen doch nicht alle Bewohner nur Gutes im Schilde zu führen.

Welche Absichten verfolgt die Gestalt im Dunkeln? © Cross Cult

 

In Band 1 kommt es auch zu einem solchen Zwischenfall zwischen Wheelern und Menschen, der nicht ohne Verluste bleibt. Weiterhin treibt ein zwielichtiger Prediger sein Unwesen in der Siedlung, der anscheinend auch über Leichen geht. Was dahinter steckt, erfahren wir zunächst ebenfalls nicht. Dann wäre da noch der Mann, der unseren Protagonisten Abram Pollux direkt nach seiner Ankunft in den Rücken geschossen hat. Es wird nicht ganz klar, was dieser Emmerich genannte Mann für eine Rolle spielt, hält er sich doch meist außerhalb der Siedlung auf und führt ein Einsiedlerdasein.

Der zweite Band von Drifter erzählt die Geschichte nahtlos weiter, der Priester ist tot und wird von den Wheelern abgeholt und weggebracht. Zuvor hatte der „Vater“ den Hilfssheriff der Siedlung getötet und erfuhr nun dafür Vergeltung. Doch ein neuer Hilfssheriff wurde bereits von dem „Mann im Dunkeln“ eingesetzt, was nicht bei allen auf Zustimmung trifft. Doch die Ressourcen werden knapp und es werden Ersatzteile benötigt, um die Siedlung am Laufen zu halten. Diese Ersatzteile glauben die Menschen an einem weit entfernten Ort zu finden, jenseits dessen, was sie als sichere Umgebung kennengelernt haben. Also macht sich eine Expedition auf, diese „andere Seite“ zu erkunden und dort nach Ersatzteilen zu suchen. Dabei spielen die unterschiedlichen Charaktere innerhalb der Expeditionsgruppe natürlich auch eine Rolle, schließlich sind nicht alle Absichten immer offensichtlich und jeder ist auf sich allein gestellt.

 

Eine Reise ins Ungewisse? © Cross Cult

 

Drifter nimmt sich auch im zweiten Band gesellschaftliche Entwicklungen und Gruppendynamiken vor. Es ist nicht leicht die Geschehnisse in Drifter zu beschreiben, weswegen ich die Ereignisse zum einen nur angerissen habe und zum anderen sehr oberflächlich dabei geblieben bin. Das ist nicht unbedingt als negativ zu werten, jedoch wirft Drifter in den ersten beiden Büchern oftmals mehr Fragen auf, als beantwortet werden. Dies zieht sich auch im 3. Band größtenteils weiter durch, den ich privat schon gelesen habe, und wird anscheinend erst im Abschlussband aufgelöst. Das macht es für den Rezensenten schwierig zu beurteilen, wohin die Geschichte sich entwickelt, oder worauf bereits jetzt ein Augenmerk der Macher gelegt wurde, wenn man die Auflösung nicht kennt (Band 4 habe ich bisher nicht gelesen). Das eröffnet dabei allerdings auch die Frage nach Sinn und Zweck der Rezension eines Einzelbandes auf, schließlich kenne ich den Gesamtkontext noch nicht. Ich kann also nicht wirklich beurteilen, ob sich die Lektüre des Drifter-Gesamtwerkes insgesamt lohnt, Band 4 kann das Kartenhaus zum Einfallen bringen, oder auch die bisherigen Geschehnisse in ein völlig neues Licht stellen.

Dennoch kann ich versuchen zu beschreiben, was den geneigten Leser dieser Rezension erwartet und klarmachen, dass die Geschichte in der vorliegenden Form keinesfalls abgeschlossen ist, aber dennoch die beiden kommenden Bände schmackhaft macht. Ich bin generell ein optimistischer Mensch und glaube einfach mal dem Hörensagen, dass Drifter im Abschlussband erst in Gänze zur Geltung kommt. Aus diesem Grund möchte ich hier noch eine These meinerseits in den Raum stellen, die Leser des vollständigen Werkes vielleicht amüsieren wird (weil sie die Antwort kennen) und für Leser, die auf dem aktuellen Stand wie ich sind, eine Denkanregung darstellt, denn: Ich weiß es auch nicht besser.

Meine Vermutung ist, dass Emmerich und Pollux ein und dieselbe Person sind, lediglich in einer anderen Zeitebene oder Dimension.

 

Zwei Seiten einer Medaille? © Cross Cult

Fazit

Auch nach Abschluss des zweiten Bandes fühle ich mich als Leser weiter in die Welt von Drifter hineingezogen, kann aber nicht behaupten, den Kern der Geschichte bereits erfassen zu können. Von daher gilt mein Fazit zu Band 1 nahezu unverändert auch für Band 2. Der Leser wird zu einem großen Teil im Dunkeln gelassen, was es mit der Vergangenheit von Abram Pollux auf sich hat. Aber auch die Gegenwart auf Ouro lässt sich nicht immer präzise definieren, was wiederum an der gewählten Erzählweise von Drifter liegt. Autor Ivan Brandon erzählt die Ereignisse nicht chronologisch, sondern springt mittendrin immer mal in verschiedenen Zeitebenen umher. Hinzu kommen die gesellschaftlichen Abbildungen innerhalb der unterschiedlichen Gruppierungen, die eine gewisse Eigendynamik erhalten, aber ohne großen Kontext wiederum schwer zu fassen sind. Auf gut Deutsch, Band 2 von Drifter lässt mich weiter zappeln, gibt mir aber zu wenig an die Hand, als dass ich auf jeden Fall dranbleiben müsste. Vielleicht wurde hier auch schon etwas angedeutet, was sich dann im Abschlussband als großer Aha-Moment herauskristallisiert, dann hab ich das bisher nicht mitbekommen. Das gilt es dann aber auch zu kritisieren, denn ein Leser bleibt nicht immer so lange bei der Stange und besitzt nicht unbedingt den Willen wie ich, der sich mit dem Medium intensiver auseinandersetzen möchte. Gelegenheitslesern, die von der tollen visuellen Präsentation von Nic Klein angezogen wurden, kann ich beim besten Willen bis zum Ende des zweiten Bandes keine Empfehlung aussprechen. Leser, die der neunten Kunst so oder so verfallen sind, sollten sich Drifter dennoch ansehen und reinlesen, sie wissen ja nun was sie erwartet, wobei ich vom tatsächlichen Geschehen so gut wie gar nichts verraten habe.

Newsbild: © Cross Cult

 

Drifter Band 2: Die Wache ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3-864256-88-2

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Deadly Class Band 2: Kinder ohne Heimat – Unsere Comic-Rezension

Deadly Class Band 2: Kinder ohne Heimat – Unsere Comic-Rezension

Deadly Class von Rick Remender ist in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angesiedelt und spielt in den Vereinigten Staaten von Amerika. Im ersten Buch wird die Prämisse der Geschichte vorgestellt, die ich in meiner Rezension zum ersten Buch angerissen habe. Wer diese nicht lesen möchte – nur kurz: In Deadly Class werden Kinder und Jugendliche zu gefährlichen Assassinen ausgebildet. Marcus Lopez ist ein solcher Anwärter, er hat seine Eltern verloren und macht den amtierenden Präsidenten Ronald Reagan für seinen Verlust verantwortlich. Weil Reagan den psychiatrischen Heilanstalten der USA den Geldfluss abdrehte, wurden Hunderte psychisch kranke Menschen auf die Straßen entlassen, unter anderem die Frau, die aufgrund ihrer Schizophrenie stark selbstmordgefährdet war und sich von einer Brücke stürzte. Sie fiel auf die Eltern von Marcus, die beide sofort tot waren und ihn als Waisen zurückließen.

Das Leben meint es nicht gut mit Marcus und er flieht des Öfteren aus dem Waisenhaus. Die genauen Hintergründe werden im ersten Buch noch nicht erläutert. Er schlägt sich so durch, wird aber auch von der Polizei gesucht, einige Mitglieder der Akademie der tödlichen Künste kommen den Gesetzeshütern aber zuvor und schnappen sich Marcus. Zunächst findet sich Marcus in der Akademie nicht zurecht, merkt allerdings schnell, dass die anderen Mitglieder ähnliche Schicksale wie er mitbringen. Es braucht nicht erwähnt zu werden, dass das nicht gut ausgehen kann und so kommt es gegen Ende des ersten Bandes zu einem ersten tödlichen Konflikt innerhalb der Gruppe.

 

Eine kurze Szene aus dem Alltagsleben in der Akademie. © Cross Cult

 

Deadly Class macht im zweiten Buch dort weiter, wo der erste Band aufhörte. Ein paar Monate sind seit den Ereignissen, die zum Tod eines Mitglieds der Gruppe führten, vergangen und wir werden in ein paar Panels auf den neuesten Stand gebracht. Marcus und Maria sind immer noch ein Paar, irgendwie. Maria scheint unter Depressionen zu leiden und nimmt sich den Verlust sehr zu Herzen. Marcus hat einen Job in einem lokalen Comic-Laden angenommen und verdient sich ein wenig Geld dazu. Ein anderes Mädchen namens Saya findet ebenfalls Gefallen an Marcus und verkompliziert die Beziehung zwischen ihm und Maria, erst recht als diese die Annäherungen von Saya bemerkt. Doch Marcus offenbart sich und seine Vergangenheit an Saya (und den Leser), indem er ihr sein Tagebuch gibt und sie die entsprechenden Eintragungen lesen lässt. Dadurch erfährt der Leser auch mehr über die letzten Tage von Marcus im Waisenhaus und dass er für den Niedergang dieses Waisenhauses verantwortlich ist. Dies erklärt auch die polizeiliche Suche im ersten Band und warum sich Marcus vor ihnen verstecken muss.

Die Konflikte innerhalb der Gruppe nehmen zu, aber auch außerhalb dieser Konflikte suchen sich die Mitglieder neue Herausforderungen und haben es auf eine andere Gruppe abgesehen, die sie für den Verlust von Chico verantwortlich machen. Es kommt zum Showdown beim Sturm auf das Hauptquartier der anderen Gruppierung und letztendlich zu der einen oder anderen Offenbarung, mit der weder die Protagonisten noch der Leser gerechnet haben.

 

Drogen spielen in Deadly Class immer eine Rolle. © Cross Cult

 

Bereits im ersten Band machten Autor Rick Remender und Zeichner Wes Craig klar, dass es sich hierbei um einen Comic für erwachsene Leser handelt, wurden doch gnadenlos Drogen konsumiert und explizite Gewaltdarstellungen eingebaut. Dies wird im vorliegenden Band mit dem Untertitel „Kinder ohne Heimat“ ungebrochen weitergeführt und ist in manchen Szenen schon starker Tobak. Allzu oft hatte ich den Eindruck, die Inszenierung legt es auf diese expliziten Darstellungen an und alle paar Seiten muss der Leser entweder mit einem Gewaltausbruch oder einer Drogenerfahrung daran erinnert werden, dass wir es hier mit einem Comic zu tun haben, der „edgy“ rüberkommt. Wer den Film Trainspotting gesehen hat, wird wissen, welche Szene ich im Speziellen meine.

Um das mal in ein Bild zu rücken, mir sind die expliziten Darstellungen innerhalb der bisherigen beiden Bücher zu viel. Nicht dass ich da zimperlich wäre, im Gegenteil, ich hab schon immer ein Faible für absurde Entwicklungen und schrecke auch vor expliziten Darstellungen in Comics oder Filmen nicht zurück. Mit meinen über 40 Lenzen ist mir ein explizit dargestellter Gewaltausbruch oder die Darstellung von Drogenkonsum und deren Auswirkung aber mittlerweile der Kontext wichtiger als noch vor 10 bis 20 Jahren. Hatte ich damals auch Spaß an Splatterfilmen, deren Prämisse es ist, den Zuschauern möglichst viel Blut und Gedärme zu präsentieren, sehe ich dies heute ein wenig anders. Es reicht mir nicht mehr nur die Splatterszenen zu schauen, wenn es im Kontext der Geschichte keinen Sinn ergibt. Ich liebe zum Beispiel aber „The Goon“ von Eric Powell, der auch nicht vor expliziten Geschehnissen Halt macht, das Ganze allerdings eher in ein fantastisches Setting packt.

 

Erste Beziehungen werden auf die Probe gestellt. © Cross Cult

 

Deadly Class ist dabei immer hart an der Grenze. Die Darstellungen passen natürlich zum Setting und auch innerhalb der Geschichte finden sie ihre Berechtigung, ich kann mich des Eindrucks aber nicht verwehren, dass sie nur zum Schock eingebaut wurden.

Meines Erachtens hat es Deadly Class nämlich eigentlich gar nicht nötig, da die Charaktere spannend genug sind und die Hintergrundgeschichte auch so fesseln kann. Auch wenn die ursprüngliche Prämisse mit der Akademie der tödlichen Künste im zweiten Band noch mehr in den Hintergrund rückt, sind abermals die Charaktere und das Setting gepaart mit der visuellen Gestaltung die Kernelemente der Erzählung. Ich habe nicht den Eindruck, dass wir in den Folgebänden mal endlich tatsächlich auf eine Mission mitgenommen werden, so wie ich es mir vor der Lektüre des ersten Bandes vorgestellt hatte. Aber vielleicht war das auch nur meine Fantasie, die sich dort ausgemalt hatte, wovon ein Comic mit jungen ausgebildeten Assassinen handeln könnte.

 

Die Cover der Reihe sind in einem ähnlichem Schema gehalten und sind ansprechend gestaltet. © Cross Cult

Fazit

Remender und Craig nehmen auch im zweiten Band von Deadly Class kein Blatt vor den Mund. Die Atmosphäre aus dem ersten Band findet hier eine nahtlose Fortsetzung, optisch und erzählerisch ist das kohärent. Das Augenmerk liegt bei Remender aber mehr auf der charakterlichen Weiterentwicklung, als auf den Abenteuern der Jungassassinen innerhalb ihrer Ausbildung. Das sollte man sich klarmachen, ich als Leser hätte es aber durchaus interessant gefunden, die 80er Jahre zu erkunden, in denen ein Präsident der USA durch einen jugendlichen Assassinen ermordet wurde. Aber das liegt wohl eher an meiner Vorliebe für alternative Realitäten, die für das Medium Comic meines Erachtens wie geschaffen sind. Stattdessen werden wir Leser mehr in die „Coming of Age-Storyline“ von Marcus und seinen Mitstreitern gezogen, mit der ich mich aufgrund meines Alters weniger identifizieren kann, insbesondere wenn es Autor und Zeichner darauf anlegen, mich ja nicht vergessen zu lassen, dass Sex und Drogen in dem Alter eine gewichtige Rolle spielen. Ja, das tun sie durchaus, aber die Gefahr ist in meinen Augen auch gegeben, dass Deadly Class in die Oberflächlichkeit abrutscht und sich auf der Darstellung von Drogen- und Gewaltexzessen ausruht. Das wäre mir dann zu wenig und nach dem derzeitigen Stand würde ich die Reihe nicht weiterlesen. Wer sich von den oben beschriebenen Szenen nicht abschrecken lassen möchte, kann trotzdem gerne zu Deadly Class greifen, handwerklich ist der Comic ohne Wenn und Aber gut gemacht. Die Charakterentwicklung wird von Remender gut ausgearbeitet und das Artwork passt wie die Faust aufs 80er Jahre-Auge.

 

Deadly Class Band 2: Kinder ohne Heimat ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3-959812-08-5

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