Deadly Class Band 3: Die Schlangengrube – Unsere Comic-Rezension

Deadly Class Band 3: Die Schlangengrube – Unsere Comic-Rezension

Dort wo wir im letzten Band namens „Kinder ohne Heimat“ als Leser zurückgelassen wurden, finden wir uns in der „Schlangengrube“ von Band 3 wieder. Nach dem Blutbad am Ende des letzten Bandes stehen wir Marcus, Maria und den anderen unmittelbar nach dem Überfall auf Chesters Versteck zur Seite. Doch die Ausgangssituation könnte nicht schlimmer sein, sie stehen nun Chicos Vater und seinen Schergen gegenüber, was bedeutet, dass Marcus und Maria tief in der Scheiße sitzen. Nicht nur hat Marcus den Kopf von Chico in der Hand, als er auf dessen Vater trifft, es handelt sich bei diesem auch um einen Boss eines mächtigen Kartells.

Auf den folgenden Seiten kämpfen sich Maria und Marcus von der Bedrohung rund um den mächtigen Vater und seine Schläger frei, was beeindruckend inszeniert wurde. Überhaupt gelingt Remender, Craig und Loughridge ein fulminanter Einstieg ins Buch, der knapp die Hälfte des Buches einnimmt oder 2 Hefte im amerikanischen Original. Danach folgen die bekannten Versatzstücke der Reihe, wie man sie als Leser von den ersten beiden Büchern her kennt.

 

Mit ihm ist bestimmt nicht zu spaßen, oder? © Cross Cult

 

Die Ereignisse der letzten beiden Bücher überwältigen Marcus (selbst erwachsene Menschen würden dadurch negativ geprägt werden), weswegen er sich weiterhin einer Mischung aus Gewalt, Drogen, Sex und Verrat aussetzt. Sein Selbstvertrauen befindet sich auf einem Level, wo er aufgrund der Tode in seinem Umfeld und der Gewaltausbrüche, zu denen er auch selbst beigetragen hat, nur schwer alleine herausfinden kann. Als dann auch innerhalb der Akademie der tödlichen Künste eine weitere Vertrauensperson wegfällt, kommt es zu einem weiteren kleinen Showdown, der den Leser mit einem Cliffhanger zurücklässt.

Nachdem im letzten Band aufgeklärt wurde, warum Marcus von der Polizei gesucht wurde, bevor er in die Akademie kam, bekommen wir nach und nach zumindest bei einigen weiteren Mitschülern ein wenig Hintergrundgeschichte geliefert. Dabei arbeitet Deadly Class auch weiterhin eine Coming of Age-Entwicklung aus, die in Zusammenhang mit den Mitschülern, Drogen, Waffen und der Frage nach Identität, vor allem bei Marcus, steht. Wiederum wird in Band 3 die Ausbildung nur zum Assassinen nur am Rande thematisiert und könnte im nächsten Band dann zu Beginn ein Thems werden. Doch wer weiß, vielleicht sind einige Ereignisse der letzten drei Bücher schon ein Teil der Ausbildung und wir Leser nehmen das nur noch nicht so wahr?

 

Gerade zu Beginn des Buches führt eine miese Situation zur nächsten. © Cross Cult

 

Passend dazu ergänzen die Zeichnungen von Wes Craig und insbesondere die Kolorierung von Lee Loughridge das Erzählte um ein Vielfaches und heben es erneut auf eine höhere Ebene. Immer wieder löst Craig sich von den starren Panels und verbindet manches Mal auch zwei oder mehr Panels untereinander, auch wenn sie sonst unabhängig voneinander gesehen und gelesen werden. Das macht schon eine Menge Spaß zu Entdecken. Die Protagonisten sind durch die Bank als vom Leben gezeichnete Figuren angelegt, was sich auch im Artwork wiederfindet. Dies gepaart mit den teils neonfarbenen Hintergründen von Loughridge, die sich den Situationen entsprechend mal fiebriges Pink, betäubendes Blau bis hin zum intensiven Gelb und Orange. Es scheint aber in Deadly Class immer Nacht zu sein. Macht das in der ersten Hälfte des Buches noch Sinn, weil der Überfall auf das Versteck nachts stattfand, bekommt man als Leser auch im späteren Verlauf den Eindruck, dass sich alles immer in der Dunkelheit abspielt. Die Kolorierung unterstützt diesen Effekt aber auch gekonnt und vermutlich gewollt.

Fazit

Die erste Hälfte des Buches hat mir viel Freude bereitet, weil es dort Schlag auf Schlag zuging. Eine Situation führte nahtlos in die nächste über, es blieb kaum Zeit zum Luftholen und die Spirale der Gewalt drehte sich gekonnt immer weiter. In der zweiten Hälfte besinnt sich Remender wieder mehr auf die eigentliche Erzählung und spinnt in den Alltag von Marcus Lopez, neben den ganzen Problemen mit seinen Hormonen, der Gewalt und dem Sex, auch noch die Unsicherheit mit ein, dass ihn vermeintliche Freunde hintergehen. Wir als Leser wissen noch nicht, wohin diese Machenschaften führen und was sie für Marcus bedeuten, somit bleibt der Schluss von Band 3 aber auch spannend, weil wir wissen wollen, wie sich dieses Ereignis auflöst. Auch wenn Marcus im letzten Abschnitt des Buches die Sache selbst in die Hand nimmt, ob und wie das für ihn enden mag, kann ich mir aktuell noch nicht ausmalen. Das hält Deadly Class derzeit noch spannend, auch wenn die Gefahr der Wiederholung gegeben ist, sollte sich an der Erzählstruktur im nächsten Band nichts ändern. Ich kenne von Remender noch zu wenig andere Geschichten, als dass ich beurteilen könnte, ob ihm das als Autor gelingen kann. Es bleibt also weiterhin spannend.

© Newsbild: Cross Cult

Deadly Class Band 3: Die Schlangengrube ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3-959812-12-2
16×24, SoftCover, 128 Seiten, 16,80 Euro

Jetzt bei Amazon bestellen: Deadly Class Band 3: Die Schlangengrube

Unser Entertainment-Blog playto ist Mitglied der Affiliate-Netzwerke Amazon PartnerNet und Affilinet. Bei einer Bestellung über einen unserer Affiliate-Links erhalten wir über den jeweiligen Shopbetreiber eine variable Provision. Für Endkunden entstehen keine Zusatzkosten.

Der Verbannte – Unsere Graphic-Novel-Rezension

Der Verbannte – Unsere Graphic-Novel-Rezension

Solange ich denken kann sind Wikinger Teil meines Lebens. Nicht, dass ich je einen getroffen, noch darüber eine Abschlussarbeit geschrieben hätte, aber in den unterschiedlichsten Medien begegnen einem die Menschen dieses Volkes immer wieder. Ich denke da an Erik, der Wikinger, um ein Beispiel aus den 80ern zu nehmen oder auch aktuell mit der Serie Vikings, die über die Bildschirme flimmert. Aber auch im Animationsbereich wurde in meiner Kindheit immer gerne Wickie und die starken Männer geschaut und auch in der näheren Vergangenheit wurden meine Familie und ich mit den Geschichten von „Drachenzähmen leicht gemacht“ hervorragend unterhalten. Schließlich lachen jeden Morgen zahlreiche Menschen in Deutschland in den Comicstrips von Hägar der Schreckliche über Sven Glückspilz, wo wir auch schon im Comic-Bereich angekommen wären.

Die Angehörigen der kriegerischen und seefahrenden Personengruppe sind also auch in unserem Kulturkreis heute noch ein beliebtes Thema. Da wundert es nicht, dass auch im Bereich der Graphic Novels in der aktuellen Comic-Landschaft noch neue Geschichten mit und um die Wikinger erzählt werden. Der niederländische Künstler Erik Kriek hat sich diesmal eine Geschichte ausgedacht, die im 10. Jahrhundert in Island angesiedelt ist. Bereits vorher hat er sich mit “Gutsman“ und der Adaption einiger Kurzgeschichten des Science-Fiction- und Horrorautors H.P. Lovecraft, die 2013 auf Deutsch unter dem Titel “Vom Jenseits und andere Erzählungen“ ebenfalls beim avant-verlag erschienen sind, einen Namen gemacht.

 

In seinen Erinnerungen und Träumen geht es bei Hallstein meist brutal und blutig zu. © avant-verlag

 

Als Hauptfigur in „Der Verbannte“ hat sich Kriek einen Wikinger-Krieger namens Hallstein Thordsson ausgewählt. Hallstein ist dieser Verbannte vom Titel und kehrt nach 7 Jahren zurück in seine Heimat, nachdem er seine Strafe abgebüßt hat. Damals hatte er im Streit seinen besten Freund umgebracht, nachdem Hallstein sich an dessen Schwester vergehen wollte. Das isländische Volksparlament namens Althing beschloss ihn daraufhin ins Exil zu verbannen, wo er seine Strafe absitzen sollte. Wohlweislich auch, weil man davon ausging, dass Hallstein niemals lebend nach Thordsstadir (Thords Bauernhof – Thord war Hallsteins Vater) zurückkehren würde. In den fremden Landen, weit abseits von Island, hat er sich erfolgreich als Söldner verdingt und sehr vielen Menschen das Leben genommen. Nun kehrt er mit 2 weiteren treuen Waffenbrüdern zurück und muss sich fortan Intrigen, Rache und Gewalt stellen. Die Heimkehr bedeutet für ihn und seine Kumpanen keine Ruhe, im Gegenteil, die Zurückgebliebenen sind noch immer nicht gut auf ihn zu sprechen.

Im Buch werden alte Begriffe und Bezeichnungen benutzt, die aber im Glossar am Schluss des Buches auch ausführlich erklärt werden. Man gewöhnt sich schnell daran und es nimmt den Leser mit auf die Reise in die weit zurückliegende Vergangenheit. Atmosphärisch kann Kriek mit seinem Setting also auf jeden Fall punkten. Auch die optische Untermalung der einfachen Geschichte ist durchaus ansprechend gestaltet. So benutzt Erik Kriek hauptsächlich blaue, weiße und schwarze gestalterische Elemente, um seine Geschichte zu illustrieren. Lediglich in den Traumsequenzen und Erinnerungen benutzt er die rote Farbe, um sich von der Gegenwart abzugrenzen und die blutige Vergangenheit zu zeigen, die Hallstein einfach nicht ablegen kann. Zwischendrin lässt uns Kriek immer wieder die wunderschöne Umgebung und Natur Islands erfahren, die er teilweise als Zwischenpanel, manchmal aber auch als komplette Seite nutzt, um den Leser mehr in die Wildnis und Rauheit der Zustände von damals zu entführen. Dabei lenkt er von der Geschichte ab, die in ihrer Gänze nicht wirklich überzeugen kann.

 

Landschaftlich und atmosphärisch kann “Der Verbannte” durchaus punkten. © avant-verlag

Fazit

Letztendlich bedient Kriek die althergebrachten Motive von Schuld und Sühne und konnte mich mit seinen Figuren und Szenarien nicht wirklich packen. Durch die Verwendung der altertümlichen Begrifflichkeiten (sehr schön von Katrin Herzberg ins Deutsche übersetzt) und der Atmosphäre, bekommen die Charaktere ein wenig mehr Hintergrund. Leider fehlt ihnen das in der eigentlichen Charakterisierung, weswegen die Geschichte den Leser eigenartig kalt lässt. Hallstein war mir im Verlauf der Geschichte herzlich egal, ich konnte mich eher mit seiner Schwester identifizieren, die allein mit seinem Halbbruder zuhause klarkommen musste. So hätte ich gerne mehr von den Widrigkeiten im Leben einer Frau in den damaligen Zeiten gesehen und gelesen, als zum wiederholten Male eine Rachegeschichte serviert zu bekommen. Das Setting und die Atmosphäre heben das vorliegende Buch über das Mittelmaß hinaus, was von der Geschichte nicht behauptet werden kann, zu generisch sind die Protagonisten und ihre Motive gestaltet.

Haptisch lässt sich der avant-Verlag bei der Umsetzung nicht lumpen und packt das Abenteuer in ein nahezu Din A4 großes Hardcoverbuch mit guter Papierqualität und tollem Druck. Neben der gelungenen Übersetzung ein weiterer Pluspunkt in der vorliegenden Graphic Novel, die ihren Schwerpunkt zu Recht in der historischen Korrektheit sucht, weil die Geschichte nicht wirklich packen kann. Erzählerisch leider schwach, dafür bildungstechnisch aber Interesse weckend.

© Newsbild: avant-verlag

Der Verbannte ist erschienen im avant-verlag – ISBN: 978-3-96445-003-6; 184 Seiten , vierfarbig , Hardcover, 25,- Euro

Jetzt Der Verbannte beim avant-verlag kaufen
Jetzt Der Verbannte bei Amazon kaufen

Unser Entertainment-Blog playto ist Mitglied der Affiliate-Netzwerke Amazon PartnerNet und Affilinet. Bei einer Bestellung über einen unserer Affiliate-Links erhalten wir über den jeweiligen Shopbetreiber eine variable Provision. Für Endkunden entstehen keine Zusatzkosten.

Lincoln Band 3: Aufs Kreuz gelegt – Unsere Comic-Rezension

Lincoln Band 3: Aufs Kreuz gelegt – Unsere Comic-Rezension

Der Mann mit dem Flunsch ist zurück. Hell yeah, Baby! Bereits in den ersten beiden Bänden hatte es sich angedeutet, der Teufel macht einen Deal mit Lincoln. Wie das ausgehen kann, stellen wir uns allein mal aufgrund des Covers von Band 3 vor. Dort ist Lincoln zu sehen, wie er verwundet, betrunken und/oder tot in einer Gasse auf dem Boden liegt. Ein Schatten auf der linken Seite des Bildes suggeriert ganz klar, dass der Beelzebub da seine teuflischen Hände im Spiel haben könnte. Oder etwa nicht?

Wenn ihr mehr zum Grundsetting von Lincoln erfahren wollt, kann ich euch meine beiden Rezensionen zu Band 1 und Band 2 ans Herz legen. Cowboy Lincoln ist ein 19 Jahre alter Verlierer, für den sich niemand interessiert. Ergo entscheidet er für sich, dass ihm die anderen Lebewesen auch herzlich egal sind. Er zieht einfach sein Ding durch, überfällt andere Menschen und holt so ziemlich bei all seinen Aktivitäten stets nur das Beste für sich heraus. Gewissensbisse? Fehlanzeige. Jedoch nimmt sich Gott Lincoln an, macht ihn unsterblich und begleitet ihn ein Stück seines Lebens. Doch der Teufel lässt das nicht lange auf sich sitzen und nähert sich ebenfalls Lincoln, auch wenn dieser ein gewisses Stück Skepsis dem Beelzebub gegenüber mitbringt, schließlich seien er und sein Konterpart sowieso nur auf ihre eigenen Absichten aus.

 

Wie konnte es nur soweit kommen? © Schreiber & Leser

 

Im dritten Band verschlägt es Lincoln nun um die Jahrhundertwende in die Stadt New York, wenn auch nicht ganz freiwillig. Der Teufel verschleppt ihn in die Großstadt, ohne, dass Lincoln da eine Wahl gehabt hätte, wer lässt sich auch auf einen Trinkwettbewerb mit dem Teufel ein? In der Stadt angekommen hat der Teufel Pläne mit Lincoln. So soll er als Teil einer Bande bei einem Bankraub mitwirken. Überhaupt scheint die Großstadt für jemanden wie Lincoln der ideale Ort zu sein, um seinen Leidenschaften zu frönen und das große Geld zu machen. So zumindest der Gedankengang vom Teufel. Lincoln setzt diesem Treiben relativ bald ein Ende, verpfeift er doch die Bande bei der Polizei. Zwischenzeitlich macht Lincoln im Knast Bekanntschaft mit einem aufmüpfigen Jugendlichen, der sich ebenfalls mit kleinen Gaunereien durchschlägt. Als Gott Lincoln schließlich aus dem Gefängnis befreit, nimmt sich Lincoln des Jugendlichen an, wenn auch eher unfreiwillig. Es stellt sich heraus, dass der Jugendliche getötet werden soll, dahinter steckt wie so oft wiederum der Teufel. Also mach Lincoln abermals kurzen Prozess mit den Handlangern des Teufels und befreit den Jungen aus den Fesseln der neuen Bande. Anschließend tauchen Lincoln, Gott und der Junge unter, wenn auch ihre Tarnung relativ schnell auffliegt und es zu einem großen Showdown kommt.

Allein die erste Seite im Buch fängt den Leser direkt wieder ein und macht klar, warum die Lektüre von Lincoln etwas ist, worauf man sich freuen kann. Unser Protagonist steht im seichten Wasser am Meer und „fischt“ mit seinem Revolver im Meer, indem er die Fische einfach erschießt. Das ist schon direkt wieder typisch Lincoln, man sollte in der deutschen Sprache ein neues Wort für ihn einführen. Etwas wie „einen Lincoln machen“ oder „da hast du ganz schön rumgelincolnt“, wenn man etwa eine bizarre Aktion beschreiben möchte, die sehr fragwürdig erscheint, man damit aber irgendwie durchzukommen scheint. Im weiteren Verlauf der Geschichte präsentiert uns die Künstler-Familie wieder die bewährten Zutaten eines Lincoln-Abenteuers mit jeder Menge Verwechslungen, gemachten Plänen, die von Lincoln durchkreuzt werden, und dem einen oder anderen Gewaltausbruch. Zum Schluss erwartet uns hier auch noch ein kleines Shootout im Finale des Bandes, was schließlich dazu führt, dass Lincoln am Ende der Geschichte als Polizist vom New York Police Department dasteht. Ihr seht, es bleibt spannend und unvorhersehbar.

 

Ob ein Trinkspiel mit dem Teufel eine gute Idee ist? © Schreiber & Leser

Fazit

Endlich offenbart der Teufel seine Pläne, auch wenn diese im Verbund mit unserem Protagonisten nicht so verlaufen, wie er sich das erhofft hatte. Lincoln gibt halt auch auf den Teufel einen Scheiß und lässt sich nicht einfach „für eine Seite“ einspannen. Das hält die Geschichten weiterhin frisch und nutzt sich auch im dritten Band noch nicht ab. Als Leser weiß man nicht, was Lincoln auf der kommenden Buchseite machen wird, im Prinzip fast immer das Gegenteil dessen, was die Geschichte eigentlich für ihn vorgesehen hat. Hinzu kommt das neue Setting in der Großstadt, was auch für weitere Erzählungen noch gut sein dürfte und viel Potenzial birgt. Wer weiß, wo es Lincoln als Nächstes hin verschlägt? Band 4 und weitere werden auf jeden Fall den Weg in mein Regal finden. Weiterhin großartig!

© Newsbild: Schreiber & Leser

Lincoln Band 3: Aufs Kreuz gelegt ist erschienen bei Schreiber & Leser – ISBN: 978-3-946337-90-4; gebunden; Farbe;
48 Seiten; 14,95 €

Jetzt Band 3 von Lincoln bei Schreiber & Leser kaufen.

Jetzt Band 3 von Lincoln bei Amazon kaufen.

Unser Entertainment-Blog playto ist Mitglied der Affiliate-Netzwerke Amazon PartnerNet und Affilinet. Bei einer Bestellung über einen unserer Affiliate-Links erhalten wir über den jeweiligen Shopbetreiber eine variable Provision. Für Endkunden entstehen keine Zusatzkosten.

Creepy Past – Band 1: Im Dunkeln verborgen – Unsere Comic-Rezension

Creepy Past – Band 1: Im Dunkeln verborgen – Unsere Comic-Rezension

Habt ihr schon mal vom Begriff „Creepypasta“ gehört? Nein, dabei handelt es sich nicht um das grauenhafte Nudelgericht vom Italiener um die Ecke. Vielmehr bezeichnet eine Creepypasta eine Grusel- oder Horrorgeschichte, die im Internet verbreitet wird. Ich musste dazu auch erst den Wikipedia-Eintrag lesen, um zu wissen, was sich hinter dem Titel verbirgt. Der Begriff setzt sich aus Creepy (gruselig) und Pasta (vom englischen Begriff „copy and paste“) zusammen, da die Geschichte sich durch Kopieren weiter verbreitet. Die Themen von Creepypastas handeln oft von Serienmördern, Geisteskrankheit, übernatürlichen Wesen oder auch okkulten Ritualen. Also alles Themen, denen ich im fiktionalen Bereich sehr zugetan bin. Unser heutiges Buch handelt in gewisser Weise auch von diesem Phänomen, wobei aus der Pasta hier das Wörtchen Past (Vergangenheit) wird: Vorhang auf für Creepy Past.

Von jeher ist der Mensch vom Schlafen und insbesondere vom Träumen fasziniert. Seien es Träume, Visionen, Vorhersehungen oder ähnliches. Schon seit Menschengedenken werden diese Szenenabfolgen interpretiert, für bare Münze genommen oder als Entscheidungsgrundlage herangezogen. Dabei sind das Träumen und das Schlafen für den Menschen sehr wichtig, verarbeiten wir doch da auch Dinge und Erlebnisse, die uns im Alltag oder im Leben allgemein beschäftigen. Auch in der modernen Popkultur und insbesondere im Bereich der Horrorfilme wird das Thema Schlaf und Traum nur allzu gerne aufgegriffen, man denke da an die sehr populäre Filmreihe rund um Freddy Krueger und die Albträume in der Elm Street.

 

Ester und Qiro sind die beiden Seelen, um die es sich bei Creepy Past handelt. © Dani Books

 

Der Hauptprotagonist von Creepy Past, ein Junge namens Qiro, leidet eben unter dieser Schlaflosigkeit, insbesondere ein Tinnitus macht ihm zu schaffen. Doch heutzutage kann bei diesen und anderen Schlaflosigkeiten doch geholfen werden, bestimmte Schlaf-Forschungseinrichtungen wie das REM-Institut haben sich darauf spezialisiert. Doch warum das Institut ausschließlich Jugendliche aufnimmt, wird zunächst nicht ganz klar. Ergänzend dazu werden die Patienten auch mittels eines sogenannten „Bio-Devices“ am Arm Tag und Nacht überwacht, natürlich nur für Körpertemperatur und Blutdruck. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Im Institut begegnet Qiro unter anderem auch dem Mädchen Ester. Sie hat sich freiwillig in das Institut einweisen lassen und täuscht ihre Schlaflosigkeit nur vor. Sie sucht im Institut nach Kreaturen, die sich in der Realität manifestieren und eben nicht nur geträumt sind. Sie vermutet, dass diese Kreaturen durch die Gebäude des Instituts streifen und Angst und Schrecken verbreiten. Insbesondere der Slasherman hat es ihr angetan, weil er eine Freundin von ihr entführt hat. Das Problem an Ester ist, dass sie eine krankhafte Lügnerin ist, was Qiro und den anderen es schwer macht, ihren Schilderungen Glauben zu schenken.

Ester sucht im Institut also nach ihrer Freundin Alina, die ihrer Meinung nach vom Slasherman in eine fremde Dimension entführt wurde. Währenddessen macht Qiro weitere Erfahrungen mit seinem Tinnitus, denn es stellt sich heraus, dass auch er in seinen Träumen eine fremde Kreatur sieht. In einigen Situationen spricht diese Kreatur auch in seinem Kopf mit ihm. Es hat fast den Anschein, als ob dieses Monster von Qiro Besitz ergreifen kann, zumindest fühlt er sich in einigen Situationen ferngesteuert und wacht danach in der realen Welt wieder als Junge auf. Wir Leser erleben aber auch die Geschichte in der Zwischenzeit, auch wenn sich die Welt der Monster und Kreaturen immer mehr mit der realen Welt von Qiro, Ester und den anderen Jugendlichen mischt. Hat es also einen Grund, warum im Institut nur Jugendliche wegen ihrer Schlaflosigkeit behandelt werden? Steckt da noch mehr dahinter und wissen die Wissenschaftler aus dem REM-Institut mehr, als sie zugeben?

Es ist nicht alles so, wie es scheint

2018 in Italien erschienen, handelt es sich bei Creepy Past um eine sechsteilige Minserie, die mit dem kommenden zweiten Band in diesem Jahr bei Dani Books dann auch komplett vorliegt. Dementsprechend sind im vorliegenden ersten Band die ersten 3 Hefte versammelt und es gibt auch einen kleinen Twist am Ende des dritten Heftes, das passt also. Optisch bekommen wir eine Mischung aus Monster Allergy und der Animationsserie Kim Possible geliefert. Das wundert mich natürlich nicht, weiß ich doch, dass Zeichner Giovanni Rigano beim italienischen Ableger von Disney gearbeitet hat und auch an Monster Allergy beteiligt war. Er hat für Creepy Past aber vorerst nur die optische Ausarbeitung der Charaktere vorgenommen und das erste Heft gezeichnet. In Heft 2 und 3 haben diese Aufgabe dann Federico Nardo sowie Alberto Zanon übernommen, bei denen man schon merkt, dass es andere Zeichner sind, sie sich aber dennoch stark am Stil von Rigano orientieren. Somit kommt in meinen Augen kein großer Bruch innerhalb der Hefte auf, im Gegenteil, das geht schön einher.

Erzählerisch hält sich Creepy Past spannend und undurchsichtig, was ja im Kontext des Plots durchaus so gewünscht ist und hier sehr gut passt. Wir als Leser erleben gemeinsam mit Qiro die Ereignisse und tappen genau wie er im Dunkeln. Erst nach und nach ergeben sich Hinweise und Geheimnisse werden aufgedeckt. So entpuppt sich das Monster in Qiro als eine Kreatur, die anscheinend in derselben Dimension wie der Slasherman verweilt. Doch wenn Qiro ein solches Monster „in sich trägt“, was hat es dann mit den anderen Patienten des Instituts wohl auf sich?

Fazit

Ein Vergleich von Creepy Past zu Monster Allergy liegt auf dem ersten Blick nahe, sind doch ähnliche Künstler involviert und präsentiert sich die Optik auch in einem cartoonartigen Stil. Bei beiden Geschichten verhalten sich die Dinge nicht so, wie es zunächst den Anschein hat, dennoch würde ich bei Creepy Past nicht von einem Abklatsch sprechen. Das grundlegende Setting ist bei Creepy Past einfach schon mal düsterer und durch die Thematik mit Schlaf und Traum sind der Psychoanalyse hier Tür und Tor geöffnet. Insgesamt sind die Monster und die Themen in Creepy Past ernster und gruseliger, was sowohl in der optischen Präsentation als auch der geschichtlichen Herausarbeitung wiederzufinden ist. Hat mein 10jähriger Sohn letztens noch Monster Allergy mit Vergnügen gelesen, würde ich ihm Creepy Past noch so ca. 2 Jahre vorenthalten. Hier dürfen auch schon mal blutige Verletzungen gezeigt werden, alles andere wäre auch dem Setting nicht entsprechend gewesen.

Ich hab Creepy Past in zwei Sitzungen durchgelesen, so sehr hat mich Qiro und sein Alter Ego in den Bann gezogen. Das Szenario ist spannend gestaltet, alle paar Seiten wird man überrascht und fügt im Kopf allmählich ein paar Puzzleteile zusammen, nur um dann gegen Schluss nochmal festzustellen, dass man doch noch nicht alle Hintergründe kennt. Der zweite Band wird hoffentlich einige der offenen Fragen beantworten, ich freue mich schon darauf.

 

Creepy Past Band 1 ist erschienen bei Dani Books – ISBN: 978-3-95956-034-4; Paperback, 17 x 24 cm, 208 Seiten, 16,99 €

Jetzt Creepy Past im Paperback bei Dani Books kaufen

Jetzt Creepy Past im Paperback bei Amazon kaufen

Unser Entertainment-Blog playto ist Mitglied der Affiliate-Netzwerke Amazon PartnerNet und Affilinet. Bei einer Bestellung über einen unserer Affiliate-Links erhalten wir über den jeweiligen Shopbetreiber eine variable Provision. Für Endkunden entstehen keine Zusatzkosten.

Die!Die!Die! Band 1 – Unsere Comic-Rezension

Die!Die!Die! Band 1 – Unsere Comic-Rezension

Wenn man sich den berühmtesten Comic aus der Feder von Robert Kirkman anschaut, dann kommt man nicht umhin festzustellen, dass der gute Herr mit dem Vergießen von Blut kein großes Problem hat, eher im Gegenteil. Mittlerweile sollte jeder halbwegs interessierte Mensch von den lebenden Toten in der Reihe „The Walking Dead“ gehört haben und entweder die Comics gelesen oder die Fernsehserie geschaut haben. Es wäre auch sehr schwer gewesen, diesem Phänomen innerhalb der letzten Dekade aus dem Weg zu gehen. Wer nichts mit den laufenden Toten am Hut hatte, wird auch vermutlich nicht in Die!Die!Die! reinsehen, denn der menschliche Lebenssaft findet sowohl auf dem Cover als auch auf der Rückseite eine prominente Darstellung. Kirkman mag sein Steak wohl offensichtlich blutig, nun gut, dann wollen wir uns dem neuen Machwerk mal widmen.

Ich persönlich bin kein großer Fan von Walking Dead, ich hab der Reihe nach ungefähr dem 10. Band von Cross Cult abgeschworen, weil es damals hieß, Robert Kirkman hätte noch lange kein Ende für seine Erzählung. Und er sollte recht behalten, schließlich sollten es abschließend 32 Bände werden, bis seine Reihe nun vor Kurzem zu Ende gebracht wurde. Aber auch im TV sollten es sich die wandelnden Toten bequem machen, bis zur 7. Staffel hab ich da dann durchgehalten, wurde das Ganze dann doch, zumindest für mich, zu repetitiv. Bei den Arbeiten zur Fernsehserie muss Robert Kirkman dann mit dem zeitweiligen Showrunner der Serie, Scott M. Gimple, das ein oder andere Mal in der Kneipe versumpft sein, anders kann ich mir den Plot von Die!Die!Die! nicht erklären. Denn eben erwähnte Künstler haben sich die Geschichte zu Die!Die!Die! ersonnen und die grundlegende Idee dazu gehabt, wobei Chris Burnham und Nathan Fairbairn dann für die grafische Umsetzung hinzugekommen sind, die es auch echt in sich hat. Um das einigermaßen nachvollziehen zu können, versetzen wir uns mal in die Lage der beiden oben erwähnten Herren und versuchen das zu rekapitulieren. So könnte es sich damals zugetragen haben:

 

Die Brüder sind sehr gut ausgebildet und machen keine halben Sachen, hier ist Paul in Aktion. © Cross Cult

 

Kirkman: “Man sollte mal eine Geschichte über eine Organisation machen, die sich mittels Auftragskiller jedweder Störenfriede entledigt.“

Gimple: “Und diese Organisation agiert im Geheimen, gehört aber eigentlich auch zur Regierung.“

Kirkman: “Genau. Sie greifen mit zielgerichteten Mordattentaten ins Weltgeschehen ein und bringen „die Dinge wieder in Ordnung“. Innerhalb der geheimen Organisation agieren zwei Anführer gegeneinander und machen sich gegenseitig die Hölle heiß. Der eine sieht irgendwie asiatisch aus, ist ein kleiner älterer Herr mit Glatze und Brille und die andere ist eine ältere Frau, die sich gerne sexuell in Gang Bangs verdingt (natürlich mit Maske, wie im Film „Eyes Wide Shut“, nur viel versauter).“

Gimple: “Aber der Herr soll sich auch mit vielen Frauen verdingen dürfen, und wir zeigen dann, wie er scheißend auf dem Klo sitzt und dabei Spaghetti isst.“

K: “Und beide versuchen sich dann gegenseitig zu übertrumpfen und auszutricksen. Quasi ein Wettkampf untereinander, wer der alleinige Chef dann sein darf.“

G: “Aber der Leser weiß das zu Beginn noch nicht, und auch wenn sie sich gegenseitig die Wahrheiten offenbaren, zeigen wir immer nur einen Auszug davon, damit es spannend bleibt…“

K: “Das machen wir, aber irgendwie fehlt da noch was…“

G: “Wir brauchen noch einen Protagonisten, denn mit den alten Säcken kann sich wohl kaum jemand identifizieren…“

K: “Warum nur einen? Wir nehmen gleich 3…”

G: “Drei Brüder, die alle gleich aussehen und alle als Killer ausgebildet sind.”

K: “Au ja, und eigentlich waren es mal 4, aber der eine war nicht stark genug und wurde als Kind schon umgebracht, vom fiesesten Bruder. Die Brüder sind optisch alle kaum zu unterscheiden, deswegen müssen wir ihnen ein Merkmal mitgeben, sonst können die Leser sie nicht auseinanderhalten…“

G: “Was hälst du davon, wenn einer der Brüder dann lange Haare hat?“

K: “Finde ich gut, aber erst wenn wir sie in der Gegenwart erleben, dann sind sie so Mitte 20. Und um diese Brüder gibt es dann auch einen Komplott, der eine Bruder wird vom anderen Bruder ausgeschaltet, damit er den Präsidenten ermorden kann.“

G: “Ja, den Präsidenten ermorden ist immer gut. Das war bei der Umbrella Academy auch schon Thema, das muss rein, aber wir machen das mit dem aktuellen, mit Obama.“

K: “Nun ist aber der andere am Werk.“

G: “Egal, Obama passt da besser.“

K: “OK, aber der eine Bruder soll den anderen Bruder ja ersetzen und der dritte Bruder davon nichts wissen.“

G: “Weißt du was geil wäre?“

K: “Nee, sag an!“

 

Die einzelnen Hefte werden mit schönen Poster-artigen Artworks voneinander getrennt. © Cross Cult

 

G: “Wir schneiden dem einen Bruder die Nase ab, dann sieht er aus wie ein Schweinchen und der andere Bruder muss das dann auch machen, damit er genauso aussieht.“

K: “Krass, ja das machen wir. Und der dritte Bruder, der mit den langen Haaren, der weiß das erst nicht, bekommt das aber dann irgendwie raus. Wird denn der erste Bruder vom zweiten Bruder umgebracht?”

G: “Na klar, und der zweite Bruder ersetzt dann den ersten Bruder und seine Freundin merkt das dann aber ganz schnell, die ist aber auch eine Killerin…”

K: “Alle sind Killer, auch die Kinder sind schon aufs Töten aus. Wir brauchen aber noch ne Bedrohung. Wie wäre es mit einem Atomschlag?“

G: “Der Klassiker, der geht immer. Und Obama soll dann gezwungen werden, aufgrund des Atomschlags zu reagieren…“

K: “Aber der Atomschlag geht schief und alle fliegen mehr oder weniger auf beziehungsweise offenbaren ihre Pläne!“

G: “Wie soll denn ein Atomschlag schiefgehen? Ich meine, wenn die Rakete erst mal unterwegs ist…“

K: “Außerirdische greifen ein!“

G: “Och komm, echt jetzt?“

K: “Ja, eine außerirdische Rasse, die die Menschheit beobachtet und die sich als Katze unerkannt bei den Menschen aufhält. Und die Menschen finden von denen ein UFO und fangen die Rakete ab. Und eine andere Rasse beobachtet diese Rasse dann von der Rückseite des Mondes aus, krass oder?“

G: “Das ist es, wow! Aber ob wir uns morgen nach dem Saufgelage noch daran erinnern können?”

K: “Wir brauchen einen Bierdeckel!“

Zugegeben, der Dialog ist vollständig von mir erfunden, aber manches Mal hab ich mich bei der Lektüre echt gefragt, was sich die Autoren dabei gedacht haben. Nur um das direkt klarzustellen, ich wurde bis zum Schluss gut unterhalten und manchen kleineren Twist sieht man nicht kommen, aber Die!Die!Die! verlangt vom Leser schon viel Entgegenkommen, was die Prämisse und den Verlauf der Geschichte angeht. Wenn ihr da völlig offen seid, erwartet euch eine abgefahrene Geschichte voller Blut, Schimpfwörter, abgetrennter Körperteile und sexueller Anspielungen. Nicht umsonst ist auf der Rückseite des Buches eine Altersempfehlung ab 16 Jahren angegeben. Weiterhin sollten zartbesaitete Naturen sich die Lektüre ebenso sparen, der Comic ist schon explizit, was das Entfernen von Körperteilen angeht.

 

Das Cover macht direkt klar, welche Farbe dem Tintendrucker als erstes ausgehen würde… © Cross Cult

Fazit

Die!Die!Die! schöpft aus dem Vollen und dreht richtig auf. Alle Figuren im Comic halten richtig viel aus und verlieren jede Menge Blut, in den seltensten Fällen aber ihr Leben. Naja, zumindest nicht die Protagonisten, einige Kollateralschäden gibt es dann doch noch. Wenn ihr auf eine möglichst realistische Darstellung der Ereignisse hofft, kann euch der Comic nur enttäuschen. Wenn ihr euch auf jede Menge blutigen und irrsinnigen Nonsens einlassen könnt und wollt, dann kann ich euch Die!Die!Die! durchaus ans Herz legen. Stellt euch aber darauf ein, dass ihr mit den Protagonisten nicht richtig mitfiebern könnt, mit Charakterdarstellung und -entwicklung ist hier nicht. Wir bewegen uns hier eher im Bereich von B-Movie-Plots mit jeder Menge Gewalt und Gore auf allen Seiten. Das kann durchaus auch mal erfrischend sein, wenn das Hirn mal Urlaub hat und man sich überraschen lassen kann, was auf der nächsten Seite wohl passieren mag.

Die!Die!Die! ist erschienen bei Cross Cult
ISBN: 978-3-959811-24-8; 6×24, HC, 4c, 200 Seiten, 22,- Euro

Jetzt Die!Die!Die! bei Cross Cult direkt bestellen.
Jetzt Die!Die!Die! bei Amazon bestellen.

Unser Entertainment-Blog playto ist Mitglied der Affiliate-Netzwerke Amazon PartnerNet und Affilinet. Bei einer Bestellung über einen unserer Affiliate-Links erhalten wir über den jeweiligen Shopbetreiber eine variable Provision. Für Endkunden entstehen keine Zusatzkosten.

Newsbild © Cross Cult

 

Belzebubs – Unsere Comic-Rezension

Belzebubs – Unsere Comic-Rezension

Ich mache das in der Regel nur ganz selten. Wenn ich ein Buch oder einen Comic lese, dann mache ich das ohne musikalische Untermalung. Selten schalte ich mal das Radio ein oder lasse etwas Musik auf Spotify im Hintergrund laufen. Meist lenkt mich die Akustik zu sehr ab, wenn dann noch ein bekanntes Lied kommt, wo ich den Text gut kenne, dann bin ich gedanklich eher bei der Musik als bei der Lektüre. Es gibt aber viele Menschen, die beim Lesen auch Musik laufen lassen, die Auswahl ist heutzutage ja gigantisch. Weswegen ich euch damit gleich zu Beginn belästige? Weil ich erst nach Beendigung der Lektüre von Belzebubs bei den Recherchen festgestellt habe, dass die Band aus dem Comic in der Realität existiert und auch Musik veröffentlicht hat…na, oder so in der Art.

Aber mal von Vorne und auch mal in aller Ruhe für mich und die Leser aufgedröselt: Die Geschichten der Belzebubs, die hier nun gesammelt erstmals auf Deutsch im Cross Cult Verlag vorliegen, waren ursprünglich im Internet beheimatet, also ein Webcomic. Dieser wurde in der Metal-Szene (und wahrscheinlich auch nicht nur da, sonst gäbe es jetzt kein Buch) positiv aufgenommen und erfreute über Jahre die Fans mit immer neuen Kurzgeschichten und Comic-Strips. Generell arbeitete der Finne JP Ahonen an den Strips und veröffentlichte diese regelmäßig auf seiner Website, für alle kostenfrei auf Englisch zur Verfügung.

 

Der Ausdruck muss stimmen, sonst wird das nix mit Metal… © Cross Cult

 

Die Belzebubs handelt von einer Black-Metal-Band und deren Problemen zum einen als Band, aber auch als Familie. Die Band besteht dabei aus Sänger und Gitarrist Sløth, der mit seiner Frau Lucyfer auch zwei Kinder hat. Deren Namen sind Lilith und Leviathan, wobei Lilith im Teenageralter ist und Leviathan irgendwo zwischen 8 und 10 Jahren. Die Familie ist dabei vollends im Black-Metal aufgegangen und lebt diese Musikrichtung auch das ganze Jahr durch und durch aus. Weitere Mitglieder der Band sind Hubbath am Bass und Obesyx an der Lead Guitar und es gibt auch einen Drummer, jedoch wird dieser konstant ausgewechselt und keiner der Anwärter kann sich lange in dieser Position halten. Zeitweise wird sogar überlegt, ob das Schlagzeug nicht vom Band eingespielt wird und einfach eine maskierte Sexpuppe im Hintergrund an den Drums sitzen sollte. Als Familienvater und Lead-Singer einer Band hat man es nicht einfach. Weitere Figuren sind die Oma der Kinder, die ihren verstorbenen Ehemann immer wieder ausgräbt und mit an den Essenstisch setzt, sehr zum Widerwillen der Enkelkinder. Und dann wäre da noch Sam, der Schwarm von Tochter Lilith, der nun so gar nichts mit Black-Metal am Hut hat und nur langsam zur zunächst eigenartigen wirkenden Lilith findet.

Das Besondere an Belzebubs ist, dass mittlerweile nicht nur die Comic-Strips existieren, sondern es die Band auch in unserer Wirklichkeit gibt, zumindest theoretisch. Ich hab bei meinen Recherchen nicht herausfinden können, wer genau hinter der Band in der Realität steckt, aber die Hintergründe sind schon faszinierend. Auf der Homepage der Band könnt ihr noch mehr in das Universum einsteigen. Die Band hat mittlerweile auch ein komplettes Album namens „Pantheon of the Nightside Gods“ aufgenommen, welches unter anderem auch auf Spotify zu finden ist. Parallel dazu existieren auch animierte Musikvideos zu einigen der Stücke vom Album, die ihr auf der Website oder auch auf YouTube finden könnt.

 

Sløth weiß, wie er seine Frau mit Romantik begeistert. © Cross Cult

 

Ich habe bei der Lektüre die Chance verpasst, das Album im Hintergrund laufen zu lassen, erst beim Schreiben dieses Artikels habe ich dort mal reingehört. Ich musste feststellen, dass dies nach wie vor nicht meine Musik ist, was im völligen Kontrast zu dem steht, was ich vom vorliegenden Buch halte. Das Artwork ist dabei ein wenig cartoonartig gehalten und die Hintergründe auf das Nötigste beschränkt. Das Ganze ist dann passenderweise auch sehr in schwarz gehüllt. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt, im Gegenteil, das Hauptaugenmerk sind die Charaktere und deren Eigenheiten sowie Fehler, die hier vom Künstler hier liebevoll porträtiert werden. Ich könnte mir vorstellen, dass einige der Episoden durchaus auch autobiographisch sind, was es nur umso authentischer erscheinen lässt. Auch wenn ich der Musik nichts abgewinnen kann, die Band und die Familie dahinter haben mich direkt auf den ersten Seiten eingefangen und für sich gewonnen.

 

Mehr. © Cross Cult

Fazit

Ich habe die Belzebubs lieben gelernt, auch wenn ich nicht so tief in der Szene verankert bin, wie manch anderer Fan. Die Strips und kurzen Geschichten funktionieren aufgrund der liebevollen Ausarbeitung von JP Ahonen auch ohne fundierte Kenntnisse der Black-Metal-Bewegung. Oftmals findet ihr nur einen kurzen Strip auf einer Seite und auf der nächsten Seite ist wieder eine komplett andere Szene dargestellt, es gibt aber so etwas wie einen roten Faden durch das Buch, der mich köstlich amüsiert hat und mich immer wieder zum Schmunzeln brachte. Dass dahinter nun bereits ein Cross-Media-Konzept samt richtiger Band, Musikvideos und einem kompletten Album steckt, macht es umso spannender, all das braucht ihr aber für die Lektüre des Buches nicht. Die Strips können für sich allein stehen und begeistern. Euch sollte allerdings klar sein, dass hier drin schon mal Dämonen beschworen werden oder andere Ausdrücke verwendet werden, die euren christlichen Glauben in Frage stellen könnten. Wer damit verdammt nochmal kein Problem hat, dem empfehle ich die Lektüre der Belzebubs sehr nachdrücklich.


Belzebubs ist erschienen bei Cross Cult
ISBN: 978-3-959810-26-5; 21×28, HC, 4c, 120 Seiten, 20,- Euro

Jetzt bei Amazon bestellen: Belzebubs

Unser Entertainment-Blog playto ist Mitglied der Affiliate-Netzwerke Amazon PartnerNet und Affilinet. Bei einer Bestellung über einen unserer Affiliate-Links erhalten wir über den jeweiligen Shopbetreiber eine variable Provision. Für Endkunden entstehen keine Zusatzkosten.

Newsbild © Cross Cult