Langsam, aber sicher bewegen wir uns mit Hilda und der Steinwald auf die Zielgerade zu. Auch wenn es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vielleicht nicht für alle Leser klar war, dieser Band läutet nun ein großes Finale für Hildas Reise ein. Dabei starten wir auf den ersten Seiten direkt mit einem dynamischen Einstieg in die neue Geschichte. Hilda und Hörnchen jagen einem Wohnhaus vom Verborgenen Volk nach, welches auf einem Stück Land mit Füßen steht. Dieses Stück Land flüchtet aber samt den Bewohnern des Hauses vor den beiden Verfolgern, wobei wir nicht wissen warum. Klingt skurril, das ist es auch, wobei die turbulente Verfolgungsjagd Hilda und Hörnchen hinter die Mauern von Trolberg führt und sie deshalb abrupt vor einer Gruppe Trolle zum Stehen kommen. Zum Glück ist es tagsüber und aus diesem Grund sind die Trolle versteinert, dennoch sind sie gefährlich nahe an die Stadtmauern von Trolberg herangekommen, worüber Hilda sich durchaus wundert.

Ihr Ausflug beschert Hilda anschließend ein Gespräch mit ihrer Mutter, da sie zu spät zum Sonntagsessen nach Hause kommt. Hilda verheimlicht ihrer Mutter Johanna dabei auch, dass sie sich außerhalb der Mauern aufgehalten hat und lügt sie an, sie wäre bei David gewesen. Johanna ahnt bereits etwas, lässt Hilda aber dennoch gewähren. Doch auch in den nächsten Tagen und Wochen erleben wir Hilda auf toll inszenierten und gestalteten Seiten in verschiedenen Abenteuern, was uns als Leser nochmal ein Wiedersehen mit einigen Kreaturen aus den vergangenen Büchern beschert. Johanna kommt natürlich dennoch hinter die Flunkereien von Hilda und möchte mehr Zeit mit ihr verbringen. Letztlich zwingt sie Hilda dazu, mit ihr Besorgungen zu machen und möchte mit ihr anschließend ein Picknick machen, auch wenn sich die Suche nach einem geeigneten Platz als schwierig gestaltet. Es kommt wie es kommen muss: Hilda sieht sich in ihrer Freiheit eingeschränkt, Johanna möchte mehr Zeit mit ihrer Tochter verbringen – es gibt Streit.

 

Hilda hält sich auch in Trolberg nicht mit Entdeckungstouren zurück. © Reprodukt

 

Nach einem weiteren Ausflug mit dem großen Raben gibt es anschließend verschärften Hausarrest für Hilda. Aus ihrem Fenster kann sie abends in der Ferne die Trolle vor der Stadt sehen und fragt sich, was sie im Schilde führen. Sie wünscht sich etwas, das sie vielleicht später bereuen wird: Hilda wäre gerne ein Troll, schließlich dürfen die sich in der freien Natur aufhalten, wenn ihnen danach ist. Um die Trolle besser sehen zu können, fragt sie Tontu, ob er sie über ein Nissennest aufs Dach bringen könnte. Gerade als Tontu mit Hilda an der Hand in den geheimen Raum entschwinden will, kommt Johanna ins Zimmer und hält Hilda an der anderen Hand fest. Es kommt zu einem Gezerre um Hilda und schließlich zur Katastrophe: Hilda, Hörnchen und Johanna geraten an einen anderen Ort, den sie mangels Kenntnis schließlich den Steinwald nennen. Eine gewisse Zeit lang wandern sie auch durch diesen „Wald“, der sich nach und nach als riesige Höhle herausstellt, als sie schließlich auf Trolle stoßen und sich vor ihnen verstecken müssen. Die Abenteuer im Berg stellen das Team Hilda und Johanna dann auf die Probe, ob sie immer noch zusammenarbeiten können. Unterstützung bekommen sie dabei unerwartet von einer Trollmutter samt ihrem Kind. Schließlich gelingt ihnen auch die Flucht und sie kehren müde und abgekämpft in ihre Wohnung zurück. Als Hilda dann am nächsten Morgen aufwacht, gibt es für sie und auch für ihre Mama Johanna eine böse Überraschung.

Hilda und der Steinwald endet mit einem Cliffhanger, es handelt sich erstmals in der Reihe um eine Geschichte, die nicht inhaltlich in einem Band zu einem Ende geführt wird. Luke Pearson holt zum Schluss nochmal alle Kaliber hervor, denn ja, mit dem sechsten Band namens Hilda und der Bergkönig wird die Geschichte rund um Hilda (vorerst?) zu einem Ende gebracht. Also nimmt sich Pearson in diesem vorletzten Band die Zeit und den Platz, um seine abschließende Geschichte auszufüllen. Das gelingt ihm meines Erachtens nicht komplett, zu sehr ausgedehnt wirkt der zweite Teil der Geschichte, wo sich Hilda und ihre Mutter unter den Trollen befinden. Hier wäre eine Straffung schon angebracht gewesen, auch wenn es dann im abschließenden Band eventuell nicht mehr genug Stoff für eine passende Auflösung des Cliffhangers gegeben hätte. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau, schließlich wäre dann die Geschichte um den Bergkönig kürzer geworden, aber dazu dann in der entsprechenden Rezension mehr.

 

Hier nimmt der Streit zwischen Hilda und Johanna eine entscheidende Wendung. © Reprodukt

 

Die Beziehung von Hilda zu ihrer Mutter erfährt im Steinwald-Band eine neue Ebene, schließlich rebelliert Hilda nun auch gegen die Ansichten und Bitten ihrer Mutter. Zunächst fand ich es befremdlich, weil ich persönlich Hilda zwar immer als freiheitsliebendes Mädchen kennengelernt habe, ihre Abenteuer aber nie wirklich zu schlimmen Konsequenzen geführt haben. Jedoch merkte man im Band zu Hilda und der schwarze Hund bereits, dass Johanna sich Sorgen um Hilda machte und sie nicht allein in der Stadt herumlaufen durfte. Nun spitzt sich die Situation also zu, was inszenatorisch insofern natürlich Sinn macht, da es eines Konfliktes bedarf, um die weitere abschließende Geschichte erzählen zu können. Sehr gelungen fand ich den Einstieg in den vorliegenden Band, der sich in der Panelabfolge im letzten Band zum Bergkönig wiederholt (wenn auch mit anderen Personen). Weiterhin wurden uns noch einmal in kurzer Abfolge einige der bisherigen Highlights und Kreaturen aus dem bisherigen Hilda-Universum präsentiert, was den Leser ein wenig melancholisch macht, aber auch ein gutes Gefühl hinterlässt.

 

Welchen Gefahren muss sich Hilda im vorliegenden Band stellen? © Reprodukt

Fazit

Ich gebe es gerne zu, Hilda und der Steinwald hatte es zunächst schwer bei mir. Zu sehr habe ich mich über den unnötigen Konflikt zwischen Hilda und ihrer Mutter geärgert, der dann aber notwendig ist, um die Geschichte ins Rollen zu bringen. Dennoch konnte mich Pearson in der ersten Hälfte des Buches wieder packen und ich wollte wissen, was passiert und was es mit dem geheimnisvollen Steinwald auf sich hat. Die zweite Hälfte hätte dann nach meinem Geschmack ein wenig kürzer ausfallen können, da stimmt das „Pacing“ in der Erzählung nicht mehr so ganz. Dennoch endet das Buch mit einem fiesen Cliffhanger, auf dessen Auflösung ich nun nicht so lange warten musste, wie manch anderer Leser, weil ich erst dieses Jahr die Bücher komplett gelesen habe. Ihr dürft gespannt sein, wie Luke Pearson seine Geschichte rund um Hilda abschließt, wenn wir sie in Hilda und der Bergkönig das vorerst letzte Mal auf gedrucktem Papier in Aktion sehen können.

 

Newsbild: © Reprodukt

Hilda und der Steinwald ist erschienen bei Reprodukt ISBN Hardcover: 978-3-95640-125-1

Jetzt Hilda und der Steinwald bei Reprodukt als Hardcover kaufen

Jetzt Hilda und der Steinwald bei Amazon als Hardcover kaufen

Unser Entertainment-Blog playto ist Mitglied der Affiliate-Netzwerke Amazon PartnerNet und Affilinet. Bei einer Bestellung über einen unserer Affiliate-Links erhalten wir über den jeweiligen Shopbetreiber eine variable Provision. Für Endkunden entstehen keine Zusatzkosten.