Ich habe in meiner Laufbahn schon so einige Texte geschrieben, Hausarbeiten für die Uni, Einladungen für Geburtstage, Rezensionen zu Videospielen und natürlich auch Besprechungen von Comics oder Graphic Novels. Ganz neu im Repertoire seit heute: Illustrierte Wandkalender.

Das ist ja mal ein neuer Ansatz und ich will auch keinen Hehl daraus machen, dass ich zunächst keine Idee hatte, wie ich das Vorhaben angehen sollte. Dabei wurde mir klar: Warum den Leser nicht selbst in diese Rezension mit einbeziehen? Warum beschreibe ich nicht meine Auseinandersetzung mit dem Kalender und nehme dies als Grundlage für den Text zur Rezension des Kalenders? Klingt ein wenig nach Meta-Ebene, aber so weit will ich gar nicht gehen, ich möchte ja keinen Text für den Feuilleton einer Wochenzeitung schreiben. Klären wir vielleicht zunächst die grundlegenden Eigenschaften.

 

Macht die Tanzfläche frei! © Jaja Verlag

 

Ich habe mich für einen Wandkalender aus dem Jaja-Verlag entschieden, genauer gesagt, für den Jaja-Planer 2020. Dieser wurde „gezeichnet & geschnipselt“ von Annette Köhn, die wiederum auch die Verlegerin und Chefin im Jaja-Verlag ist, der seinen Sitz in Berlin hat. Hier illustriert die Chefin also auch noch selbst. Der Kalender an sich ist im Hochformat gestaltet, insgesamt 41 cm hoch und 20 cm breit. Insgesamt 13 Blätter in Schwarz/Weiß für den Preis von 12,- Euro.

Im oberen Bereich findet ihr auf jedem Kalenderblatt eine Illustration, darunter die Daten zum jeweiligen Monat und ganz unten dann der Name des Monats. Da es sich um einen Planer handelt, findet ihr vier Spalten, in denen ihr pro Tag etwas eintragen könnt, ideal für Wohngemeinschaften oder kleine Familien, wie wir eine sind. Insgesamt sind die Spalten und Zeilen jedoch etwas klein geraten, mehr als eine Aktivität am Tag ist schwer unterzukriegen. Die Wochenenden und bundeseinheitlichen Feiertage sind nochmal ein wenig dunkler schraffiert und damit nochmal extra auf den schnellen Blick erkennbar.

 

Politische Statements sind in diesem Kalender nur wenige zu finden, aber dennoch wichtig! © Jaja Verlag

 

Die Illustrationen widmen sich in der Hauptsache Alltagsmomenten und gemeinschaftlichen Aktivitäten. Aus diesem Grund finden sich im Januar auch Kinder im Schnee vor, die „Let it snow“ singen. Im Februar wird gemeinschaftlich renoviert und tapeziert (macht unsere Familie gerne mal im Januar) und im März legt die Familie einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher ein. Mit Blick auf den Frühling starten die Bastelaktionen im April, spielt man Rundlauf an der Tischtennisplatte im Mai und besucht wagemutig bereits im Juni den Badesee, um dort das schöne Wetter im kühlen Nass zu genießen. Der Juli wird für gemeinschaftliches Kochen ausgesucht und im August einfach mal eine Jam-Session in der freien Natur eingelegt. Musizieren kann man schließlich überall. Da der Jaja-Verlag auch Teil der Kampagne „Verlage gegen Rechts“ ist, findet sich nun im September auch ein Statement an der Hauswand im Hintergrund, es geht also auch durchaus politisch zu Sache, wenn dies auch nicht im Fokus des Kalenders liegt.

Abschließend runden die Monate des letzten Quartals den Kalender ab. So beobachten wir im Oktober eine Party (vielleicht zu Halloween?) und im November beginnt das große „Reinemachen“, denn da wird das Badezimmer in einer Gemeinschaftsaktion gesäubert. Vielleicht auch die Nachwirkungen von der Party, wer weiß? Im Dezember wird es dann ein wenig weihnachtlich und wir entdecken Kinder mit Laternen, aber auch der erste Tannenbaum wird schon auf der Straße nach Hause getragen.

 

Im November wird erst einmal alles gesäubert, bevor die Vorweihnachtszeit beginnt. © Jaja Verlag

Fazit

Ich hab mich gerne auf dieses Experiment eingelassen und versucht, die Rezension so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Letztendlich gibt es ja Kalender wie Sand am Meer, das ist dann in der Auswahl auch immer ein wenig Geschmackssache, wie euch die Illustrationen gefallen. Ich habe mich dazu entschieden und unterstütze mit diesem Text ein wenig einen kleinen deutschen Verlag aus Berlin. Wenn ihr große farbige Kalender mit tollen fotografischen Motiven lieber mögt, ist das ja völlig in Ordnung, aber es schadet auch nie, ein wenig über den Tellerrand zu schauen und die Vielfalt auch in dieser Sparte zu präsentieren. So banal es klingen mag, es ist halt ein Planer und Kalender für das Jahr 2020, fein gestaltet und illustriert von einer einzelnen Person und vielleicht trifft es ja euren Geschmack.

Newsbild: © Jaja Verlag

Der Jaja Planer 2020 illustriert von Annette Köhn ist erschienen im Jaja Verlag – ISBN: 978-3-946642-66-4

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