Beim Bielefelder Splitter-Verlag finden amerikanische Independent-Comics und Graphic Novels genauso ein Zuhause wie vor allem auch aktuelle franko-belgische Vertreter. Ähnlich wie bei den „Elfen“ handelt es sich bei „Die Saga der Zwerge“ um eine Konzeptserie, die aus mehreren Einzelbänden besteht. Diese hängen inhaltlich nicht miteinander zusammen, handeln aber, wie der Name schon suggeriert, alle von unterschiedlichen Charakteren aus dem Volk der Zwerge. Jeder Band behandelt ein einzelnes Schicksal und präsentiert uns einen oder mehrere Aspekte aus dem Leben der Zwerge, wie sie teilweise aus einschlägigen Fantasy-Geschichten bekannt sind. Was bei den Elfen mit wechselnden Autoren schon hervorragend und erfolgreich funktionierte, wurde nun auf das Volk der Zwerge übertragen.

Wo mir Band 1 der Saga mit dem Titel „Redwin von der Schmiede“ noch nicht zugesagt hat, konnte ich mich mit der Geschichte rund um Ordo eher anfreunden. Da die Geschichten, wie bereits oben vermerkt, nicht zusammenhängen, kann der Leser mit jedem beliebigen Band einsteigen und dennoch ungetrübt und ohne Vorkenntnis den Inhalten folgen.

 

Ordo muss sich in seiner Kindheit und Jugend fast allein durchschlagen. © Splitter Verlag

 

Wer kennt das nicht? Als Zwergenkind ist dein Schicksal vorherbestimmt, wenn du wie Ordo am sechsten Tag des sechsten Mondes geboren wurdest und das sechste Kind von Geschwistern des Ordens der Talion bist. Das ist die ersten Jahre nicht weiter schlimm, doch dann, ihr ahnt es schon, nimmt das Unglück seinen Lauf. Ordo wird von seiner Familie weggenommen und erhält zukünftig eine Ausbildung von einem Ordensmeister der schwarzen Loge. Dieser bildet ihn wider Willen zu einem Assassinen aus und macht ihn zum Wohle des Ordens gefügig. Doch 30 Jahre später ist Ordo selbst ein Meister des Schattens geworden, verbündet sich jedoch mit einer alten Freundin, um gemeinsam mit ihr und einem Drachenreiter in die Festung Draz des Talion Ordens zu gelangen. In dieser Festung soll ein unermesslicher Schatz beheimatet sein, der die Machenschaften des geheimen Ordens gehörig zum Wanken bringen soll.

Entgegen der Geschichte von Redwin von der Schmiede gefällt mir das Abenteuer von Ordo in diesem Band schon mehr. Nicolas Jarry arbeitet die Geschichte rund um den Assassinen und seine Mission klarer aus und hält sich nicht mit den brutalen Schlachten auf, die Redwin noch so zahlreich schlagen musste. Sicherlich geht es auch bei Ordo nicht zimperlich zu, aber das ist nun mal ein Charakteristikum der Zwergen-Saga, schließlich ist so ein Zwergenleben auch kein Zuckerschlecken. Jarry und Zeichner Stéphane Créty halten sich nicht allzu lange mit der Vorgeschichte auf, sondern stellen im zweiten Teil des Buches die „Heist“-Geschichte in den Vordergrund. So bleibt es spannend mit anzusehen, wie die drei Zwerge in die Festung eindringen wollen und ob es ihnen letztendlich gelingt. Dabei bringen Jarry und Créty zum Abschluss des Bandes noch einen kleinen Twist mit hinein, denn der Schatz stellt sich als anders heraus, als es der Leser zunächst erwarten würde.

 

Schon das Cover macht unmissverständlich klar, mit Ordo ist nicht zu spaßen. © Splitter Verlag

Fazit

Hey, es gibt Drachen in diesem Buch zu sehen! Allein das macht die Lektüre schon lohnenswert, immerhin stehen Drachen und Zwerge nicht immer auf derselben Seite, wohl weil ihnen dieselben kostbaren Dinge sehr am Herzen liegen. Nun gut, genug Klischeebilder bemüht, Ordo von der Talion schafft es abseits dessen auch gut zu unterhalten. Es wird gemeuchelt, gebumst, sich hintergangen, auf Drachen geritten und jede Menge Action dargestellt. Dabei fängt Stéphane Créty die Geschichte zu jeder Zeit passend mit seinen Zeichnungen ein, die im großen Albumformat von Splitter sehr schön zur Geltung kommen. Passende Perspektiven, wenn Ordo aus dem Fenster eines Gebäudes springt oder sie sich auf den hohen Mauern der Festung befinden, als Leser ist man immer nah genug am Geschehen dran, um mitzufiebern. Alle Figuren lassen sich gut unterscheiden und auch die Drachen sind imposant in Szene gesetzt, auch wenn sie für die Geschichte nur eine Nebenrolle spielen. Hier punktet das Medium natürlich immens, wenn man sich als Zeichner in diesem fantastischen Bereich austoben kann, ohne gleich mit einem CGI-Gewitter wie aus Film und TV bekannt, daherzukommen. Für mich passt hier alles zusammen.

Newsbild: © Splitter Verlag

 

Die Saga der Zwerge Band 2: Ordo von der Talion ist erschienen bei Splitter ISBN: 978-3-95839-245-8

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