Mit “ganz schön blutig” lässt sich Cells at Work! wohl gut beschreiben, dreht sich der Manga doch um anthropomorphe Blutzellen im Inneren eines menschlichen Körpers. Der in Japan seit 2015 produzierte Titel von Akane Shimizu bekam aufgrund seiner Popularität 2018 eine 13-teilige Anime-Adaption spendiert. Seit April dieses Jahres wird der Manga außerdem auch hierzulande von Manga Cult publiziert.

Hauptprotagonisten der Geschichte sind das tollpatschige rote Blutkörperchen AE3803 sowie das kämpferische weiße Blutkörperchen U-1146, welche trotz der Geräumigkeit des menschlichen Körpers immer wieder gemeinsam in gefährliche Begebenheiten stolpern. So gilt es, sich gefährlichen Bakterien, gigantischen Pollenallergie-Erregern sowie sich schnell verbreitenden Viren entgegenzustellen. Während das rote Blutkörperchen eher auf den Transport spezialisiert ist, handelt es sich bei dem weißen Blutkörperchen um eine Kämpferzelle, die mithilfe ihres Rezeptors Gefahren aufspürt und vernichtet. Doch auch das weiße Blutkörperchen ist nicht allmächtig, zum Glück gibt es noch die vielen anderen Zellen im Körper, die mithelfen, das System in Gang zu halten.

 

Das neutrophile weiße Blutkörperchen U-1146 ist ein echter Kämpfer und macht in den Körper eindringenden Bakterien schnell den Garaus.

 

Während die Geschichte stark an das Urgestein “Es war einmal … das Leben” aus dem Jahre 1987 erinnert, setzt Cells at Work! wesentlich mehr auf Action als auf die genaue Erläuterung der Abläufe. Zwar werden immer mal wieder kurze Erklärungen der Begrifflichkeiten gebracht, durch die Abstraktion des menschlichen Körpers in Form von verzweigten Bäumen und Hochhäusern lassen sich diese aber eher schwer in Verbindung setzen. Auch setzt die Geschichte ein gewisses Grundwissen voraus, Begriffe wie Erythrozyt und neutrophil werden beispielsweise häufig verwendet aber nicht genauer erklärt. Gerade als Laie wird man außerdem häufig über die doch recht komplexen Schreibweisen der Protagonisten stolpern. So bekommt man es im Laufe der Geschichte beispielsweise mit dem eosinophilen Granulozyt, der dendritischen Zelle oder auch Endothelzellen zu tun.

Etwas missfallen hat mir außerdem die deutsche Übersetzung, die doch stark umgangssprachlich formuliert wurde. Ausrufe wie “Die tragen ganz schön dick auf!” und “Mist, jetzt haben wir den Salat!!” erinnern an Übersetzungsprodukte der Marke Moyse (ehemaliger Übersetzer bei Nintendo) und lassen die zwar humoristisch angehauchte aber doch recht ernst geschriebene Geschichte unweigerlich ins Komödiantische abdriften. Auch Smalltalk zwischen den Figuren klingt oft recht hölzern und zusammenhanglos.

Der Zeichenstil ist gerade bei den Hintergründen und in Actionszenen detailreich und weiß Stimmung gut zu inszenieren. Außerdem kommt der Manga mit vier Farbseiten daher, die alle Protagonisten in Farbe abbilden. Umso bedauernswerter ist es, dass die äußere Buchgestaltung sowohl vorne als auch hinten und an der Seite von der gleichen Illustration geziert wird, was die Gestaltung etwas lieblos wirken lässt.

 

Das Cover von Cells at Work! ziert das ungleiche Pärchen aus roter und weißer Blutzelle, die sich im menschlichen Körper zusammen allerhand Gefahren entgegen stellen müssen.

Fazit

Cells at Work! ist eine interessante Geschichte über den menschlichen Körper, die noch dazu Wissen vermitteln will, dabei jedoch das ein oder andere Mal über das Ziel hinaus schießt. Die liebenswert gestalteten Charaktere geben dem Leser einen ganz neuen Blickwinkel auf die Vorgänge im menschlichen Körper, ohne diese allzu sehr zu verkomplizieren. Die actionlastige Erzählweise sowie die im Kampf doch recht häufig auftretenden Blutfontänen lassen den Titel eher in die Shonen-Rubrik rutschen, durch die slapstickartige Erzählweise kommen jedoch auch Genreneulinge auf ihre Kosten. Alles in allem hat mich die Geschichte um das rote und das weiße Blutkörperchen trotz einiger Makel gut unterhalten und ich bin gespannt, welchen Gefahren sie sich im zweiten Band stellen müssen.

Diese Besprechung wurde von Lisa Zahn verfasst.

 

Cells at Work! Band 1 ist erschienen bei Manga Cult ISBN: 978-3-964331-28-1

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