Wenn sich eine Figur über mehr als 20 Jahre in den Köpfen der Menschen hält, kann man sie schon getrost als Popkultur ansehen. Ursprünglich als Videospielfigur im Spiel Tomb Raider gestartet, konnte sich Lara Croft nicht nur in diesem Teil der Unterhaltungsindustrie einen Namen machen. Ende der 90er-Jahre war Lara Croft überall bekannt und trat in Musikvideos auf, war auf dem Cover von mehreren Magazinen zu sehen und erhielt auch schnell schon eine Verfilmung in Hollywood. Im Lauf der Jahre war sie immer wieder die Protagonistin von neuen Videospielen, die mal mehr, mal weniger gut umgesetzt wurden. Erst in der zweiten Hälfte der Nuller-Jahre flachte diese Euphorie ein wenig ab, ganz verschwunden war sie nie. Im Jahr 2010 erschien mit Lara Croft and the Guardian of Light ein Ableger der Reihe mit einer neuen Spielperspektive, im Jahr 2013 erschien dann nach knapp 5 Jahren Pause auch wieder ein 3D-Abenteuer der Grabräuberin. Die isometrische Perspektive und das Koop-Gameplay von Lara Croft and the Guardian of Light machten das Spiel zu etwas Neuem im Franchise und aus diesem Grund erhielt es im Jahr 2014 ebenfalls einen Nachfolger mit Lara Croft and the Temple of Osiris.

Wie weiter oben bereits erwähnt, verfolgte Lara nicht nur im Videospiel-Universum eine Karriere, auch im Comic wurden ihre Abenteuer gekonnt umgesetzt und gerne gelesen. Das vorliegende Abenteuer Lara Croft und die Artefakte des Bösen gehört dabei zu der „Legend-Timeline“, die mit den Videospielen „Anniversary, Legend und Underworld“ begann und zu der auch die Ableger der oben genannten Videospiele in der isometrischen Ansicht gehören. Dabei braucht ihr als Leser aber keine Angst haben, auch wenn ihr das entsprechende Vorwissen aus den Videospielen nicht habt, könnt ihr mit dem Comic eine gute Zeit haben.

„Lara Croft und die Artefakte des Bösen“ wurde ursprünglich als 5-teilige Mini-Serie veröffentlicht, liegt in der deutschen Fassung aber gesammelt vor. In verschiedenen Standorten auf der Welt werden wertvolle und antike Elfenbein-Artefakte entwendet. Lara Croft und ihr Partner Carter Bell finden heraus, dass diese Artefakte von einem Professor und einem Museumswärter gestohlen wurden. Dabei verfolgen sie die beiden Diebe jeweils auch, nur um festzustellen, dass hinter den Diebstählen etwas viel Größeres steckt. Anscheinend handelt es sich bei den Artefakten auch um eine Substanz, die viel älter ist als das vermutete Elfenbein. Die beiden Diebe wurden bei ihren Taten auch von einer fremden Macht gesteuert, die von ihnen Besitz ergriffen hatte. Diese Macht besitzt die Kraft, den Wirt zu wechseln und damit in unterschiedliche Körper zu schlüpfen. Dort übernimmt sie dann die Kontrolle über die Person und lässt sie in ihrem Sinne handeln. Da alle Artefakte bis auf eines nun gestohlen wurden, reisen Lara und Carter nach Arizona, um dort das letzte bekannte Artefakt dieser Art im Privatbesitz des vermögenden Antiquitäten- und Kunstsammlers Grus zu begutachten. Dieser präsentiert Lara und Carter auch die Geschichte hinter dem Artefakt und datiert es auf eine Zeit noch vor der letzten Eiszeit. Durch die Eiszeit war diese Macht gebannt, doch nun gelangte sie wieder an die Oberfläche und versucht stärker zu werden als je zuvor…

In diesem Abenteuer verschlägt es Lara wieder an gefährliche Orte.

 

Fazit

Lara Croft und die Artefakte des Bösen präsentiert uns zwar eine Lara im gewohnten Outfit, jedoch nicht als die typische Abenteurerin, die wir aus den Spielen kennen. Sicher ist sie auch hier geschickt im Umgang mit Waffen und agil wie eh und je, aber der Schwerpunkt liegt nicht auf der Erkundung von Grabmalen, sondern auf der Action, die Carter und Lara durch verschiedene Länder schickt. Dabei nehmen sich Autor und Zeichner/in leider kaum Zeit ein wenig zu Laras Hintergrund zu offenbaren, anscheinend ist das aber auch nicht nötig, da man davon ausgeht, dass der Leser Lara Croft kennt. Dennoch wirkt die ganze Geschichte eher gehetzt. Es wird von Location zu Location gesprungen und unterwegs hier und da noch ein wenig zur Geschichte beigetragen. Auch die Zeichnungen innerhalb der Miniserie sind leider nicht ganz konsistent, innerhalb von 5 Heften kamen hier 3 Zeichner/Innen zum Einsatz, wobei ich mehr als einmal aus der Geschichte gerissen wurde, weil Laras Mimik nicht zu den vorherigen Zeichnungen passte. Wer ein kurzweiliges Abenteuer ohne viel Hintergrundwissen sucht und sich nicht an den Zeichnungen stört, findet mit Lara Croft und die Artefakte des Bösen einen unterhaltsamen „One Shot“ vor. Das Ende der Geschichte tröstet ein wenig über das gehetzte Szenario hinweg. Positiv möchte ich festhalten, dass die Geschichte im übernatürlichen Bereich angesiedelt ist, was sie weniger vorhersehbar macht.

 

Lara Croft und die Artefakte des Bösen ist erschienen bei Dani Books – ISBN: 978-3-95956-022-1

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