Als Iron Sky damals erschien, war der Film eine Ausnahmeerscheinung. Er wurde komplett über Crowdfunding finanziert – und nicht nur das, die zukünftigen Zuschauer durften sich durch ihre Spende auch am Film beteiligen und am Drehbuch mitwirken. War es wirklich so? Eher nicht! Udo Kier selbst hat in einem Interview verraten, dass der Film nur zur Hälfte darüber finanziert wurde und das Drehbuch bereits bestand. Im Grunde gab es eine Spende für das Drehbuch. Es wäre auch ein Unding, wenn das Drehbuch durch verschiedene Köpfe entstanden wäre. Auch wenn der erste Teil sich bereits so anfühlte: Das wäre ein absolutes Chaos gewesen und hätte eher dazu geführt, dass der Film völlig zusammengewürfelt wirkt – ein Marketing-Gag also. Das Endprodukt war für sein niedriges Budget dennoch ein guter Erfolg und hat gar einige Fans. Bei den Kritikern kam der Film dagegen nicht gut weg und tatsächlich wirkt der Film wie ein einziges Internetmeme, nur dass er selten lustig war. Nun bestimmt das Geld, was in die Kinos kommt, und damit war eine Fortsetzung abzusehen. Eigentlich wäre das die Gelegenheit gewesen sich dem Thema etwas smarter zu widmen und mit weniger Druck einen unterhaltsamen Film erschaffen. Doch scheinbar gab es bei den Verantwortlichen andere Prioritäten.

 

Die Nazis haben einen Atomaren Krieg ausgelöst und die Menschen waren gezwungen auf dem Mond zu leben. Nur auf der Schattenseite des Mondes haben sich bereits die Nazis breit gemacht und so müssen die Überlebenden gemeinsam mit den für diesen Zustand Verantwortlichen zusammenleben. Doch auf dem Mond wird die Menschheit auch nicht lange überleben können, da es dort immer wieder Beben gibt und die Ressourcen ausgehen. Zurück auf die Erde? Dieser Planet ist nicht nur mit atomarem Müll verseucht, sondern allgemein unbewohnbar geworden. Auf der Mondbasis entwickelt sich zudem ein Kult: die Jobsisten, die Steve Jobs und sämtliche Apple-Geräte verehren. Eines Tages kommt ein russisches Team von der Erde mit einem selbstgebauten Raumschiff auf den Mond und auf der Mondbasis entdeckt Obi Washington, eine Mechanikerin, eine Substanz, die Menschen nicht altern lässt. Zu finden ist diese Rettung für die Menschheit nicht auf der Erde, sondern in der Erde. So reisen die Jobsisten, die Russen und die Mechanikerin mit ihrem breit gebauten Freund zur Erde zurück, um in der Erde nicht nur die Substanz zu finden, sondern auch die Vril-Verschwörung aufzudecken.

Das ist nicht der Imperator, dies ist Udo Kier! © Splendit-Film Gmbh

Die Vril sind keine Menschen, sondern eine Art Echsen-Aliens. Die frühere Präsidentin der USA, Sarah Palin, Mark Zuckerberg, Steve Jobs oder Hitler waren solche Echsen, die sich als Menschen verkleideten und die Weltbevölkerung lenkten. Es ist damit also klar, auf was dieser Film abzielt: wieder einmal Verschwörungstheorien! Das könnte klappen und lustig werden, wenn die Gags nicht zu lahm wären. Egal bei welcher Szene, der Gag ist vorhersehbar und so langweilig erzählt, dass er völlig verpufft. Daran ist einfach nichts witzig, was auch an der viel zu plumpen und langsamen Erzählung liegt. In sehr vielen Szenen ist schon längst alles auserzählt und dennoch geht die Szene weiter und zieht sich wie Kaugummi. Viele andere Gags sind auch schon wirklich tausend Mal erzählt worden oder wurden in einem Internetmeme verwendet. Wenn die Obi Washington, völlig sinnlos und ohne Kontext, mit einem Hammer gegen ein Bild von Steve Jobs schwingt und dies als Parodie des legendären Werbespots von Apple gelten soll, dann reicht es nur für ein müdes Gähnen. Dass die Jobsisten auch lieber in einem geschlossenen System leben wollen, ist nun wirklich einfach mittlerweile ausgelutscht.

Allgemein hat der Film ein Problem mit der Aktualität, was auch an der langen Produktionsphase liegt. So kommt im Film nicht einmal Donald Trump vor, dafür Sarah Palin. Die meisten werden diese Frau gar nicht mehr kennen, und dass sie nicht einmal eine Präsidentschafts-Kandidatin wurde, lässt ihre Figur zum Beispiel komplett verpuffen. Auch die jetzt schon angesprochenen Steve Jobs-Witze oder die typischen Russen-Witze sind nun wirklich älter als die Bärte von ZZ Top. Leider kann das restliche Drehbuch ebenfalls überhaupt nicht überzeugen und plätschert so vor sich her. Dazu kommen etliche Plotholes oder Szenen, die dem Film wirklich gar nichts bringen. So wird der Kult der Jobsisten wie ein wichtiges Story-Element eingeführt und wirkt wie ein vorhersehbarer Twist, doch wenig später machen sie im Grunde nichts und werden einfach nur von den Vril aufgefressen. Natürlich, hach wie lustig, wird diese Vril-Gruppe angeführt von Steve Jobs. Der gesamte Kult ist damit einfach nur verschwendete Screentime. Eine Charakterentwicklung gibt es ebenfalls nicht und die Liebesgeschichte, die selbstverständlich auch nicht fehlen darf, wird so lahm heruntergespult, dass der Zuschauer am Ende gar nicht weiß, was er eigentlich aus diesem Film ziehen will.

Auch Tom Green als Apple-Fanatiker kann diesen Film nicht retten. © Splendit-Film Gmbh

Vielleicht die Effekte? Immerhin ist das Budget angewachsen für aufwendigere Effekte. Da reitet ein Hitler-Vril auf einem T-Rex oder es gibt eine Raumschlacht. Dieser Umstand ist auch ein Widerspruch zum Ansatz eines lustigen Trash-Films. Aber das schlimmste daran ist, dass die Effekte alle extrem furchtbar aussehen. Selbst für Filme aus den 2000ern würde das alles nicht reichen. Die Raumschiffe, die Explosionen, der T-Rex oder weitere CGI-Kreaturen sehen einfach unfassbar schlecht aus. Bei den Kulissen oder Kostümen hat man sich gerade noch so Mühe gegeben, was aber nur dazu führt, dass eben dieser Trash-Ansatz überhaupt nicht zur Geltung kommt und der Film sich viel zu ernst nimmt. Dazu kommt es, dass die verpixelten oder verschwommenen Hintergründe dann noch extremer auffallen und zu sehr herausstechen. Die gezeigten Action-Szenen sind dazu auch nicht wirklich gut abgefilmt und wie die Gags provozieren sie eher nur Langeweile. Es gibt wirklich nichts an diesem Film, was in irgendeiner Weise sehenswert ist.

Daran ändern die Schauspielerinnen und Schauspieler leider auch nichts. Die Hauptdarstellerin Lara Rossi gibt die beste Performance und ist als Action-Heldin ganz in Ordnung. Beim Rest der Debütanten frage ich mich, wo das Produktionsstudio sie eigentlich aufgegabelt hat. Wenn es eine Schauspielschule war, waren es wohl nicht die besten Schüler oder diese Schule sollte in Zukunft gemieden werden. Auch Udo Kier, der beim Vorgänger scheinbar seinen Spaß hatte, wirkt in diesem Film diesmal sehr lustlos und scheinbar hat ein dicker Scheck ihn noch einmal gelockt. Dafür hat er dann aber auch, dank seiner Doppelrollen, einiges an Screentime. Funktionieren tut seine Figur dann aber dennoch nicht und sein Schauspiel kann auch nicht mehr glänzen. Auch der sonst immer gute Tom Green kann als Apple-Fanatiker nicht überzeugen und bleibt weit hinter den Möglichkeiten zurück. Wie zum Teufel konnten sich Udo Kier und Tom Green auf so ein Drehbuch einlassen?

Wenn die bewegten Bilder nur auch so schön aussehen würden… © Splendit-Film Gmbh

Das wäre jetzt alles nicht so schlimm, wenn das Ende von diesem Film nicht noch einen dritten Teil ankündigen würde. Bitte nicht! Darin soll es dann auf den Mars gehen und diesmal ist da die Sowjetunion zu finden. Was bei diesen „kreativen“ Köpfen herauskommen soll, kann sich der Zuschauer ja jetzt schon denken: noch mehr alte Witze und noch mehr dumme Klischees. Noch erschreckender ist, dass auch dieser Film wieder zum Teil über Crowdfunding finanziert wurde und ich frage mich ernsthaft, wer sein Geld für so etwas verbrennen will? Bleibt zu hoffen, dass diese Leute ihr Geld wieder zurückbekommen und auf der anderen Seite bedeutet dies, dass eine Fortsetzung wieder möglich wäre. Wie es auch ausgeht, es geht nicht gut aus.

Fazit

Eigentlich hat die Grundidee viel Potenzial für eine unterhaltsame Satire. Doch unterhaltsam ist an diesem Film gar nichts. Von Anfang bis zum Ende ist dieser Film einfach nur eine langweilige Qual. Schon beim ersten Teil konnte ich die Begeisterung kaum nachvollziehen, doch dieser Teil wird selbst Fans abschrecken. Überhaupt keine Empfehlung!