Der moderne Technik-Freak hat schon längst damit begonnen, gefühlt die Hälfte seiner Einrichtung ans Internet anzuschließen. Kameras, Beleuchtung, sogar Kühlschränke – kaum etwas kann heutzutage nicht per Smartphone gesteuert werden, wenn man es denn möchte. Eine der sicherlich attraktivsten Möglichkeiten sein Heim aufzurüsten ist ein Multiroom-Soundsystem. Ich selbst besitze bereits mehrere Komponenten des HEOS-Systems und möchte euch näherbringen, was das genau ist, wie es funktioniert, welche Möglichkeiten es bietet und was es zu kritisieren gibt.

 

HEOS – Was ist das?

Möglicherweise ist euch der Begriff HEOS bisher noch nicht begegnet, darum fangen wir ganz von vorn an: HEOS – so nennt die durchaus bekannte und renommierte Firma Denon, die beispielsweise auch AV-Receiver herstellt, das eigene Multiroom-Soundsystem. Wer sich bereits mit solchen Multiroom-Systemen beschäftigt hat, wird wahrscheinlich schon einmal den Namen Sonos gehört haben – das ist die wohl populärste Marke in diesem Bereich. Mit HEOS möchte Denon einen Konkurrenten etablieren, der im Grunde das Gleiche mit einem anderen Namen bietet: Musik im ganzen Haus, die bequem per Smartphone gesteuert wird.

Das Ganze funktioniert so: Ihr kauft einen – oder wohl eher mehrere – HEOS-Lautsprecher und platziert sie überall dort, wo ihr beschallt werden möchtet: Wohnzimmer, Küche, Bad – ganz egal. Es gibt nur zwei Voraussetzungen: Strom und WLAN-Empfang. Das ist auch das Besondere am Multiroom-Sound. Es ist nicht notwendig, Lautsprecherkabel durch die ganze Wohnung zu verlegen. Die Aktiv-Lautsprecher haben ihren Verstärker schon eingebaut und erhalten alle Informationen über das Netz. Alternativ ist auch der Anschluss via Bluetooth, AUX-LINE-Eingang oder LAN-Kabel möglich. Sind die Lautsprecher installiert, braucht ihr nur noch die kostenlose Smartphone-App und könnt von dieser aus Musik von verschiedenen Quellen (beispielsweise Spotify) abspielen. Das funktioniert ganz flexibel in einem Raum oder in mehreren gleichzeitig. Auch verschiedene Quellen in verschiedenen Zimmern lassen sich so abspielen.

 

Die HEOS WLAN-Lautsprecher

Insgesamt gibt es vier Lautsprecher-Typen: HEOS 1, HEOS 3, HEOS 5 und HEOS 7. Was Denon gegen gerade Zahlen hat, kann ich euch allerdings nicht berichten. Jedenfalls kann man sich an den Zahlen auch gut orientieren: Je höher die Zahl, desto größer, leistungsstärker und teurer der Lautsprecher. Entsprechend könnt ihr nach Größe des zu beschallenden Raumes, euren Ansprüchen an die Klangeigenschaften und natürlich eurem Budget entscheiden, welche Lautsprecher es sein sollen. Dabei ist es auch problemlos möglich, verschiedene Räume mit verschiedenen Lautsprechern auszustatten. Nur wenn ihr zwei Lautsprecher zu einem Stereo-Paar koppeln wollt (das geht ebenfalls einfach per App), dann sollten sie zum selben Typ gehören.

HEOS 1 ist der kleinste Lautsprecher und auch für das Bad oder den Außeneinsatz geeignet. (Bild-Quelle: Denon)

Schon der kleinste Lautsprecher der Serie, HEOS 1, weiß klanglich zu überzeugen und macht deshalb auch den Hauptanteil meiner persönlichen HEOS-Ausstattung aus. Jeweils ein Stereo-Paar in Küche und Schlafzimmer sowie einen einzelnen Lautsprecher im (relativ kleinen) Bad genügen meinen Ansprüchen völlig. Letzterer stellt auch eine Besonderheit dar: HEOS 1 ist dank seines Feuchtigkeitsschutzes speziell für den Einsatz im Bad designt worden und kann auch ohne schlechtes Gewissen beim Picknick unter freiem Himmel eingesetzt werden. Hohe Luftfeuchtigkeit oder leichtes Spritzwasser sind also kein Problem – natürlich sollte man es auch nicht übertreiben und den Lautsprecher zum Tauchgang mitnehmen. Wie ihr euch denken könnt, habe ich das auch nicht ausprobiert.

Grundsätzlich ist das Mitnehmen aber tatsächlich eine realistische Option, wenn ihr Interesse daran haben solltet. Dank des relativ kompakten Designs ist der Lautsprecher durchaus tragbar, wenngleich wir hier natürlich nicht vom Hosentaschen-Format reden. Strom erhält das Gerät dann durch einen Akku namens HEOS 1 GoPack, der unter dem Lautsprecher angeschlossen wird. Das GoPack müsstet ihr allerdings separat kaufen, wenn HEOS 1 mit auf Tour kommen soll. Da ihr euch vermutlich außerhalb des WLAN-Netzwerkes aufhalten werdet, versorgt das Smartphone den mobilen Krachmacher via Bluetooth oder Klinkenkabel mit Sound. Auch ein USB-Stick kann als Soundquelle genutzt werden. Bei der älteren Hardware-Version ist allerdings der USB-Port durch einen Adapter belegt, durch den das GoPack die Bluetooth-Funktion hinzufügt, mit der die notwendige Verbindung zum Smartphone hergestellt wird. Die neuere Version, die bei HEOS immer durch den Zusatz „HS2“ im Namen zu erkennen ist, hat dagegen Bluetooth bereits integriert. Auch die Wiedergabe von besonders hochwertigen High-Resolution-Sounds ist nur mit den neueren HS2-Modellen möglich, ebenso wie die Sprachsteuerung mit Amazons „Alexa“.

Subjektiv macht auch das kleinste Mitglied der HEOS-Familie einen hervorragenden Sound-Eindruck auf mich. Mit einem Hoch- und einem Tieftöner ausgestattet, beschallt er kleinere Räume ohne Schwierigkeiten und liefert einen klaren, hochwertigen Klang. Besonders im kleinen Bad war ich beeindruckt, welchen Bassdruck der kleine Lautsprecher erzeugen kann, woraufhin ich die Abstimmung des Sounds über den Equalizer in der App erstmal anpassen musste. Bei normalgroßen Räumen relativiert sich das Ganze natürlich. Auch hier bin ich wie gesagt zufrieden mit HEOS 1, aber im direkten Vergleich offenbaren sich dann doch deutlich hörbare Unterschiede.

HEOS 3 kann sowohl liegend als auch stehend verwendet werden. (Bild-Quelle: Denon)

Für das Esszimmer habe ich nämlich den nächsten Schritt gewagt und mir ein Stereopaar HEOS 3 besorgt. Das Esszimmer ist mit einem offenen Durchgang direkt neben der Küche gelegen, in der wie oben erwähnt ein HEOS 1-Paar für Beschallung sorgt. Diese Anordnung offenbart zwei wesentliche Erkenntnisse: Zum einen schafft es HEOS ganz ausgezeichnet, die Musik auf verschiedenen Lautsprechern, verschiedenen Lautsprechertypen und in verschiedenen Räumen synchron wiederzugeben. Schon minimale Verzögerungen können sich nämlich sehr störend bemerkbar machen, doch dieses Problem besteht definitiv nicht. Zum anderen lohnt sich der Aufpreis für HEOS 3 im Vergleich zu HEOS 1 durchaus, wenn man mittelgroße Räume beschallen möchte. Die Intensität, besonders im Bass-Bereich, erreicht hier ein deutlich höheres Niveau. Unter der Haube steckt ein 2-Kanal-Digitalverstärker der Klasse D. Mein Fazit: Wenn der Aufpreis keine Rolle spielt, ist HEOS 3 in normalgroßen Zimmern meine erste Wahl.

HEOS 5 beschallt auch größere Räume. (Bild-Quelle: Denon)

Aber es geht natürlich noch größer. Leider kann ich über HEOS 5 und HEOS 7 keine persönlichen Erfahrungen berichten. HEOS 5 ist laut Denon ideal für mittelgroße Räume wie Esszimmer, größere Schlafzimmer, kleinere Wohnzimmer und Büroräume. Für derartige Räume ist aus meiner Perspektive HEOS 3 bereits mehr als ausreichend, aber selbstverständlich bleibt es jedem selbst überlassen, sich einen eigenen Eindruck zu machen. Immerhin bekommt ihr mit HEOS 5 vier aktive Treiber. Es gibt zwei Präzisions-Hochtöner und zwei Mitteltöner, die noch unterstützt werden durch eine Passivmembran als Bassergänzung. Zuletzt sollte klar sein, dass sich HEOS 7 für die großen Räume eignet und sozusagen voll partytauglich ist. Dieser Lautsprecher hat fünf aktive Treiber: zwei Präzisions-Hochtöner, zwei Mitteltöner und einen Subwoofer sowie zwei Passivmembranen.

Hier seht ihr den größten Lautsprecher: HEOS 7. (Bild-Quelle: Denon)

Wer jetzt vor der Qual der Wahl steht, sollte (sofern möglich) einfach mal einen Klangtest in den eigenen vier Wänden machen. Ansonsten kann man auch klein anfangen und dann überlegen, ob ein Upgrade zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll wäre. Der kleinere Lautsprecher kann dann in einen anderen Raum umziehen – wer ein Multiroom-System aufbaut, macht sowieso nicht bei einem Raum Schluss. Auch ein Blick auf das Design könnte natürlich eine Rolle spielen. Hier fällt HEOS 1 etwas aus dem Rahmen, weil die vordere Abdeckung im Gegensatz zu den großen Geschwistern nicht aus weichem Stoff, sondern einem harten Metallgitter besteht, was wohl für den Einsatz in feuchten Umgebungen sinnvoller ist. HEOS 3 hat ein sehr schickes Design (was natürlich Geschmackssache ist) und lässt sich wahlweise horizontal oder vertikal positionieren. HEOS 5 und HEOS 7 sehen sich vergleichsweise ähnlich mit ihrer Tropfenform. Alle Lautsprecher sind wahlweise in schwarz oder weiß erhältlich. Man könnte das Design allgemein als schick und schlicht bezeichnen, auch weil sie nur mit einem Minimum an Knöpfen ausgestattet sind (leiser, lauter, Stummschaltung und kleine Knöpfe zum Verbindungsaufbau), da die wesentliche Bedienung über die App stattfindet.

 

Alles im Griff mit der HEOS-App

Ohne App geht heutzutage fast nichts mehr – auf jeden Fall ist sie für HEOS die zentrale Steuer-Einheit. Mit ihr richtet ihr Lautsprecher ein, indem ihr sie mit dem Netzwerk verbindet, ihnen Namen gebt und sie Räumen zuordnet. Sollen zwei Lautsprecher so verbunden werden, dass sie als Stereo-Paar funktionieren, ist das mit wenigen Handgriffen in der App erledigt und kann ebenso einfach wieder rückgängig gemacht werden. Auch weitere Feineinstellungen (Bass runterdrehen, beim Stereopaar die linke Box lauter stellen etc.) lassen sich für jeden Lautsprecher vornehmen.

Wenn alles zu eurer Zufriedenheit eingerichtet ist, braucht ihr die App vor allem für zwei Dinge: die Musik-Auswahl und die Gruppierung der Lautsprecher. Zahlreiche Quellen lassen kaum Wünsche offen. Wenn ihr beispielsweise Musik auf dem Smartphone gespeichert habt, könnt ihr sie direkt von dort aus auf die HEOS-Lautsprecher bringen. Auch ein selbst eingerichteter Medienserver darf als Quelle benutzt werden. Sofern ihr ein kompatibles HEOS-Gerät an Fernseher oder Receiver angeschlossen habt (dazu unten mehr), ist es auch möglich den TV-Sound in anderen Zimmern abzuspielen. Interessanter ist für die meisten Nutzer aber wohl das Streamen von Musik direkt aus dem Internet. Die wichtigsten Dienste sind mit HEOS kompatibel. So könnt ihr mit dem kostenlosen TuneIn zahlreiche digital ausgestrahlte Radiosender empfangen. Auch die Dienste von Amazon, Spotify, Deezer, Tidal oder Napster stehen deren Abonnenten zur Verfügung. Während die meisten von ihnen direkt in die App integriert sind, verlinkt Spotify praktisch zur eigenen App, von der aus man dann die entsprechenden HEOS-Lautsprecher ansteuern kann. Diese Option besteht aber nur für zahlende Spotify-Kunden.

Mit der App könnt ihr verschiedene Quellen auswählen, diese in verschiedenen Räumen abspielen und Räume gruppieren.

Kommen wir zur zweiten wichtigen App-Funktion: der Gruppierung. Wie schon kurz angedeutet, könnt ihr sehr frei entscheiden, wo was abgespielt werden soll. Startet ihr eine Party und wollt eure Musik in allen Räumen gleichzeitig hören? Kein Problem: Eine einfache Wisch-Geste in der App gruppiert alle Lautsprecher. Selbstverständlich dürft ihr aber nach der Party die Gruppierung ganz einfach wieder aufheben und nur noch im Schlafzimmer ein kleines Hörspiel zum Einschlummern abspielen. Es können auch verschiedene Gruppen erstellt werden, die gleichzeitig verschiedene Musik wiedergeben. So darf sich Junior in seinem Zimmer mit Amazon Music austoben – während ihr euch diesen Krach nicht antun müsst, sondern zugleich im Wohnzimmer etwas Schönes bei Spotify aussucht. Das Ganze ist wirklich sehr komfortabel und einfach.

 

Weitere Komponenten: Soundbars, AV-Receiver & Co.

Neben den oben vorgestellten Lautsprechern gibt es noch weitere Hardware-Komponenten, die speziell für HEOS entwickelt wurden oder zu HEOS kompatibel sind. Beispielsweise wollen sich viele Filmfans nicht so gerne ihr Wohnzimmer mit 5, 7, 11 oder mehr Lautsprechern einer Surround-Anlage vollstellen, aber trotzdem den TV-Sound etwas aufpeppen. Dafür sind Soundbars eine gute Lösung, und zwei davon gibt es auch von HEOS: die HEOS Bar und HEOS HomeCinema. Im Gegensatz zu anderen Soundbars sind diese voll mit dem HEOS-System kompatibel. Ihr könnt also eure Spotify-Musik auch ganz einfach auf HEOS HomeCinema abspielen und auch mit anderen HEOS-Lautsprechern in der App gruppieren, sodass alle Komponenten dieselbe Musik spielen. Oder ihr schaut gerade Fußball, müsst ausgerechnet jetzt aber auf das stille Örtchen. Da ihr kein Tor verpassen wollt, spielt ihr jetzt einfach den von der HEOS Bar empfangenen TV-Ton auf dem HEOS-Lautsprecher im Bad ab. Davon abgesehen sind beides sehr gute Soundbars, die ich auch beide aus eigener Erfahrung empfehlen kann. HEOS HomeCinema ist ein 2.1-System. Das heißt, dass sich in der Soundbar zwei Lautsprecher befinden (Stereo), aber ein zusätzlich im Set enthaltener Subwoofer für den richtigen Wumms sorgt.

HEOS HomeCinema ist ein 2.1-System, das mit Subwoofer geliefert wird. (Bild-Quelle: Denon)

Dagegen ist die HEOS Bar ein erweiterbares 3.0-System. Die Bar selbst hat also drei Lautsprecher integriert. Ein Subwoofer kann zusätzlich integriert werden, ist hier aber nicht enthalten, sondern muss separat gekauft werden. Das System lässt sich auf 5.1 erweitern, wenn ihr nicht nur einen Subwoofer, sondern noch zwei weitere HEOS-Lautsprecher ergänzt (zum Beispiel zwei HEOS 1). Diese platziert ihr dann hinter der Hörposition und habt echten Surround-Sound. Ich betreibe die HEOS Bar derzeit als 3.0-System, also ohne zusätzliche Lautsprecher. Es ist wirklich beeindruckend, wie druckvoll der Sound sein kann, obwohl ich keinen Subwoofer nutze. Deshalb plane ich auch nicht, einen zu besorgen. Insgesamt ist die HEOS Bar das hochwertigere Produkt mit einem ausgezeichneten Klang. Für den etwas kleineren Geldbeutel kann ich aber auch HEOS HomeCinema empfehlen, das allerdings qualitativ nicht ganz an die Bar herankommt und auch nicht über 2.1 hinaus erweiterbar ist.

Für Freunde des Surround-Sounds ist der HEOS AVR noch eine Überlegung wert. Hier handelt es sich um einen 5.1-Receiver. Die Besonderheit daran ist, dass ihr sowohl herkömmliche Lautsprecher als auch jeden HEOS-Lautsprecher dafür benutzen könnt. Da letztere wie immer (vom Strom abgesehen) kabellos funktionieren, erspart ihr euch so das Verlegen von Lautsprecherkabeln. Neben dem HEOS AVR haben auch viele – besonders neuere und hochpreisige – herkömmliche AV-Receiver der Marken Denon und Marantz HEOS-Technologie integriert. Damit ist es leider nicht möglich, kabellose HEOS-Lautsprecher für Surround-Effekte anzusteuern (das geht bisher nur mit dem HEOS AVR oder mit der HEOS Bar), aber ihr könnt Musik aller HEOS-Quellen dann auch über den AV-Receiver abspielen. Zudem können auch Receiver-Eingänge als Quelle für andere HEOS-Lautsprecher ausgewählt werden (Stichwort: Fußball im Bad hören). Allerdings kommt es auf das konkrete Modell an, welche Sound-Formate möglich sind. Beispielsweise lässt sich der Sound meines SAT-Receivers über meinen AV-Receiver Marantz SR 7011 auf alle HEOS-Lautsprecher verteilen – sofern ein Stereo-Sound ausgestrahlt wird. Wird dagegen die Sendung im Dolby-Digital-Sound empfangen, ist das leider nicht möglich. Bei manchen anderen AVR-Modellen oder (wie oben erwähnt) der HEOS Bar ist das dagegen kein Problem.

Mit dem HEOS AVR könnt ihr euch ein Surround-System aufbauen, ohne Lautsprecher-Kabel verlegen zu müssen. (Bild-Quelle: Denon)

Wer seine liebgewonnenen Lautsprecher weiternutzen möchte, sie aber trotzdem ins HEOS-Netzwerk integrieren möchte, kann das durch einen HEOS-Verstärker machen. Neben dem angesprochenen HEOS AVR gibt es den HEOS Amp, an den ihr einfach einen beliebigen Lautsprecher anschließen könnt. Der HEOS Link dagegen rüstet eine bestehende Heimkino-Anlage auf. Verbindet ihn über den Vorverstärker-Ausgang, über ein optisches oder koaxiales Kabel mit eurem bestehenden AVR, um somit jegliche Musik aus dem HEOS-Netzwerk darauf abzuspielen. Am Rande erwähnen möchte ich noch den HEOS Drive (ein Multizonen-Verstärker mit vier verschiedenen HEOS-Zonen) und den HEOS Super Link (ein Multiroom-Vorverstärker). Unterm Strich gibt es also zahlreiche Möglichkeiten, im eigenen Heim ein HEOS-System aufzubauen und auch bestehende HiFi-Komponenten nachzurüsten.

 

Lob und Kritik

Wir ihr nun wisst, habe ich selbst die meisten Räume meiner Wohnung mit HEOS-Komponenten ausgerüstet und bin alles in allem auch sehr zufrieden damit. Es ist äußerst komfortabel, in jedem Raum und wann immer man Lust hat, mit wenigen Gesten auf dem Smartphone oder (in eingeschränkter Form) auch mit einigen Sprachbefehlen dank Alexa die eigene Lieblingsmusik erklingen zu lassen. Seit das HEOS-System installiert ist, höre ich fast jeden Abend Hörspiele zum Einschlafen, lasse in Küche und Esszimmer Radiosender zum Frühstück laufen, entspanne mit meiner Lieblingsmusik beim Baden oder gestalte das Aufräumen und Putzen viel unterhaltsamer, weil ich einfach in der ganzen Wohnung Musik laufen lasse. Es ist ein tolles Gefühl, durch verschiedene Räume huschen zu können und dabei keine einzige Textzeile des Lieblingssongs zu verpassen. Natürlich können Sonos und andere Systeme ein vergleichbares Erlebnis bieten. Einen direkten Vergleichstest kann ich euch nicht bieten. Was ihr aber wissen müsst: Solche Systeme sind nicht untereinander kompatibel. Es heißt also „entweder oder“ – entscheidet euch vor dem ersten Kauf, denn nachdem man schon 5 Komponenten eines Systems teuer bezahlt hat, fällt der Wechsel zum Konkurrenten sicher nicht leicht. Ich habe mich für HEOS entschieden, weil ich schon immer mit der Soundqualität hochwertiger Denon-Produkte sehr zufrieden war, und so ist es auch bei HEOS.

Kritisieren kann man allerdings auch einige Dinge, die ich euch nicht vorenthalten möchte. HEOS-Lautsprecher wollen immer einsatzbereit sein. Wir erkaufen uns also das schnelle und flexible Abspielen von Musik mit einem hohen Stromverbrauch – was sich natürlich immer mehr bemerkbar macht, je mehr Lautsprecher man in sein System integriert. Einen Aus-Knopf, der die Lautsprecher komplett vom Strom nimmt, gibt es nicht. Ich habe mich deshalb für eine Kompromiss-Lösung entschieden. Meine HEOS-Boxen hängen an Smart-Steckdosen, die sich ebenfalls per Smartphone oder Sprachsteuerung ein- und ausschalten lassen. Auch diese verbrauchen für ihre Einsatzbereitschaft permanent Strom, allerdings deutlich weniger als die HEOS-Lautsprecher, besonders zumal auch jedes Stereopaar an nur einer Steckdose hängt. Dafür dauert es nach dem Einschalten des Stroms immer einige Sekunden, bis die Verbindung zum WLAN-Netzwerk hergestellt ist, aber damit kann ich leben.

Die meisten Komponenten der HEOS-Familie sind in schwarz oder weiß erhältlich. (Bild-Quelle: Denon)

Was nervig sein kann, ist ein Verbindungsabbruch, der zu Aussetzern bei der Musikwiedergabe führt. Einerseits möchte ich euch hiermit vor dieser Möglichkeit warnen, andererseits gibt es auch das eine oder andere „aber“. Zunächst muss ich sagen, dass sich diese Situation bei mir durch Software-Updates deutlich gebessert hat. In den meisten Fällen läuft der Sound heute absolut problemlos und störungsfrei, sodass ich es nicht als Problem bezeichnen würde. Es kann aber hin und wieder vorkommen, dass es kurze Aussetzer gibt. Bei Stereopaaren und Lautsprechergruppen kompensieren die restlichen Lautsprecher den kurzen Ausfall eines einzelnen, sodass es kurz leiser, aber nicht komplett still wird. Das nächste „aber“: Beim Zusammenspiel verschiedener Komponenten (Lautsprecher in verschiedenen Räumen, Router, Internetverbindung) kann man nicht so einfach einem einzelnen Beteiligten die Schuld geben. Wenn die WLAN-Verbindung schwach ist oder Störsignale vorliegen, kann das halt zu Problemen führen. So komfortabel kabelloser Sound ist, er ist halt doch störungsanfälliger als wenn ein Verstärker ganz klassisch seine Boxen über ein Lautsprecherkabel versorgt. Trotzdem: Kabel durch die komplette Wohnung zu ziehen kommt bei mir nicht infrage, insofern nehme ich einen kleinen Aussetzer alle paar Tage gerne in Kauf.

Ein (ebenfalls kleines) Ärgernis können auch Software-Updates sein, die nicht nur die App, sondern jeden Lautsprecher betreffen. Sie dauern teilweise sehr lange (interessanterweise auch manchmal sehr unterschiedlich lang bei gleichen Lautsprechern) und im schlimmsten Fall scheitert auch mal ein Update und es geht von vorn los. Während ein Lautsprecher aktualisiert wird, kann man auch auf anderen keine Musik hören. Aber das ist eher eine Randbemerkung, zumal Updates ja nicht permanent gemacht werden. Ebenfalls kann man bezüglich der App und des Bedienkomforts der App kritische Anmerkungen machen. Ich erspare uns mal eine Detail-Kritik, da es teilweise auch eine Geschmacksfrage ist und alle wichtigen Funktionen vorhanden sind. Zuletzt kann man noch den Preis der HEOS-Lautsprecher kritisch sehen – billig ist etwas anderes, insbesondere, zumal man bei Multiroom-Systemen ja auch viele Räume ausstatten möchte, und das nicht nur mit einem Lautsprecher. Dafür liefert Denon aber, gerade was den Sound betrifft, eine durchweg sehr gute Qualität – und dass HiFi-Komponenten ein fataler Angriff auf den Geldbeutel sein können, ist nun wirklich nichts Neues.

 

Fazit

Wer Lust darauf hat, in mehreren (oder gar allen) Räumen des eigenen Heims Musik erklingen zu lassen, aber nicht wie verrückt Lautsprecherkabel verlegen möchte, sollte ein Auge auf die Marke HEOS von Denon haben. HEOS bietet WLAN-Lautsprecher unterschiedlicher Größen für unterschiedliche Räume und Anforderungen an. Der kleinste, HEOS 1, lässt sich sogar im feuchten Bad und unterwegs betreiben. HEOS-Soundbars, AV-Receiver oder Verstärker, die euer bestehendes Heimkino aufrüsten, sorgen auch für aufgepeppten TV-Klang. Das ganze HEOS-System wirkt wie aus einem Guss und spielt hervorragend zusammen. Mit der kostenlosen App stellt ihr flexibel ein, in welchen Räumen ihr Musik hören wollt. Ob Party-Musik im ganzen Haus oder verschiedene Lieder in verschiedenen Zimmern – alles ist möglich. Ganz billig ist der Spaß nicht – wer wirklich viele Räume ausstatten möchte, hat vergleichsweise hohe Anschaffungskosten und der permanente Standby-Betrieb lässt den Stromzähler grüßen. Einen Vergleich zu Konkurrenten wie Sonos kann ich an dieser Stelle nicht liefern, euch aber versichern, dass ich mit meinen HEOS-Komponenten sehr zufrieden bin und sich die Qualität von Wohnen und Leben damit ein Stück weit gesteigert hat. Insofern kann ich jedem, der es sich leisten kann und Interesse hat, empfehlen, sich mit HEOS-Lautsprechern auszurüsten oder die Marke zumindest im Vergleich zu anderen Herstellern anzutesten.

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