Netflix sichert sich Rechte für einen Thriller mit zwei Marvel-Stars

Netflix sichert sich Rechte für einen Thriller mit zwei Marvel-Stars

Netflix schlägt wieder zu. Disney+ rückt immer näher und Netflix unternimmt viele Aktionen, um auf dem Markt zu bestehen. Sei es die Anime-Sparte, die Netflix immer größer ausbaut oder natürlich ihre Serien-Produktionen und die Paramount-Filme. Filme, die können noch so gut sein, ein Erfolg ist natürlich nie garantiert. Also sichert sich Netflix auch diverse Stars und hier ist Netflix der nächste Coup gelungen.

Denn Netflix sichert sich die Roman-Verfilmung Das Handwerk des Teufels. Dieser Thriller wird gedreht von Antonio Campos (Christine) und hatte bereits einen sehenswerten Cast. Nun kommen zwei Stars aus dem Marvel-Universum dazu. Tom Holland (Spider-Man: Homecoming) und Chris Evans (Captain America) sind nun auch dabei und werden einige Fans an den Bildschirm locken. Neben den beiden sind auch noch dabei Robert Pattinson (Twillight), Bill Skarsgard (ES), Mia Wasikowska (Spuren) und Tracy Letts (Die Verlegerin).

In dem gleichnamigen Roman von Donald Ray Pollocks werden sieben verschiedene Geschichten erzählt, die sich über drei Jahrzehnte erstrecken. Dabei geht es um die sieben Todsünden und die Geschichte ist sehr religiös. Wann der Film erscheint ist nicht bekannt und auch nicht, ob es wie bei Roma einen Kino-Release geben wird.

Die Trailer der Woche (KW02/2019)

Die Trailer der Woche (KW02/2019)

So langsam geht in Deutschland auch die Oscar-Saison los und die Kinos tauen wieder auf. So auch die neuesten Trailer! So haben wir neben dem bereits bekannten Trailer von Toy Story 4 auch wieder einen deutschen Film und einen heißen Oscar-Anwärter für euch. Die ersten Monate im neuen Jahr klingen jedenfalls vielversprechend.

A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando

Mit viel Humor, auch auf die eigenen Kosten, wird der Titel zum neuesten Teil von Toy Story bekannt gegeben und gleichzeitig werden auch neue Figuren eingeführt. Ob der neueste Streich von Pixar uns wirklich zu Tränen rühren wird, wie es Tom Hanks bereits ankündigte, werden wir dann am 20. Juni 2019 im Kino sehen.

 

Polar

Habt ihr Bock auf einen überdrehten Action-Blockbuster mit Mads Mikkelsen? Dann ist Polar etwas für euch und das Beste ist, dass der Film ab dem 25. Januar 2019 auf Netflix erhältlich ist. Bei dieser Comic-Verfilmung geht es um einen alten Auftragskiller im Ruhestand, der eine ganze Horde junger Nachfolger erledigen muss. Denn die Firma, für die er arbeitete, will seinen Kopf, da dann alle Pensions-Ansprüche verfallen. Ok, der Plot ist jetzt nicht wirklich herausragend. Allerdings verspricht der Trailer kurzweilige Action-Unterhaltung.

 

VICE – Der zweite Mann

Wenn Christian Bale sich wieder verwandelt und in eine komplett andere Rolle schlüpft, dann ist er auch gleichzeitig ein Anwärter auf den Oscar für die beste Hauptrolle. Dabei schlüpft er in die Rolle des Vizepräsidenten Dick Cheney, der wohl der mächtigste zweite Mann in der Geschichte der USA war. Damals an der Seite von George W. Bush hatte er einen enormen Einfluss auf die Politik der Amerikaner. Der Film kommt am 21. Februar 2019 heraus und ist vom Oscar-Preisträger Adam McKay (The Big Short) gedreht und geschrieben worden. Was Christian Bale mit seinem Körper macht, ist allerdings auch nicht mehr gesund.

 

SWEETHEARTS

Deutsche Komödien mit prominenten Schauspielern sind mittlerweile, zumindest unter den Cineasten, nicht mehr so beliebt. Vielleicht ändert SWEETHEARTS daran etwas. Hier spielen Karoline Herfurth (Vincent will mehr) und Hannah Herzsprung (Lila, Lila) ein ungleiches Paar, was durch einen dummen Zufall zusammenkam und nun zusammen einen Kunstraub durchziehen muss. Dazu kommt dann noch der attraktive Polizist Frederick Lau (Victoria) und erschwert die ganze Sache. Der Trailer sieht ziemlich witzig aus und ich persönlich freue mich schon auf den 14. Februar 2019.

 

Quelle: Disney/Pixar, Netflix, Universum Film, Warner Bros.

Die Trailer der Woche (KW 01/2019)

Die Trailer der Woche (KW 01/2019)

Neues Jahr, neue Woche und neue Trailer! Auch in diesem Jahr präsentieren wir euch wieder wöchentlich die Trailer der Woche und die erste Woche hat bereits einige interessante Filme dabei.

Sex Education

Anfangen wollen wir mit einer Netflix-Produktion. In diesem Film wächst ein kleiner Junger unter einer Sex-Therapeutin auf, ist aber selbst sehr verklemmt bei dem Thema. Bis er an die Uni kommt und sich der Job von seiner Mutter herumspricht. Denn plötzlich ist er als Therapeut gefragt und dabei kommen witzige Situationen zustande. Der Film läuft ab dem 11. Januar 2019 auf Netflix.

 

Wir

Der neue Horror-Film von den Machern des Films Get Out. Auch dieser wird für einen Horror-Film sehr politisch und die Diskriminierung der Schwarzen thematisieren. Dabei erwartet uns wieder ein stimmiger und gruseliger Film, auf den wir schon sehr gespannt sind. Ab dem 14. März können wir uns im Kino selbst davon überzeugen.

 

Beale Street

In Beale Street wird Fonny fälschlicherweise einer Vergewaltigung beschuldigt. In den 70ern hatten Schwarze noch nicht die gleichen Rechte und Bedingungen, um sich zu wehren. Gleichzeitig geht es aber um eine sehr emotionale Liebesbeziehung, die sich gegen Rassismus und falschen Anschuldigungen zur Wehr setzen muss. Der Film ist von den Machern des Films Moonlight und erscheint am 07. März in den deutschen Kinos.

 

Quelle: Netflix, Universal, DCM

Film des Jahres 2018: Roma

Film des Jahres 2018: Roma

Der Film beginnt mit einem Boden aus Fliesen, die gerade mit Wasser sauber gemacht werden. Im Wasser spiegelt sich nur ein Flugzeug, eh diese Spiegelung weggewischt wird. Die erste symbolische Szene. Danach kommt der Vater, selbst Arzt, mit seinem Ford Galaxy angefahren, dessen Motorhaube so groß ist, dass einiges an Geschick benötigt wird, um dieses Auto in die enge Garage zu parken. Schon fast ulkig ist diese scheinbar unbedeutende Szene, doch es gelingt ihm. Wenig später, als das Familienbild erste Risse bekommt, wird das Auto von der Frau eingeparkt allerdings nicht mehr so vorsichtig. Schon fast wütend hämmert sie regelrecht das Auto in die Garage und nimmt dabei Schäden an der Häuserwand und am Auto in Kauf. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie dieser Film arbeitet, nämlich immer symbolisch und bildlich. Alfonso nutzt das Medium in seinen vollen Zügen aus und gibt uns einen Einblick in eine andere Welt, die gerade wir in Europa kaum kennen.

 

Das Ganze spielt in Mexico City, genauer gesagt im Stadteil Colonia Roma in den früheren 70ern und ist ein ganz persönliches Filmepos von Alfonso Cuarón. Es geht um eine Familie mit vier Kindern und der Haushälterin Cleo. Dabei verarbeitet Alfonso seine Kindheit aus der Sicht von eben dieser Haushälterin. Gerade in dieser Zeit ist in Mexiko viel los und zum Beispiel sehen wir ein Plakat der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko oder wir bekommen durch Durchsagen einige politische Veränderungen mit, die in dieser Zeit eben aktuell waren. Auch die Unruhen, die sich in dieser Zeit abspielten, kommen im Film vor. Aber all diese Themen spielen in diesem Film keine zentrale Rolle oder werden nur grob thematisiert. Im Mittelpunkt steht das Leben der Familie und Cleo – ein typisches mittelständisches Leben in Mexiko, das jetzt schon leicht chaotisch ist, aber durch weitere Einflüsse nur noch chaotischer wird.

Interessant dabei ist, dass der Regisseur darauf verzichtet, seine eigene Kindheit in den Mittelpunkt zu stellen. Im Gegenteil, er ist nur eine Randfigur. Die meiste Zeit verbringen wir mit Cleo oder seiner Mutter, den zwei wichtigsten und einprägsamsten Frauen in seinem Leben. Dabei ist Cleo fest in die Familie integriert. Immer wieder gibt es Szenen, wo sie zusammen mit den Kindern TV guckt oder gemeinsam am Tisch isst. Doch sie ist weiterhin eine Angestellte und bekommt dies natürlich auch immer wieder zu spüren, gleichzeitig lebt sie in eher ärmlicheren Verhältnissen. Der Film zeigt die Zweiklassengesellschaft, thematisiert aber auch diese nicht. Im Laufe des Films lernt Cleo einen Mann kennen und wird von ihm schwanger. Als sie es ihm erklärt, haut er ab. Sie wird von ihm allein gelassen, doch die Frau der Familie, Sofiá, hält zu ihr. Kein Wunder, denn im Laufe des Films stellt sich heraus, dass der Vater kaum da ist und später ebenfalls Sofiá allein lässt. Dies kristallisiert sich schnell heraus und selbst als er noch zur Familie gehörte, war er selbst kaum im Haus. Das Familienidyll wird nur vorgetäuscht und sobald dieses Bild ein paar Risse bekommt, wird auch der Zuschauer immer skeptischer. Wieder einmal symbolisch dargestellt, entsteht bei dem Fenster in der Haustür ebenfalls ein kleines Loch und Scherben liegen auf dem Boden. Schnell wird klar: Die Frauen sind auf sich alleine gestellt, doch die Frauen halten zusammen. Sie müssen zusammenhalten.

Hier werden die Erinnerungen von Alfonso Cuarón inszeniert.

 

Der Film ist eine Netflix-Produktion und dennoch kam er ins Kino. Das liegt daran, dass die Filmfestivals und Preisverleihungen oft keine Filme zulassen, die keinen Kino-Release haben. Es wäre auch tatsächlich eine Schande, wenn Alfonso Cuarón, der ein Abo für solche Veranstaltungen hat, es nicht mit seinem besten Film schaffen würde, vertreten zu sein. Also kapitulierte Netflix, die eigentlich dem Kino den Kampf ansagten. Roma gibt es auch für die große Leinwand. Für viele ist daher klar: Diesen Film muss der Fan im Kino sehen. Auch die ersten Kommentare und Meinungen der Zuschauer meinten, dieser Film entfalte erst auf großer Leinwand sein wahres Potenzial und es sei eine Schande, diesen freiwillig nicht im Kino anzusehen. Nun, ich habe diesen Film im Kino und auch Zuhause angesehen. Klar glänzt der Film mit umfassenden Bildern und ist gerade zum Ende hin sehr intensiv. Etwas, was im Kino bei den meisten Zuschauern besser rüberkommt. Doch dabei vergessen viele, dass der Film nur in wenigen Kinos laufen würde und für viele es gar nicht möglich wäre, diesen Film zu sehen. Dazu kommt, dass der Film komplett in Schwarz-Weiß gedreht wurde und ohne größere Stars auskommt. Für viele sind das keine Argumente, um 10 Euro oder mehr für eine Kinokarte auszugeben. Der Film wird so viel mehr Menschen erreichen und ich bin mir sicher, dass dadurch der Film auch von deutlich mehr Menschen gesehen wurde und wird. Eigentlich ist das etwas, worüber wir Filmfans uns freuen sollten.

Ansonsten würden viele Menschen keinen Zugang zu den zweifelsohne tollen Kamerafahrten und Szenen haben. Jede Sekunde des Bildes könntet ihr festhalten und ausdrucken, um diese an die Wand zu hängen. Selbst Hundekot war noch nie schöner zu bestaunen. Alfonso wollte seine Kindheitserinnerungen, die sich bei ihm einbrannten, für alle öffentlich machen, und das ist ihm gelungen. Dabei setzt er auf große Panoramabilder, wobei immer eine Figur oder eine Szene im Vordergrund steht, während im Hintergrund aber auch sehr viel passiert. So zum Beispiel die Szene, als Cleo ihrem Freund sagt, dass sie Schwanger ist. Dieser Dialog findet im Kino statt. Während die zwei im Vordergrund zu sehen sind und wir ihnen gespannt zuhören, sieht das Auge den laufenden Film im Kino und beobachtet diesen Moment. Der Film ist dabei sehr ruhig erzählt. Er spielt nicht nur in den 70ern, er könnte auch aus dieser Zeit sein. Je mehr wir von diesem Leben sehen, desto mehr werden wir in das Leben auch hineingezogen. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und der Film trifft mit einer unglaublichen Intensität den Magen. Dabei entstand auch die wohl die beste Szene des Jahres 2018, die gleichzeitig schrecklich mit anzusehen ist. Das alles geht nur auf, weil Alfonso den Charakteren viel Zeit gibt. Dies wird viele auch abschrecken und Unterhaltung ist dieser Film ganz sicher nicht. Eher ist er teils ungemütlich und Zuschauer müssen ständig die Konzentration oben halten, um wirklich viele Details einzufangen.

Zusammen mit Cleo hält die Familie zusammen, auch in den schwierigsten Zeiten.

 

Was bleibt? Zwei starke Frauen, die zusammenhalten. Getrennt in der Klasse, vereint durch das allein gelassen werden. Dabei wird Cleo von Yalitza Aparicio gespielt und es ist kaum zu glauben, dass das ihr erster Film ist. Ängstlich, unterwürfig und leicht naiv, aber mit viel Wärme und einem großen Herz – so wird sie glaubhaft gespielt und der Zuschauer schließt die Haushälterin schnell in sein Herz. Im Übrigen gibt es weder eine englische, noch eine deutsche Synchronisation. Den Film könnt ihr nur in der Originalsprache, Spanisch, bewundern. Dieser Film ist allen Frauen gewidmet, die es nicht leicht haben und von der Männerwelt im Stich gelassen wurden. Noch mehr ist es ein Dank von Alfonso Cuarón an seine Mutter und seine Haushälterin. Am Ende blickt die Kamera in den Himmel und wieder fliegt ein Flugzeug weg. Diesmal wird es nicht weggespült. Diesmal darf es weiterfliegen, wie die Träume von Cleo.

Christmas Chronicles: Kritik zum erfolgreichsten Netflix-Film

Christmas Chronicles: Kritik zum erfolgreichsten Netflix-Film

Unter dem Begriff Qualitätsoffensive von Netflix erwarten nun einige Kunden auch richtige Meisterwerke. Doch darum geht es nicht. Netflix geht es ausschließlich darum, dass die Filme nicht mehr so billig und schnell verwirklicht werden und dabei nicht einmal eine durchschnittliche Qualität erreichen. Denn herausgekommen sind Filme, die wohl eher zu den schlechteren Filmen im Portfolio von Netflix zählen dürften. Der Weihnachtsfilm Christmas Chronicles fällt ebenfalls unter diese Qualitätsoffensive und, dies schon einmal vorweg, ist zum Beispiel auch kein Meisterwerk. Dennoch hat dieser Film seine Daseinsberechtigung und nicht nur wegen des Erfolges. Das ist aber gleich das nächste Thema. Denn Christmas Chronicles ist der erfolgreichste Film, den Netflix je produzierte und ebenso auch der erfolgreichste Film für den Schauspieler Kurt Russell (Die Klapperschlange, Big Trouble in Little China). Gleichzeitig behauptet Netflix, dass dieser an den Kinokassen so erfolgreich wäre, wie die meisten anderen Blockbuster. Relevant genug, um von uns besprochen zu werden.

 

Die zwei Geschwister Teddy und Kate waren früher unzertrennlich und besonders Weihnachten war dank des Vaters Doug immer etwas ganz Besonderes. Doch der Feuerwehrmann starb bei einer Rettungsaktion und die Geschwisterliebe entzweite sich. Besonders Teddy kommt vom richtigen Weg ab und hängt lieber mit diversen Gangbanden ab. So ist es kein Wunder, dass die Mutter Claire völlig überfordert ist. Auch Weihnachten ist nicht mehr so schön wie früher und eher eine Nebensache. Doch als Kate ihren Bruder überredet auf den Weihnachtsmann zu warten, landen beide, da auch viel zu neugierig, in seinem Schlitten. Doch geschockt von den zwei Kindern verliert der Weihnachtsmann die Kontrolle über den Schlitten. Schlitten, Rentiere, Zaubermütze und Geschenksack sind nun irgendwo in Chicago verstreut. Alle drei müssen sich nun zusammentun, um Weihnachten zu retten…

Sind wir ehrlich. Die Geschichte ist jetzt weder besonders innovativ oder besonders spannend. Auch muss man sich am Anfang fragen, wie leicht können die Kinder den Weihnachtsmann austricksen? Geschenkt! Dieser Film ist eine ganz klassische Actionkomödie und wenn ihr nur eine Minute über den Film nachdenkt, werdet ihr noch mehr Fragen haben. Doch der Film ist eben auch klassisches Popcorn-Kino. Moment? Wie genau nennen wir jetzt solche Filme, die als Stream laufen? Auch egal jetzt. Trotzdem stelle ich fest, dass der Film schon irgendwie tragisch beginnt und für einen Weihnachtsfilm eher schwer anfängt. Allgemein ist der Humor und auch so manche Szene für Kinder ungeeignet. Gerade am Ende wusste ich nicht so wirklich, welche Zielgruppe dieser Film eigentlich hat. Tatsächlich könnte der ganze Weihnachtszirkus mit einem anderen Fantasie-Gebilde ersetzt werden und wir hätten noch immer eine gelungene Actionkomödie.

So harmonisch ist es nur bei dem sehr schönen Intro.

Wäre da nicht der Humor. Der bezieht nämlich seine größten Momente aus dem Weihnachts-Setting. Immer wieder gibt es Anspielungen auf die Vereinnahmung der Werbeindustrie oder allgemein der einen oder anderen Legende über den Weihnachtsmann. Wenn sich unser gar nicht so dicker Weihnachtsmann nämlich ständig über sein viel zu dickes Abbild beschwert, die eine Cola-Werbung verwendet, dann sind schon einige Lacher vorprogrammiert. Auch die fleißigen Elfen sind teils lustig und entsprechen dem typischen Klischee der Elfen. Auf der anderen Seite sind diese gar bösartig und der Zuschauer wird sich wundern, was so in deren Köpfen vorgeht. Chris Columbus, der Regisseur von Kevin – Allein zu Haus, leitete die Produktion und an vielen Stellen ist das zu spüren. Wie kaum ein anderer Filmemacher hat er das richtige Gespür für kleinere emotionale Momente und für das Timing in Sachen Humor. Dass der Film allerdings kaum Kinder erreichen wird und später eben dieses Gespür vermissen lässt, liegt wohl daran, dass die Regie von Clay Kaytis übernommen wurde, der noch nicht so viel Erfahrung besitzt und mit Angry Birds bewies, dass er für das Familienkino kein glückliches Händchen besitzt.

Kurt Russell als Weihnachtsmann ist dafür ein klarer Glücksgriff und rettet den Film über den Durchschnitt. Natürlich war der frühere Action-Held noch nie der beste Schauspieler aller Zeiten und wird es auch nicht mehr. Aber sein Talent für Comedy-Rollen hat er schon sehr oft bewiesen und auch hier stiehlt er allen die Show. Wir sehen keinen warmherzigen und freundlichen Weihnachtsmann, sondern eher einen frechen und teils verärgerten Weihnachtsmann, der sich zudem Sorgen darum macht, dass seine Frau von einem Diebstahl etwas mitbekommt. Glücklicherweise sehen wir aber keinen Trinker oder groben Santa Claus, wie es heute in Hollywood wohl üblich ist. Zudem ist es auch bis zum Schluss lustig, wenn er die Menschen entwaffnet, indem er die Wünsche der vergangenen Jahre entgegen hält. Wer wäre da nicht geschockt? Christmas Chronicles zeigt uns einen frischen und unverbrauchten Weihnachtsmann. Leider hat dies auch zur Folge, dass die Szenen ohne ihn dann auch stark abfallen. Später, wenn die zwei Kinder alleine unterwegs sind und auch die emotionale Komponente eintritt, fühlen sich die Szenen irgendwie wie ein Fremdkörper an. Das liegt auch an den beiden Kinderdarstellern, die nicht wirklich überzeugen können. So hart es klingt, die tragische Geschichte der beiden ließ mich zumindest völlig kalt. Erst bei dem großen Finale schafft es der Film, doch noch große Gefühle zu erzeugen und das, ohne auf die Tränendrüse zu drücken.

Das Highlight in diesem Film ist ganz klar Kurt Russell als Weihnachtsmann.

Die Action selbst ist oft schön inszeniert und spielt natürlich ebenfalls mit einigen Gimmicks von Santa Claus. Besonders die Kulissen und das Design so mancher Gegenstände sehen toll aus. Nichts davon wird ewig im Kopf bleiben, unterhaltsam ist das Ganze dennoch. Allein die CGI-Effekte fallen hier stark ab. Die Elfen sehen nicht wirklich gut aus und gerade wenn sie mit den echten Schauspielern interagieren, ist deutlich zu erkennen, dass der Film noch etwas Feinschliff vertragen könnte. Auch die Rentiere sehen nicht mehr zeitgemäß aus. Die CGI-Effekte werden aber im weiteren Verlauf des Films weniger und so stören sie nicht allzu sehr.

Insgesamt ist Christmas Chronicles ein kurzweiliger und lustiger Film für einen tollen Filmabend kurz vor Weihnachten. Er unterhält und macht wirklich Spaß. Nichts davon ist etwas, was es noch nie so vorher gab und dennoch wirkt er relativ frisch. Das liegt wohl daran, dass der Film in einer Zeit erscheint, wo solche Filme eher eine Ausnahme bleiben. Warum dieser Film ein so gigantischer Erfolg wurde, ist mir aber ein Rätsel. Das liegt nicht an der Qualität, sondern schlichtweg daran, dass der Film die eigentliche Zielgruppe verfehlen könnte. Doch das spielt am Ende auch keine Rolle. Am Ende bekommen wir eine unterhaltsame Actionkomödie mit Kurt Russell, den auch alle Fans von Kurt Russell sehen sollten. Gibt schlimmere Filme, um seine Zeit zu verschwenden.