Ein letzter Job in unserer Filmkritik

Ein letzter Job in unserer Filmkritik

Es war das Jahr 2015, als ältere Herren versuchten einen Tresor zu knacken und gleichzeitig den größten Raub in der Geschichte von England für sich zu verbuchen. Dabei ist die Geschichte so interessant, dass eigentlich ein Film nur eine Frage der Zeit war. Inszeniert wird das Ganze von James Marsh (Die Entdeckung der Unendlichkeit), dieser hat sich wohl die größten älteren britischen Schauspieler dazu geholt, die es aktuell gibt. Laut eigenen Aussagen wollte man für diesen Film Michael Caine als Erstes holen, um mit ihm andere Kollegen anzulocken. Zumindest der Plan ging auf, so wie auch der Heist-Job und am Ende soll doch nicht alles glatt gehen. Es ist witzig, dass dieser Film tatsächlich nicht konsequent zu Ende gebracht wird, wie eben die Rentner im echten Leben ihren Plan nicht konsequent durchgeplant haben…

 

Der frühere Meister-Verbrecher Brian Reader hat durch einen tragischen Tod seine Frau verloren und ihr kurz vorher versprochen, dass er sich zur Ruhe setzen wird. Doch es juckt ihm noch immer in den Fingern und so plant er einen „letzten Job“. Das Ziel? Das berühmte Hatton Garden-Quartier, denn dafür braucht es ein erfahrenes Team und deswegen holt er sich noch vier weitere Veteranen aber auch jemanden der sich mit Computern auskennt, einen jüngeren Ganoven. Der Raub selbst wird gut geplant und dennoch zeigt sich immer mehr, dass das Team sich untereinander misstraut und wohl selbst im Wege stehen wird…

Dieser Raub, den wir in Deutschland wohl kaum so richtig mitbekommen haben, liest sich schon wie ein Drehbuch. Ein Wert von 14 Millionen Pfund gestohlen von einer Truppe von Rentnern, dessen Anführer stolze 76 Jahre alt war. Die Gefahr allerdings, dass wir wieder einen respektlosen und langweiligen Film voller Rentner sehen, bestand dennoch. Hier muss sich aber der Regisseur nichts vorwerfen lassen. Die Witze über das Alter sind meistens respektvoll und nicht komplett unter der Gürtellinie. Doch ein anderes Problem dieser Geschichte zeichnet sich ab. Das Ende ist einfach nicht mehr unterhaltsam.

Da guckt jemand und fragt sich, wie man da durchpassen soll. © studiocanal 2018

 

Noch in der ersten Hälfte hat der Film einige komödiantische Elemente und ist tatsächlich spannend inszeniert, besonders wenn man die Originalgeschichte noch nicht kennt. Die Planungs-Sequenzen aber auch der Einbruch selbst sind wirklich gelungen und hier können die Schauspieler auch richtig glänzen. Ebenso wird an der einen oder anderen Stelle der Streit dieser Bande immer deutlicher, aber das tut der Spannung keinen Abbruch. Ist der Einbruch aber vollendet und es beginnt die zweite Hälfte des Films, baut die Geschichte unglaublich stark ab. Der Film verliert dann auch den komödiantischen Anteil und wird mehr zu einem Gangster-Thriller. Doch für einen guten Thriller braucht es etwas Spannung und am Anfang noch ein paar Fragezeichen. Dabei ist aber von Anfang an klar, wer wen hintergehen wird. Dazu kommt, dass der Zuschauer dann viele Szenen sieht, die uns nun die Verfolger, also die Polizei, näherbringen. Es ist absolut offensichtlich, was demnächst passieren wird. Das liegt auch daran, dass die alten Hasen sich absolut unglaubwürdig verhalten. An dieser Stelle ist es unglaublich, dass diese Geschichte auch zum Ende hin wahr ist und doch, nach eigenen Recherchen, es ist genau so abgelaufen. Wie solche Ganoven, mit dieser Erfahrung, es am Ende so verkacken können, bleibt wohl ein Rätsel. Dem Film tut das jedenfalls nicht gut. Oder die Drehbuchautoren hätten sich dafür entscheiden sollen, den komödiantischen Anteil lieber fortzuführen, um sich über diese Dummheit und diese Ironie etwas lustig zu machen.

Das absolute Highlight von diesem Film ist selbstverständlich die Besetzung. Was bedeutet selbstverständlich? Dieser Cast hat es ja eigentlich auch nicht mehr nötig und dennoch haben alle sichtlich viel Spaß, das überträgt sich auch auf den Zuschauer. Michael Caine als Planer ist wohl die Figur, die hin und hergerissen ist. Zum einen hat er seiner Frau etwas versprochen, zum anderen aber will er dennoch diesen einen Job noch beenden. Die anderen älteren Herren sind dagegen eher für den witzigen Teil zuständig. Tom Courtenay als technophober Rentner, der das Internet nicht versteht oder Jim Broadbent der als kranker Psychopath tatsächlich am meisten Spaß macht. Der junge Charlie Cox fällt hier allerdings etwas heraus und bleibt als Computernerd etwas blass. Das kann aber auch an der Vorlage liegen. Denn Basil, den Charlie verkörpert, ist bis heute nicht gefasst und der einzige kluge Ganove in dieser Gruppe, der sich rechtzeitig absetzte und sich heute wohl kaputtlacht. Über ihn ist so gut wie nichts bekannt und die Autoren wollten ihn scheinbar auch so wirken lassen. Die falsche Entscheidung, denn so wirkt seine Figur wie ein Fremdkörper.

Am Ende haben sich die Ganoven nicht wirklich klug angestellt… © studiocanal 2018

 

Fazit

Leider ist nur die erste Hälfte wirklich unterhaltsam und am Ende wirkt der Film etwas unausgegoren. Die etwas lockere und leichtere Atmosphäre der ersten Hälfte hätten die Verantwortlichen ruhig beibehalten sollen, dies hätte weiterhin gut zu dieser Geschichte gepasst. Der alte Cast kann den Film dafür aber noch etwas retten und so macht es wenigstens Spaß, diese alten Hasen vereint zu sehen.

Die Trailer der Woche (KW11/2019)

Die Trailer der Woche (KW11/2019)

Es ist Sonntag und das bedeutet was? Na klar! Trailer der Woche! Mal sehen was wir in dieser Woche haben. Heute haben wir dazu einen Disney-Film, etwas mit Herr der Ringe und mehr? Wir werden sehen! Diese Woche kam jedenfalls einiges an Trailern heraus. Was ihr vermissen werdet? Vielleicht der eine oder andere Trailer von Marvel oder DC? Keine Sorge! Mindestens einen Trailer von diesem Studio haben wir ganz bestimmt dabei und damit könnt ihr euch auch auf einen Superhelden-Trailer freuen! Mit dem fangen wir auch direkt mal an!

Shazam

DC macht einen auf Marvel? Jap! DC plant schon länger zwei Sparten aufzubauen. Ein eher raueres Universum und eines, was sich Marvel etwas ähnelt. Letzteres dürfte wohl auf Shazam zutreffen und tatsächlich wirkt der Trailer auch sehr lustig. Ob dann auch etwas Diversität verlorengeht, sei aber auch einmal dahingestellt. Deswegen abwarten. Die perfekten Schauspieler sind jedenfalls bereits da!

 

Good Boys

Ein Trailer, den die Hauptdarsteller gar nicht sehen dürfen., Völliger Irrsinn? Ja und damit fängt der Trailer auch schon an. Aber was dann folgt ist ebenfalls sehr lustig. Nach längerer Zeit könnte damit eine bessere Komödie mit härterer Sprache auf uns zukommen. Wir sind gespannt und hoffen, dass die Hauptdarsteller sich auch an den Jugendschutz halten…

 

Aladdin

Beim letzten Trailer gab es ganz schön viel Kritik, besonders wegen Will Smith. Doch die Gemüter scheinen wieder beruhigt, als der nächste Trailer erschien und die CGI-Effekte ausgereifter sind und auch viel zu sehen ist, dass Will Smith seinen Flaschengeist doch etwas anders interpretiert. Ich persönlich habe noch etwas Bauchschmerzen bei den restlichen Szenen aber nun fürs Erste den Film abwarten!

 

Tolkien

Wer ist die Person, die Herr der Ringe geschrieben hat? Was hat ihn inspiriert oder beeinflusst? Diese Frage stellt der Film Tolkien, ist schon einmal gut besetzt und der Trailer verspricht tolle Bilder. Wir werden sehen, ob dieses Biopic dem Autor auch gerecht wird.

 

Kursk

Komm wir hauen noch einen raus! Wie wäre es mit einem Drama nach einer wahren Begebenheit und ebenfalls tollen Schauspielern? Ein U-Boot-Katastrophenfilm auf engsten Raum? Dann ist Kursk etwas für euch und hoffentlich kann er die Spannung bis zum Schluss halten!

 

Das schönste Paar

Und zum Abschluss noch einen deutschen Film! Das schönste Paar überzeugte bereits auf einigen Festivals und behandelt die Geschichte von einem Pärchen, wo die Frau vergewaltigt wird und der Mann den Täter einige Jahre später wieder sieht. Ein emotionales und sensibles Drama beginnt! Für viele Festival-Besucher gilt dieser Film als der beste deutsche Film in diesem Jahr. Am 2. Mai können wir uns selbst davon überzeugen.

 

Quelle: Warner Bros., Good Boys, Universal Pictures, Moviepilot, Disney, Kinocheck

Die Filmkritik zu Captive State

Die Filmkritik zu Captive State

Wer Blockbuster mag, hat es aktuell nicht einfach. Neben dem x-ten Superheldenfilm, die sich immer weniger unterscheiden, oder anderen großen Franchise-Marken, die sich ebenfalls ziemlich ähnlich und einfach nur noch “more of the same” sind, kann das Blockbuster-Kino nur noch langweilen. Neue Designs, Welten oder Marken? Fehlanzeige! Dieses Jahr ist dabei besonders schlimm, wenn es um das Thema Fortsetzungen geht. Das Jahr ist vollgestopft mit weiteren Blockbustern, eigenständige Filme oder neue Marken? Wieder Fehlanzeige! Doch es gibt auch Licht am Horizont und wenn ihr euch nicht blenden lasst, von dem ganzen Wahnsinn der gerade im Blockbuster-Kino abgeht, und euch auch mal an neue Marken traut, dann findet sich eben doch der eine oder andere Film, der das Blockbuster-Kino bereichern wird. Captive State könnte so ein Film werden, die ersten Trailer machten Lust auf mehr und am Ende kam dann auch tatsächlich ein unterhaltsamer Film heraus.

 

Seit nunmehr 10 Jahren besetzen Aliens die Erde. Als sie ankamen, haben die Regierungen ihre bedingungslose Kapitulation an die Aliens übermittelt. Doch das scheint gar nicht so schlimm zu sein. Denn es gibt keine Kriege, keine Verbrechen oder gar Armut. Die perfekte Welt, zumindest wirkt es oberflächlich betrachtet so. Freie Meinung, Freiheit allgemein, Pressefreiheit und eine Opposition? Gibt es nicht. Armut und auch Verbrechen gibt es noch sehr wohl und dass die Waffen entsorgt wurden, dient nur dazu, dass die Aliens keine Gegenwehr fürchten müssen oder mit Widerstandskämpfern. Einen Versuch von Widerstandskämpfern gab es bereits und die Aliens haben einfach einen kompletten Stadtteil lahmgelegt. Doch es regt sich neuer Widerstand und es beginnt ein Kampf zwischen den Rebellen, der Polizei und den Aliens. Denn die Oberen der Polizei haben sich schon längst auf einen Pakt mit den Aliens eingelassen und sind eingeweiht in die richtigen Pläne der Invasoren…

Was es auch ist, irgendwas verbindet die beiden Kontrahenten © 20th Century Fox 2019

Bereits 2018 sollte der Film eigentlich erscheinen. Erst im März, dann im August und nun? Nun sollte der Film am 28. März 2019 zumindest einen deutschen Kinostart bekommen, also fast ein Jahr später. Im Gegensatz zum Vorjahr ist dieser Film zumindest mittlerweile fertig (sonst könnte ich ja auch diese Kritik nicht schreiben…), dennoch wurde einfach, ein paar Wochen vorher, der Kinostart gestrichen und wann der Film nun laufen wird, weiß niemand. Wir von playto.de werden euch jedenfalls auf den Laufenden halten. Diese merkwürdige Produktionsgeschichte im vergangenen Jahr und die Verschiebung in diesem Jahr sind jedenfalls keine guten Zeichen für den Zuschauer. Vielleicht liegt es auch an der starken Konkurrenz. Die Produktionsschwierigkeiten aus dem vergangenen Jahr jedenfalls merkt der Zuschauer diesem Film nicht an und es soll niemand sich davon abschrecken lassen.

Denn das Drehbuch oder die Geschichte selbst wirkt zu keiner Zeit zerstückelt. Am Anfang sieht man wie zwei Eltern versuchen zu fliehen und dann aber von Aliens angegriffen werden. In dieser sehr atmosphärischen Szene wird klar, dass diese Invasoren scheinbar sehr mächtige Fähigkeiten haben. Mit nur einem Schrei zerplatzen einfach mal die Köpfe. Keine Sorge, der Film ist kein Splatter-Film, dazu aber gleich mehr. Nach diesem tollen Intro folgen ein paar Szenen aus Funk und Fernsehen, die dem Zuschauer erklären, was in den letzten 10 Jahren genau passiert ist. Der Film schafft es sehr geschickt, andere Eckdaten der letzten 10 Jahre oder kleinere Merkmale in die Geschichte einzubinden. So hat zum Beispiel auch jeder eine Art Chip im Hals. Dadurch wird jeder Erdbewohner geortet oder abgehört. Oder man erfährt etwas über eine Rebellengruppe, die sich dem Ganzen widersetzen will und sich ständig versteckt. Was die Aliens genau vorhaben und wie sie diverse Menschen für ihre Zwecke einbinden, wird ebenfalls ganz geschickt während des Films eingestreut und so bröckelt auch immer mehr die tolle Fassade, die von den Aliens aufgebaut wurde.

Wir sind dabei immer bei Gabriel, der ebenfalls ständig verfolgt wird aber eigentlich einen guten Job hat und zufrieden sein könnte. Doch Gabriels Bruder wird vermisst und war eben früher bei der Rebellion. Er weiß also, dass die Aliens nur das schöne Leben vorspielen. Dabei trifft er immer wieder auf den Polizeichef Mulligan, der klare Kante zeigt aber in Gabriel noch etwas Hoffnung hat. Er möchte ihn von seiner Position überzeugen. Diese zwei Hauptfiguren sowie das typische Katz- und Mausspiel hält so die Geschichte am Leben und wird dadurch immer wieder vorangetrieben. Bis Gabriel die Vergangenheit von seinem Bruder aufdeckt und einer Verschwörung auf die Schliche kommt. Auch die Geschichte der einzelnen Personen ist immer wieder interessant, wenn auch vorhersehbar. Hier und da kommt es auch zu kleineren Logiklöchern und wenn man über bestimmte Inhalte oder Erklärungen etwas nachdenkt, bricht hin und wieder auch ein Element aus dem Film zusammen. So fragte ich mich schon sehr früh, wie es überhaupt möglich ist mit so einem Chip im Hals, der dich komplett orten und abhören kann, überhaupt irgendwas zu planen. Später im Film gibt es dazu auch eine Lösung, aber schon vorher wäre es ein Leichtes für die Aliens und der Polizei gewesen, die Rebellen im Keim zu ersticken. Doch der Film gibt dem Zuschauer gar nicht so viel Zeit zum Nachdenken und hat ein sehr gutes Pacing. Captive State springt von einer spannenden Szene zur Nächsten und von einem interessanten Plotpunkt zur nächsten Action-Sequenz. Auch wenn das Finale sehr vorhersehbar wird, schafft es der Film zumindest innerhalb der einzelnen Szenen Spannungen zu erzeugen und hält den Zuschauer so am Ball.

Auf der Suche nach der Wahrheit bemerken wir, es ist doch nicht alles so perfekt. © 20th Century Fox 2019

Das liegt auch an der guten Inszenierung. Sei es die gute Kameraarbeit und die tollen Bilder, wie ein großes Raumschiff über einem Football-Stadion, oder auch der Soundtrack, der den Szenen noch einmal Druck verleiht und etwas pusht. Bei diesem Film, gerade für die Stimmung, sollten auch die Soundeffekte nicht unerwähnt bleiben. Wenn die Aliens in der Nähe sind oder gar kommunizieren, ist das immer ein sehr bedrohliches und beklemmendes Gefühl für den Zuschauer. Dies überträgt damit die aktuelle Stimmung des Films auch auf den Zuschauer. Das Beste dabei ist, gerade heute, dass der Film sich dabei komplett ernst nimmt und selbst coole Oneliner eher ausbleiben. Das verstärkt einfach noch einmal die Bedrohlichkeit, die von diesem Überwachungssystem und den Aliens ausgeht, so wie eben auch die scheinbare Übermacht der Aliens. Das Design der Aliens und deren Raumschiffe sind im Übrigen ebenfalls einzigartig und gelungen. Sie werden dabei nicht zu häufig in Szene gesetzt, viele Raumschiffe sind teils auch einfach nur die Kulisse im Hintergrund, wenn sie zum Beispiel im Wasser stehen und dort nach Ressourcen bohren. Gleichzeitig haben sie eben etwas sehr Gruseliges sowie Gefährliches in ihrem Aussehen und es fällt etwas schwer zu glauben, dass die anderen Erdbewohner solchen Kreaturen vertrauen. Doch was will man machen, wenn mit einem Klacks ein ganzer Stadtteil zerstört werden könnte?

Der Hauptdarsteller, Ashton Sanders, hat schon in Straight Outta Compton sein Talent bewiesen und ist nun auch hier sehr solide. Da seine Figur eher blass bleibt und er mehr dazu dient den Zuschauer an die Hand zu nehmen, hat er auch nicht die größte Aufgabe. Die hat dann eher auch John Goodman, der den kalten und pragmatischen Polizisten darstellt, der aber auch gleichzeitig sich illegal in Bordellen aufhält. Er wirkt auf den ersten Blick ebenfalls wie ein eindimensionaler Charakter, doch wird dem Zuschauer sehr schnell klar, dass seine Figur ein Geheimnis hat, noch dazu ist er wohl doch nicht so eiskalt, wie befürchtet. John Goodman schafft es dem Film auch ein Gesicht zu geben und als Antagonist wird er durch seine Präsenz schnell zur Hauptfigur. Vera Farmiga dagegen kommt zu selten vor und wirkt irgendwie verschenkt, obwohl der Film einen weiteren Sympathieträger gebrauchen könnte. Denn bei der ganzen soliden Arbeit von Ashton, seine Geschichte wirkt gerade am Ende dann auch etwas belanglos und geht etwas unter.

Auf dem Weg zu den Invasoren, um zu verhandeln. © 20th Century Fox 2019

Fazit

Der Film ist definitiv kein Meisterwerk und ist auch im Blockbuster-Kino nicht der heilige Gral. Aber er ist frisch und sticht sehr schön aus dem Einheitsbrei hervor, gerade dank seiner Optik und auch, weil der Film sich komplett ernst nimmt oder aktuellen Trends nicht hinterher jagt. Viel wird in diesem Film erzählt und auch zu Ende geführt, vieles überlässt der Film auch dem Zuschauer oder findet im Hintergrund statt. Captive State ist vielleicht etwas vorhersehbar und hier und da sollte man nicht zu sehr darüber nachdenken, dennoch schafft es der Film, den Zuschauer nicht für blöd zu verkaufen. Entertainment-Kino, wie ich es mittlerweile viel zu selten sehe.

Der Termin für den neuen Star Wars Trailer steht fest

Der Termin für den neuen Star Wars Trailer steht fest

Am 19.12.2019 kommt Star Wars Episode 9 in die Kinos, doch bisher ist so gut wie nichts über den letzten Teil der neuen Trilogie bekannt. Selbst ein Teaser ist noch nicht erschienen oder überhaupt ein Datum, wann der Trailer zu sehen ist. Auch der Titel für den neuen Film wird vermisst. Doch es wird langsam Zeit die Werbetrommel zu rühren und so ist nun der Termin für den ersten Trailer bekannt.

So wird es auf der diesjährigen Star Wars-Celebration, eine Messe für das Star Wars-Franchise, den Trailer geben. Die Messe findet vom 11.04.2019-15.04.2019 statt und es gibt ein Panel nur für Star Wars 9. Am 12.04.2019 werden J.J. Abrams und Kathleen Kennedy auf diesem Episode 9 vorstellen und dort wird dann auch der Trailer bestätigt. Ob auch Fans diesen Trailer sehen können, ist noch nicht bekannt. Schon Episode 8 wurde auf diesem Panel vorgestellt und auch da gab es dann den ersten Trailer. Wir sind gespannt!

Quelle: Star Wars-Celebration

Die Trailer der Woche (KW10/2019)

Die Trailer der Woche (KW10/2019)

So langsam geht es mit den Blockbustern los und wir können uns wieder darauf einstellen, dass es jede Woche einen neuen Blockbuster geben wird. Sicherlich wird es dann auch ganz schön viele Trailer geben und die eher kleineren Produktionen gehen unter. Doch neben guten Blockbuster-Trailern stellen wir euch ja auch eher kleinere Produktionen vor, so solltet ihr nichts verpassen.

Game of Thrones Staffel 8

Fangen wir doch diesmal mit einer Serie an. Die Rede ist von Game of Thrones, die in diesem Jahr das große Staffel-Finale haben wird. Der Trailer verspricht nun eine große Schlacht und eine noch größere Aufmachung, als eh schon. Wir sind gespannt, wie diese Serie ihr Ende finden wird.

 

High Life

Hier scheint ein richtiges Sci-Fi Meisterwerk in die Kinos zu kommen. Natürlich von dem New Yorker Indiestudio A24. Mit dieser Besetzung und der Prämisse sollte jedenfalls nicht so viel schiefgehen. Der Trailer verrät auch nicht zu viel und erzeugt eine unglaubliche Spannung. Wir freuen uns daher auf den 30. Mai 2019.

 

Tea with the Dames

Wenn großartige Schauspielerinnen, die auch schon einiges erlebt haben, sich auf eine Tasse Tee verabreden, dann kann das Gespräch wahnsinnig interessant sein und neue Einblicke in das Schauspiel-Leben geben. Dies behandelt Tea with the Dames, wo sich Eileen Atkins, Judi Dench, Joan Plowright und Maggie Smith etwas unterhalten. Neben ein paar interessanten Informationen wird es wohl auch den einen oder anderen Tratsch geben, den wir dann am 25. April uns ansehen können.

 

Der Fall Collini

Diesen Film hatten wir schon einmal in unserer Rubrik und auch die Frage, ob Elyas M‘Barek mehr kann? Nun kommt ein etwas ausführlicherer Trailer und die Zweifel sind nicht komplett weg. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt und irgendwie sieht der Trailer ja auch ganz interessant aus. Der Kinostart, 18.04.2019, ist ja nicht mehr so weit weg.

 

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

Zum Abschluss haben wir wieder mal einen Animationsfilm. Denn der neue Asterix kommt schon am 14. März und wir freuen uns schon, nach dem guten Vorgänger, wieder in die Welt der Gallier einzutauchen. Diesmal nicht nur mit einem Trailer, sondern auch einem Clip, der tatsächlich Lust auf mehr macht. In den kommenden Tagen sollten Asterix-Fans so oder so auf unserer Seite einmal vorbei schauen…

Quelle: Game of Thrones, A24, KinoCheck, Constantin Film

Der mysteriöse Border in unserer Filmkritik

Der mysteriöse Border in unserer Filmkritik

Wer den Trailer zu Border sieht, wird vielleicht getäuscht. Was wie ein schwedisches Drama aussieht, was ein ungewöhnliches Liebespaar zeigen wird, ist am Ende ein Fantasy-Thriller. Am Ende kommt wohl, auch wenn das Jahr noch sehr jung ist, mit die größte Überraschung des Jahres heraus, die schon bei Cannes für viel Begeisterung sorgte. In Schweden feierte der Film bereits im letzten Jahr im August seine Premiere, in Deutschland erscheint der Film erst am 11. April und vorweg sei auch gesagt, dass der Filmstart wohl limitiert ausfallen wird. Selbst in den kleineren Programmkinos wird der Film wohl eher selten gezeigt werden. Doch die Aufmerksamkeit lohnt sich, denn der Film ist tatsächlich etwas, was ihr nicht vergessen werdet.

 

Tina ist anders und das schon immer, zumindest seit sie sich erinnern kann. Nicht nur, dass ihr Gesicht etwas verformt ist und sie schon dadurch eine Erscheinung ist, sie hat auch einen enorm starken Geruchssinn. Sie kann Angst, Stress oder andere Emotionen riechen. Deswegen ist sie in ihrem Job, an der Grenze, eine ausgezeichnete Schnüfflerin und kann Drogenfahnder oder andere Kriminelle regelrecht riechen. Doch dies ist dann auch wirklich ihr einziges Glück im Leben. Ihren Freund Roland, ein Hundezüchter, interessiert das nicht und er nutzt sie aus, die Hunde von ihm reagieren auf sie auch übertrieben aggressiv. Ihr Vater hat Demenz und so eine richtig gute Beziehung hatten sie auch nicht. Doch irgendwann kommt Vore in ihr Leben und aus irgendeinem Grund fühlt sie sich nicht nur zu ihm hingezogen, sie haben auch dieselben Narben, dieselben Verformungen im Gesicht und auch irgendwie dieselben Attitüden. Vore weiß aber auch warum das so ist und klärt Tina immer mehr auf, während Tina sich auch in Vore verliebt. Viel Mystik, in einer realen Welt…

Die Geschichte zu erklären, und überhaupt das Genre festzulegen ist schon ein hartes Stück Arbeit. Es kommen in Border sehr viele Handlungsstränge und teils mehrere Geschichten vor, die einen ganzen Film alleine tragen könnten. Der wichtigste Teil ist einfach die Tatsache, dass Tina und Vore Trollwesen sind. Dies wird in einer sehr verstörenden Szene, die mir wohl ewig im Kopf bleiben wird, dargestellt. Dadurch tun sich aber gleich mehrere Fragen auf und richtig gelungen ist, dass die einzelnen Erzählungen am Ende zusammengeführt werden und es so ein sinnvolles und würdiges Ende gibt. Dabei bleibt der Film immer spannend und dadurch, dass der Film den Figuren viel Zeit gibt, ist es auch möglich mitzufühlen. Hier ist die Fantasie so eng und stark in den Realismus verknüpft, dass dieser mystischer Punkt wie selbstverständlich vom Zuschauer wahrgenommen wird und überhaupt nicht lächerlich oder witzig wirkt. Der Film nimmt sich die ganze Zeit über komplett ernst und selbst Momente, die unfreiwillig komisch sein könnten, sind teils sehr intensiv und ziehen den Zuschauer in den Bann. Wer durch den Titel und den Job von Tina auch etwas Politik erwartet wird enttäuscht. Denn das Wort “Grenze” gilt hier zwischen dem Thema Mensch und Fabelwesen, die immer wieder, wenn auch unterschwellig, thematisiert wird und später eben der springende Punkt sein wird.

Hier lernen sich unsere beiden Figuren zum ersten Mal kennen. © Wild Bunch Germany

Hin und wieder wird auch der Zuschauer ein klein wenig auf die falsche Fährte geführt. Border lässt auch die eine oder andere, scheinbar unwichtige, Szene vergessen, nur um dann mit der Auflösung einen “Aha”-Effekt auszulösen. Deswegen muss der Zuschauer auch wach bleiben und sollte den Film aufmerksam verfolgen. Hier ist es ganz wichtig, dass die Figuren interessant bleiben und die einzelnen Stränge auch logisch zu Ende gebracht werden, damit der Zuschauer eben belohnt wird. All das gelingt Ali Abbasi, der auch schon Regie bei “Shelley” führte, eindrucksvoll und nicht nur die verstörende Szene sorgt dafür, dass ihr diesen Film nicht so schnell vergessen werdet. Gerade durch die vielen Stränge, die alle einzeln schon spannend sind, bleibt der Zuschauer aufmerksam und die Charaktere sind interessant genug, um auch mitzufiebern. Wenn Vore in das Leben von Tina tritt, ist auch der Zuschauer stark von seiner Erscheinung fasziniert und fragt sich, was es mit ihm auf sich hat. Mehr sollte auch zu dieser Geschichte nicht geschrieben werden, da der Film seine ganz eigene Faszination auch über den Überraschungsmoment holt, selbst wenn eine erneute Sichtung sehr viel Sinn ergibt.

Ein weiteres Highlight ist die Maske. Die Gesichter von Tina und Vore sehen glaubhaft aus, sie wirken nicht unglaubwürdig und am Anfang hinterfragt der Zuschauer nicht sofort, warum die Gesichter so aussehen. Besonders nicht nach der ersten Erklärung. Gerade da die Schauspieler dem Zuschauer in Deutschland nicht bekannt sind, könnte man denken, dass das gar keine Maske ist. Dabei wirken diese Masken nicht zu sehr wie ein Fremdkörper und sehen natürlich aus, was dann die Glaubwürdigkeit der Figuren unterstreicht. Die düsteren Szenen oder auch die Bilder im Wald sind ebenfalls toll gefilmt und tragen zur Atmosphäre bei. Wenn Tina und Vore sich lieben, hat das teils was Animalisches und wird mit einem Soundtrack begleitet, der in kitschigen Liebesfilmen gern verwendet wird. Dadurch entsteht wieder ein gelungener Kontrast, dieser lässt gleichzeitig die einzelnen Szenen und den ganzen Film schwerer einordnen. Wer hier in typischen Genre-Mustern denkt, wird schnell an seine Grenzen kommen.

Der Film funktioniert auch dank der tollen Schauspieler. Tina und Vore vermitteln diese seltsamen Figuren nicht zu übertrieben, auch wenn ihr Spiel immer sehr hart an der Grenze des Übertriebenen ist. Besonders Eva Melender als Tina, die nie von ihrer Abstammung wusste und daher in der Menschenwelt fest integriert ist, schafft es ihre Kuriosität am Anfang noch zu verstecken. Selbst wenn sie anfängt an einem Telefon zu riechen, wirkt die Szene nicht zu unglaubwürdig. Eero Milonoff spielt seinen Vore dagegen etwas charmant aber auch rätselhaft. Gegen Ende darf er dann etwas mehr ausbrechen und sein Problem, er kann nicht aus seiner natürlichen Rolle, wird leidenschaftlich gespielt. Beide hätten locker überdrehen können oder das Ganze wie eine Karikatur wirken lassen, schaffen diese Aufgabe allerdings meisterhaft.

Hier sprechen sie von Elfen und wir denken da noch, die machen Quatsch… © Wild Bunch Germany

Fazit

Am Ende sah ich einen Film, den ich lange im Kopf behalten und so schnell nicht vergessen werde. Das liegt auch an einer verstörenden Szene, auf die ich nicht näher eingehen will, wobei ich mich da schon fragte, ob die überhaupt so explizit sein musste. Die atmosphärische Stimmung, die tollen Schauspieler und das extrem gute Drehbuch liefern einen Film, der das Fantastische zur Realität macht und das so glaubhaft, dass der Zuschauer nicht einmal daran zweifelt. Kurios, aber toll!