Dieser Spieletest basiert auf der PC-Version von Call of Duty: Black Ops 4.

Activision verzichtet dieses Jahr für die Call of Duty: Black Ops-Reihe auf eine Story und setzt stattdessen auf einen Battle Royale-Modus, um Fortnite und Playerunknown’s Battleground Konkurrenz zu bieten. Und genau dieser Weg ist von Activision und Treyarch der richtige gewesen: Statt auf übertriebene, groß-inszenierte Explosionen und einen geskripteten Ablauf hat das Entwickler-Team alles daran gesetzt, einen sehr guten Multiplayer-Modus bieten. Und ja, es ist Ihnen geglückt. Der klassische Mehrspieler-Modus, Zombie-Koop und auch die neue Battle Royale-Erfahrung mit Blackout bieten im Gesamtpaket das wohl umfangreichste Call of Duty im Multiplayer-Segment seit langer Zeit an. Aber erst einmal ganz von vorne.

Call of Duty: Black Ops 4 beinhaltet eine Mini-Story im Tutorial.

Call of Duty: Black Ops 4 hat in gewisser Weise doch eine Story, die aber in ein Tutorial verpackt wurde. Im Specialist HQ werdet ihr in die ersten Schritte des Call of Duty-Multiplayers eingeführt und lernt alle Spezialisten kennen. Nochmal kurz zur Erklärung: Jeder Spezialist besitzt ein sogenanntes Ultimate und eine Ausrüstung, die sich im Laufe des Gefechts aufladen und dann aktiviert werden können. Die Spezialistin namens Battery besitzt als Ausrüstung eine Cluster-Granate. Firebreak ist für seinen Flammenwerfer als Waffe bekannt und besitzt als Ausrüstung einen Reaktorkern, der im Umkreis durch Wände Schaden zufügen kann. Das Tutorial ist wirklich eine gute Erfahrung, um sich mit dem Multiplayer-Part des Spiels vertraut zu machen. Zwar spielt ihr zu Beginn gegen Bots, könnt aber jeden Spezialisten genauer unter die Lupe nehmen. Als netten Zusatz liefert Activision zu jedem Spezialisten eine kleine Hintergrundgeschichte mit einer kurzen Rendersequenz, um mehr über den Menschen zu erfahren. Das ist eine ganz interessante Sichtweise und auch ein leckeres Häppchen, um etwas Kampagnen-Feeling zu erhalten. Angeheuert wurden alle zehn Spezialisten von Billionärin Savannah Mason. Hierbei dreht sich alles um den Tod von Savannahs Schwester Jessica. Allerdings war die Verwirrung umso größer, da man die Frage nicht beantwortet bekam, was die Spezialisten mit der gesamten Story zu tun haben. Die Missionen sind bei jedem Spezialisten nur reine Tutorials und die Geschichte wird nur im Hintergrund erzählt. Nach zirka 2 Stunden seid ihr mit dem Tutorial fertig.

 

Call of Duty trifft auf PUBG und Fortnite

 

Doch kommen wir gleich zu einem spannenderen Teil des Spiels: dem Battle Royale-Modus Blackout, die wohl größte Neuerung in Black Ops 4. Noch nie gab es in Call of Duty eine so große Karte und so viele Spieler gleichzeitig in einem Spiel. Genauer gesagt können bis zu 100 Spieler im Blackout-Modus um das nackte Überleben kämpfen. Wie auch schon in Fortnite oder PUBG starten alle Spieler aus der Luft in einem Helikopter und fliegen über die Map um sich dann einen Ort auszusuchen und das Glück dabei zu haben, relativ viele Waffen und Ausrüstungsgegenstände zu erhalten. Das Überleben ist ein wichtiger Bestandteil, denn sobald ihr sterbt, ist das Match vorbei. Wenn ihr als einziger noch übrig seid, dann herzlichen Glückwunsch! Ihr habt dann gewonnen.

Da ich bereits unzählige Stunden in PUBG oder Fortnite investiert hatte, habe ich mich zu Beginn gefragt, ob Activision mit Blackout überhaupt noch das Rad neuerfinden kann. Dies haben sie zwar nicht getan, aber Blackout ist wohl eines der meist gepolishten Battle Royale-Spiele, die es bislang so auf dem Markt gibt. Call of Duty: Black Ops 4 hat bereits in den ersten Wochen das geschafft, was PUBG nicht mal in einem Jahr konnte, und hier muss man die Entwickler von Treyarch mal richtig groß loben. Sowohl die Steuerung als auch das Gameplay an sich sind sehr gut optimiert und wirken sehr ausgereift. Blackout verwendet die bekannte Waffenbalance aus Black Ops 4, so erhalten wir natürlich bei einem Dauerschuss einen Rückstoß, den wir ausgleichen müssen. Diese Tiefe hat beispielsweise Fortnite nicht. Natürlich benötigen die Spieler auch bei Blackout das Fünkchen Glück. Es gibt Matches, in denen ihr viele oder wenige Waffen bzw. Ausrüstung findet werdet. Besonders interessant sind die Ausrüstungskoffer, die ihr an bestimmten Stellen findet. So habt ihr unter anderem die Möglichkeit kleine Fahrzeuge zu steuern und dabei die Umgebung zu erkunden, ohne euch in Gefahr zu bringen. Blackout macht großen Spaß und auch die Möglichkeit Ränge aufzusteigen gibt euch die Chance nach und nach Gegenstände freizuschalten. Blackout ist der perfekte Ersatz für den Kampagnen-Modus.

Der erste Schritt ist getan, jetzt müssen wir uns noch weitere Waffen suchen…

Der Multiplayer-Modus gibt euch die Auswahl zwischen unzähligen Spielvarianten. Auch befristete Modi sind mit an Bord, wie zum Beispiel das allseits bekannte Waffenspiel. Die Spezialisten sind hier der elementare Punkt des Spiels. So gibt es unter anderem Prophet, der mit dem Sucher Gegner für einen kurzfristigen Zeitraum auffinden und ihnen einen Elektroschock verpassen kann. Crash heilt alle Teammitglieder auf einem Schlag und kann ihnen 50 Bonuslebenspunkte geben. Wie ihr merkt, gibt es mit den 10 Spezialisten unglaublich viel Auswahl und Abwechslung. Auch cool ist Recon, der mit dem Sensorpfeil die Gegner auf der Karte anzeigen lassen kann. Doch es wird noch besser: Er kann Gegner für paar Sekunden durch Wände markieren, damit das gesamte Team die Gegner sieht.

Einer der neuen Modi von Call of Duty: Black Ops 4 ist Kontrolle, welcher Ähnlichkeiten mit dem Rush-Modus von Battlefield 1 hat. Euer Team hat 30 Wiedereinstiege und das Angreiferteam muss zwei Zonen einnehmen. Das Verteidigungsteam muss dies natürlich vermeiden. Bei drei Rundensiegen gewinnt natürlich das bessere Team. Auch hier sind taktische Vorgehensweisen sehr entscheidend und deshalb sollte euer Team eine kluge Auswahl bei den Spezialisten treffen. Gerade dann, wenn ein Team nur noch drei Spieler zur Verfügung hat, welche einstiegen dürfen, wird das Spiel unglaublich spannend.

 

Der neue Modus Kontrolle ist eine gelungene Ergänzung

 

Der neue Modus Überfall ist ein Mix aus Counter Strike: Global Offensive und Battlefield Hardline. Das Spiel endet nach einer Runde und zu Anfang müssen mit liquiden Geldmitteln Waffen und Ausrüstung eingekauft werden. Der Abschuss eines Gegners und das Erfüllen der Aufgabe bringen euch Geld. Das Ziel ist es, jede Runde den Geldkoffer in der Mitte der Karte zu klauen und ihn zu einer Zone zu bringen.  Dies klingt zwar relativ interessant, ist aber für geübte Counter Strike-Spieler eine komische Erfahrung, da der Modus nicht ausgereift wirkt. Neben den beiden Modi erwarten euch noch viele andere Modi, die alle zum größten Teil viel Spaß bereiten. Allerdings muss man erwähnen, dass der Multiplayer-Modus keine großen Innovationen beinhaltet, sondern man Elemente wiederfindet, die es schon in jedem anderen Ego Shooter-Spiel gab. Das Prinzip ist sonst bei allen Modi gleich: Der Kampf findet auf kleinen Maps statt und ihr könnt Gegenstände für eure Klasse freischalten. Dieses System wurde bereits seit mehreren Jahren verfolgt und funktioniert auch in Black Ops 4 wieder. Das Update vom 30. Oktober 2018 hat für den Multiplayer-Modus einiges am Balancing geschraubt und es wird auch nach und nach verbessert. So fand ich die ursprüngliche Version in manchen Punkten unglaublich unfair. Dies wurde aber mit dem obigen Update bereits entschärft und verbessert.

Hier versuchte ich unseren Einnahmepunkt im Modus “Kontrolle” zu verteidigen.

Zombies begleiten die Call of Duty-Fans auch schon eine lange Zeit. Bereits mit Black Ops 3 war der Zombie-Modus mit vielen Features versehen. Das Krasse ist allerdings jetzt, dass Black Ops 4 noch mehr Features für den Zombie-Modus bereithält. Kurz durchatmen ist hier angesagt! Doch keine Panik, mit dem Tutorial werdet ihr sanft und langsam in den Koop-Modus eingeführt. So lernt ihr den Waffenkauf, Zufallsitems, Waffenupgrades und vieles mehr kennen. Spielen könnt ihr gegen die Zombies mit euren Freunden online oder sogar auch mit Bots, die euch dabei helfen die großen Herden zu besiegen. Dies hat in unserem Testprozess sehr gut funktioniert und die Bots wirkten wie menschliche Mitspieler. Bislang gibt es drei unterschiedliche Karten: In IX werdet ihr in eine antike Arena geschickt, Voyage of Despair zeigt euch die Zombie-Apokalypse auf der untergehenden Titanic und Blood of the Dead ist ein Remake mit der Alcatraz-Karte aus Black Ops 2. Bei jeder Map müssen die Spieler unterschiedliche Aufgaben bewältigen und so wurden einzigartige Szenarien für jede Map entwickelt und entworfen, was für große Abwechslung sorgt. Der Rausch-Modus ist ebenfalls mit dabei, falls ihr nicht auf Rätsel und Konsorten steht. Dort zählt nur das Überleben und euren Highscore nach oben zu befördern. Der Zombie-Modus bietet wie auch die zwei anderen Modi viel Umfang und es lohnt sich ihn ausführlich zu spielen.

 

Fazit

Activision und Treyarch liefern mit Call of Duty: Black Ops 4 die wohl beste Multiplayer-Erfahrung in der Geschichte von Call of Duty. Story-Kampagnen-Liebhaber werden vielleicht enttäuscht sein, aber Black Ops 4 ist der beste Beweis dafür, dass Entwickler nicht immer gezwungen werden sollten einen Singeplayer-Modus einzubauen. Die Multiplayer-Bestandteile sind einfach viel umfangreicher und machen alle im Gesamteindruck unglaublich viel Spaß. Auch wichtig zu erwähnen ist noch, dass euch im Multiplayer-Modus 15 Karten erwarten, viele davon sind neu und auch einige Remakes sind dabei. Das ist unter anderem ein Grund, warum wir mit Black Ops 4 eines der wohl besten Call of Duty-Spiele aller Zeiten erhalten haben. Zudem habt ihr mit Blackout die beste Battle Royale-Erfahrung auf allen Plattformen. Da kann selbst Fortnite, welches von Millionen von Spielern gespielt wird, nicht mithalten. Der normale Multiplayer-Part erfindet nicht das Rad neu, wurde aber mit vielen Verfeinerungen ausgestattet, die dem Spielgefühl sehr zugute kommen. Der Zombie-Modus macht ebenfalls Spaß und gehört einfach zur Call of Duty-Reihe mittlerweile dazu. Wer also Call of Duty- oder Ego Shooter-Fan und sich noch unsicher ist: Zugreifen!